So vermeiden Sie Geldstreit unter Freunden

Sparen Sie sich den Streit! Klare Darlehensabmachungen minimieren das Risiko von Streitereien. Foto: iStock

Meine Tochter hat ihren Master gemacht, aber eine gute Stelle zu finden, ist schwierig. Ich möchte ihr finanziell etwas unter die Arme greifen und ihr 10’000 Franken als Darlehen geben auf 10 Jahre zu null Zinsen, Rückzahlung jährlich 1000 Franken, beim vorzeitigen Tod von mir erlischt diese Schuld. Macht das Sinn? Wie ist es mit der Steuer? R.P.

Wenn Sie Ihrer erwachsenen Tochter ein Darlehen geben, müssen Sie den entsprechenden Betrag jeweils in Ihrer Steuererklärung aufnehmen und als Vermögen ausweisen. Denn es ist ja keine Schenkung, sondern ein Darlehen. Somit bleibt das Geld in Ihrem Vermögen.

Auch Ihre Tochter muss das Darlehen in der Steuererklärung aufführen – und zwar im Schuldenverzeichnis. Denn für Ihre Tochter ist es eine Schuld, die Sie Ihnen gegenüber hat. Weil Sie für das Darlehen keinen Zins verlangen, entfällt der Zinsabzug. Müsste Ihre Tochter Ihnen einen Zins leisten, könnte sie diesen beim Einkommen in der Steuererklärung in Abzug bringen. Doch dies ist ja nicht der Fall. Es genügt somit bei Ihnen die Vermögensdeklaration und bei Ihrer Tochter die Schulddeklaration.

Darüber hinaus rate ich Ihnen, eine kurze Vereinbarung aufzusetzen und die Vertragsbedingungen schriftlich zusammenzufassen und die Vereinbarung gegenseitig zu unterzeichnen. Das wirkt auf den ersten Blick etwas gar formal. In der Praxis zeigt sich aber oft, dass es auch unter Familienmitgliedern besser ist, wenn man finanzielle Dinge sauber regelt und dazu auch schriftlich festhält, welche Abmachungen genau getroffen wurden.

Immer wieder kommt es gerade wegen finanzieller Gründe auch unter Familien zu Streitigkeiten. Je klarer die Abmachungen lauten, desto weniger besteht auch nach Jahren Anlass für Unklarheiten oder sogar einen Streit. Nicht selten kommt es gerade nach dem Tod eines Familienmitglieds zu schwierigen Diskussionen, wenn Darlehen erteilt oder Schenkungen getätigt wurden und die genauen Abmachungen nicht oder nur mangelhaft festgehalten wurden – erst recht, wenn auch noch andere erwachsene Kinder da sind.

Wenn Sie mit einer einfachen Abmachung einen späteren Streit verhindern können, hat sich der Aufwand bereits gelohnt. Festhalten sollten Sie auch, welcher Betrag jeweils jährlich zu amortisieren ist und was genau mit dem Darlehen passiert, falls Ihre Tochter einmal nicht in der Lage ist, die vorgesehene Amortisation zu leisten.

Ob die jährliche Amortisation Sinn macht, hängt davon ab, wofür Ihre Tochter das Geld genau braucht, ob sie dazu in der Lage ist und ob Sie als Darlehensgeber das Geld tatsächlich brauchen. Falls Sie das Geld nicht zwingend brauchen, können Sie auf eine jährliche Amortisation auch verzichten und einfach nur ein Darlehen geben.