Wie gross sind die Risiken bei ETF’s?

Bedeutendster Aktienbesitzer der Welt: Der US-Vermögensverwalter Blackrock ist der weltweit grösste Anbieter von passiven Investmentfonds. Foto: Keystone

Ich besitze Anteile von diversen iShares ETF’s von der Firma Blackrock. Diese ETF’s enthalten zwar Wertpapiere, welche jeweils einen bestimmten Index abbilden. Ich frage ich mich aber, wie sicher meine Anlagen wären im Falle eines Konkurses von Blackrock. S.N.

Wenn Sie Exchange Traded Funds (ETF) halten, können Sie mit wenig Geld ganze Märkte abdecken und erreichen eine breite Diversifikation. Sie tragen aber mehrere Risiken.

Am Grössten stufe ich das Marktrisiko ein. Wenn der Index, an den Ihr ETF gekoppelt ist, taucht, tragen Sie den Buchverlust voll mit. Oft tragen Sie zusätzlich ein Währungsrisiko – etwa in US-Dollar oder Euro, was sich bei einer Frankenstärke negativ auswirken kann.

Vergleichsweise geringer ist das Gegenparteienrisiko. Je nach Art der von Ihnen gehaltenen ETFs ist das Gegenparteienrisiko unterschiedlich. Anders als bei strukturierten Produkten stufe ich das Gegenparteienrisiko im Fall eines Konkurses des Emittenten Ihres Produktes – im konkreten Fall also Blackrock – nicht als bedeutend ein.

Der US-Vermögensverwalter ist der weltweit grösste Anbieter von passiven Investmentfonds und weist verwaltete Vermögen von 6,3 Billionen US-Dollar aus. Dank seiner passiven Investmentfonds ist Blackrock zudem der wohl bedeutendste Aktienbesitzer der Welt.

Erstens ist Blackrock finanzkräftig und zweitens würden Ihre ETFs im Falle eines Zusammenbruchs des Emittenten nicht in die Konkursmasse fallen. Vielmehr würden diese Papiere als Sondervermögen eingestuft. Dieses bleibt auch bei einem Emittentenkonkurs im Besitz der Kunden.

Wahrscheinlich erinnern Sie sich mit mulmigen Gefühlen an den Zusammenbruch der US-Grossbank Lehman Brothers vor ziemlich genau zehn Jahren. Damals verloren auch viele Anleger hier in der Schweiz Geld mit strukturierten Produkten, welche damals von Lehman Brothers herausgeben wurden.

Im Gegensatz zu den ETFs sind strukturierte Produkte Schuldverschreibungen des Emittenten. Deshalb gehören die strukturierten Produkte anders als Ihre ETFs bei einem Zusammenbruch des Emittenten in die Konkursmasse.

Und doch tragen Sie auch bei ETFs ein kleines Gegenparteienrisiko. Dieses hängt von der Ausgestaltung der Produkte ab. Bei synthetischen ETF darf das Gegenparteirisiko laut den EU-Fondsrichtlinien Undertakings for Collective Investment in Transferable Securities Ucits nicht mehr als zehn Prozent des Sondervermögens betragen. Ein kleines Restrisiko bleibt.

Das Gleiche gilt bei physischen ETFs, die zur zusätzlichen Ertragsgenerierung Wertpapiere ausleihen. Falls die Gegenpartei die geliehenen Wertschriften trotz Sicherheiten nicht mehr zurückgeben kann, entsteht für den ETF ein Verlust. Alles in allem erachte ich die Gegenparteienrisiken bei ETFs aber als nicht gross.

Genau im Auge behalten sollten Sie indes das Marktrisiko. Diesem jedenfalls sind Sie schutzlos ausgesetzt. Dafür partizipieren Sie von der Entwicklung, wenn der mit dem Produkt verbundene Index, wie etwa aktuell die US-Techbörse Nasdaq, laufend neue Rekorde verzeichnet.

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