Wie wäre ich bei einem Bankkonkurs geschützt?

Auf der sicheren Seite dank Einlegerschutz: Wer jegliches Konkursrisiko eliminieren will, sollte niemals mehr als 100’000 Franken bei derselben Bank parkieren. Foto: Getty Images

Ich habe eine Frage zum Einlegerschutz. Wie ist es mit dem Einlegerschutz bei einem Konto auf zwei Namen und einem Betrag von 180’000 Franken. Sind nur 100’000 geschützt? Und wie ist es, wenn jeder ein Konto nur auf seinen Namen hat, aber an der gleichen Adresse wohnt? V.M.

Gemäss Ihrer Beschreibung gehe ich davon aus, dass Sie bei Ihrer Bank ein Gemeinschaftskonto, lautend auf zwei Namen, führen. Käme es zu einem Konkurs Ihrer Bank, würde das Guthaben auf dem Gemeinschaftskonto anteilig auf die beiden Inhaber des Gemeinschaftskontos aufgeteilt.

In Ihrem Fall hätte somit jeder einen Anteil von 90’000 Franken an dem Konto. Das Geld wäre in diesem Fall gesichert. Denn pro Kunde und Bank sind Einlagen bis maximal 100’000 Franken gesetzlich gesichert und konkursrechtlich privilegiert.

Oft hat man allerdings über das Gemeinschaftskonto hinaus bei einer Bank noch weitere Konten. Falls Sie als Einzelperson noch auf einem anderen Konto, das nur auf Ihren Namen lautet, liquide Mittel von zum Beispiel 30’000 Franken parkiert hätten, würden Ihre Einlagen den maximal geschützten Höchstbetrag von 100’000 Franken – also die 90’000 Franken vom Gemeinschaftskonto sowie die 30’000 Franken von Ihrem eigenen Konto bei der gleichen Bank – übertreffen. Sie müssten im schlimmsten Fall damit rechnen, dass die 20’000 Franken über dem Maximalbetrag, welche der 3. Konkursklasse zugeordnet würden, verloren wären und Sie den Betrag abschreiben müssten.

Anders als bei einem Gemeinschaftskonto mit zwei oder mehreren Namen ist der Sachverhalt bei einem Kollektivkonto, bei dem Sie nur gemeinsam, aber nicht als Einzelne über das Guthaben auf dem Konto verfügen dürfen. Laut der Einlagensicherung Esisuisse wäre dies eine sogenannte Gesamthandforderung, welche als eine von den einzelnen berechtigten Personen getrennte Gläubigerin behandelt wird: Das Gesetz sieht vor, dass bei einer Forderung, die mehreren Personen zusammen zusteht, nur einmal 100’000 Franken geltend gemacht werden können.

Immerhin werden allfällige weitere Einlagen eines an der Gesamthandforderung Berechtigten nicht angerechnet. Wichtig ist somit für Sie, dass Sie genau überprüfen, welche Art von Konto Sie nun besitzen: Ist es tatsächlich, wie von mir angenommen, ein Gemeinschaftskonto oder allenfalls doch ein Kollektivkonto, bei dem Sie nicht als Einzelne darüber verfügen dürfen?

Kein Problem ist es, wenn jeder auf seinen Namen ein Konto hat und an der gleichen Adresse wohnt. Die gleiche Adresse hat keinen Einfluss auf den Einlagenschutz. Auch da gilt: Geschützt sind maximal 100’000 Franken je Kunde und Bank.

Unabhängig von der Art des Kontos rate ich, generell nicht zu viel liquide Mittel auf einem Konto liegenzulassen. Konkret sollte man pro Bank gesamthaft möglichst nicht mehr als 100’000 Franken in Form von liquiden Mitteln parkieren. Erstens haben Sie für Beträge darüber ein Konkursrisiko zu tragen, und zweitens haben Sie auf dem Geld ohnehin keine Rendite, was schade ist.

Bei noch höheren Beträgen müssen Sie je nach Bank ab einer bestimmten Summe gar noch eine Guthabengebühr leisten. Würden Sie indes statt liquiden Mitteln Wertschriften wie Aktien, Fonds oder Anleihen halten, tragen Sie für diese kein Konkursrisiko, denn Wertschriften bleiben auch im Konkursfall im Besitz der Kunden.