Wie Rentner einfacher zu Hypotheken kommen

Ohne Angst in die Pension: Nicht alle Banken sind bei der Vergabe von Hypotheken an Senioren gleich rigoros. Foto: iStock

Unsere Familie hat seit über 23 Jahren ein kleines Haus mit Hypothek. Das Problem: Ich werde nächstes Jahr pensioniert und habe nicht so eine grosse Rente. Jetzt hat meine Frau Angst, dass wir das Haus verkaufen müssen, weil wir die Hypothek nicht abzahlen können. Was sollen wir tun? F.R.

Tatsächlich kommt es bei einigen Instituten zu Problemen, wenn man eine Hypothek auf seinem Haus hat und die Einnahmen nach der Pensionierung deutlich sinken. Banken zweifeln an der Tragbarkeit des Hypothekarkredits. Das irritiert viele Rentnerinnen und Rentner, da sie die bisherigen Zinsen auch mit ihrer Rente, die naturgemäss deutlich geringer ist als das Einkommen während des Erwerbseinkommens, eigentlich problemlos zahlen können.

Im Gegensatz zu den Kunden rechnen die Banken bei der Festlegung der Tragbarkeit der Fremdfinanzierung nicht mit den aktuell nach wie vor rekordtiefen Zinsen, sondern mit deutlich höheren Ansätzen. Konkret wird in der Regel ein Zinssatz von 5 Prozent sowie 1 Prozent für Nebenkosten/Amortisation eingesetzt. Bei einer Hypothek von 450’000 Franken ergibt dies dann Kosten von jährlich 27’000 Franken und liegt damit ein Mehrfaches so hoch wie die realen Zinskosten, welche die meisten für eine solche Hypothek aktuell berappen müssen.

Nun kenne ich die Details Ihrer Hausfinanzierung nicht. Ich rate Ihnen aber, so bald wie möglich das Gespräch mit Ihrer Bank zu suchen. Nachdem es in der Öffentlichkeit Kritik an der meines Erachtens viel zu rigorosen Kreditpolitik vieler Banken gegenüber Rentnern gab, habe ich den Eindruck, dass bei einigen Instituten ein Umdenken stattgefunden hat.

So ist mir kürzlich aufgefallen, dass die Zürcher Kantonalbank, welche im Hypothekengeschäft Marktführerin ist und damit auch national zu den grössten Anbietern von Hausfinanzierungen gehört, in der Werbung im «Tages-Anzeiger» die Thematik aufgenommen hat und gezielt Rentner anspricht.

Unter dem Titel «Das Eigenheim im Ruhestand unbeschwert geniessen» weist die Bank darauf hin, dass Ängste, dass die Bank die Hypothek nach dem Ruhestand nicht mehr weiterführt, unbegründet seien. Hypotheken auf Eigenheimen von Pensionären seien problemlos.

Das ist erfreulich, denn ich habe in den letzten Jahren regelmässig Anfragen von Lesern erhalten, die darüber berichteten, dass ihnen ihre Hausbanken eine Kündigung der Hypothek in Aussicht gestellt haben oder von ihnen eine Teilamortisation verlangt hatten.

Aus meiner Sicht ist es sinnvoll, wenn Rentner ihre Hypothek weiterführen und möglichst lange in ihrem bisherigen Wohneigentum wohnen bleiben können. Für die Banken ist das sogar eine interessante Kundenschicht: Sie bezahlen jederzeit zuverlässig die Zinsen und würden wohl eher zuerst bei vielen anderen Dingen sparen, aber ganz sicher nicht bei den Zinskosten fürs Eigenheim.

Das eigene Haus oder die Eigentumswohnung sollte man auch als Teil der Vorsorge anschauen. Wenn jemand noch im Erwerbsleben seine Hypothek zum grossen Teil abbezahlt hat, kann es auch passend sein, wenn er nach der Pensionierung seine Hypothek wieder etwas aufstockt, weil Renovationen anstehen. Hier sollten die Banken nur schon im eigenen Interesse offene Türen für dieses Anliegen haben.

Ich rate Ihnen, unbedingt noch vor Ihrer Pensionierung mit Ihrer Bank das Gespräch zu suchen und eine Lösung anzustreben, wie Sie die Hypothek auch nach der Pensionierung weiterführen können. Wenn diese kein Gehör dafür hat, können Sie ja immer noch zu einem Institut wechseln, welches auch an der Vergabe von Hypotheken für Rentner interessiert ist.

6 Kommentare zu «Wie Rentner einfacher zu Hypotheken kommen»

  • Markus Beiner sagt:

    Zum Titel „Wie Rentner einfacher zu Hypotheken kommen“ gibt es keine Antwort, ausser dass die ZKB dein Freund und Helfer ist.
    Hopperla, ganz vergessen, Sie sagen noch, dass man sich frühzeitig um sein Geld kümmern muss.
    Entschuldigung Herr Spieler, aber viele Ihrer Beiträge sind ohne Ergebnis, nur schön Umschriebenes.

    • Thomas sagt:

      Herr Spieler liefert m. E. differnzierte Antworten und keine Kochbuchrezepte. Das versteht halt nicht jeder.

      • Markus Beiner sagt:

        … dann können Sie sicher sagen „Wie Rentner einfacher zu Hypotheken kommen“.
        Habe es nicht verstanden auuser was oben im Kommentar steht – Danke

    • Peter Rohner sagt:

      Ich kenne übrigens auch ein Beispiel, bei dem die Migros Bank und die PostFinance einem 85-jährigen Mann eine Hypothek gibt. Scheint inzwischen also mehrere Hypotheken-Anbieter für Rentner zu geben.

  • Peter Mühlibach sagt:

    Eigentlich müsste der Staat daran interessiert sein. Denn Wohnraum mieten ist teurer als das Eigenheim. Müssen Wohneigentümer nach Pensionierung verkaufen, ist die Gefahr grösser, dass sie dann EL vom Staat beanspruchen müssen, oder ins Ausland abwandern.

  • Eduard Grob sagt:

    Dazu habe ich einen komplexen fall eine unglaubliche geschichte und suche dringend einen kompetenten ansprechpartner ea grob

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