Wie Sie bei Stellenverlust Ihr PK-Geld schützen

Wie weiter nach der Kündigung? Nach einer Entlassung und nach dem Ausscheiden aus der bisherigen Pensionskasse sollte man seine Versicherungssituation prüfen und sich selbst versichern. Foto: iStock

Ich bin bald 50, glücklich verheiratet und arbeite seit über 20 Jahren bei einer Grossbank. Leider muss ich annehmen, dass ich in der anrollenden Abbauphase ebenfalls betroffen sein könnte. Das Thema Pensionskasse beschäftigt mich besonders, sollte es zu einer Entlassung kommen. Falls ich ebenfalls Opfer des Abbaus würde, wie müsste ich dann mit meinem PK-Kapital umgehen? E.W.

Mir ist klar, dass es für Sie mit Alter 50 nicht einfach wäre, dass Sie im Bankenbereich wieder eine Stelle finden. Dennoch gibt es keinen Grund für Pessimismus: Der Schweizer Arbeitsmarkt entwickelt sich momentan erfreulich, die Arbeitslosenquote ist tief, und die Konjunkturperspektiven sind trotz zahlreicher Unsicherheitsfaktoren weiter positiv. Dazu kommt, dass die Banken erstmals seit langem nicht mehr nur Jobs streichen, sondern auch wieder neue Stellen schaffen.

Das gibt Ihnen natürlich keine Garantie, dass Sie bei einer Entlassung tatsächlich wieder eine gute Arbeitsstelle bekommen. Die Chancen sind aktuell aber besser als noch direkt nach der letzten Finanzkrise. Dennoch verstehe ich gut, dass Sie sich Gedanken machen – auch zu Ihrer Vorsorge.

Würde es zu einer Entlassung kommen und Sie hätten nicht gleich eine neue Stelle, müssten Sie das Geld von Ihrer Pensionskasse auf ein Freizügigkeitskonto bei einer Bank oder in eine Freizügigkeitsstiftung bei einer Versicherung transferieren lassen. Einige Pensionskassen bieten zwar die Möglichkeit, dass man auch nach einer Entlassung bei ihnen bleibt. In der Regel aber müssen Sie bei der Pensionskasse ausscheiden. Sie können frei wählen, welche Freizügigkeitsstiftung Sie dann nutzen. Das muss also nicht die Freizügigkeitsstiftung Ihrer bisherigen Arbeitgeberin sein.

Ich würde Ihnen sogar raten, das Kapital von Ihrer Pensionskasse auf zwei verschiedene Freizügigkeitsstiftungen zu überweisen. Das könnte Ihnen allenfalls später die Möglichkeit für einen gestaffelten Bezug geben. Zudem ist Ihr Geld so sicherer, da liquide Mittel auch auf dem Freizügigkeitskonto im Falle eines Bankkonkurses nur bis maximal 100’000 Franken pro Kunde konkursrechtlich privilegiert sind.

Wenn Sie aber wieder eine Stelle finden und in eine neue Pensionskasse eintreten, müssen Sie Ihr Freizügigkeitskapital auch in diese Kasse einbringen. Nach einer möglichen Entlassung und nach dem Ausscheiden aus der bisherigen Pensionskasse empfehle ich Ihnen, auch Ihre Versicherungssituation zu prüfen und sich selbst zu versichern. Denn in der Regel bleibt man nach dem Austritt beim alten Arbeitgeber bei der bisherigen Pensionskasse nur noch einen Monat lang beitragsfrei gegen Invalidität und Tod versichert. Man sollte sich also, wenn man keinen neuen Arbeitgeber hat, selbst gegen das Invaliditäts- und Todesfallrisiko absichern.

Bei einer Freizügigkeitspolice bei einer Versicherung wären Sie weiter versichert. Wenn Sie arbeitslos wären, könnten Sie Ihre Altersvorsorge auch freiwillig über die Auffangeinrichtung BVG weiterführen. Allerdings müssen Sie dann die vollen Beiträge selbst berappen – also auch die Beiträge, die bisher Ihr Arbeitgeber zahlt, was teuer wird und viele überfordert.

Falls Sie das Kapital bei einer Freizügigkeitsstiftung einer Bank parkieren und es während mehrerer Jahre dort bleibt, würde ich in Erwägung ziehen, ob Sie das Geld nicht in spezielle Vorsorgefonds investieren wollen. Damit haben Sie die Chance, eine höhere Rendite zu erreichen als auf dem Freizügigkeitskonto, wo nur mickrige Zinsen bezahlt werden, tragen dafür aber das Anlagerisiko.