Bei der Vorsorge Tausende Franken sparen

Sparen für das Alter: Es zahlt sich immer aus, bei Vorsorgeprodukten die Gebühren genau zu prüfen. Foto: Getty Images

Ich bin eine freiberufliche Pflegefachfrau und habe jeweils die Maximalbeträge in die 3. Säule einbezahlt. Meine Bank hat mir vorgeschlagen, das Geld in Vorsorgefonds anzulegen. Ich bin jedoch erschrocken, als ich sah, dass schon die Einzahlung kostet. Dann fallen jährliche Gebühren an und bei der Auszahlung wieder. Ist Avadis eine günstige Alternative? H.S.

Die Avadis-Gruppe ist in erster Linie in der Vorsorge für Unternehmen tätig. Darüber hinaus bietet sie aber auch für Privatpersonen wie Sie Vorsorgefonds an. Die Gruppe verwaltet Vermögen von mehr als 16 Milliarden Franken und ging aus der ursprünglich vor mehr als vierzig Jahren gegründeten Vorsorgestiftung des ABB-Konzerns hervor. Private können bereits ab 50 Franken bei Avadis in sieben verschiedene Vorsorgeprodukte investieren.

Das Spektrum reicht vom einfachen Geldmarktfonds bis zum reinen Aktienfonds, welcher weltweit in Aktien investiert. Beim Basis-Fonds beispielsweise fliessen 60 Prozent des Kapitals in Anleihen und 40 Prozent in Aktien, wobei eine breite Diversifikation nach Branchen und Regionen und bei den Anleihen eine hohe Schuldnerqualität sichergestellt ist. Zu den grössten Aktienpositionen zählen Schweizer Blue Chips wie Nestlé, Novartis, Roche, UBS und Zürich sowie im internationalen Segment die US-Techriesen Apple, die Google-Mutterfirma Alphabet und Microsoft.

Aktiv verwaltet wird allerdings nur ein kleiner Teil des Kapitals – ein Grossteil des Geldes wird über Indexinstrumente angelegt. Dies erlaubt es Avadis, die Kosten gering zu halten und eine vergleichsweise günstige Gesamtkostenkennziffer TER von 0,57 Prozent auszuweisen. Damit zählt dieser Fonds zu den teuersten im Angebot von Avadis. Denn alle Fonds haben Gesamtkosten TER von unter 0,60 Prozent.

Zu den Pluspunkten zählt weiter, dass weder Depotgebühren noch Ausgabe- oder Rücknahmekommissionen verrechnet werden. Zudem kann die Anlagestrategie monatlich kostenlos gewechselt werden, wovon ich Ihnen allerdings abrate, da gerade beim Investment von Vorsorgegeldern bewusst eine langfristig ausgerichtete Anlagestrategie gewählt und umgesetzt werden sollte. Falls Sie aussteigen möchten, können Sie dies einfach tun. Denn Avadis kennt keine Kündigungsfristen. Alles in allem haben Sie damit eine kostengünstige Alternative zu den Angeboten der Banken.

Selbst wenn Sie bei Ihrer Bank bleiben, gibt es bei diesen durchaus kostengünstige Alternativen zu den oft teuren traditionellen Vorsorgefonds: Fragen Sie Ihre Bank nach passiv verwalteten Vorsorgefonds. Diese sind aufgrund der passiven Strategie deutlich günstiger und Ihre Rendite nach Gebühren somit attraktiver.

Eine Erfolgsgarantie haben Sie indes weder bei teuren noch bei günstigen Fonds: Das Anlagerisiko bleibt immer bestehen. Darum sollten Sie nicht alleine nur auf die Gebühren achten, sondern sich vor einem Investment genau überlegen, welche Risiken Sie eingehen möchten und könnten. Je kürzer die verbleibende Zeit bis zu einer geplanten Auszahlung der 3. Säule verbleibt, desto weniger Risiken würde ich eingehen. Ansonsten kann es Ihnen passieren, dass Ihre 3. Säule ausgerechnet dann im Rahmen einer Pensionierung zur Auszahlung gelangt, wenn Ihre Vorsorgefonds in einem Tief stecken.