PK-Vorbezug: Das sollten Sie wissen

Unser Geldberater verrät, ob ein Vorbezug zum Erwerb von Wohneigentum Sinn macht. Und wie Sie dabei Steuern sparen.
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Unsere Vorsorge: Ehepaare können bei einer Vorbezugsrückzahlung ihre 2. Säulen zur Steueroptimierung nutzen. Foto: Getty Images

Meine Frau und ich besitzen ein Einfamilienhaus im Kanton Bern. Für den Kauf mussten wir auf die Pensionskasse zurückgreifen. Sonst hätten wir es nicht erwerben können. Nun sind die Kinder schon älter und wir haben finanziell mehr Spielraum. Darum möchten wir wieder Geld in die Pensionskasse zurückzahlen. Würden Sie uns grundsätzlich zu diesem Schritt raten? Und was sollten wir dabei besonders beachten? D.L.

Ja, eine Rückzahlung von Geldern, die man für den Erwerb von selbst genutztem Wohneigentum aus der Pensionskasse bezogen hat, halte ich für sinnvoll. Erstens stärken Sie so Ihre Altersvorsorge, die durch den Vorbezug geschwächt wurde.

Zweitens können Sie so in der Regel auch Ihren Versicherungsschutz wieder verbessern. Oft denkt man nämlich nicht daran, dass man durch einen Vorbezug später nicht nur weniger Geld fürs Alter gespart hat, sondern auch noch während dem Erwerbsleben einen schlechteren Versicherungsschutz gegen die Risiken Todesfall und Invalidität hat. Das kann sich unter Umständen fatal auswirken.

Darum rate ich bei einem Vorbezug, unbedingt auch den Risikoschutz zu überprüfen. Falls Sie nun Gelder aus dem Vorbezug in die 2. Säule zurückzahlen, sollten Sie vorgängig bei Ihrer Kasse prüfen, dass damit gleichzeitig auch der Versicherungsschutz für das Todesfall- und Invaliditätsrisiko verbessert wird.

Beachten Sie allerdings, dass Sie die Rückzahlung an die Pensionskasse – anders als wie üblich bei freiwilligen Einzahlungen in die 2. Säule – nicht von den Steuern abziehen dürfen. Sie zahlen ja nur Gelder zurück, die zuvor schon von Ihnen bezogen wurden. Immerhin können Sie aber die früher bei Ihrem Bezug berappte Kapitalauszahlungssteuer zurückverlangen, sobald Sie den gesamten vorbezogenen Betrag zurückbezahlt haben.

Auf einen interessanten Nebenaspekt rund um die Thematik Vorbezug bin ich von Lothar Arnold, Mitglied der Direktion der Helvetia Schweiz, hingewiesen worden. Er empfiehlt Ehepaaren bei Wohneigentumsförderung mit Mitteln der 2. Säule, dass nur Gelder aus einem Vorsorgewerk bezogen werden.

«Oft ist es das Vorsorgewerk des Mannes. Dasjenige der Ehegattin belassen wir unangetastet», sagt Arnold. Seine Begründung: «Es ist oft so, dass die Ehegattin durch die Baby- und Familienpause mit Voll- oder Teilzeit reduzierte oder fehlende Einzahlungen in die 2. Säule zu vertreten hat. Später aber nehmen viele Frauen ihre Tätigkeit wieder auf. Dieser Effekt führt in vielen Fällen dazu, dass ein erhöhtes Einkaufspotenzial in die PK der Ehegattin entsteht.»

Diese könne bei verheirateten Personen nun als Steueroptimierungsinstrument genützt werden, obwohl der Ehemann einen Vorbezug aus der Wohneigentumsförderung mit Mitteln der 2. Säule getätigt habe.

Da die Vorsorgeverhältnisse hinsichtlich der steuerlichen Abzugsfähigkeit getrennt betrachtet werden, sei ein Einkauf bei der Ehegattin zulässig und wirke sich so auf die Reduktion des gemeinsamen steuerbaren Einkommens aus.

«Aber auch hier muss man aufpassen», warnt Arnold, «die meisten Steuerbehörden akzeptieren Einkäufe nur insoweit, als das von der Ehegattin realisierte Nettoeinkommen nach Abzug von Einzahlungen aus der Säule 3a, Berufsauslagen, Zweitverdienerabzug und Pensionskassen-Einkäufe nicht unter null sinken darf und so natürlich das Nettoeinkommen des Ehemannes ebenfalls reduzieren würde.»

Nun weiss ich nicht, ob die ursprünglichen Vorbezüge aus Ihrer Kasse oder derjenigen Ihrer Frau stammen. Für jene, die anders als Sie erst noch ein Eigenheim erwerben möchten und dazu PK-Gelder brauchen, könnte der zusätzliche Hinweis hilfreich sein.

Generell ermöglichen Einkäufe in Pensionskassen erhebliche Steuereinsparungen. Allerdings sind in diesem Zusammenhang stets die Bonität sowie die Reglemente der Vorsorgeeinrichtung hinsichtlich der Verwendung von Einkäufen im Vorsorgefall zu prüfen.

So ist es oft der Fall, dass zusätzliche Einkäufe bei einer Invalidität oder bei einem Todesfall vor Erreichen des Pensionsalters ebenfalls zu Rentenleistungen führen können.