Nutzen Sie Ihr Geld selber, anstatt es zu vererben

Teures Pflegeheim: Wer über ein Vermögen verfügt, muss bereit sein, sich an den Pflegekosten zu beteiligen. Foto: iStock

Ich bin 74 Jahre alt, sitze im Rollstuhl, geistig fit, körperlich eingeschränkt, und werde von meiner Frau gepflegt. Wir benützen zusammen eine Eigentumswohnung im Wert von etwa 700’000 Franken, AHV und Rente betragen etwa 80’000 Franken pro Jahr. Wenn meine Frau nicht mehr wäre, müsste ich ins Heim. Das kostet immens. Ich habe davon gehört, dass der Staat in einem solchen Fall auf den Besitz zurückgreift, also auf die Wohnung. Kann man da unserer einzigen Tochter nichts mehr vererben? W.E.

Es stimmt, dass die Betreuung in einem Pflegeheim hohe Kosten zur Folge hat. Wie hoch die Kosten tatsächlich sind, variiert je nach Heim und Betreuungsumfang allerdings stark. Zur Deckung der Kosten werden in erster Linie Ihre Einnahmen aus der AHV und der Pensionskasse herangezogen. Damit können Sie immerhin einen Teil der Ausgaben decken.

Da Sie Pflege brauchen, dürfte Ihre Rente aus AHV und PK aber kaum reichen, um die effektiven Kosten zu begleichen. Wenn man kein Vermögen hat, kann man in einer solchen Situation Ergänzungsleistungen beantragen. Wenn man indes, so wie Sie, über ein Vermögen verfügt, muss man auch bereit sein, mit seinem Vermögen an die Kosten beizutragen.

Gemäss Angaben der AHV entsprechen die jährlichen Ergänzungsleistungen der Differenz zwischen den anerkannten Ausgaben und den Einnahmen, die angerechnet werden können – wobei zwischen Personen, die zu Hause leben, und Personen, die im Heim oder im Spital wohnen, unterschieden wird. Für Sie entscheidend ist die Frage, welche Einnahmen konkret angerechnet werden.

Gemäss Definition der AHV werden neben den erwähnten Renten u. a. auch Einkünfte aus dem Vermögen wie Zinsen, Miete, Untermiete, Pacht oder Nutzniessung sowie der Mietwert der Wohnung voll angerechnet. Zur Anrechnung gelangen allerdings auch Einkünfte und Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist. Es wäre somit nicht sinnvoll, wenn Sie jetzt einfach Ihrer Tochter noch rasch eine hohe Schenkung machen würden.

Angerechnet werden weiter «ein Teil des Vermögens (Verzehr), das bei Alleinstehenden 37’500 Franken und bei Ehepaaren 60’000 Franken übersteigt». Weiter heisst es bei der AHV: «Zusätzlich werden bei selbst bewohnten Liegenschaften 112’500 Franken nicht als Vermögen berücksichtigt bzw. 300’000 Franken in folgenden Fällen: Die Liegenschaft eines Ehepaars wird von einem Ehegatten bewohnt, während der andere im Heim oder im Spital lebt; die Liegenschaft eines Ehepaars wird von einem Ehegatten bewohnt, der eine Hilflosenentschädigung der AHV, IV, UV oder MV bezieht; die Liegenschaft wird von einer alleinstehenden Person bewohnt, die eine Hilflosenentschädigung der AHV, IV, UV oder MV bezieht. Sofern diese Freibeträge überschritten werden, wird ein Teil davon als Einkommen angerechnet.» Sie kämen also nicht um einen Vermögensverzehr herum.

So sehr ich Ihre Sorge verstehen kann, sollten Sie aber auch bedenken, dass es sinnvoll ist, dass man im Alter gerade auch für eine Pflege sein Vermögen nutzt. Nicht zuletzt deshalb hat man im Erwerbsleben ja Geld auf die hohe Kante gelegt – nämlich, dass man später im Alter hoffentlich möglichst gut versorgt ist.

Aus meiner Sicht sollte der Zweck der Vermögensbildung nicht darin bestehen, dass man seinen Erben möglichst viel weitergeben will. Die Erben sind für sich selbst verantwortlich und in der Regel selbst in der Lage, für sich zu sorgen oder sogar Vermögen zu bilden.

Nutzen Sie zusammen mit Ihrer Frau im Rahmen Ihrer Möglichkeiten Ihr Geld, damit es Ihnen den Umständen entsprechend wohl ist. Rücksichten auf Erben sollten Sie dabei aus meiner Sicht nicht nehmen: Sie haben Ihr Geld selbst erarbeitet, damit Sie es nutzen können. Jede weitere Generation ist für sich selbst verantwortlich und sollte nie darauf hoffen, überhaupt etwas zu erben.

62 Kommentare zu «Nutzen Sie Ihr Geld selber, anstatt es zu vererben»

  • Henry Meyer sagt:

    Die wirklich Dummen sind jene, die zeitlebens auf vieles verzichtet und (zugunsten des geliebten Nachwuchses) etwas angespart haben. Denen nimmt man’s weg. Jene Leute, die zeitlebens alles immer sofort unbekümmert ausgegeben haben, sitzen dann gegenüber am Tisch im Altersheim. Dies auf volle Kosten der Allgemeinheit; sie können sich praktisch alle Annehmlichkeiten leisten. Zudem bezahlen die einen weiterhin Steuern, die Unbekümmerten dagegen sind steuerfrei. Irgendwie ungerecht! So gesehen unterstützt der Staat ein unseriöses Verhalten. Man sagt ja: die Dummen sind die Sparer… Es ist eben schon so.

    • Christoph Bögli sagt:

      Bloss dass Geiz und Batzenklemmerei auch die Volkswirtschaft schädigen und überhaupt die persönliche Entscheidung sind. Es wird niemand dazu gezwungen. Insofern hat Spieler durchaus recht: Vorhandenes Vermögen sollte primär dazu dienen, sich ein gutes Leben zu gestalten und für eigene schlechtere Zeiten abzusichern. Sich im Fall der Fälle ein gutes Pflegeheim leisten zu können und nicht in der Mindestversorgung zu landen ist doch auch was. So zu tun, als wäre das Leben an der Armutsgrenze, Ergänzungsleistungen, finanzielle Belastung der Angehörigen, etc. ein toller Spass, ist hingegen ziemlich lächerlich.

      • Ina Keubler sagt:

        @ Bögli: Seit wann gibt es es eine „Mindestversorgung“ in Altersheimen?
        An der „Armutsgrenze“ in der Schweiz lebt definitiv niemand. Fakt ist, dass die Null Bock Generation ein äusserst angenhemes, ruhiges und entspanntes Leben auf Kosten des Sozialstaates sprich Steuerzahlers geniessen kann.

    • Thomas Münzer sagt:

      „auf Kosten der Allgemeinheit…“ Wie viel Steuern müssen Sie denn mehr bezahlen, wenn jemand EL erhält? Der Staat macht Milliardenüberschüsse und das nennt man Mundraub.

      • Carmen Haag sagt:

        Münzer: Ergänzungsleitungen müssen nicht versteuert werden. Der äusserst grosszügige Sozialstaat gibt denjenigen, welche angeblich nichts
        haben, alle andern sind die Dummen.
        Kein Wunder, arbeitet die Mehrheit Teilzeit oder gar nicht, dann gibt es noch Krankenkassenverbilligungen und als Lohn im Alter noch Ergänzungsleistungen oben drauf.

  • Marc ambühl sagt:

    Genau, wer gesunde Eltern hat bekommt dann noch eine schöne Erbschaft und wer kranke Eltern hat, kriegt dann (quasi als dank für eigene Pflegeleistungen?) gar nichts! Ist ein super System!!!

    • Christoph Bögli sagt:

      Wäre es denn ein besseres System, wenn Vermögende alles bezahlt bekommen, nur damit sie dann ihre Millionen vererben können? Im übrigen, das Leben ist nun einmal oft ungerecht. Fragen Sie nur mal Leute, die schon in jüngeren Jahren krank werden und in die IV abrutschen, das ist dann erst recht kein lustiges Leben.

      • Martin sagt:

        Ja, gerecht wäre wenn alle gleich behandelt werden. Alles andere ist Diskriminierung.

      • Marc Ambühö sagt:

        … und gerade weil das Leben ungerecht ist, gibt es die Idee der Versicherung. Aber heute wird der versicherungsgedanken ja zunehmend ausgehölt. Gerecht wäre auch eine ordentliche erbschaftssteuer, welche dem Geldadel Einhalt gebieten würde – aber das passt ja den bürgerlichen nicht – die schwafeln lieber was von selbstverantwortung

    • Gerhard Engler sagt:

      Ambühl: Und wer reiche Eltern hat, der kann erben, wer arme Eltern hat, der erbt nichts. Dieses super-System ist ganz natürlich.

    • Larissa Hansen sagt:

      @ M.Ambühl: Eigene Pflegeleistungen können bei der Sozialversicherungsanstalt geltend gemacht werden, auch Pflegegeld,Hilflosenentschädigung und Ergänzungsleistungen. Wer angeblich nichts hat, kommt im Sozialstaat Schweiz definitiv nicht zu kurz.

      • Marc Ambühl sagt:

        @Hansen: Sie verstehen das Problem nicht. Wenn die Eltern pflegebedürftig werden, geht ihr ganzes Geld für Pflege drauf. Wenn die Eltern gesund bleiben, finanzieren sie ihrem Nachwuchs ein Eigenheim (zig mal erlebt im Bekanntenkreis). Die einen können das Vermögen in der Familie behalten, die anderen haben das doppelte nachsehen (zuerst wird man krank und dann ist das geld weg). Altersvorsorge sollte im Sinne einer Versicherung organisiert werden.

      • Isa Meier sagt:

        @ Ambühl: Blödsinn, auch ein Vermögender kann krank werden und muss unter Umständen ins Pflegeheim. Der Verkauf seiner Immobilie ist dann auch nicht mehr ausgeschlossen.
        Es scheint bei Ihnen der pure Neid auf Mesnchen zu sein, welche es zu etwas im Leben gebracht haben.

      • Patricia Waser sagt:

        @ Marc Abmühl: Altersvorsorge ist nicht Sache einer Versicherung, welche erneut ein paar wenige finanzieren dürfen, bereits jetzt zahlt jede zweite Familie keine direkten Bundessteuern.

      • Marc Ambühl sagt:

        @isa meier: von wegen Neid auf Leute, die es zu etwas gebracht haben. Es sind ja gerade Leute, welche sich Wohneigentum nur leisten können, weil sie es von Mami und Papi finanziert bekommen. Die haben es nicht durch Leistung zu was gebracht, sondern durch den Zufall der Abstammung – wie damals der Adel.
        @Waser: Eine solidarische Altersvorsorge wäre sehr wohl eine Versicherung. Aber schon klar, dass die Vermögenden nichts von Solidarität halten

      • Tesa Sikora sagt:

        @ Marc Ambühl: Der Neidische wird ärmer, wenn
        er andere reicher werden sieht.

      • Claudia von Wauenwil sagt:

        Ambühl: Der pure Neid, in meinem Freundes und Bekanntenkreis kenne ich niemanden welcher von „Mami und Papi“ Wohneigentum finanziert bekommen hat. Im Gegenteil, die Kinder unterstützen ihre Eltern welche in sehr bescheidenen finanziellen Verhältnissen aufgewachsen sind.

      • Marc Ambühl sagt:

        @Tesa Sikora: Es gehört schon immer zu Rechtfertigung der Reichen was von Selbstverantwortung und Leistung zu schwafeln, um die Illusion zu bedienen „man habe sich seinen Reichtum selber erarbeitet“ – im wesentlichen hat man Glück (keine Schicksalsschläge wie z.B. eine Krankheit) und hat so die Möglichkeit was zu erreichen – hast du Pech, kannst du soviel leisten und strampeln wie du willst und es wird nichts. (Übrigens: Ich hatte Glück im Leben, bezahle ordentlich direkte Bundessteuer, bilde mir aber nichts darauf ein, wie andere hier)
        @Claudia von Wauenwil: keine Ahnung wo sie wohnen, aber hier in der Stadt können sich Familien nur dank Geld von ihren Eltern Eigentum leisten

      • Fritz Kunz sagt:

        Herr Ambühl: Ich kenne diese Pappenheimer, welche über das Establishment schimpfen, aber grosszügig selbst davon profitieren, sei dies in Form von Sozialhilfe oder einer IV-Rente. Ganz nach der Devise, nehmen ist seliger als geben.
        Von wegen Sie zahlen direkte Bundessteuer.

      • Marc Ambühl sagt:

        Herr Kunz: was sie nicht sagen…nun sie haben natürlich recht, diese Pappenheimer sollten auf knien dankbar sein für die milden Gaben, für die Brosamen, welche sie von so edlen Wohltätern wie ihnen erhalten. Schauen Sie gut hin Herr Kunz, die SVP bröckelt, der Wind dreht, bald kommt die Enteignung 🙂

      • Bekim Berisha sagt:

        Lieber Herr Ambühl: Falls die „Enteignung“ kommen sollte, wer bezahlt Ihnen dann künftig das süsse nichts tun in der sozialen Hängematte? 🤗

      • Arno Rich sagt:

        Ambühl: Es wird langsam peinlich, geniessen Sie doch weiterhin Ihr süßes nichts tun auf Kosten von uns reichen, aber lassen Sie das Gejammere.

      • Marc Ambühl sagt:

        …ach Leute – ich hab wohl mehr Kohle als ihr alle zusammen…allerdings ist euer gegeifere einfach unbezahlbar

      • Frank Schulze sagt:

        Ambühl: Einer meiner Patienten meint auch immer er sei Napoleon Bonaparte…
        Frank Schulze, Psychiatriepfleger

  • Josef Marti sagt:

    Da weiss man wofür man arbeitet und spart: Fürs Pflegheim.

  • Christoph Bögli sagt:

    Überraschend klare und deutliche Ansage. Die im Kern definitiv richtig ist: das eigene Geld ist primär dazu da, um es für sich zu nutzen. Und nicht, um es als Selbstzweck anzuhäufen. Aber diese schlichte Erkenntnis wird hier wohl für ziemliche Empörung sorgen bei all jenen, für die eine möglicht hohe Erbschaft geradezuz ein heiliges Recht ist..

  • Martin sagt:

    Herr Spieler, ihre Behauptung, dass man im Erwerbsleben ja Geld auf die hohe Kante legt – damit man später im Alter hoffentlich möglichst gut versorgt ist, ist ganz offensichtlich falsch. Den die, die nie etwas geleistet haben, sind im Alter genau so gut versorgt. Dies führt dazu, dass wir keine Leistung mehr erbringen werden, für was hart arbeiten oder eine Ausbildung machen? Ich kann jedem nur empfehlen alles sofort zu verprassen und möglichst wenig zu leisten. Frome Sprüche wie, aber das darf man doch nicht machen,nützen nichts. Der Mensch wird sich den Gegebenheiten anpassen, so war das schon Kommunismus, wo sich Leistung auch nicht gelohnt hat und der deshalb auch scheiterte und so wird auch die Schweiz untergehen.

    • Thomas Hartl sagt:

      Viel Geld ohne Leistung erhalten doch vor allem Erben. Wenn sie Leistung belohnen wollen, dann müssten sie Erwerbseinkommen gering versteuern und Erbschaften sehr hoch. In der Schweiz ist genau das Gegenteil der Fall.

      • Josef Marti sagt:

        Praktisch weltweit werden Erbschaften und leistungslose Besitzeinkünfte, sprich Zinsen, Mieten/Pachten, Dividenden geringer besteuert als Arbeitseinkommen. Arbeiten ist deshalb nur etwas für Sklaven und / oder Fanatiker.

      • Martin sagt:

        @Hartl, trotzdem können sie meine Argumente nicht widerlegen. Es nützt nichts, wenn sie den Menschen den Antrieb etwas zu Leisten wegnehmen, er wird dann nichts mehr Leisten, so ist es nun Mal. Da nützt ihr Neid wie immer nichts. Zudem sind Erbschaften schon mal versteuert worden.

      • Thomas Hartl sagt:

        @Martin: Menschen bringen zum Glück ihre Leistung nicht nur, damit sie nach ihrem Tod etwas an ihre Erben vermachen können. Wesentliche Motivatoren sind Anerkennung und die persönliche Befriedigung, manchmal auch Wettbewerb. Ein System, in dem Leistung aus den Menschen geprügelt wird, mit der Drohung sonst kein würdiges Leben im Alter führen zu können, halte ich für alles andere als erstrebenswert.

      • Martin sagt:

        @Hartl, sie reden sich da was ein. Ich schätze 90% bekommen für Arbeit kein andere Anerkennung als Lohn und noch weniger finden bei der Arbeit persönliche Befriedigung. Für die meisten ist Arbeit einfach nur anstrengend und zeitraubend. Es geht nicht nur ums das Erbe, wenn man mit harter Arbeit und Leistung nichts erreicht wird halt nichts mehr geleistet und das ist völlig normal. Es ist sehr gefährlich, wenn man solch Erkenntnisse einfach ignoriert.

    • Peter Koller sagt:

      Besser kann man es nicht sagen. Alles verprassen und auf Pump leben, dass sind die Gewinner. Und die geplanten EL Reformen wollen dies nur noch schlimmer machen. Wenn Sie zb mit 60 eine Weltreise machen, die 20’000 kostet und sich ihr vermögen deshalb stark verkleinert, dann bekommen Sie weniger EL, wenn sie diese dann mit 80 brauchen.
      Als am besten das Vermögen vor 55 in 1000er Noten beziehen und vom Staat verstecken.

      Die Lösung des Problems „EL-Kosten“ ist senken des Standards. Wieso jeder ein Einzelzimmer mit Luxusküche braucht, ist nicht klar. Wer das will, muss halt sparen. Für die anderen gibts dann halt dne Massenschlag mit Wasser und brot, überspitzt gesagt.

      • Urs Schumacher sagt:

        Diese Ungerechtigkeit, egal wie man es sieht, wird sich mit dem Ende der Gelddruckerei lösen – das Problem aber nicht.

  • nico sagt:

    ach so nach uns die sintflut, ist ja toll! mit dieser arschlochmentalität sind wir heute wo wir sind, mit einer welt und deren klima den bachrunter geht, dank solchen vollidioten mit solch tollen ratschlägen. wie wärs wenn sie sich aufhängten um nicht noch mehr das klima zu belasten mit ihrer person und vorallem scheissratschlägen!

    • Andy sagt:

      Gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Das Klima zu schützen.

    • sepp z. sagt:

      Nico, die Richtung ist von links bis rechts so aufskizziert: Der Krieg der Anspruchsgruppen läuft längst, die Zukunft wird weniger solidarisch sein.
      Junge gegen Alte (wird bei der Klimadebatte schön aufgezeigt), Reiche gegen Arme (eine Ökosteuer hat die Gelbwesten mobilisiert), Frauen gegen Männer (die Männer sollen bezahlen, Wehrpflichtsteuer, 2/3 der AHV, Kinderalimente, aber schön die Klappe halten wenns ums gleiche Rentenalter geht), Hetero gegen Homos und die anderen 200 Geschlechter, Nichtweisse gegen Weisse (die Hetze gegen ‚alte weisse Männer‘ von links und Ausländer von rechts) etc.
      Ja, die Zukunft ist unsolidarischer. Aber eben: So gewollt. Besser man spricht Klartext als den Bürgern was vorzumachen.

  • Matthias Fehr sagt:

    Sehr geehrter Herr Bögli, danke für Ihre sachliche Argumentation, die ich 100 % teile. LG

  • Hans J. Rohrer sagt:

    Eltern, die dafür sorgen, dass ihre Kinder eine ihren Fähigkeiten entsprechende optimale Ausbildung erhalten, haben das geleistet, was von ihnen zu erwarten ist. Kommt später einmal eine Erbschaft hinzu, mag dies erfreulich sein, einen moralischen Anspruch darauf haben die Nachkommen nicht. Vielmehr sollten sie ihre Eltern zu einem in jeder Beziehung erfreulichen und komfortablem Leben ermuntern, ohne ständig auf deren ein allfälliges Erbe schmälernden Ausgaben zu schielen.

  • Thomas Hartl sagt:

    Einer der besten Ratschläge, den ich von Herrn Spieler je gelesen habe. Erbschaften hatten noch einen Sinn, als Menschen früh starben und damit ihren jungen Nachkommen ermöglichten eine Familie zu gründen und ins Geschäft zu investieren. Heute gehen die Erbschaften von 80 bis 100 Jährigen an «Kinder» die auch schon 60 bis 70 jährig sind. Damit konzentrieren wir die Vermögen bei Rentnern und dort erst noch extrem ungleich verteilt. Empörend finde ich die Kommentare hier, die allen jenen die keine Vermögen ersparen haben unterstellen, das Geld verschleudert zu haben. Ohne die Lebensgeschichte der Menschen zu kennen, sind solche Vorwürfe absurd. Hinzu kommt, dass eine funktionierende Wirtschaft voraussetzt, dass die Menschen Geld ausgeben.

  • Linus Beyeler sagt:

    Für das Alter zu sparen ist sinnvoll. Die meisten landen nämlich nicht mit 65 im Altersheim und können sich so noch jahrelang etwas Schönes leisten.
    Ist dann der Gang ins Altersheim/Pflegeheim unumgänglich, dann sollte die bezogene Leistung auch bezahlt werden. Ich gehe davon aus, dass meine Kinder allein zurechtkommen.

    Wenn man so denkt wie viele hier, dann würde man logischerweise gar nie arbeiten und sich von der Sozialhilfe bedienen. Das funktioniert auch, aber mit vielen Einschränkungen. Genau wie im Alter.

    Aber ja, es ist unschön, wenn das System ausgenutzt wird. Sei es durch das stetige Verprassen des Geldes oder durch vorzeitige (steuerbefreite) Erbschaften. Im Wissen darum, dass die Gesellschaft so oder so einspringen wird.

  • Olivier Fuchs sagt:

    Was ist denn das wieder für ein merkwürdiger Trieb, den eigenen ‚Jungen‘ ALLES hinterlassen zu wollen, und der Allgemeinheit nichts? War vielleicht sinnvoll als es noch keine moderne Wirtschaft gab,keinen Sozialstaat. Man kann vieles vernünftig gestalten: Sparen, investieren, vererben, aber auch geniessen.

  • vladimir petrosian sagt:

    Also sparen um das Altersheim bezahlen zu können. Das ist doch ein Witz. Eigentlich sollten die normalen Einkünfte mit denen man im Alter leben darf oder muss (AHV und BVG) auch für einen Heimplatz reichen. Wer wenig bekommt soll natürlich unterstützt werden.
    Ich habe aber den Eindruck das neben der schon unsäglichen Gesundheitsindustrie (siehe KK Prämien) auch eine Altersindustrie entstanden ist, deren einziges Ziel ist Ältere möglichst zu schröpfen und abzukassieren. Profitmaximierung auf Kosten Gebrechlicher.
    Kein Wunder dass sich Renter beginnen nach Thailand oder sonstwo abzusetzen wo sie besser, gepflegter und günstiger Leben können.

  • M. Vetterli sagt:

    “Jede weitere Generation ist für sich selbst verantwortlich und sollte nie darauf hoffen, überhaupt etwas zu erben.”

    Schön gesagt… durch die demografischen Veränderungung muss diese Aussage allerdings neu/anders präsentiert werden.

    Leider wird sehr bald netto deutlich weniger Vermögen von den Alten zu den Jungen vererbt. Wir sind nun an einem Punkt angelangt, wo die Alten den Jungen stark ansteigende Verpflichtungen/Schulden übertragen. Denken wir an die AHV, die Gesundheitskosten, kommende Pflegekosten, aber auch Teile der Staatsschulden.
    Die nun “abtretende Generation” hat die eigene Verantwortung nicht wahrgenommen. Die Beiträge/Einnahmen/Leistungshöhen/Versichertenstrukturen zu versch. Leistungszahlern wurden nicht generationengerecht/nachhaltig erhoben/zugeteilt und abgegrenzt.

  • Jake Peralta sagt:

    Ich sehe das anders als Martin Spieler. Wer sein Vermögen in das Pflegeheim investiert, „nutzt“ es nicht, sondern verbrennt es schlichtweg. Bestraft werden all jene, die sorgfältig mit ihren Mitteln umgegangen sind. Und wenn diese Mittel vollständig karbonisiert sind, muss eh der Staat einspringen. Sinnvoll wäre es, das Grundproblem anzugehen, d. h. endlich die überfällige Pflegeversicherung zu schaffen.

    • M. Vetterli sagt:

      Pflegeversicherung ist sehr teuer. Die zu erwartenden Kosten diesbezüglich wurden lange unterschätzt. GE hat für diese Versicherungssparte per Ende 2017 USD 6,2 Mrd. zus. Rückstellungen bilden müssen.
      In der CH werden die Pflegekosten wohl vor allem mittels Vermögensverzehr und, wenn nicht ausreichend, anschliessend mittels EL finanziert werden (müssen).
      Die nun, durch starke Alterung der Gesellschaft hervorgerufene, weitere massive Zunahme der EL, wird die (jungen) Steuerpflichtigen (trotz akt. EL-Reform) enorm belasten. Die heutigen, immer zahlreicher werdenden Rentner, konnten die EL ihrer, im Verhältnis wenigen, Vorfahren mit Leichtigkeit schultern.

      Abschluss einer Pflegeversicherung könnte mit einem erleichterten Zugang zu EL u/o kräftigen steuerl. Entlastungen verbunden werden.

  • Bernhard PIller sagt:

    Die Besteuerung von Erbschaften ist ein zwei-schneidiges Schwert. Erbschaften können auch durch Schenkungen ersetzt werden. Und wenn Leute feststellen müssen, dass sie ihr Vermögen (z.B. eine Firma) nicht an die Nachfahren weitergeben können, dann werden sie sich mit 50 zur Ruhe setzen und das Vermögen einfach aufzehren. Dasselbe bei hohen Pflegekosten, die ein kleines Vermögen aufzehren. Ein solches Verhalten hätte fatale Folgen für die Wirtschaft, weil der Konsum dieser Leute einbrechen würde und weil diese Leute auch wirtschaftlich nicht mehr produktiv wären.

  • Fritz Kammer sagt:

    Bin jetzt 50 und werde mein gesamtes Kapital aus der Pensionskasse beziehen, dann geht es ab ins Ausland um die wärme um das Leben zu geniessen, sollte ich dann widererwarten ausgbebrannt oder krank sein, werde ich in die Schweiz zurückkehren und sämtliche Annehmlichkeiten des Sozialstaates wie Hundertausende auch geniessen.

    • Claudio Isaak sagt:

      @ Fritz Kammer: Genau, wieso sich für andere abackern, welche selbst nichts dazu beitragen.
      Meine Freundin und ich arbeiten im Pflegebereich.
      Unsere Arbsitspensen haben wir nun auf 60% reduziert und geniessen wie viele auch Krankenkassenverbilligungen und Steuern zahlen wir auch praktisch keine, unser System will es so.

    • Heinz Burkhardt sagt:

      Klar, eine Ich-AG gründen und dann, wenn es schlecht geht, profitieren. Sie haben einfach nicht begriffen, dass eine Gesellschaft nur mit Solidarität funktioniert, ansonsten geht sie vor die Hunde. Und wir sind auf dem Weg dazu.

      • Max Curiger sagt:

        @ Heinz Burkhardt: Bei mir ist fertig mit Solidarität, ein paar wenig finanzieren den äusserst grosszügigen Sozialstaat. Viele profitieren ohne je etwas beigetragen zu haben. Nicht mit mir!

      • Mira Hug sagt:

        Burkhardt: Sie haben wohl nicht begriffen, dass es mit der Solidarität vorbei ist, einige wenige finanzieren unseren Sozialstaat, bald sind die Sozialkassen leer.

      • Heinz Burkhardt sagt:

        Curiger, Hug: Dann machen wir es doch so: Alle bezahlen keinerlei Steuern mehr. Dafür bezahlt dann jeder selbst, was er konsumiert zu Vollkosten, ohne irgendwelche Subventionen. Strassengebühr für Fussgänger, ÖV, Auto, nach Tarif pro Km. Schulgeld, Spitalkosten, Kultur, Verwaltung, AHV, Pension usw.
        Und wer es halt nicht bezahlen kann, ist selber schuld und landet im Strassengraben.

      • Heinz Burkhardt sagt:

        Noch anzufügen wäre, dass ich stets meine Steuern bezahlt habe und bisher der Allgemeinheit keine Kosten, sei es Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe, verursacht habe und es aus heutiger Sicht auch nicht nötig sein wird.
        Also profitieren Leute wie Sie von mir.

  • Roland Frei sagt:

    Wie immer wenn ich Kommentare zu diesem Thema lese, frage ich mich, wieso einzelne Haus- oder Wohnungseigentümer der Überzeugung sind, dass Besitz fürs ganze Leben unantastbar sein sollte. Wieso hier Mieter oder Nichtvermögende als faule Säcke und Profiteure tituliert werden? Und zuletzt geht auch das noch vergessen: sobald ihr das gesetzlich festgelegte Vermögen erreicht habt, werdet ihr vom Staat wie alle anderen getragen, steht ihr nicht schlechter da.

  • Maruro Kilian sagt:

    @ Frei: Ich frage mich auch, wieso die Mehrheit der Habe-und Taugenichtse über die vermögenden herziehen, welche ihnen überhaupt das süsse nichts tun in der sozialen Hängematte ermöglichen.

  • W. E sagt:

    dieses Thema wurde von mir an Herr Spieler gerichtet.
    NICHT berücksichtigt ist die Tatsache, ein Altersheim Platz kostet mindestens Fr 120 000 pro Jahr. Da lagt eine EG Wohnung nicht lange um die Kosten zu tragen!
    Das beste kommt noch:
    Wenn das Geld alle ist, zieht die Stadt Kloten die Wohnung ein.

    • Fritz Meier sagt:

      @ W.E.: Genau darum haben wir bereits mit 65 unser Haus und die Ferienwohnung an unseren Sohn überschrieben, dazu erhält er jährlich auch noch eine steuerfreie Schenkung von 10000.- Franken.

  • Benjamin sagt:

    Von Geld für sich nutzen kann bei der finanzierung Profitorientierter Altenpflege und Altersheimen keine Rede sein. Wie bei allen PPP, dazu gehöhren auch öffentliche Einrichtungen oder Privatisierte Senioren Residenzen steht der Profit zu oberst und da geht es schlicht darum die Vermögen der Alten weit vor den Erben abzugreifen. Ein Mega Milliarden Markt für die kommenden 30 Jahre. Dies geschieht in dem die öffentlichen Einrichtungen immer weniger bis keine Steuergelder mehr verbrauchen dürfen und sogenannte Verursachergerechte Marktpreise verrechnen und sich die Preise derselben den Wunschvorstellungen privater profitorientierter Anbieter Angleichen.

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