Markt für Naturkatastrophen bremst Swiss Re

Swiss Re in Zürich: Es sind zu viele Anbieter auf dem Markt. Foto: Christian Beutler/Keystone

Der Rückversicherer Swiss Re ist eigentlich in einer gemütlichen ­Situation. Der Konzern ist mit rund 30 Milliarden Dollar Eigenkapital gut gepolstert und hält eine weltweit führende Marktstellung. Doch der Markt für Naturkata­strophendeckung ist in einem schlechten Zustand. Die Preise für neue Kontrakte seien zu Jahres­beginn im Schnitt 1,2 Prozent gefallen, berichtet der Versicherungsbroker JLT. Es sind zu viele Anbieter auf dem Markt. Das vermiest auch die Ergebnisperspek­tive von Swiss Re. Der Schweizer Konzern stemmt sich dagegen und forciert den Geschäftsbereich Lebensversicherung. Die Diversifikation hat bislang günstige Effekte gehabt. Doch die Probleme des Bereichs Katastrophenrückver­sicherung halten vermutlich viele Anleger auf Distanz. Die hohe Ausschüttung von Swiss Re, die dank der reichlichen Kapitalausstattung auch diesen Frühling ­geleistet werden wird, bleibt ein vorteilhaftes Attribut (Rendite von 5,8 Prozent). Für den Erhalt der Dividende muss man die Aktien jedoch erst im April im Portefeuille haben. Meiden

Gewinnausschüttung ist gesichert

Galenica hatte für seine Aktio­näre kein Weihnachtsgeschenk. Kurz vor den Festtagen reduzierte der grösste Betreiber und Zulieferer von Apotheken zum zweiten Mal die Umsatzerwartung. Allzu schlimm war das nicht, denn am Ziel, den Betriebsgewinn auf vergleichbarer Basis mindestens um fünf Prozent zu steigern, hielt das Management fest. Zudem ist die Gewinnausschüttung gesichert oder könnte gar etwas höher ausfallen als im Vorjahr. Im zweiten Fall kämen private Aktionäre in den Genuss einer steuerbefreiten Dividendenrendite von vier Prozent. Das ist für konservative Anleger in Zeiten niedriger Zinsen ein Kaufargument. Ein Highflyer an der Börse werden die Galenica-Aktien freilich nicht. Es fehlt an Umsatzdynamik. Grössere Übernahmen und eine nennenswerte Präsenz im Ausland sind kein Thema. Gewiss ist hingegen, dass der Preis- und Margendruck im Gesundheitswesen anhalten wird. Galenica versucht, Dienstleistungen rund um die Medikamenten­versorgung auszubauen. Doch das braucht Zeit. Abwarten

Lukratives Plätzchen gefunden

Bankaktien sind so eine Sache: Geprägt wird ihr Image von den Grossbankentiteln – und diese gehörten im letzten Jahr mal wieder zu den schwächsten Aktien überhaupt. Wachstumssorgen und das Tiefzinsumfeld lassen die Margen der Universalbanken erodieren. Doch es gibt auch Institute, die in der Nische ein lukratives Plätzchen gefunden haben: beispielsweise die Cembra Money Bank. Zwar wächst auch das Konsumkredit­institut kaum aus eigener Kraft. Mit einer Rendite auf dem Eigenkapital von konstant mehr als 17 Prozent schafft es dennoch stetig Aktionärswert. Und Cembra hat aus der Wachstumsschwäche der Branche gar eine Tugend gemacht: Der Gewinn wird mehrheitlich an die Aktionäre ausgeschüttet – Jahr für Jahr etwas mehr. Trotz Kursgewinnen von einem Drittel seit dem Börsengang 2013 bieten die Cembra-Aktien damit fortlaufend eine attraktive Dividendenrendite von rund 5 Prozent. Dank der Verlässlichkeit, mit der Cembra bislang liefert, ist diese Bankaktie auch Anlegern zu empfehlen, die andere Titel des Finanzsektors meiden – oft aus gutem Grund. Kaufen

Die Börse ziert sich

Investoren- und Analystenschreck Elon Musk hat Mitte der Woche die heiss erwarteten Stückzahlen zu den Tesla-Autos im vierten Quartal vorgelegt. Rund 90 700 Fahrzeuge wurden ausgeliefert, davon 63 150 Stück des Hoffnungsträgers Model 3. Das sind Rekordzahlen; im Jahresvergleich hat sich der Elektroautobauer um mehr als das Dreifache gesteigert. Der Börse hat das aber wie so oft nicht gereicht, die Aktien gaben fast 10 Prozent auf 304 Dollar nach. Man hatte mit 64 900 ausgelieferten Fahrzeugen des Model 3 gerechnet. Musk will mit dem Model 3 endlich auch im Massenmarkt eine Rolle spielen. Immerhin: Die Produktion scheint nach hart­näckigen Startschwierigkeiten endlich zu laufen. Weil in den USA die staatlichen Förderprämien für E-Autos gekürzt worden sind, muss Tesla aber dort die Preise ­senken, und zwar um rund 2000 Dollar pro Fahrzeug. Das tut weh. Insgesamt lieferte Tesla 2018 gut 245 000 Autos aus, darunter mehr als 145 000 Model 3. Auch nach dem kleinen Kursrutsch hat Tesla einen Börsenwert von 51,6 Milliarden Dollar. Bei aller Fantasie für E-Mobilität: Das ist mir einfach zu viel. Ich würde die Finger von den Aktien lassen. Meiden

Weniger Skieintritte

Der Besucheransturm auf das Jungfraujoch reisst nicht ab. Zum dritten Mal in ihrer Geschichte verzeichneten die Jungfraubahnen 2018 mehr als eine Million Besucher auf dem «Top of Europe». Auch die anderen Bahnen wurden vergangenes Jahr rege genutzt. ­Viele Gäste strömten während der Hitzewelle im Juli und August wohl für etwas Abkühlung in die Berge. Dagegen vermiesten die hohen Temperaturen und der ge­ringe Schneefall den Auftakt zur Wintersaison 2018/19. Es wurden weniger Skieintritte verkauft als noch im Vorjahr. Um das Wachstum fortzusetzen, muss die Bergbahnbetreiberin das Geschäft im Sommer und in der Übergangssaison weiter stärken. Ende des kommenden Jahres soll das Ausbauprojekt V-Bahn eröffnet werden. Dank der neuen Verbindungen von Grindelwald zum Eigergletscher einerseits und zum Männlichen andererseits sollen die Reisezeit auf das Jungfraujoch markant verkürzt und die Qualität verbessert werden. Die Expansionspläne dürften aber bereits in den Aktien eingepreist sein. Abwarten

 

2 Kommentare zu «Markt für Naturkatastrophen bremst Swiss Re»

  • Anton Paschke sagt:

    Der Kommentar betreffend SwissRe gefält mir nicht. Ich finde eine Versicherungsgesellschaft eine sehr nützliche Erfindung – sie hilft dem Geschädigten die finanziellen Folgen eines Unglücks zu überwinden. Das ist bei Naturkatastrophen ganz klar der Fall. Wer meint, 5.9% Dividende seien wesentlich wichtiger als 5.8% der investiere sein Geld bei einer Firma, die Berufshaftpflicht amerikanischer Anwälte versichert.

  • Anh Toàn sagt:

    „Für den Erhalt der Dividende muss man die Aktien [swiss re] jedoch erst im April im Portefeuille haben.“

    Wow, so clever!

    Und wann verkauft man die Aktie? Nach der Ausschüttung? Dann, wenn sie niemand haben will? Wenn die nächste Ausschüttung erst in zwölf Monaten ansteht, werden die Probleme bei der Katastrophenrückversicherung umso mehr im Vordergrund stehen.

    Um die Dynamiken, die um die Ausschüttungstermine renditestarker Aktien entstehen, zu spielen, empfiehlt sich allenfalls komplexe Charttechnik: Daran arbeiten unzählige Profis. Zu raten, renditestarke Aktien auf den Dividendentermin kaufen um die Dividende zu kassieren, ist das Publikum für dumm verkaufen.

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