Warum Sie auch bei Fonds diversifizieren sollten

Wer sein Geld auf mehrere Fonds verteilt, vermeidet unnötige Klumpenrisiken. (Foto: iStock)

Ich bin knapp 40 Jahre alt und überlege mir, mehr aus meinem Geld zu machen. Momentan befinden sich auf meinem Sparkonto über 100’000 Franken. Wie Sie geschrieben haben, ist dieser Betrag bei einem Bankencrash nicht gedeckt. Zusätzlich habe ich bei meiner Hausbank ZKB auch noch ein Säule-3a-Konto. Ich plane, einen Betrag von etwa 40’000 Franken in einen Fonds zu investieren. Meine Idee wäre es, den Betrag in einen Fonds mit hohem Anteil Aktien zu investieren. Es geht um Swiss Ac Fonds und Futura Immo. Ich würde dies gern bei der Raiffeisen tun, um ein wenig zu diversifizieren. Ergeben meine Überlegungen für Sie Sinn? C.S.

Bei Ihrer Hausbank müssen Sie keine Angst wegen des Konkursrisikos haben: Die ZKB gehört zu den sichersten Banken auf der Welt mit einem Toprating der internationalen Ratingagenturen und verfügt über eine volle Staatsgarantie. Sie sind also weit besser geschützt als bei Banken ohne Staatsgarantie, die lediglich den gesetzlichen Einlagenschutz im Konkursfall von maximal 100’000 Franken je Kunde bieten. Aus diesem Grund müssten Sie im Fall der ZKB bei der Bank nicht diversifizieren.

Unabhängig davon ergibt es aus meiner Sicht Sinn, wenn Sie Ihr Geld nicht einfach nur auf dem Konto liegen lassen, wo es keine Rendite bringt, sondern es investieren. Zumal Sie mir auch schreiben, dass Sie mit Kursschwankungen leben können, eine langfristige Anlage planen und das Geld während der nächsten Jahre sicher nicht brauchen. Da Sie erst 40-jährig sind, haben Sie einen langen Anlagehorizont und sind eher in der Lage, einen hohen Aktienanteil mit starken Kursschwankungen zu wählen.

Die von Ihnen erwähnten beiden Fonds sind sehr unterschiedlich. Der Raiffeisen-Fonds Swiss Ac ist ein reiner Aktienfonds, der in Schweizer Bluechips und in Aktien von klein und mittelgross kapitalisierten Unternehmen investiert. Als aktiv geführter Fonds ist er mit einer Total Expense Ratio (TER) von rund einem Prozent nicht ganz billig.

Der Raiffeisen Futura Immo Fonds hingegen investiert überwiegend in Wohnimmobilien. Damit hat man in der Vergangenheit gut Geld verdient. Der Immobilienmarkt hat preislich aber wohl den Höhepunkt erreicht. Im Mietwohnungsmarkt geraten die Mieten durch steigende Leerstände zunehmend unter Druck. Das schafft auch Risiken für Ihren Fonds.

Immobilienanlagen ergeben als Diversifikation in einem Portfolio jedoch weiter Sinn. Ich würde aber nicht nur auf einen solchen Fonds setzen. Mit dem Aktienfonds haben Sie langfristig deutlich höhere Renditechancen, müssen sich aber auch auf deutlich höhere Kursschwankungen einstellen.

Neben den erwähnten Fonds würde ich zusätzlich bei Ihrer Hausbank Vorschläge für passende Fonds einholen. Die ZKB verfügt über ihre Tochter Swisscanto eine breite Auswahl auch an passiv verwalteten Index-Fonds. Mit diesen könnten Sie beispielsweise auch fokussiert auf Schweizer Aktien setzen, zahlen aber weniger Gebühren. Die Gebühren schmälern letztlich immer Ihre Rendite.

Ich würde zudem nicht nur auf einen einzelnen Fonds setzen, sondern mehrere Fonds nutzen. So können Sie Ihr Geld breit diversifiziert in verschiedene Anlageklassen investieren und tragen kein Klumpenrisiko.

10 Kommentare zu «Warum Sie auch bei Fonds diversifizieren sollten»

  • Elias Truttmann sagt:

    Um es klar auszudrücken: Von beiden genannten Fonds ist abzuraten, beim einen wegen zu hohen Gebühren, beim anderen wegen zu hohen Immo-Bewertungen. Index-ETFs haben teilweise TER von unter 0,2 Prozent.
    Ich persönlich bin in den vergangenen Jahren gut gefahren mit einem der viel gescholtenen Junk-Bonds-ETF. Die werden zwar ca. einmal jährlich für tot erklärt, resp. als zu riskant im Verhältnis zum Ertrag. Solange keines der Doomsday-Szenarien (Zinsanstieg und/oder Rezession) eintritt, erachte ich das Risiko für ca. 5% p.A. als vertretbar. Seien wir ehrlich: Die Zinsen im Euroraum (und damit in der Schweiz) werden auf absehbare Zeit nicht steigen, und in den USA sind weiter steigende Zinsen ebenfalls nicht so sicher.

  • Thomas N. sagt:

    Auch bei Anlagefonds sollte wie bei jedem Produkt auf die Leistung nach Gebühren geachtet werden und da hat Raiffeisen mit ihren Futura Fonds gute Karten.

  • Loreta Laringel sagt:

    Mit ausländischen Fonds, die auch an der SIX gehandelt werden, lassen sich mit wenig Risiko über 10% p.a. erwirtschaften. Wer seine Bankberaterin fragt, dem werden die teuersten und für die Bank lukrativsten Fonds angedreht. Wer etwas Grips im Kopf hat, macht sich selber schlau, hat tiefere Kosten und wesentlich höhere Erträge. Bei einem Anlagehorizont von mindestens 5 Jahren ist man bei Aktien IMMER auf der Gewinnerseite.

  • P. Schuler sagt:

    Warum in Fonds und nicht direkt in Aktien anlegen? Es müssen ja nicht noch Dritte risikofrei an Ihrem Vermögen verdienen! Die Depotkosten sind minimal, man braucht ja auch keinen Berater. Kaufen Sie für je 10’000 CHF Aktien von Nestlé, SGS, Straumann und z.B. Banque Cantonale Vaudoise. Und dann schauen Sie ein Jahr lang weg. Da haben Sie mit Dividenden im Jahr 10 % Ertrag im langjährigen Durchschnitt. Und wenn Sie weitere 10’000 haben, diversifizieren Sie bis auf 8 – 10 Titel. Ohne Spekulation haben Sie bei Ihrem Anlagehorizont im Durchschnitt ihre 10%, auch wenn mal zwischendurch ein Jahr minus 20 % sein sollte.

    • Hermann Ostermayer sagt:

      genau meine Ansicht Herr Schuler.
      Ich wundere mich auch, wieso das nicht mehr Leute tun? Egal was im Kleingedruckten steht, das Risiko trägt der Investor so oder so. Das muss man sich bewusst sein! Hände weg von kompliziert aufgebauten Produkten! Vieles wird künstlich verkompliziert! Und die anvisierte Kundschaft glaubt dann, es sei besser und sicherer?… Kaufen und halten ist langfristig etwas vom Besten! Aber jeder wie er denkt! Manch einer hat schon kurzfristig beachtliche Gewinne erreicht und diesen dann wie gewonnen so auch gleich wieder verloren. Oft ist deutlich erfolgreicher, man reagiert nicht auf jeden kleinen Gewinn oder Tagesverlust. Aktien sind kein Monopoly, sondern eine nachhaltige Altersvorsorge.

    • Elias Truttmann sagt:

      Nein. Wenn Sie für je 10’000 Nestle, SGS, Straumann und BCV kaufen, latzen Sie z.b. bei Swissquote schon mal über 200 Franken Gebühren ab alleine für den Kauf. Kaufen Sie stattdessen (ebenfalls bei SQ) einen passenden ETF, der diese Titel auch enthält, kostet das vielleicht 15 Stutz. Zudem dürfte der ETF breiter diversifiziert sein. Um eine ähnliche Diversifizierung mit Einzeltiteln zu erreichen, müsste man noch viel mehr ausgeben.
      Der massive Boom bei den ETFs hat schon seine Gründe – das sind nicht einfach alles Tubeli, die die Dinger kaufen (obwohl es natürlich etliche überteuerte Tubel-ETFs gibt).

      • P. Schuler sagt:

        Der obige 40-jährige hat einen Anlagehorizont von 40 Jahren. Gezwungenermassen gehen vom Ertrag bei den ETFs 0,5 – 1,5 % an ein Institut. Bei Direktanlage geht dieser Betrag an den Anleger, an Sie! Rechne: 40 Jahre 10 % statt 9 % auf ein einmaliges Startkapital von 40’000 CHF ergibt am Ende 1,81 Mio. CHF statt 1,26 Mio. CHF. Bei dem Mehrertrag von 550’000 CHF fallen die 200 Fr. Bankgebühren nicht mehr ins Gewicht. Diversifizieren ist richtig, aber in der Schweiz genügen dazu 10 – 12 gute Einzeltitel. Wenn ein Fonds den SPI abbildet, fährt man damit also etwa ein halbes % schlechter als der Durchschnitt, eben wegen den Gebühren! Man vergisst gerne, dass auch Fonds negative Perioden haben.

  • Hermann Ostermayer sagt:

    Doch!
    ETFs sind bequem, einfach zu kaufen u modisch. e-affine Leute sind es gewohnt, ihr Leben – in allen Bereichen – elektronisch zu organisieren, für so jemand sind ETF`s ganz normal. „Besser“ sind solche Produkte deswegen nicht!
    An allem partizipieren wollen ist ähnlich erfolglos, wie auf eine einzige Karte setzen, was in keinem Fall zu empfehlen ist. ETF Boom? Bis zum nächsten kleineren oder grösseren „Big Bada Boom“. Gebühren: klar ist das ein wichtiger Faktor, aber nur einer unter vielen! Gebühren werden oft überbewertet, umgekehrt die Wirtschaftlichkeit einer Aktie ansich, unterbewertet. Es gibt für Einzeltitel wie auch für ETF`s Anleger. Jede(r) muss es an Hand seiner Erfahrungen, – gute und schlechte, selber wissen, was für einem stimmig erscheint!

  • Hobbyberater sagt:

    Grundsätzlich ist eine Investition nur in Schweizer Aktien ein Klumpenrisiko, allem Patriotismus zum Trotz. Von daher lieber einen ETF oder Aktienfonds Welt. Im Moment würde ich Investionen in Aktien eher schrittweise tätigen, z.B. jedes halbe Jahr 20% der Gesamtsumme.

  • Daniel Mürbach sagt:

    Ganz im Allgemeinen ist immer und überall Diversifikation die richtige Antwort. Wobei ich bei einer Geldanlage dieser Art einen zu großen Anteil an Aktien vermeiden würde – kommt aber natürlich darauf an, wie sehr man den Betreibern vertraut. Ich habe in Fonds angelegt aber dazu auch separat noch Erfahrungen mit Anleihen (einzeln aktuell Stahl, Deutsche Lichtmiete Invest und IT-Security) und bin mit allen sehr zufrieden. Information ist da halt das A und O, egal ob es gerade um Schienen, LED Beleuchtung oder Anderes geht. Hauptsache es ist möglich ein geringes Risiko zu halten und gegen den Weltmarkt abgesichert zu sein. Eine stabile Bilanz und Zukunftsfähigkeit hilft da absolut.

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