Auch Frühpensionierte müssen AHV zahlen

Nicht zu unterschätzen: Die AHV-Beiträge können zwischen 478 und 23’900 Franken zu stehen kommen. Foto: iStock

Ich möchte mich mit 63 Jahren pensionieren lassen. Da ich einen Überbrückungszuschuss bekomme, ist dies möglich. Meine Frage betrifft die AHV: Diese möchte ich erst mit 64 Jahren beziehen. Also fehlt mir ein Beitragsjahr. Besteht eine gesetzliche Pflicht, für dieses Jahr noch AHV-Beiträge zu leisten, oder kann ich es sein lassen? M.Y.

Sie müssen bis zum Erreichen Ihres ordentlichen Rentenalters Beiträge an die AHV entrichten. In Ihrem Fall müssen Sie (als Frau) bis 64 AHV-Beiträge zahlen, obschon Sie sich frühpensionieren lassen.

Es geht nicht nur darum, dass Sie möglichst keine Beitragslücken haben. Es ist sogar vorgeschrieben, dass Sie bis zum ordentlichen gesetzlichen Rentenalter einzahlen müssen.

Ab dem Zeitpunkt Ihrer Frühpensionierung gelten Sie als nicht mehr erwerbstätig. In diesem Fall richtet sich die Höhe Ihrer AHV-Beiträge nach Ihrem Vermögen und dem mit einem Faktor von 20 multiplizierten Renteneinkommen. Ich kenne Ihre finanziellen Verhältnisse nicht. Je nach Vermögens- und Rentenhöhe kann dies aber teuer werden.

Die geschuldeten AHV-Beiträge können in der Bandbreite zwischen 478 und 23’900 Franken jährlich zu stehen kommen.

Wie hoch genau Ihr Beitrag wäre, können Sie sich von Ihrer AHV-Ausgleichskasse anhand Ihrer effektiven Renten- und Vermögensdaten ausrechnen lassen. Unter Umständen kann es sich für Sie lohnen, wenn Sie ein Teilzeitpensum behalten. Allerdings müssten die Beiträge von Ihnen und dem Arbeitgeber höher sein als die Hälfte der Beiträge, welche Sie gemäss der Berechnung zahlen müssten, wenn Sie gar nicht erwerbstätig wären.

AHV-Beiträge als Frühpensionierte sparen kann man sich unter Umständen, wenn ein Ehepartner oder eine Ehepartnerin weiterhin erwerbstätig bleibt. Dann wird auch die frühpensionierte Ehefrau oder der frühpensionierte Ehemann von der Beitragspflicht befreit.

Ich rate Ihnen, Ihre genauen Möglichkeiten, frühzeitig mit Ihrer Ausgleichskasse zu prüfen. Mit dieser müssen Sie ohnehin Kontakt aufnehmen und sich in Hinblick auf Ihre Frühpensionierung als Nichterwerbstätige anmelden.

Einen positiven Nebenaspekt hat die Sache: Sie dürfen die bezahlten AHV-Beitrage in der Steuererklärung beim Renteneinkommen als Abzug geltend machen.