Zurich bietet wieder mehr als nur Dividende

Zurich Insurance: Profitiert von der Steuerrefom in den USA. Foto: Gaetan Bally/Keystone

Die Aktien der Zurich Insurance haben im neuen Jahr schon 5 Prozent gewonnen. Die Anleger sind optimistisch und rechnen 2018 mit einem Gewinnzuwachs. Diese Wette erscheint sicher, denn im abgelaufenen Jahr wird das Ergebnis von 0,6 Milliarden Dollar Katastrophenzahlungen belastet. Neues Jahr, neue Chance! Dabei sollte nicht vergessen werden, dass das Jahresergebnis eines Schadenversicherers erst am letzten Tag und nach Aufrechnung aller grossen Naturschäden verlässlich geschätzt werden kann. Aber derzeit kann sich Zurich Insurance günstig in Szene setzen. Das an der Börse zu 47 Milliarden Franken bewertete Unternehmen hat im Vergleich zu den Wettbewerbern Allianz und AXA einen wesentlich umfangreicheren Geschäftsanteil in den USA, weshalb es von der dortigen Steuerreform mehr profitieren sollte. Zudem beweist das Management neue Expansionslust. Für 2 Milliarden Franken kauft der Konzern in Australien ein, und in China wird an einer gemein­samen Sache mit einem dortigen Lebensversicherer gewerkelt. In der Zurich-Aktie ist jedenfalls wieder Zug drin, auch weil der Zeitpunkt im Frühling für die Zahlung einer auf unverändert 17 Franken erwarteten Dividende naht – dadurch wird eine Rendite von 5,4 Prozent in Aussicht gestellt. Kaufen

Zielmargenband von 10 bis 15 Prozent

Was Burckhardt Compression am Investorentag gezeigt hat, gefällt mir. Zum einen hat der Marktführer für Kolbenkompressoren, die zum Verdichten von Gasen eingesetzt werden, mit Marktanalyse und Mittelfristplan eine Orientierung gegeben – was umso willkommener ist, als das Geschäft nicht leicht zu verstehen ist und sich in den letzten Jahren als herausfordernd erwiesen hat. Zum andern scheinen die Verantwortlichen die richtigen Schlüsse zu ziehen. Davon ausgehend, dass das Neumaschinengeschäft die Talsohle zwar erreicht hat, aber schwierig bleiben wird, konzentriert man sich auf eine Konsolidieren der Führungsposition. Gas geben will man dafür im aussichtsreichen und lukrativen Servicegeschäft. Die bis 2022 angestrebten 700 Millionen Franken Umsatz elektrisieren nicht. Das Zielmargenband von 10 bis 15 Prozent (2017: 6 bis 9 Prozent) – und nur das – verströmt aber Reiz. Anlegern hat der Investorentag gefallen: Der Kurs ist seit Dienstag rund 10 Prozent gestiegen – was der Fantasie vorerst Grenzen setzt. Abwarten

Preiserholung

Öl der Nordsee-Referenzsorte Brent hat am Donnerstag erstmals seit 2014, als ein dramatischer Preiszerfall einsetzte, die Marke von 70 Dollar pro Fass durchbrochen. Von der Preiserholung profitieren die Ölunternehmen. Das zeigte sich schon in den vergangenen Quartalen, als markante Gewinnsteigerungen resultierten. Der Trend dürfte anhalten. Mehrere Öl- und Gasmultis haben ihre ­Dividendenpolitik angepasst. So haben Royal Dutch Shell und Stat­oil beschlossen, die Dividenden wieder vollständig in bar und nicht mehr teilweise in Form von Aktien auszuzahlen. Die Titel rentieren für 2018 geschätzte 5,3 Prozent (Shell) beziehungsweise 3,8 Prozent (Statoil). Die Valoren sind aber auch empfehlenswert, weil die beiden Multis die Zeichen der Zeit erkannt und Schritte zur Anpassung ihres Geschäfts an eine CO2-ärmere und klimafreund­lichere Zukunft eingeleitet haben. Mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen für 2018 von 16 respektive 18 sind die Aktien noch nicht zu teuer.
Kaufen

IT im Gesundheitswesen ist lukrativ

Wenn Anleger eine Geschichte begeistert, sind sie nur noch schwer zu bremsen. So geschehen bei Ascom. Das Traditionsunternehmen hat sich im letzten Jahr neu erfunden und ist nun ein schlanker, fokussierter Anbieter von Digitalisierungslösungen für Spitäler. IT im Gesundheitswesen, das ist ein wachstumsträchtiger, hochprofitabler Markt. Doch die Transformation von Ascom dauert länger, als den Anlegern lieb ist. Die Verkaufsorganisation befindet sich noch im Aufbau, teure Spezialisten müssen angestellt, Kunden überzeugt werden. Das braucht ­alles Zeit. Das Resultat: Umsatzwachstum wie Profitabilität liegen hinter den Markterwartungen zurück. Der Aktienkurs mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 29 hingegen eilt der Entwicklung des Unternehmens um Jahre voraus. Die Neuausrichtung der Traditionsfirma ist zweifellos vielversprechend, doch Anleger sollten sich besser zurückhalten, wenn sie Ascoms Geschichte nicht frühzeitig enttäuschen soll. Abwarten

Dünnes Handelsvolumen

Als erste Bank hat die Hypothekarbank Lenzburg am Freitag Zahlen für 2017 vorgelegt. Die fielen überraschend positiv aus. Trotz Tiefzinsumfeld steigerte das Retailinstitut den Ertrag und den Gewinn. Der freundliche Aktienmarkt beflügelte das Kommis­sions- und das Handelsergebnis, tiefere Zinszahlungen an ihre Kunden kamen dem Zinsertrag zugute. Interessant ist das Geschäft als IT-Dienstleisterin. Für eine Reihe von Kleinbanken betreibt die «Hypi» deren IT über ihr Kernbankensystem Finstar. Die Chefin Marianne Wildi, gelernte Informatikerin, will dieses Geschäft weiterentwickeln. Bereits heute ist es der drittgrösste – wenn auch noch kleine – Ertragspfeiler. Auch wenn das die «Hypi» im Vergleich zu anderen Retailbanken attraktiv macht, sind die Aktien dennoch keinen Kauf wert. Die Dividendenrendite ist nur einschliesslich der Jubiläumszahlung mit 3,3 Prozent attraktiv. Die Titel sind mit 4500 Franken pro Stück schwer, das Handelsvolumen ist dünn, weil sich die Papiere grösstenteils in der Hand langfristig orientierter regionaler Anleger befinden. Das begrenzt das Kurspotenzial. Meiden

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.