Unterschätzen Sie das Todesfallrisiko nicht!

Schützen Sie Ihre Angehörigen vor einem bösen Erwachen: Reine Todesfallrisikoversicherungen für sich und Ihre Familie sind nicht teuer. Es lohnt sich vor allem bei hohen Hypotheken. Foto: Getty Images

Wir haben rund 350’000 Franken geerbt, unser Verdienst als fünfköpfige Familie reicht gut zum Leben in unserem eigenen Haus. Unser Plan: Teil-Amortisation der Hypothek, Einkauf in die Pensionskasse und jährliche Einzahlungen der Maximalbeträge in das 3a-Konto mit 75% Aktienanteil passiv investiert in Swisscanto Vorsorge. Was halten Sie von diesem Vorgehen? M.W.

Da Sie auf Ihrem Haus eine recht hohe Hypothek haben, empfehle ich Ihnen, diese schrittweise zu amortisieren. Dazu bietet die Erbschaft eine gute Möglichkeit. Noch sind die Zinsen sehr tief. Doch dies wird nicht ewig so bleiben. Irgendwann werden auch bei uns die Hypozinsen anziehen. Das hätte zur Folge, dass Sie mittel- bis langfristig mit höheren Zinskosten konfrontiert wären.

Dazu kommt, dass auf der politischen Ebene eine Abschaffung des Eigenmietwerts wahrscheinlich wird. Eine Konsequenz davon wäre, dass dann auch die Zinskosten nicht mehr von den Steuern abgezogen werden könnten. Auch dies spricht für eine schrittweise Amortisation. Vor allem aber könnten Sie das Geld sicher in Ihrem Wohneigentum parkieren.

Sehr wichtig sind aus meiner Sicht aber auch Ihre Altersvorsorge und Ihr Risikoschutz. Vor diesem Hintergrund macht für mich eine freiwillige Einzahlung in Ihre Pensionskasse grundsätzlich Sinn – vorausgesetzt, dass Ihre Kasse finanziell gesund ist. Dank einer freiwilligen Einzahlung, die Sie in Ihrer Steuererklärung in Abzug bringen dürfen, können Sie einiges an Steuern einsparen.

Überlegen würde ich mir, ob Sie die Einzahlungen nicht über mehrere Jahre staffeln möchten. Falls Sie bei Ihrer Kasse genügend Möglichkeit für freiwillige Einzahlungen haben, würde ich während mehrerer Jahre hinweg solche leisten. Dann sparen Sie nicht nur in einem einzelnen Jahr, sondern während mehrerer Jahre Steuern. Welche konkreten Möglichkeiten Sie diesbezüglich haben, erfahren Sie direkt bei Ihrer Pensionskasse.

Positiv finde ich auch Ihre Idee, jeweils jährlich den Maximalbetrag in die steuerbegünstigte Säule 3a einzuzahlen und das so angesparte Kapital in kostengünstige passiv verwaltete Vorsorgefonds zu investieren. Auch damit erreichen Sie eine weitere Steuerersparnis.

Nicht erwähnt ist bei Ihrem Vorhaben der Risikoschutz. Als Familie sollten Sie aus meiner Sicht unbedingt das Todesfallrisiko absichern. Nach einem Todesfall kann es für Hinterbliebene schwierig werden, eine Liegenschaft mit einer höheren Hypothek finanziell zu tragen. Mit einer Todesfallrisikoversicherung können Sie sicherstellen, dass die Familie zusätzlich abgesichert ist.

Ich stelle immer wieder fest, dass das Todesfallrisiko von Familien mit Wohneigentum oft unterschätzt wird, was sich als fatal erweisen kann. Ich empfehle Ihnen, eine reine Todesfallrisikoversicherung für sich und Ihre Frau zu prüfen. Solche reinen Risikopolicen sind nicht teuer.

Wichtig ist auch, dass Sie nicht gleich das ganze Erbe für die Hausamortisation und die Altersvorsorge verwenden, sondern einen Teil des Geldes als liquide Mittel für Unvorhergesehenes zurücklegen. So bleiben Sie finanziell immer flexibel.

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