Bei Online-Zahlungen gibt es keine absolute Sicherheit

Schlaue Hacker: Angesichts der Tatsache, dass Kriminelle in der Lage sind, in selbst hoch sichere Computernetze einzudringen, sollte man Onlinezahlungen nicht blind vertrauen. Foto: iStock

Wenn ich eine Zahlung im Internet mache, wird manchmal der Card Validation Code verlangt. Kann ich diesen problemlos preisgeben? H. M.

Der Card Validation Code (CVC) oder der identische Card Verification Value (CVV) hat das Ziel, die Sicherheit bei Einkäufen und generell bei Transaktionen im Internet zu erhöhen. Wenn Sie im Internet etwas bestellen oder eine Buchung tätigen, müssen Sie in den meisten Fällen zwingend zusätzlich zu Kreditkartennummer und dem Ablaufdatum auch den CVC eingeben, der sich rund um das Unterschriftsfeld auf der Rückseite Ihrer Kreditkarte befindet.

Die Abfrage dieses Codes soll die Risiken der Vertragspartner senken. Unternehmen können sich eher schützen, nicht Opfer von Kreditkartenbetrügern zu werden, da die Gefahr eines Missbrauchs bei Onlinebestellungen grösser ist als bei einem Einkauf vor Ort, zumal es immer wieder vorkommt, dass sich Betrüger fremde Kreditkartennummern beschaffen und diese missbräuchlich für Zahlungen im Netz nutzen. Ganz ausgeschlossen werden können Betrügereien mit Kreditkarten auch durch den Einsatz des CVC nicht.

Auf diesen Schwachpunkt zielt letztlich Ihre Frage: Angesichts der Tatsache, dass Hacker heute in der Lage sind, in selbst vermeintlich hoch sichere Institutionen und ihre Computernetze einzudringen, sollte man nicht naiv sein und glauben, dass der CVC nicht von Betrügern beschafft werden kann. Der Sicherheitscode ist aber eine zusätzliche Hürde für Betrüger. Die Missbrauchsrisiken werden gesenkt, können aber nie ganz ausgeräumt werden.

Damit stellt sich für Sie als Karteninhaber die Frage, inwiefern Sie selbst ein Haftungsrisiko tragen. In der Praxis ist dieses gering. Vorausgesetzt, dass Sie alle notwendigen Vorsichtsmassnahmen bei der Nutzung Ihrer Karte erfüllt haben, müssen Sie den Schaden bei einem Kartenmissbrauch in der Regel nicht selbst tragen und können den CVC-Code eigentlich problemlos nutzen.

Entscheidend ist, dass Sie nicht gegen Sorgfaltspflichten verstossen: Wenn jemand etwa mit seinem CVC fahrlässig umgeht und diesen sowie die Geheimnummer nicht schützt, muss man damit rechnen, dass die Kreditkartenherausgeberin eine Schadendeckung ablehnt. Falls aber die Sorgfaltspflichten eingehalten sind, zeigen sich die Kartenfirmen kulant und übernehmen den Schaden ganz oder verlangen lediglich die Zahlung eines Selbstbehaltes im Umfang von rund 100 Franken.

Zusätzlich schützen können Sie sich bei Einkäufen im Internet über weitere Sicherheitscodes. Bei Mastercard zum Beispiel ist dies über den sogenannten SecureCode möglich. Damit kann man sich bei der Begleichung von Einkäufen im Netz als rechtmässiger Karteninhaber ausweisen, so wie Sie es von der PIN-Eingabe am Bankomaten kennen. Damit sind Kartenbetrüger mit einer weiteren Hürde konfrontiert.

Trotzdem gibt es die volle Sicherheit bei Onlinetransaktionen meines Erachtens nicht. Internetbetrüger sind schlau und finden immer neue Möglichkeiten, um an Codes heranzukommen und Karten zu missbrauchen. Darum rate ich, Kreditkartenabrechnungen immer genau zu prüfen und allfällige unbekannte Buchungen umgehend bei der Kartenherausgeberin zu beanstanden.