Warum jede 3a-Rendite mehr Risiko bringt

Vorsorge: Wer nach der Pensionierung Teilzeit weiterarbeitet, muss sich seine 3a-Gelder nicht auszahlen lassen, sondern kann sie anlegen. Foto: iStock

Ich werde im Juli mit 64 pensioniert, bleibe aber als Aushilfe bei meinem Arbeitgeber tätig. Mein Skandia Life Plan läuft am 31. Oktober 2018 ab. Der Verlust darauf beträgt per Ende letzten Jahres über 8000 Franken. Da ich weiterarbeite, muss ich mir die 3. Säule nicht zwingend schon auszahlen lassen. Ich habe daher ein neues Vorsorgekonto bei der Migros Bank eröffnet. Soll ich die Gelder aus dem Skandia Life Plan nun dorthin transferieren? E.K.

Aus meiner Sicht fahren Sie besser, wenn Sie Ihren Life Plan bei der Skandia bis zum offiziellen Ende der Laufzeit behalten und erst dann nach dem 31.10.2018 das Geld auf Ihr neues Vorsorgekonto bei der Migros Bank transferieren.

Wenn Sie Ihren Life Plan vorzeitig beenden, haben Sie tatsächlich einen Verlust, den Sie dann realisieren. Die Problematik bei Ihrem Produkt liegt darin, dass dieses an einen Fonds gekoppelt ist. Dieser Fonds gibt Ihnen die Chance, dass Sie an der Entwicklung der Finanzmärkte partizipieren können.

Gleichzeitig tragen Sie aber auch das Anlagerisiko mit. Dieses Anlagerisiko wird von Versicherten oft unterschätzt: In guten Anlagejahren liegen zwar höhere Renditemöglichkeiten drin.

Falls sich die Märkte jedoch nicht mehr so gut entwickeln, kann es rasch zu Buchverlust kommen. Darum sollte man nur an Fonds gekoppelte 3.-Säule-Produkte wählen, wenn man das damit verbundene Anlagerisiko wirklich tragen will und kann.

Wenn jemand mit Schwankungsrisiken nicht umgehen kann und jederzeit höchste Sicherheit wünscht, würde ich bei der 3. Säule keine Fondslösung wählen.

Ein früherer Transfer des Geldes aus Ihrem Life Plan lohnt sich meines Erachtens aber nicht, zumal die Restlaufzeit auf dem Instrument nur noch wenige Monate beträgt. Falls Sie das Produkt bis zum Ende der Laufzeit behalten, kommt die mit dem Instrument verbundene Garantie zum Zug. Sie fahren also besser.

Es ist richtig, dass Sie sich die steuerbegünstigte Säule 3a trotz Erreichen Ihres offiziellen Rentenalter im kommenden Juli noch nicht auszahlen müssen, da Sie weiterhin erwerbstätig bleiben. Wenn Sie möchten, können Sie aufgrund Ihrer anhaltenden Erwerbstätigkeit auch weiter in die Säule 3a einzahlen und einen Steuerabzug vornehmen.

Spätestens fünf Jahr nach Erreichen Ihres Rentenalters müssen Sie dann aber die 3. Säule beziehen. Ein Bezug ist auch früher möglich. Beziehen müssen Sie die Säule 3a, falls Sie sich entschliessen, Ihre Erwerbstätigkeit ganz aufzugeben, was vorderhand ja nicht der Fall ist.