Soll ich auf den Rohstoff Carbon setzen?

Florierende Carbonindustrie: Im laufenden Jahr erwartet das Wiesbadener Unternehmen SGL Carbon einen Umsatzanstieg von rund zehn Prozent. Foto: Getty Images

Ich bin bereits im Besitze von Titeln der SGL Carbon Wiesbaden. Obwohl immer gesagt wird es gehe aufwärts, dümpeln diese Titel. Soll ich weiter warten oder nicht? L.S.

Die SGL Group mit Sitz im deutschen Wiesbaden zählt zu den international führenden Herstellern von Produkten aus dem chemischen Element Carbon.

Produkte aus verstärkten Kohlenstofffasern haben den Vorteil, dass sie vergleichsweise leicht sind, aber trotzdem eine hohe Festigkeit und eine gute Resistenz gegenüber Temperaturen und Chemikalien aufweisen.

Das hat dazu geführt, dass Produkte auf Carbonbasis häufig in der Medizinaltechnik, im Bereich Fahrzeugherstellung und in der Luft- und Raumfahrt eingesetzt werden.

SGS Carbon verfügt dank der Fokussierung auf dieses Element auf ein tiefes Fachwissen punkto Herstellung und Nutzung von Carbon-Produkten. Darüber hinaus verfügt die Gruppe über ein flächendeckendes Vertriebsnetz und moderne Produktionsstandorten in Europa, Nordamerika und Asien.

Trotz dieser Stärken tun sich die Aktien der SGL Carbon schon seit längerem schwer. Immerhin kam es anfangs Jahr auf tiefem Niveau zu einer Erholung, welche inzwischen wieder verpufft ist.

Im Langzeitvergleich sitzen viele Aktionäre der SGL Carbon auf erheblichen Kursverlusten. In den Jahren 2008 und 2012 notierten die Papiere zeitweise deutlich über 40 Euro. Heute dümpeln sie um die 11 Euro herum.

Eigentlich gäbe es durchaus Grund zur Hoffnung: Der Kohlenstoff-Spezialist SGL ist 2017 in die Gewinnzone zurückgekehrt und erzielte einen Gewinn von rund 139 Millionen Euro. Im Vorjahr war es noch ein hoher Verlust von fast 112 Millionen Euro.

Zum guten Ergebnis im letzten Geschäftsjahr trug allerdings zu einem grossen Teil der Verkauf des Geschäfts mit Kathoden, Hochofenauskleidungen und Kohlenstoffelektroden bei, was die Freude über die Gewinnrückkehr arg dämpfte.

Im laufenden Jahr erwartet das Wiesbadener Unternehmen einen Umsatzanstieg von rund zehn Prozent und die Ebit-Marge soll sich mittelfristig in Richtung zehn Prozent bewegen.

Tatsächlich scheint SGL Carbon gut unterwegs zu sein. Die Gruppe hat im ersten Quartal 2018 den Umsatz um 22 Prozent auf 263 Millionen Euro erhöht und das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen hat sich sogar verdoppelt, wobei wieder Einmaleffekte Wirkung gezeigt haben.

Sollte sich der positive Trend bestätigen, sehe ich eine gute Wahrscheinlichkeit, dass sich die Aktien weiter leicht erholen. Das Aufholpotential ist aus meiner Sicht aber stark begrenzt.

Gleichzeitig halte ich die Rückschlagrisiken weiter für hoch. Die alten Höchstwerte über 40 Euro stufe ich auf lange Sicht für völlig unrealistisch ein. Die Titel kommen nur für Anleger mit einer hohen Risikobereitschaft in Frage.

2 Kommentare zu «Soll ich auf den Rohstoff Carbon setzen?»

  • Toni Dubs sagt:

    Muss eigentlich alles verenglischt werden? Das chemische Element „Carbon“ heisst im Deutschen „Kohlenstoff“, die Verwendung des englischen Wortes für das chemische Element ist voellig unüblich. Und die verstärkten Kohlenstofffasern, um die es im Artikel geht, sind nun wirklich weder chemisches Element noch Rohstoff (Titel), das sollte selbst einem Wirtschaftsexperten klar sein …

  • Sam Fuller sagt:

    Im Geldblog geht es um das wahnwitzige Geschäft, wie mit Geld Geld verdient werden kann.
    Die Probleme die dadurch entstehen, nun ja… die baden andere aus.

    Die, die mit Arbeit Geld verdienen.

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