Hypothek 50+ schützt Ihr Wohneigentum im Alter

Grün wie die Hoffnung: Viele Rentner besitzen schönes Wohneigentum, das aber immer schwieriger zu finanzieren ist. Foto: Urs Jaudas

Meine Frau und ich besitzen eine schöne Eigentumswohnung in der Agglomeration Zürich, welche wir zum grossen Teil abbezahlt haben. Seit wir pensioniert sind, wird es mit den Kosten eng und wir wollten die Hypothek wieder erhöhen. Doch die Bank sagt Nein. Müssen wir vielleicht doch verkaufen? E.M.

Nicht zwingend. Da Ihr finanzieller Spielraum aufgrund der Kosten für die Eigentumswohnung und der gesunkenen Einnahmen seit der Pensionierung enger geworden ist, rate ich Ihnen, Ihre Finanzsituation als Ganzes zu überprüfen. So sehr Sie Ihre Eigentumswohnung auch lieben, sollte diese nicht der Grund sein, dass Sie sich sonst nicht mehr viel leisten können.

Wie viele Rentnerinnen und Rentner haben Sie den grössten Teil Ihres Vermögens in Ihrem Wohneigentum parkiert und sogar die Hypothek mehrheitlich abbezahlt. Sie sind eigentlich reich, müssen jetzt im Alter aber plötzlich sparen, damit Sie über die Runden kommen. Da wäre es sinnvoll, wenn Sie Ihre Hypothek wieder erhöhen könnten.

Leider weiss ich von etlichen anderen Fällen, dass viele Banken bei der Immobilienfinanzierung für Rentner sehr zurückhaltend geworden sind. Begründet wird dies von den Instituten mit den strengeren Tragbarkeitsregeln der Finanzmarktaufsicht und der Schweizerischen Bankiervereinigung. Da Pensionierte in der Regel mit der Pensionskassenrente und der AHV weniger Einkommen haben als noch im Erwerbsleben, erfüllen viele die Tragbarkeitsvorschriften nicht mehr oder nur noch knapp. Wenn sie dann keine Hypothek mehr erhalten, bleibt vielen oft nichts mehr anderes übrig als das Wohneigentum zu verkaufen.

Doch dies muss nicht sein. Es gibt einige Anbieter, die auch Rentnern Finanzierungen im Alter anbieten. Im Grossraum Zürich gehört dazu beispielsweise die kleine Bank Sparhafen Zürich, welche seit 1850 existiert, aber immer mal wieder mit unkonventionellen Angeboten positiv auffällt. Mit der Hypothek 50+ bietet sie eine Finanzierung für Wohnimmobilien für ältere Menschen.

«Damit wollen wir Rentnerinnen und Rentnern helfen, dass sie auch im Alter in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben können», sagt Reto Kyburz, Direktor der Bank Sparhafen Zürich, das Angebot auf Anfrage. Konkret gewährt das Institut Hypotheken bis zu maximal 65 Prozent des aktuellen Wertes der entsprechenden Liegenschaft. Dank der so frei werdenden Mittel können Sie nicht nur in Ihrer Eigentumswohnung bleiben, sondern auch eher einen Lebensstandard pflegen wie Sie es sich wünschen, ohne dass Sie gleich jeden Franken umdrehen müssen.

«Bei der Vergabe sind für uns nicht alleine die Tragbarkeitsregeln ausschlagend. Wir berücksichtigen die gesamte Lebens- und Vermögenssituation der älteren Kunden und beziehen auch das in der Immobilie gebundene Vermögen in unsere Berechnungen ein», erklärt Kyburz. Tatsächlich wohnen heute viele Rentner in den eigenen vier Wänden deutlich günstiger als wenn sie eine Wohnung mieten würden.

Selbst wenn man davon ausgeht, dass sich die Hypozinsen nicht ewig auf dem aktuell rekordtiefen Niveau bewegen, müssten Sie nach einem Verkauf Ihrer Eigentumswohnung wohl höhere Mietkosten für sich budgetieren. Dafür aber hätten Sie das Geld nicht mehr in der Eigentumswohnung gebunden.

Mehr liquide Mittel verschaffen können Sie sich auch mit einer Aufstockung der Hypothek. Welche Variante für Sie am ehesten geeignet ist, lässt sich nicht aus der Ferne sagen. Ich rate Ihnen aber, vor einem Verkauf alle Optionen zu prüfen und eine detaillierte finanzielle Auslegeordnung vorzunehmen. Anhand Ihrer weiteren Lebenspläne können Sie und Ihre Frau dann entscheiden, welche Variante für Sie tatsächlich tragbar ist. Und die natürlich die besten Voraussetzungen für Ihre persönliche Lebensqualität beinhaltet.