Zurich Insurance zeigt Dynamik

Zurich Insurance Group: Der Aktienkurs nimmt die erhoffte positive Entwicklung bereits vorweg. Foto: Michele Limina/Bloomberg/Getty Images

Der Versicherer Zurich Insurance hat in den ersten sechs Monaten lediglich 2,5 Prozent mehr Prämien eingenommen, aber gleich 19 Prozent mehr Gewinn ausgewiesen. Zwar hatten im Vorjahreszeitraum ausserordentliche Aufwendungen belastet. Dennoch ist die am Donnerstag präsentierte Gewinnsteigerung kräftiger, als die Marktbeobachter erhofft hatten. Mit dem günstigen Ergebnis spurt das Management den Weg vor für eine erneute Dividendenerhöhung. Eine Rendite von 6 Prozent liegt drin. Konzernchef Mario Greco verspricht weitere Verbesserungen aller Geschäfte, ohne eine ­Ergebnisprognose abzugeben. «Finanz und Wirtschaft» schätzt, dass der Gewinn 2018 von 3 Milliarden auf 3,5 Milliarden Dollar zunimmt. Dabei wird vom Szenario ausgegangen, dass heuer weniger schlimme Hurrikanschäden als 2017 entstehen werden. Der Kurs der Zurich-Aktien nimmt eine günstige Ergebnisentwicklung bereits vorweg. Gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis 2018 von 13 notieren die Papiere über dem Branchenschnitt. Deshalb ist davon auszugehen, dass sie dem Gesamtmarkt vorerst nicht davoneilen. Im weiteren Jahresverlauf dürfte jedoch das Argument der hohen Dividende an Zugkraft gewinnen. Dosiert kaufen

So viel Dividende wie noch nie

Nach der Dividende ist vor der ­Dividende. Allerdings dauert es bei den Schweizer Unternehmen jeweils ein Jahr von der einen bis zur nächsten Ausschüttung. Bereits zeichnet sich ab, dass die zwanzig grössten Unternehmen, die im Swiss Market Index (SMI) zusammengefasst werden, für das laufende Geschäftsjahr so viel Geld wie noch nie ausschütten dürften. Knapp 40 Milliarden Franken sind es insgesamt gemäss Schätzung von «Finanz und Wirtschaft». 5 Prozent mehr, als im Frühjahr für 2017 ausbezahlt worden war. Hauptverantwortlich für das Wachstum sind die drei Schwergewichte Nestlé, Roche und Novartis. Im breiten Markt kommen die höchsten Dividendenerhöhungen aus der zyklischen Branche, wie SFS, OC Oerlikon, Schindler und VAT, die ihre Ausschüttung um mehr als 10 Prozent erhöhen dürften. Am besten gefallen mir davon Schindler, denn diese Aktien haben ohnehin Aufwärtspotenzial, ganz unabhängig von der Dividende. Dosiert kaufen

Die Aktien sind zu Recht günstig

Beim Personalvermittler Adecco wiederholte sich am Donnerstag das Bild vom ersten Quartal: Mässige Zahlen führten zu einem deutlichen Kursverlust an der Börse. Seit Jahresbeginn haben die Titel rund 20 Prozent verloren. Mit einem Kurs von gut 58.50 Franken sind sie mittlerweile sehr günstig. Für mich zu Recht. Auch zwischen April und Juni ist das Unternehmen nicht auf Touren gekommen und hat mit einem bereinigten organischen Wachstum von 4 Prozent die Erwartungen enttäuscht. Dies ist umso schwerwiegender, weil wir uns in einem fortgeschrittenen zyklischen Aufschwung befinden, was theoretisch für Adeccos Geschäft spricht. Gemäss Adecco-Chef Alain Dehaze ist noch kein Ende der guten Konjunktur in Sicht. Insbesondere in der für die Gruppe wichtigen französischen Automobilindustrie sei das Wachstum intakt. Doch besser wird es kaum, und wenn der konjunkturelle Abschwung kommt, rücken die Wachstums- und Margenziele in die Ferne. Ich frage mich, ob das Unternehmen dann wie versprochen eine mindestens so hohe Dividende wie im letzten Jahr ausschütten kann. Somit wäre auch das letzte Argument für einen Aktienkauf, die schöne Dividendenrendite von 4 Prozent, in Gefahr. Meiden

Das Wachstum wird sich verlangsamen

Die Aktien der Industriegruppe OC Oerlikon haben auf den Halbjahresbericht zunächst mit einer Avance von 10 Prozent reagiert, doch schon am Tag darauf notierten sie wieder deutlich niedriger. Einerseits ist Oerlikon gut positioniert im Oberflächengeschäft mit stetigem Wachstum und hohen Margen. Anderseits ist da das Synthesefasern-Anlagengeschäft, das derzeit aufblüht und hohe Zuwächse beschert – über 100 Prozent im Umsatz im Semester. Dies war auch der Grund für den Kursschub. Doch das Anlagengeschäft ist hochzyklisch und Oerlikon hat angedeutet, voll ausgelastet zu sein. Neue Kapazitäten will man wegen des ungewissen Verlaufs der Schwankungen nicht mehr aufbauen – ein vernünftiger Entscheid. Das bedeutet aber auch, dass Oerlikons Wachstumstempo in den kommenden Quartalen deutlich abnehmen wird. Die Marge dürfte zwar noch etwas Steigerungspotenzial aufweisen, weil die neuen Aufträge zu höheren Margen hereingenommen werden können. Doch zeichnet sich ein Zyklushoch ab. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis 23 bezogen auf 2019 besteht kaum Kurspotenzial. Erst wenn die Mittel aus dem Verkauf der Sparte Drive Systems durch Zukäufe wieder investiert werden, eröffnen sich neue Perspektiven für die Aktien. Abwarten

Steigende Margen zu erwarten

Erfreuliches ist in der kommenden Woche von Geberit zu erwarten. Der Sanitärtechniker legt am Dienstag die Halbjahreszahlen vor. Nach einem Durchhänger im vergangenen Jahr – das Unternehmen musste zwei Keramikwerke in Frankreich schliessen – hat Geberit schon für das erste Quartal sehr gute Zahlen vorgelegt. Die Schliessungskosten von 45 Millionen Franken fallen weg. Zudem ist die Integration der finnischen Sanitec weitgehend abgeschlossen. Es ­ fallen ein letztes Mal Kosten für Amortisationen und Abschreibungen an. Geberit steht jetzt auf einer breiteren Wachstumsbasis. Ich erwarte, dass sich dies in gesteigerten Zuwachsraten niederschlägt. Die ohnehin schon sehr hohen Margen dürften weiter steigen. Das gilt auch für das nächste Jahr. Geberit überzeugt durch viel Anlagequalität. Kaufen

 

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