Anlageberatung: «Ich verstehe nur Bahnhof»

Zum Beispiel Weizen: Bei Rohstoffanlagen gilt es ein sehr breites Spektrum abzudecken, was ein solches Investment ebenfalls komplex macht. Foto: iStock

Meine Bankberaterin hat mir geraten, auch in alternative Anlagen zu investieren. Da verstehe ich Bahnhof. Ich will nicht zu viel Risiko mit meinem Sparbatzen eingehen. Soll man als Sparer in alternative Anlagen investieren? S.A.

In der Finanzwelt wird zwischen traditionellen und alternativen Anlagen unterschieden. Zu den traditionellen Anlagen gehören Aktien, Obligationen oder auch Anlagen am Geldmarkt.

Zu den alternativen Anlagen zählen hingegen komplexere Investments wie Hedgefonds, Rohstoff- und Private-Equity-Anlagen.

Diese Anlagen unterstehen oft einem anderen Zyklus als die traditionellen Anlagen, was für die Diversifikation eines Depots ein Vorteil ist.

Bei Private-Equity-Anlagen investieren Sie in privat geführte und nicht an einer Börse gehandelte Unternehmen. Oft sind es kleinere oder mittelgrosse Firmen oder auch Jungunternehmen, welche sich gegenüber Private-Equity-Investoren öffnen. Man beteiligt sich entweder direkt oder indirekt mittels Private-Equity-Firmen oder Fonds an privaten Firmen.

Einfacher verständlich sind Rohstoffanlagen. Hier gilt es allerdings ein sehr breites Spektrum abzudecken, was ein solches Investment ebenfalls komplex macht.

Oft hört man auch von einer weiteren Kategorie innerhalb der alternativen Anlagen: von den Hedgefonds: Viele lassen sich beim Begriff Hedgefonds vom englischen Wort «to hedge», was übersetzt absichern heisst, fehlleiten.

Doch Hedgefonds sind nicht Finanzvehikel, die keine oder fast keine Risiken beinhalten. Im Gegenteil. Aktiv verwaltete Fonds gehen je nach gewählter Strategie bewusst hohe Risiken ein und setzen beispielsweise auch viel Fremdkapital ein, um eine möglichst hohe Rendite zu erzielen.

Als Sparer und Kleinanleger sollte man meines Erachtens nicht direkt in alternative Anlagen investieren. Eine Möglichkeit, um ein bestehendes Depot mit Aktien, Anleihen, Liquidität mit alternativen Anlagen abzurunden, bieten Fonds, welche sich auf alternative Anlagen fokussieren. Damit kann man für das gesamte Depot eine höhere Diversifikation erreichen.

Engagements auch in Fonds mit alternativen Anlagen kommen für mich aber nur für Anleger infrage, welche aufgrund ihres Risikoprofils bereit und in der Lage sind, erhöhte Risiken zu tragen, und die Funktionsweise von alternativen Anlagen wenigstens oberflächlich verstehen.

Wenn jemand wie Sie unter alternativen Anlagen nur Bahnhof versteht, wie Sie es sagen, und Risiken eher scheut, würde ich von einem solchen Investment abraten.

5 Kommentare zu «Anlageberatung: «Ich verstehe nur Bahnhof»»

  • Martin Leu sagt:

    Grundsätzlich sollte man nur in Assets investieren, von denen man selbst genug versteht. Sobald eine Bankberaterin benötigt wird, schliesst dies eigentlich alles aus, was über die Eröffnung eines Sparkontos hinausgeht. Diese „Anlagenberater“ arbeiten ausschliesslich im Interesse der Bank und nicht demjenigen des Kunden und ihre Kernkompetenz liegt im generieren horrendender Spesen.

  • T.Netti sagt:

    So ist es, Banken sind bekannt das Sie Geld verdienen, oder die Steuerzahler den
    Apparat stützen.
    Besser ist es Sie werden Staatsangestellter, gibt mehr Ferien und ein Höheres einkommen. Z.b. bei der Steuerveranlagungsbehörde, ab 160k Brutto inklusive Weiterbildung der Tricks. Dieses Geheimwissen können Sie auch teuer Verkaufen.

    • Martin sagt:

      Eines haben Sie noch vergessen T. Nett: Als Beamter koennen sie auch Schrott bauen soviel sie wollen, der guteZahltag ist Ihnen sicher! (ich bin nun schon 16 Jahre am prozessieren, die Sache wird zwischen Bezirks- und Obergericht hin und her geschoben, trotz aller Fehlurteile (juristisch nicht haltbar) kriegen ale „Richter“ einen schönen Zahltag. Regelmäßig, zuvelaessig, bis zur Pensionierung!)

      • Thomas sagt:

        Martin, Beamte gibt es schon lange nicht mehr – und ein vernünftiger Mensch könnte das Prozessieren von sich aus beenden!

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