Vorsorge: Die hohe Sicherheit hat einen Haken

Zusatzeinkommen im Alter: Kapitalisationsprodukte garantieren regelmässige Einnahmen. Foto: iStock

Ich bekomme dieses Jahr 500’000 Franken Vorsorgegeld aus der Säule 3a und 3b ausbezahlt. Nun hat mir der Swiss-Life-Berater den Calmo Income Plan erklärt. Das sieht eigentlich gut aus. Ich habe den Haken von diesem Produkt noch nicht gefunden. Was denken Sie darüber? M.F.

Der Swiss Life Calmo Income Plan ist ein Kapitalisationsprodukt mit Indexpartizipation mit einer einmaligen Investition.

Es bietet Ihnen im Alter ein garantiertes Zusatzeinkommen in Ergänzung zu Ihrer AHV-Rente und allenfalls der Pensionskassenrente. Je nach Höhe der geleisteten Investition bekommen Sie ab Versicherungsbeginn jeweils monatlich aus dem Produkt eine Auszahlung, bis Sie 90-jährig sind. Falls Sie vorher versterben, bleibt der Vertrag bestehen und geht an Ihre gesetzlichen Erben über.

Das von Ihnen eingebrachte Geld wird von der Swiss Life investiert, und Sie partizipieren an einem Index-Basket, der sich aus verschiedenen Indizes zusammensetzt. Dank der im Rahmen der Vermögensverwaltung vorgenommenen jährlichen Absicherung bleiben bereits gutgeschriebene Gewinne auch in schlechten Börsenjahren erhalten.

Dennoch tragen Sie das Finanzmarktrisiko mit. Denn die in Aussicht gestellte Zusatzrendite durch die Partizipation an den Finanzmärkten haben Sie nicht garantiert. Swiss Life Calmo Income ist ein Auszahlungsplan, mit dem Sie sicherstellen, dass Sie auch im hohen Alter noch ein regelmässiges Zusatzeinkommen haben.

Allerdings ist mit 90 fertig. Dann kommt die aufgeschobene Leibrente zum Zug, die mit dem Produkt kombiniert ist und für die Sie aber Prämie zahlen. Wenn Sie früher versterben, bekommen die Erben diese Prämie nicht zurück. Falls Sie aber 100 Jahre alt werden, machen Sie ein gutes Geschäft.

Der Haken liegt darin, dass die garantierten Beträge zusammengerechnet weniger ausmachen als der ursprüngliche Investitionsbetrag. Da Sie aber an der Entwicklung des Indexkorbes partizipieren, haben Sie die Chance, dass Sie letztlich mehr Geld ausbezahlt bekommen, als Sie ursprünglich investiert haben. Doch dafür haben Sie keine Garantie.

Ob für Sie die Rechnung letztlich aufgeht, kann ich nicht sagen. Eine Alternative wäre ein reiner Auszahlungsplan bei einer Bank, bei dem Sie ebenfalls an den Finanzmärkten partizipieren und eine Absicherung bekommen.

Bevor Sie einen Vertrag abschliessen, würde ich von anderen Versicherungen sowie von einer Bank Alternativvorschläge einholen, wie Sie das Kapital so investieren könnten, damit Sie im Alter regelmässige Einnahmen und eine hohe Kapitalsicherheit haben, wie es Ihr Wunsch ist.

4 Kommentare zu «Vorsorge: Die hohe Sicherheit hat einen Haken»

  • Heinz Müller sagt:

    Der Beitrag ist wohl von Banken gesponsert. Sonst hätten Sie wohl erwähnt, dass die Gewinne der Auszahlungspläne ebenfalls nicht garantiert sind. Und die Kosten im Laufe von 25 Jahren wohl mehr als 10% ausmachen.

    Also entweder sind Sie von jemandem gesponsert. Oder sie vertrauen einfach oberflächlich auf die Tipps der Banker. Die immer so tun, als gäbe es nichts vernünftigeres und günstigeres als bei ihnen das Geld anzulegen.

  • Michael Bader sagt:

    Beim Calmo-Incomeplan erhalten Sie nach Abzug aller Kosten etwas mehr als 90% als garantierte Auszahlungssumme, wenn die Indizees innerhalb der Auszahlungsphase keinen Tag im Plus sind, d.h die Wirtschaft 25 Jahre lang am Boden liegt. Bereits nach 2 bis 3 Jahren positiver Entwicklung der Konjunktur erhalten Sie mehr, als das eingezahlte Kapital. Den Wirtschaftsverlauf kann Ihnen aber niemand garantieren, notabene. Selbst wenn man auf 10% ’sitzen‘ bleiben sollte: die Kosten für einen Auszahlungsplan bei einer Bank betragen schnell einmal 30% ( 1.2% p.a) also ein Vielfaches des Income-Plans . Der ist übrigens steuerlich viel günstiger im Gegensatz zu den Erträgen eines Auszahlungsplans. Dieses nicht ganz unwichtige Detail lässt Herr Spieler leider unter den Tisch fallen.

  • Thomas sagt:

    Einfache Lösung:
    500‘000.— geteilt durch 25 Jahre geteilt durch 12 ergibt ihren monatlichen Verzehr. Dazu brauchen sie weder eine Bank noch eine Versicherung, die sich an ihrem Vermögen bedient. Problem bleibt nur die Inflation – dies ist bei den meisten Varianten so.

  • Capote sagt:

    Ich beschäftige mich auch gerade mit dem Thema. Die meisten solchen Auszahlungspläne wollen noch einen Jährlichen Abzug von dem Rest-Vermögen für die Verwaltung haben, ob das bei Calmo auch so ist, weiss ich noch nicht.

    Oder anders, wenn die durchschnittliche Lebenserwartung eines 65 Jährigen noch 20 Jahre ist und die Verwaltungskosten 0,5 %, zwackt die Swisslife beim Durchschnittsfall, der 85 Jahre alt wird, über 70’000,- von den einbezahlten 500’000,- ab.

    Die aufgeschobene Leibrente ist auch ein glänzendes Geschäft ür die Swisslife. Nur jeder 5te 65 Jährige wird überhaupt 90, d.h. 4 von 5 Leibrenten fallen an die Swisslife und der 5te. , der die 90 überschreitet, hat genügend einbezahlt, dass das erst nach dem 96 Geburi für Ihn ein Geschäft wird.

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.