Wie Sie Aktien günstig diversifizieren

Es kann sich lohnen, mit Indexprodukten auch den US-Markt abzudecken: Die New Yorker Börse von oben. Foto: Getty Images

Gerne würde ich in ETF-Fonds investieren, voraussichtliche Laufzeit acht Jahre. Ich interessiere mich für UBS ETF (CH) SLI Valoren-Nr. 3 291 273 und UBS ETF (LU) MSCI Valoren-Nr. 1 429 074 für je 15’000 Franken. Oder soll ich 30’000 Franken in den ETF LU investieren? Was ist Ihre Meinung? R. A.

Mit diesen beiden Exchange Traded Funds setzen Sie voll auf Aktien. Der UBS ETF (CH) SLI investiert in Aktien, welche Teil des Swiss-Leader-Index sind. Dieser enthält die 30 grössten und liquidesten Aktien des Schweizer Aktienmarktes. Ihr Fonds bildet den Index nach, wobei der SLI nicht dividendenbereinigt ist, was für Sie aber nicht relevant ist.

Zu den grössten Positionen des ETF zählen die bekannten Schweizer Blue Chips wie Nestlé, Novartis, Roche, UBS, ABB, Zürich, Swiss Re, Richemont, CS und Lafarge Holcim. Das Produkt ermöglicht es Ihnen, zu sehr geringen Gebühren den Schweizer Markt gut abzudecken und eine breite Diversifikation zu erreichen, die bei einem Kapitaleinsatz von 15’000 Franken mittels Einzeltiteln nie möglich und auch nicht sinnvoll wäre.

Mit einer Gesamtkostenkennziffer TER von 0,2 Prozent zahlen Sie nur wenig Gebühren. Ihnen bleibt somit mehr Rendite. Das ist besonders im Langzeitvergleich wichtig. Gerade auf lange Sicht macht es sich bezahlt, auf Produkte mit tiefen Gebühren zu setzen, da der Zinseszinseffekt die Renditeunterschiede auf mehrere Jahre hinweg akzentuiert.

Pluspunkt des Produktes ist auch, dass es einfach an der Börse handelbar ist: Wenn Sie es nach ein paar Jahren wieder abstossen möchten, können Sie es problemlos verkaufen und haben jederzeit die Gewähr, dass Ihnen ein fairer Kurs gestellt wird, da eine hohe Liquidität gegeben ist.

Das Gleiche lässt sich auch beim zweiten Produkt sagen: Der UBS ETF (LU) MSCI EMU investiert in europäische Aktien von grossen und mittelgrossen Unternehmen, welche im MSCI EMU Index enthalten sind. Auch dieses Produkt bildet den Basisindex eng nach. Dieser fokussiert sich auf Aktienanlagen aus Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien.

Zu den grössten Positionen zählen bekannte Firmen wie der französische Ölkonzern Total, das deutsche Softwareunternehmen SAP, Siemens, Bayer, der spanische Banco Santander, der französische Pharmariese Sanofi, die Allianz, BASF, Unilever und der Bierkonzern Anheuser-Busch. Sie können den europäischen Aktienmarkt recht gut abdecken und erreichen auch hier eine breite Diversifikation mit geringen Kosten. Denn dieser ETF ist mit einer Gesamtkostenkennziffer TER von 0,18 Prozent sogar noch günstiger.

Dennoch würde ich nicht die gesamten 30’000 Franken nur auf dieses Produkt setzen. Vielmehr würde ich je die Hälfte auf den Schweizer Markt und den europäischen Markt investieren. Allenfalls könnten Sie die Anlagesumme auch dritteln und neben den beiden erwähnten Produkten einen dritten ETF nutzen, der auf den US-Markt oder den gesamten Weltmarkt, inklusive der Schwellenländer, setzt. Dann würden Sie international eine breite Diversifikation erreichen.

Die europäischen Börsen sind zwar stark vom Geschehen an der Wallstreet abhängig. Trotzdem entwickeln sich die Märkte in Europa und den USA sowie Asien nicht zwingend gleich. Indem Sie mittels Indexprodukten die verschiedenen Märkte abdecken, erreichen Sie eine optimale Diversifikation international und können so von der Entwicklung dieser profitieren.

Gleichzeitig müssen Sie sich bewusst sein, dass Sie beträchtliche Risiken eingehen. Nachdem die Börsen in den letzten acht Jahren stark gestiegen sind, kann es jederzeit zu einer Korrektur kommen. Sie erreichen im Aktiensegment mit den Indexprodukten zwar eine breite Diversifikation. Wichtige andere Anlagekategorien wie Anleihen, welche eher weniger Kursschwankungen aufweisen, fehlen aber. Sie tragen mit dem Fokus nur auf Aktien somit ein Klumpenrisiko.

Wenn Sie, wie Sie dies planen, voll auf Aktien setzen, müssen Sie bereit sein, hohe Kursschwankungen zu ertragen, und einen langen Anlagehorizont haben. Dafür haben Sie mit Aktien langfristig deutlich höhere Renditechancen als beispielsweise mit Anleihen, welche angesichts der tiefen Zinsen mehrheitlich nur bescheidene Rendite abwerfen.