So investieren Junge clever in ihre Zukunft

Wer rechnet, der profitiert: Fonds mit einem hohen Aktienanteil eignen sich gut für Junge – vorausgesetzt, dass sie das Geld wenigstens zehn Jahre nicht brauchen. Foto: iStock

Ich (29-jährig, alleinstehend, angestellt) verfüge über rund 40’000 Fr. auf einem Sparkonto, die ich nicht unmittelbar brauche. Bisher habe ich davon nichts angelegt, da mir die Möglichkeit eines sofortigen Zugriffs wichtig war. Anlagetechnisch ist das im heutigen Zinsumfeld natürlich blödsinnig. Einen Teil – rund 10’000 Franken – möchte ich daher trotzdem anlegen, um wenigstens die Inflationsverluste zu decken. Wichtig wäre mir dabei eine sichere Anlage, die wenig Gebühren und andere Kosten verursacht und einfach zu handhaben ist. Was raten Sie mir? M.W.

Was in Ihrem Fall sinnvoll wäre, hängt stark von Ihren persönlichen Bedürfnissen ab, die ich nicht kenne. Daher zeige ich Ihnen zwei mögliche Varianten auf.

Falls Sie das Geld auf lange Sicht sicher nicht brauchen, würde ich es in Ihre Altersvorsorge investieren.

Attraktive Möglichkeiten bietet dazu die steuerbegünstigte Säule 3a. Hier können Sie als Angestellter mit Pensionskasse pro Jahr maximal 6768 Franken einzahlen und dann diesen Betrag in der nächsten Steuererklärung in Abzug bringen. Damit profitieren Sie von tieferen Steuern. Allein schon dieser Steuereffekt bringt Ihnen eine hohe Rendite.

Wichtig wäre, dass Sie dieses Geld nicht einfach auf einem 3.-Säule-Konto oder einer -Police liegen lassen, sondern in spezielle Vorsorgefonds investieren. Dafür gibt es eine Vielzahl von Fonds von verschiedenen Anbietern.

Je früher man einen Teil seines Sparbatzens in die 3. Säule investiert und anlegt, desto mehr profitiert man langfristig vom Steuer- und Zinseszinseffekt. Lassen Sie sich dazu von Ihrer Hausbank oder Ihrer Versicherung Vorschläge unterbreiten.

Sie schreiben, dass Sie eine sichere Anlage suchen. Wenn Sie sehr hohe Sicherheit und möglichst gar keine Kursschwankungen wünschen, können Sie das Geld einfach auf dem 3.-Säule-Konto parkieren. Das bringt zwar nur einen mickrigen Zins, aber dafür auch keine Schwankungen.

Aus meiner Sicht ist das in Ihrem Alter aber nicht empfehlenswert. Da Sie noch jung sind und einen sehr langen Anlagehorizont haben, würde ich das Vorsorgegeld, das in der Regel bis zur Pensionierung gebunden ist, in Aktienfonds investieren.

Hier gehen Sie zwar deutlich höhere Risiken ein und sind mit Kursschwankungen konfrontiert. Auf lange Sicht von zehn, zwanzig oder sogar mehr Jahren spielt das indes keine Rolle. Dafür haben Sie aber mit Aktienfonds deutlich höhere Renditechancen als etwa mit Anleihenfonds oder gemischte Portfoliofonds, welche ebenfalls eine Alternative wären.

Wenn Sie dazu noch einen passiv geführten Vorsorgefonds wählen wie ihn mehrere grosse Fondsfirmen anbieten, können Sie wie gewünscht auch noch bei den Gebühren sparen.

Möglich wäre im Prinzip auch ein freiwilliger Einkauf in die Pensionskasse. In Ihrem Alter würde ich aber die 3. Säule fürs Alterssparen vorziehen.

Falls Sie das Geld nicht für die Altersvorsorge binden möchten, können Sie den Betrag auch in Anlagefonds oder sogenannte Exchange Traded Funds investieren. Hier gibt es je nach Ihrem persönlichen Risikoprofil eine Vielzahl von Möglichkeiten – auch für eine Anlage in weniger schwankungsanfällige Obligationen.

Lassen Sie sich von Ihrer Bank gemäss Ihren eigenen Risikovorstellungen konkrete Produktevorschläge unterbreiten. Generell tiefere Gebühren bezahlen Sie bei passiv geführten Fonds sowie bei Exchange Traded Funds, welche an einen Index gekoppelt sind.

Auch da würde ich in Ihrem Alter eher einen Fonds mit einem hohen Aktienanteil wählen – vorausgesetzt, dass Sie das Geld wirklich wenigstens zehn Jahre nicht brauchen.

Wichtig ist, dass Sie bei Ihrer Anlage eine breite Diversifikation erreichen und nicht ein Klumpenrisiko eingehen. Diese Voraussetzung ist mit Fonds auch bei einem Anlagebetrag von 10’000 Franken erfüllt, ebenso das einfache Handling.

Überlegen würde ich mir noch, ob Sie nicht regelmässig einen bestimmten Betrag anlegen möchten – statt alles per sofort. Durch eine gestaffelte Anlage senken Sie das Risiko, ausgerechnet zum schlechtestmöglichen Zeitpunkt alles angelegt zu haben.

5 Kommentare zu «So investieren Junge clever in ihre Zukunft»

  • Alfred Neumann sagt:

    Ein Hinweis: ETFs kann man gut auch bei Online-Banken traden, darum unbedingt Gebühren vergleichen! Online-Banken sind viel, viel günstiger!

    • Sander sagt:

      Exakt. Verstehe diese ständigen „fragen Sie Ihre Bank“-Tipps nicht. Die meisten „normalen“ Banken fressen durch ihre horrenden Gebühren sowieso jegliche Rendite auf. Das wichtigste ist eine Handelsplattform zu finden, bei der man nicht nach Strich und Faden abgezockt wird.

  • Werner sagt:

    Ich bin mit allem einverstanden, ausser die Bank zur Beratung hinzuziehen. Die Bank wird empfehlen, was für die Bank am besten ist, nicht für den Kunden.

  • Renata Rubina Rolischo sagt:

    „Unsinnig“ (oder zu risikoavers) ist auch das Ziel, einen Viertel des Geldes, das man nicht braucht, anzulegen, um (nur) Inflationsverluste auszugleichen. Solches Geld, in diesem Alter, gehört langfristig risikoreich investiert. Gerade jungen Leuten bringt es doch nichts, jahrelang anzulegen, sich über Teuerung und Gebühren aufzuregen, um am Schluss zu konstatieren: Ja, ich hab noch knapp gleich viel.

    • Karl Knapp sagt:

      Das ist eine schlichte Strategiefrage, die jeder privat für sich beantworten muss. Aber generell gilt: die meisten Anleger lieben das Risiko, solange es immer raufgeht, und wenn halt plötzlich nicht, kaufen sie mit dem Restwert eine Flasche Talisker, und das wars dann…

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