Wie turbulent wird das Börsenjahr 2019?

Wohin führt der Weg? Die Unsicherheiten rund um den Brexit werden auch in diesem Jahr für Turbulenzen an den Börsen sorgen. Foto: iStock

Vor 15 Jahren investierten wir als Ehepaar bei der AKB einen grösseren Betrag in den AKB-Portfolio-Fonds «ausgewogen». Die Gewinn-Aussichten für die Aktien werden ja mehrheitlich negativ beurteilt. Wäre es nicht besser, den Fonds jetzt abzustossen, um nicht noch ein weiteres Jahr mit einem Verlust wie in den Jahren 2008 und 2018 rechnen zu müssen? I.M.

Der von Ihnen gehaltene AKB-Portfoliofonds «ausgewogen» investiert das Kapital breit diversifiziert in Aktien, Obligationen, Immobilien in der Schweiz und weitere Anlageklassen. Knapp ein Drittel des Geldes fliesst in Anleihen und rund 45 Prozent in Aktien. Über die Hälfte des Kapitals ist in Anlagen in Schweizer Franken parkiert, rund 16 Prozent in Dollar und knapp 9 Prozent in Euro-Anlagen sowie 6 Prozent in Anlagen im Britischen Pfund.

Das vergangene Anlagejahr war für Ihren Fonds, aber auch generell für die meisten Anleger, ein miserables Jahr. Normalerweise sorgt eine gute Diversifikation auf verschiedene Anlageklassen dafür, dass mögliche Verluste abgefedert werden. 2018 hatten wir die seltene Konstellation, dass praktisch alle relevanten Anlageklassen wie Aktien, Obligationen, Immobilien und Rohstoffe eine Negativperformance aufwiesen. Selbst vermeintlich sichere Anleihen gerieten phasenweise stark unter Druck.

Grund dafür waren u.a. die steigenden Zinsen in den USA, die Unsicherheiten rund um den Brexit, den Austritt von Grossbritannien aus der EU und die Schuldenberge in Italien. Bei den Aktien kam es in den letzten Monaten des Jahres zu einem eigentlichen Ausverkauf. Mitverantwortlich dafür waren der Handelsstreit zwischen den USA und China und die Befürchtung der Investoren, dass sich die Weltkonjunktur abschwächt. Zusätzlich belasteten Ihren Fonds auch Währungsturbulenzen.

Alle diese Faktoren führten dazu, dass Sie mit Ihrem an sich breit diversifizierten und gut geführten Fonds auf Buchverlusten sassen. Inzwischen haben sich einzelne Anklageklassen wieder erholt. Insbesondere bei den Schweizer Aktien kam es im Januar zu einer bemerkenswerten Erholung.

Da Sie mir schreiben, dass Sie das Geld nicht brauchen, würde ich Ihnen im jetzigen Zeitpunkt von einem Verkauf abraten. Dann würden Sie einfach Ihre Verluste realisieren. Allerdings kann Ihnen niemand garantieren, dass es nicht wieder zu Buchverlusten bei Ihrem Fonds kommt. In der Mehrheit der letzten 15 Jahre, seit Sie den Fonds halten, sind Sie aber nicht schlecht gefahren. Der höhere Aktienanteil von rund 45 Prozent hat zu einer deutlich besseren Rendite beigetragen, als wenn Sie das Geld einfach auf dem Konto liegengelassen hätten.

Auch künftig bietet der Fonds intakte Renditechancen. Der Preis dafür ist aber, dass Sie auch künftig mit stärkeren Kursschwankungen rechnen müssen, da es an den Finanzmärkten zahlreiche Unsicherheitsfaktoren gibt. Wenn Sie mit den Kursschwankungen Mühe haben, würde ich mir überlegen, ob Sie nach einer Erholung einen Fonds mit einem etwas kleineren Aktienanteil wählen möchten.

Ganz auf Aktien verzichten würde ich indes nicht, da nur mit sicheren Anleihen in Schweizer Franken nach Abzug der Gebühren derzeit wegen der weiter sehr tiefen Zinsen kaum noch eine anständige Rendite möglich ist.

Keine überzeugende Alternative ist es, die Fondsanteile zu verkaufen und das Geld einfach bei Ihrer Bank aufs Konto zu legen. Denn da bekommen Sie kaum Zins und verlieren unter Berücksichtigung der Teuerung und der Gebühren faktisch Geld.