Wie Sie Ihre Vorsorge mit der Säule 3b optimieren

Ebbe im Alter: Wenn jemand einen hohen Lebensstandard pflegt, besteht neben AHV, Pensionskasse und Säule 3a meist weiterer Vorsorgebedarf. Foto: Shutterstock

Ich mache mir Gedanken wegen meiner Vorsorge. Eine Säule 3a habe ich bereits und zahle den Maximalbetrag ein. Nun gibt es auch noch die Säule 3b. Welches sind da die Vor- und Nachteile, wenn ich diese ebenfalls für meine Vorsorge nutze? Z.S.

Der wichtigste Nachteil der Säule 3b im Vergleich zur Säule 3a liegt bei den Steuern: Ihre Einzahlungen in die Säule 3a dürfen Sie von den Steuern abziehen, jene in die Säule 3b aber nicht. Dafür bietet die Säule 3b deutlich mehr Freiheiten. Sie wird deshalb oft auch als ungebundene Selbstvorsorge und freie Säule 3b bezeichnet.

Sinn macht für mich die Säule 3b einerseits, um allfällige Vorsorgelücken zu kompensieren, und um Angehörige zusätzlich abzusichern. Inwiefern für Sie zusätzlich zur Säule 3a, welche Sie bereits voll ausschöpfen, auch eine Säule 3b Sinn macht, sollten Sie im Rahmen eines Vorsorgechecks prüfen lassen.

Dabei wird anhand Ihrer effektiven Daten abgeklärt, wie viel AHV-Rente und Pensionskassen-Rente Sie nach der Pensionierung voraussichtlich bekommen, wie hoch Ihre erwarteten Lebenshaltungskosten sein werden und ob zusätzlich zur AHV, Pensionskasse und Ihrer Säule 3a noch weiterer Vorsorgebedarf besteht.

In den meisten Fällen trifft das zu. Vor allem wenn jemand einen eher höheren Lebensstandard pflegt, reichen die AHV und die Pensionskasse kaum, um diesen weiterhin nach der Pensionierung zu finanzieren. Selbst mit der Säule 3a genügen die finanziellen Mittel oft nicht. Dann kommt bei der Vorsorgeplanung die freie Vorsorge der Säule 3b zum Zug.

Damit können Sie solche Lücken auffüllen und freiwillig zusätzliches Geld fürs Alter auf die Seite legen. Sie können regelmässig auf freiwilliger Basis einen Betrag in Ihre Säule 3b einzahlen oder gleich eine Einmaleinlage leisten und das Kapital mit einem langfristigen Horizont arbeiten lassen. Die meisten Versicherungen bieten entsprechende Fondslösungen an, welche auf Ihr Risikoprofil abgestimmt sind.

Weil man in der Säule 3b aufs Alter hin mit einem langfristigen Horizont spart, empfehle ich bei solchen Fondslösungen eher eine Variante mit einem möglichst hohen Aktienanteil zu nutzen. Das beinhaltet zwar höhere Risiken und Schwankungen, gleichzeitig aber auch wesentlich attraktivere Renditechancen.

Auch sollte man nach den verrechneten Gebühren bei solchen Lösungen fragen und Varianten mit geringen Gebühren vorziehen, da sonst die Rendite durch zu hohe Gebühren erheblich geschmälert wird.

Einfach Geld fürs Alter auf die Seite legen und dieses mittels Fonds, Aktien oder Anleihen investieren, können Sie natürlich auch unabhängig von der Säule 3b. Ein Pluspunkt der Säule 3b besteht aber über die reine Vorsorge hinaus darin, dass Sie Ihre Altersvorsorge mit einer Absicherung für den Fall einer Erwerbsunfähigkeit koppeln oder Ihre Angehörigen im Fall Ihres Todes finanziell schützen können.

Auch in dieser Hinsicht bietet die Säule 3b mehr Freiheiten – nämlich beim Vererben. Sie dürfen das in die Säule 3b einbezahlte Kapital frei wählbar vererben, wobei Pflichtteile nicht verletzt werden dürfen. Wenn Sie die Pflichtteile erfüllen, dürfen Sie bei der Säule 3b Erben ihrer Wahl bestimmen und damit Leute finanziell begünstigen, die Ihnen besonders am Herzen liegen.

24 Kommentare zu «Wie Sie Ihre Vorsorge mit der Säule 3b optimieren»

  • Rolf Bolliger sagt:

    Das bild sieht aus wie eine Vagina, bitte austauschen – es surfen auch Kinder hier und es ist unpassend.

  • Chris schega sagt:

    Bevor man die 3b Option ausübt, sollte man zuerst prüfen ob es Lücken in der 2 Säule gibt die man füllen könnte. Falls die PK gesund ist, dann wäre dies wahrscheinlich die bessere Wahl im jetzigen niedrigen Zinsumfeld, da diese Option sehr attraktive Steuervorteile hat.

    • urs brand sagt:

      Die mag stimmen, wenn sie verheiratet oder zumindest in einer langjährigen Beziehung leben. Ansonsten ist das PK Geld im Fall des vorzeigen Ablebens für immer flöten.

      • Paul Kellenberger sagt:

        Ausser man man zahlt bis spätestens 3 Jahre vor der Pensionierung in die 2.Säule ein und macht einen (teilweisen) Kapitalbezug. Dann hat sich das Geld – mindestens bei den Nichtrauchern – bei einem vorzeitigen Ableben nicht alles in Luft aufgelöst. 😉

  • Joe Amberg sagt:

    Was für ein Unfug… absolut jeder seröse Berater rät von Säule 3b – Kombiprodukt Geld + Versicherung – ab. Wesentlich besser: das Geld selber sparen, wie auch immer, und das konkrete Risiko spezifisch versichern. Wobei eine Risikolebensversicherung im höheren Alter – soweit überhaupt möglich – finanziell meistens auch reiner Unsinn ist, hohe Prämien und kleine Leistungen…

    • Werner Wenger sagt:

      Dieser Meinung bin ich auch. Arbeitsunfähigkeit bei K und U ist über den Arbeitgeber (in den allermeisten Anstellungsverhältnissen) genügend versichert. Das Geld in 3a stecken so hast du bei der Auszählung alles zurück.

      • Fritz Kunz sagt:

        @ Werner Wenger: Fast noch wichtiger ist eine Privatrechtsschutzversicherung, nach spätestens 3 Monaten schickt Sie nämlich die Taggeldversicherung des Arbeitgebers zum „unabhängigen“ Gutachter und schon sind sie wieder 100% gesund geschrieben.

      • Burim Berisha sagt:

        @ W.W.: Ich bin doch nicht blöd und zahle in die
        Säule 3a ein, somit würde ich die Krankenkassenverbilligungen von einigen tausend Franken pro Jahr verlieren.

  • Lisa sagt:

    Ein Reichenblog? Denn der Grossteil der Bürger kann sich kaum eine Säile 3a leisten, geschweige denn auf diese den Maximalbeitrag einzahlen.

    • Paul Kellenberger sagt:

      Lisa, ich kann ihre Meinung nicht teilen. Ob mehr oder weniger begütert soll man sich rechtzeitig mit einem Budget Klarheit über die finanziellen Mittel nach der Pension machen. Und dabei muss arm oder reich ohne Vermögensverzehr gewisse Abstriche bei den Ausgaben machen. Ein Beispiel für die Raucher unter ihnen. (Habe selber bis vor 2 Jahren 2 Päckli Zigaretten pro Tag geraucht). Um diesen Betrag wettzumachen, müsste man 118‘710.28 Franken in die 2. Säule einzahlen, damit man mit einem Umwandlungssatz von 5.35% sich diesen teuren Luxus nach dem Erwerbsleben noch leisten kann.

  • Stefan Meier sagt:

    Im Testament kann man immer den Begünstigten frei wählen, sofern man den Pflichtteil nicht verletzt. Das hat nichts mit der Säule 3b zu tun.

  • Samuel Kirsch sagt:

    hoppla, ich dachte immer Martin Spieler sei seriös.
    Säule 3b POlicen sind m.A. des Teufels da garnieren die Versicherungsfritzen überall ab, der arme Versicherungsnehmer wird richtig gehend gemolken. Kann froh sein, wenn er flach raus kommt. Ich habe es erlebt, dass häufig Berufsleute aus Finanz-fernen Bereichen (z.B. Metzger, Bäcker, Handwerker) von AWD-Fritzen zu 3b überredet werden – schlimm!

    Skin in the Game: Ich habe Säule 3a. Säule 4 sind eigene Wohnungen ohne Hypotheken. Säule 5 meine Privatsammlung. Säule 6 Erspartes. Säule 7 Aktien ETF (ausschliesslich). Säule 8 sehr hohe Sparquote, tiefer Lebensstandard.
    Fühle mich sehr wohl.

    Thats it. Sicher kein 3b-Schund, sorry.

    • Anh Toàn sagt:

      Den 2 Fränkler ins Sparschweinchen gehört genauso zur Säule 3b, wie was Sie Herr Kirsch als Säule 4 bis 8 bezeichnen.

      Säule 3b ist individuelle Selbstvorsorge, undefiniert, von den Raviolidosen im Keller bis zu einem landwirtschaftliches Grundstück in einem Schwellenland.

      • Anh Toàn sagt:

        Die Versicherungswirtschaft und die Banken suggerieren mit Produkten, die sie Säule 3b nennen, eine besondere Sicherheit, aber verkaufen dabei einzig eine Verpflichtung zu regelmässigen Einzahlungen (Fondssparvertrag, Lebensversicherung), also man soll freiwillig auf die freiwillige selbstdefinierte Gestaltung seiner Vorsorge verzichten. (Was bei Manchen durchaus nützlich ist, da sonst halt nichts gespart wird)

  • Wegner Rolf sagt:

    Dieser Artikel ist fachlich nicht besonders tiefgründig. Auch die Kommentare sind nicht besonders scharfsinnig.
    Was fehlt:
    Mit der Säule 3b (z. B. Fondspolicen) kann einkommenssteuerbefreiter Kapitalaufbau betrieben werden.
    Die Begünstigung mit einer Police hat nichts mit dem Erbrecht zu tun (Pflichtverletzung ist allerdings möglich). Policen profitieren allenfalls vom Erb- und vom Konkursprivileg.

  • Rolf Wegner sagt:

    Interessant, wie sachlich hier Argumente, Meinungen und Irrglauben aufgeführt werden.
    Die Kommentare zeigen vor allem eins:
    Die meisten Bürger haben keine Ahnung von Planung und systematischem Kapitalaufbau (fürs Alter oder was auch immer).
    Herr Spieler hat etwas mehr Ahnung, brilliert aber vor allem mit Halbwissen.

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