So investieren Sie in Ihre Lebensqualität

Altersgerechte Wohnung: Ein Kauf macht Sinn – aber nicht nur wegen der Rendite. Foto: Getty Images

Meine Frau und ich sind pensioniert, leben im Einfamilienhaus ohne Hypothek. Wir überlegen uns, ob wir in einer Stadt an zentraler Stelle eine Eigentumswohnung kaufen sollen, sodass wir altersgerechter wohnen können und unser Haus einem unserer Kinder übergeben können. Die Preise für eine solche Eigentumswohnung bewegen sich um 900’000 Franken, was wir mit unseren freien finanziellen Mitteln, die in Exchange Traded Funds, Aktien und Obligationen angelegt und verwaltet werden, bezahlen könnten. Ist es vernünftig, die Hälfte des Vermögens für den Kauf zu verwenden und den Rest über eine Hypothek zu bezahlen? Könnte der Immobilienwert nicht sicherer sein und langfristig besser rentieren als die bisherigen ETFs und Aktienanlagen? L.E.

Ihre Überlegungen machen für mich grundsätzlich Sinn: Aufs Alter hin kann es mühsam werden, in einem oft zu grossen Einfamilienhaus, das meist nicht zentral liegt, zu wohnen. Da ist es vorteilhaft, wenn Sie eine neue Wohnung beziehen könnten, welche zentral liegt und auch altersgerecht ist und beispielsweise einen Lift aufweist und auch problemlos bewohnt werden kann, wenn jemand nicht mehr gut gehfähig ist.

Die von Ihnen genannte Preisvorstellung scheint mir je nach Ort und Lage realistisch. An sich könnten Sie die Wohnung gleich mit Ihren freien Mitteln erwerben. Ich verstehe aber gut, wenn Sie noch Reserven behalten möchten. Dazu würde ich Ihnen auch raten. Wenn Sie oder Ihre Frau beispielsweise im hohen Alter Pflege benötigen, ist es wichtig, genügend liquide Mittel zu besitzen.

Daher erachte ich es als einen guten Weg, wenn Sie nur die Hälfte Ihres Vermögens für eine zentrale Eigentumswohnung einsetzen und den Rest auf der Seite behalten. Diesen Betrag würde ich aber mehrheitlich investiert lassen und nur zum kleinen Teil wirklich liquide halten. Auf Letzterem bekommen Sie ja keine Rendite mehr.

Ein Nachteil ist, dass Sie auf der Hypothek Zins bezahlen müssen. Mit einer lang laufenden Festhypothek könnten sie die nach wie vor tiefen Zinsen anbinden und immerhin dafür sorgen, dass sich die Kosten in Grenzen halten. Im Prinzip könnten Sie eine solche Wohnung auch nur mieten. Die Mietkosten dürften aber höher sein als die Finanzierungskosten und Ihre Nebenkosten.

Üblicherweise ist es allerdings schwierig, im Alter überhaupt noch eine Hypothek von einer Bank zu bekommen. Da Sie aber über einiges Vermögen verfügen und auch sonst beträchtliche Mittel zur Bestreitung ihres Lebensstandards besitzen, dürfte es möglich sein, dass Sie trotz Pensionierung von einer Bank eine Hypothek für die hälftige Finanzierung Ihrer Eigentumswohnung zugesprochen erhalten.

Ansonsten bieten verschiedene kleinere Institute alternative Finanzierungsmodelle speziell für Kundinnen und Kunden im Rentenalter an. Ihre Pläne sollten rein finanziell möglich sein.

Eine ganze andere Frage ist allerdings, wie sich das Vorhaben auf die künftige Entwicklung Ihres Vermögens auswirkt. Wenn Sie heute eine Eigentumswohnung für 900’000 Franken erwerben, können Sie nicht zwingend davon ausgehen, dass der Wert der Immobilie deutlich zunimmt. Die Preise für Eigentumswohnungen sind in den letzten Jahren stark gestiegen und bewegen sich auf einem stolzen Niveau.

Falls die Zinsen irgendwann mal auch bei uns in der Schweiz steigen, kann es gerade bei den Eigentumswohnungspreisen zu einer Korrektur kommen. Ein Crash ist für mich nicht zwingend, dennoch dürften die Preise unter Druck kommen. Einen starken Preisanstieg wie in den letzten Jahren stufe ich bei den Immobiliennotierungen in der nahen Zukunft als unrealistisch ein.

Natürlich haben Sie recht, dass es auch bei Ihren Wertschriften – also den Exchange Traded Funds, Aktien und Obligationen – künftig noch zu weiteren Korrekturen kommen kann. Gleichzeitig bieten Wertschriften langfristig aber immer auch attraktive Renditechancen. Vor diesem Hintergrund halte ich Ihre Strategie für gut, wenn Sie die Hälfte Ihres Geldes für den Immobilienerwerb nutzen, die andere Hälfte aber in Wertschriften behalten.

Welche Anlageklasse sich in Zukunft besser entwickeln wird, weiss ich nicht. Faktisch haben Sie aber punkto Anlageklassen eine zusätzliche Diversifikation vorgenommen. Viel wichtiger als das ist meines Erachtens aber die Tatsache, dass Sie mit dem beabsichtigten Kauf einer altersgerechten Wohnung an zentraler Lage Ihre Lebensqualität aufs Alter hin erhöhen können, was aus meiner Sicht einen besonders hohen Wert darstellt.

14 Kommentare zu «So investieren Sie in Ihre Lebensqualität»

  • groeg sagt:

    Grundsätzlich guter Rat.Befinde mich in der gleichen Situation.Werde mein Haus nur tot verlassen, denn ich will als Altschweizer nicht mit irgendwelchen Multikultis aus dem Balkanloch, der Türkei oder mit Deutschen zusammen in einem Block wohnen. N I E M A L S.

    • Kevin Siegenthaler sagt:

      Falls das mit dem Eigenheim-Tot-Verlassen nicht klappt, könnte es für Sie als „Altschweizer“ (?) im Spital, im Alters- oder Pflegeheim aber ganz fest schwierig werden. Da wischt Ihnen vielleicht Frau Krasniqi den Hintern ab, Dr. Knut-Dieter Wilhelmsdorf behandelt Sie, und der nette Zeitungsverkäufer hat auch türkische Wurzeln.

    • Karl Knapp sagt:

      In diesem Blog geht es hauptsächlich um finanzielle Fragen. Wer sich ein teures Objekt leistet, damit er sich bitte nicht mit unterkastigen Marktteilnehmern herumschlagen muss, darf das. Aber diese Sicherheit kostet (ja ich weiss wovon ich rede).

  • Peter Meister sagt:

    Ich denke die von Ihnen angesprochenen Mitmenschen sind froh, dass Sie nicht in deren Nähe ziehen, bleiben Sie in Ihrem Haus, bitte.

    • Oli sagt:

      Ganz meine Meinung Herr Meister. Lieber Multikulti als Groegismus…

    • Kurt Seiler sagt:

      Der Ton macht die Musik.
      In der Sache nicht ganz falsch.
      Wohnt man zehn Jahre in einem Block kann man zuschauen wie sich die Spirale mit wechselnder Mieterschaft langsam nach unten windet.
      Bis man die Nase voll hat und die Wohnung wechselt.
      … und das ganze Spiel von vorne beginnt.

  • R.B.H. sagt:

    Grundsätzlich haben Sie völlig recht, aber kaufen Sie keine Wohnung in der Stadt. Die Hektik und die öffentlichen Transportmittel in der Stadt eignen sich nicht für alte Menschen. Bestimmt sind Sie heute noch gut zu Fuss, aber denken Sie auch an morgen.

  • groeg sagt:

    MAN MUSS KEIN FREMDENFEIND SEIN, UM AUSLÄNDER ZU MEIDEN.Man muss nur alle Taschen im Schrank halten.Alle Häuser um mich herum wurden von Ausländern gekauft.Und keiner hatte gute Manieren.Der eine hat mir die Hecke beschädigt und gar nicht reagiert, als ich ihn darauf aufmerksam machte(Oesterreicher).Dan kam ein Deutscher. Der brachte einen Farbigen mit.Meine Erfahrung aus London:Wenn ein Farbiger kommt, kommen bald noch mehr.Zudem sinken sofort die Hauspreise.Und wer mag das schon?Der Dritte war auch ein Deutscher.Obwohl er alle Akten unterzeichnet hatte, glaubte er über mein Grundstück laufen zu können.Jetzt kommt ein Italiener.Der gibt schon gross an mit dem Umbau.Ja, die Ausländer haben jetzt Geld und die Schweizer haben immer weniger.Drum können sie keine Häuser mehr kaufen.Fakten!

  • groeg sagt:

    R.B.H. habe mir soeben ein LAUFBAND gekauft.Will noch bis zum Alter 100 täglich trainieren (nur noch 16 Jahre), damit mir keine Ausländerin „den Hintern putzen“ muss.Im Augenblick ist es immer noch so, dass mehrheitlich Schweizerinnen den Ausländern den Hintern putzen und sie operieren. Der Fluch der bösen Tat (PF) ist, dass mit jedem Ausländer der kommt, weitere Ausländer für deren Service geholt werden müssen. Und um auf die oben aufgeworfene Frage zu antworten (Wohnung gegen Haus).Es lohnt sich nie, habe mehrmals gerechnet.Für das eigene Haus erhält man viel zu wenig und neue Wohnungen sind laut, extrem zu teuer. Und um als Pensionierter Hypotheken zu erhalten ist auch ein Traum.@Siegenthaler/Meister: Ihr müsst noch ein paar Jahre lang nachdenken, bevor Ihr schwätzt.

    • I. Bissig sagt:

      Im Pflegeheim meiner Mutter hat es auf der ganzen Abteilung keinen natives Schweizerdeutsch sprechenden Angestellten. Weder Arzt, Pfleger(innen), Putzmenschen noch ‚Hotelangestellte‘. Einfach niemanden.
      Schweizerdeutsch wird auch von der Aerztin nicht verstanden und entsprechend lässt man meine Mutter mit doppeltem Beckenbruch mal so 2 Wochen dahinsiechen unter grössten Schmerzen, täglicher ‚Mobilisierung‘ und ohne Schmerzbehandlung, bevor der liebe Sohn selbst die Ambulanz rufen muss (das darf ja nur die Aerztin), damit eine adäquate Behandlung in Gang kommt. Das Heim wird von der Stadt Zürich geführt. Manchmal frage ich mich, ob meine Mutter mit einem Gnadenschuss nicht besser bedient wäre……

  • sepp z. sagt:

    Wahrscheinlich ist es erheblich klüger, im Alter zur Miete zu leben. Eine Wohnung in städtischer Umgebung teuer zu kaufen, um sie dann im dümmsten Fall in wenigen Jahren wieder zu verkaufen, ist doch finanziell uninteressant. Als Mieter bleibt man flexibler.
    Es gibt zudem Daten, die zeigen, dass zur Miete wohnen in Städten günstiger ist als Wohneigentum (im Gegensatz zur Situation ‚auf dem Land‘).

  • groeg sagt:

    Sepp z.Ja dann hat man genügend Moneten für alle Fälle..Ich würde nur in ein Haus gehen, das ausschliesslich von Schweizern bewohnt ist.Das darf man offensichtlich in der beschränkten heutigen Welt kaum sagen, ist aber trotzdem wichtig. Nicht, dass Schweizer auch unangenehme Nachbarn sein können.Mit Sicherheit aber ist die Chance gute Nachbarn zu haben besser.Das grösste Problem sind heute die Ringhörigkeit der Wohnungen.Der Betrug: Eigentumswohnungen sind nur simple Wohnungen OHNE ENTSPRECHENDEN SCHALLSCHUTZ!!!!

    • philippe wuest sagt:

      Mein lieber groeg, Ich wohne in einem Haus, das von keinen Schweizern (ausser mir) bewohnt wird. Türken, Italiener, Polen. Bessere und nettere hilfsbereite Nachbarn kann man sich gar nicht vorstellen!! Da verzichtet man gerne auf Schweizer wie dich.

      • groeg+ sagt:

        Wuest:Nachdem all diese Ausländer in das von uns geschaffene Paradies gezogen sind und sich und alle ihre grössten Wünsche realisieren konnten, was in ihren Herkunftsländern nie und nimmer möglich gewesen wäre (wg Clanwirtschaft, Korruption usw.). sind sie uns schon ein wenig Dank schuldig, UNS SCHWEIZERN.Denken sie sich doch einmal in einen Ausländer hinein, der hier plötzlich 2-10 mal mehr verdient und ihm alles geschenkt wird, ohne dass er Eintritt bezahlen muss (wir zahlten alles). dann sieht die Geschichte schon anders aus.Ich habe in vielen zivilisierten Ländern gearbeite aber so dumme Leute, wie es hier gibt, die ihre Interessen verraten und verschenken, das gibt es nur hier.Bewerben Sie sich einmal im Kosovo?Sie werden aufwachen.Sie haben es weit gebracht, mitten ins Ausland.

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