So können Sie Ihr Geld nachhaltig investieren

Sozialer Wohnungsbau: Viele Banken bieten Nachhaltigkeitsfonds an, deren Produkte ökologische oder soziale Verbesserungen erbringen. Foto: Adrian Moser

Ich bin 68 Jahre alt und besitze eine Eigentumswohnung, welche nur noch mit einer Hypothek von rund 80’000 Franken belastet ist. Von meiner PK- und AHV-Rente kann ich gut leben. Nun erhalte ich von einem Freizügigkeitskonto 160’000 Franken, die ich anlegen muss. Soll ich den Betrag auf zwei Banken verteilen? Wie kann ich es nachhaltig anlegen? T. J.

Gemäss Ihrer Schilderung brauchen Sie das Geld, welches aus dem Freizügigkeitskonto fällig wird, für die Deckung Ihres Lebensstandards nicht. Über dieses Kapital hinaus haben Sie noch weiteres Erspartes auf Sparkonten und in Obligationen angelegt. Sie sind somit auf das Geld nicht angewiesen und in der Lage, es auch mit einem etwas längeren Horizont zu investieren.

Sie könnten Ihre Hypothek ganz amortisieren. Dann zahlen Sie gar keine Zinsen mehr an die Bank. Allerdings werden Sie später wohl keine neue Hypothek mehr erhalten.

Da Sie, wie Sie schreiben, Wert auf Sicherheit legen, können Sie das Geld auch entweder auf zwei verschiedene Banken verteilen, bei denen Sie nicht bereits liquide Mittel deponiert haben, oder eine Bank mit Staatsgarantie wählen. Im Rahmen der gesetzlichen Einlagegarantie sind bei den Banken in der Schweiz maximal 100’000 Franken je Kunde auch dann gesichert, wenn die Bank zusammenbrechen würde. Daher sollte man nicht mehr als 100’000 Franken an liquiden Mitteln nur bei einer Bank parkieren. Institute mit Staatsgarantie bieten auch über die für alle Banken geltende gesetzliche Einlagengarantie Schutz.

Im Fall eines Bankkonkurses wäre Ihr Geld auch geschützt, wenn Sie es in Wertschriften wie Fonds, Aktien oder Obligationen anlegen. Denn die Wertschriften bleiben auch nach einem Bankenzusammenbruch im Besitz der Kunden. Falls Sie eine Anlage in Wertschriften erwägen, können Sie das Geld auch über bestehende Banken anlegen und sich so weitere Kontoverbindungen und damit auch Gebühren sparen.

Ihren Zeilen entnehme ich, dass Ihnen soziale und ethische Aspekte beim Geldanlegen wichtig sind. Ihnen ist nicht egal, was mit Ihrem Ersparten passiert und welche Wirkung es entfaltet. Bei verschiedenen Banken haben Sie die Möglichkeit, in nachhaltige Anlagen zu investieren.

Die Schweizer Fondsfirma Swisscanto Invest, welche zur Zürcher Kantonalbank gehört, hat beispielsweise mehrere Nachhaltigkeitsfonds oder auch nachhaltige Goldanlagen im Angebot. Der «Swisscanto (CH) Equity Fund Nachhaltigkeit Small & Mid Cap» legt das Geld gezielt in klein- bis mittelkapitalisierte Unternehmen an, deren Produkte und Dienstleistungen ökologische oder soziale Verbesserungen erbringen.

Oder der «Swisscanto (LU) Equity Fund Climate Invest» ist ein Aktienfonds, der laut eigenen Angaben dazu beiträgt, die negativen Folgen des Klimawandels zu begrenzen, und fokussiert sich auf Bereiche wie erneuerbare Energien, Wasser und Mobilität.‎

Ein weiteres Beispiel ist der «Swisscanto (LU) Equity Fund Green Invest Emerging Markets»: Dieser Aktienfonds investiert in Unternehmen aus den Schwellenländern, welche mit ihren Produkten die Transformation zu einem nachhaltigen Wirtschaftsmodell ermöglichen mit Fokus auf Bildung, Gesundheitsversorgung oder nachhaltige Mobilitä‎t. Das sind nur drei Beispiele. Auch andere Banken und Fondsfirmen bieten vergleichbare Nachhaltigkeitsfonds.

Unabhängig vom für Sie wichtigen Nachhaltigkeitsaspekt ist es wichtig, dass Sie sich genau überlegen, wie viel Risiko Sie mit dem Geld überhaupt eingehen können und wollen. Wenn Sie möglichst gar kein Risiko eingehen möchten, kommen Aktienfonds – auch wenn sie nachhaltig sind – nicht infrage. Dann können Sie das Geld entweder auf dem Konto einer sicheren Bank deponieren oder einen auf Nachhaltigkeit fokussierten Obligationenfonds wie den «Swisscanto (CH) Bond Fund Corporate» nutzen.

Ich rate Ihnen, sich von Ihrer Bank konkrete Vorschläge für nachhaltige Anlage aufzeigen zu lassen. Achten Sie allerdings auch auf die Gebühren, welche die Fonds belasten – sonst ist die Anlage weniger für Sie, dafür umso mehr für die Bank finanziell nachhaltig.

 

4 Kommentare zu «So können Sie Ihr Geld nachhaltig investieren»

  • Steinmann sagt:

    Es wäre empfehlenswert, sich generell primär über die Frage Klarheit zu verschaffen, wie sicher das aktuell total überschuldete Finanzsystem ist!
    Sollten Sie – wie ich und viele andere unabhängige Experten – zum Schluss gelangen, dass es bei Aktien, Immobilien und Obligationen epochale Blasen gibt und der grosse Crash nur noch eine Frage des „wann genau“ ist, dann würde ich nur noch reale Werte kaufen.
    Die nicht auszurottende Lüge der sicheren Einlagensicherheit von CHF 100’000.- wird immer wieder kommen, auf allen Kanälen – bis das System kollabiert und wir erkennen, dass es eine Lüge ist.
    Stimmen Sie JA bei der Vollgeld-Initiative, dann ist Ihr Geld auf der Bank wirklich sicher!
    Bei einem Nein würde ich reale Werte, Bargeld oder Edelmetalle physisch empfehlen. Sturm voraus.

    • Kurt Seiler sagt:

      Einen Wette auf den Weltuntergang macht einen vielleicht nicht bankrott….
      …aber auf jeden Fall arm.

      • Thomas Schneiders sagt:

        Ich würde auch nicht auf den Zerfall des Finanzsystems wetten, zumal die Quote dafür viel zu gering wäre. Stattdessen lieber wie im Artikel beschrieben, das Geld auf 2 Banken verteilen und mit einem Großteil davon in Aktien und etwas in Edelmetalle investieren. Denn hinter Aktien steckt immer die Realwirtschaft und die ist sicherer als jede Währung.

        https://www.sportwetten.org

  • Hans Schudel sagt:

    Wenn Sie wirklich nachhaltig investieren möchten, empfehle ich Ihnen die Alternativbank Schweiz! Mit dieser Bank bin ich als Kunde sehr zufrieden.

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