Sulzer steht vor guten Jahren

Sulzer: Unter CEO Greg Poux-Guillaume ist Ruhe eingekehrt. Foto: Ennio Leanza/Keystone

Die Weltwirtschaft nimmt Fahrt auf, was für Industrieunternehmen wie Sulzer grundsätzlich günstig ist. Dass auch der Ölpreis wieder steigt, kommt Sulzer entgegen, denn das Unternehmen stellt Pumpen und Prozessanlagen für die Öl- und Gasbranche her. Die Aktien von Sulzer haben am Börsenrally bisher aber nur phasenweise partizipiert. Während die Marktindizes neue Rekorde verzeichnen, stehen Sulzer-Papiere noch immer etwa 20 Prozent unter dem Kurshoch von 2013. Dafür gibts einen gewichtigen Grund: Die Gewinnentwicklung stimmte lange Zeit nicht, und es gab viele Führungswechsel. Unter CEO Greg Poux-­Guillaume ist bei Sulzer Ruhe eingekehrt. Man konzentrierte sich aufs operative Geschäft und tätigte einige kleinere, gut zum Unternehmen passende Akquisitionen. Jetzt steht die Gruppe vor guten Jahren. Die Restrukturierung der letzten Jahre hilft der Marge, das neue Geschäftsfeld Applicator Systems sorgt für zusätzliches Wachstum und macht etwas weniger abhängig von der Konjunktur. Für mich gehören Sulzer zu den Börsenfavoriten von 2017. Kaufen

Gewinne sollten deutlich steigen

Anfang Woche ist klar geworden, weshalb die UBS-Aktien seit Dezember einen guten Lauf hatten. Die Grossbank informierte über die Jahresresultate und Geschäftsaussichten und kündigte einen Aktienrückkauf in der Grössenordnung von 2 Milliarden Franken an. So ein Zufall. Grundsätzlich, finde ich, soll man sich davor hüten, eine Aktie aufgrund von Rückkäufen zu erwerben. Nicht selten dienen solche Gewinnverdichtungen in erster Linie dem Topmanagement. Denn je höher die Eigenkapitalrendite, desto höher der Bonus. Bei der UBS ist das nicht anders. Trotzdem ist das Rückkaufprogramm ein positives Signal. Es zeigt, dass die Aufwendungen für Rechtsfälle und die Kosten für den Abbau der Schrottpapiere aus den Zeiten der Finanzkrise einigermassen kalkulierbar sind und sinken. Grosse Sprünge sind von der UBS nicht zu erwarten. Doch die Gewinne sollten noch deutlich steigen. Als weltweit führendes Institut in der Vermögensverwaltung für sehr wohl­habende Kunden ist UBS in einem Marktsegment tätig, das wächst und profitabel ist. Mit einem Kursgewinnverhältnis 2018 von 12 besteht weiteres Kurspotenzial. Kaufen

Wechsel auf den Standard 5G

Der Kabel- und Elektrotechnikhersteller Huber+Suhner verkörpert für mich viele typische Eigenschaften eines erfolgreichen Schweizer Unternehmens: hohe Spezialisierung und Qualität, Ausrichtung auf anspruchsvolle Marktnischen und Innovation als oberste Strategiepriorität. Aktien solcher Unternehmen sind langfristig immer gute Anlagen. Jetzt steckt Huber+Suhner aber in einer Übergangsphase, denn im wichtigen Absatzmarkt der Mobiltelefonie steht ab 2020 der Wechsel zum neuen Übertragungsstandard 5G an. Die neuen Produkte dafür sind bei Huber+Suhner erst in der Entwicklung und verursachen bloss Kosten. Die älteren Produkte für den Standard 4G müssen dagegen immer günstiger verkauft werden, je näher der neue Standard rückt. Für Huber+Suhner bedeutet das vorübergehenden Margendruck. Doch spätestens ab 2020 wird dieser wieder abnehmen. Die Aktien des Unternehmens haben wegen des Margendrucks seit letztem Sommer gegen 30 Prozent korrigiert. Solche Kursbaissen in Aktien von eigentlich grundsoliden Unternehmen sind für mich immer hervorragende Kaufgelegenheiten. Kaufen

Ein Fünftel mehr Bestellungen

Komax läuft es wie geschmiert. Das Luzerner Unternehmen, mit Abstand grösster Anbieter von Maschinen und Lösungen für die Kabelverarbeitung, hat im vergangenen Jahr ein Fünftel mehr Bestellungen verbucht. Komax profitiert in besonderem Mass davon, dass die Automobilhersteller ihre Produktion zunehmend automatisieren wollen. Mit dieser Branche erwirtschaftet das Unternehmen etwa 85 Prozent des Umsatzes. Endlich ist das Kapitel Diversifikation definitiv abgeschlossen. Die «Ausflüge» in die Branchen Solar und Medizinaltechnik haben unter dem Strich nichts gebracht. Im Gegenteil, vor allem im Solargeschäft sind beträchtliche Verluste entstanden. Die Restbeteiligung im Wert von 1,7 Millionen Franken ist nun abgeschrieben worden. Ein Antriebselement wird Komax künftig allerdings fehlen. Der aktive Investor Veraison, lange mit fast 6 Prozent am Kapital beteiligt, hat sich – mit einem hübschen Gewinn – vergangene Woche vermutlich ganz verabschiedet. Mit Blick auf die Geschäftsdynamik würde ich das aber nicht als Zeichen werten, dass sich ein Engagement in Komax nicht mehr lohnt. Kaufen

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