Mehr Spielraum mit der 3. Säule

Die 3. Säule kann man zum Abzahlen von selbstgenutztem Wohneigentum einsetzen. Foto: Getty Images

Die 3. Säule kann man zum Abzahlen von selbst genutztem Wohneigentum einsetzen. Foto: Getty Images

Im Pensionskassenreglement habe ich gelesen, dass ich Vorsorgegeld für Wohneigentum und die berufliche Selbstständigkeit vorbeziehen dürfte. Ist das auch bei der 3. Säule erlaubt? A. P.

Ja. Bei der 3. Säule haben Sie sogar mehr Spielraum. Zudem ist es unsicher, ob der frühere Kapitalbezug aus der Pensionskasse so wie heute noch lange erlaubt ist. Jedenfalls möchte Sozialminister Alain Berset den vorzeitigen Kapitalbezug aus der 2. Säule – also aus der Pensionskasse – für den obligatorischen Teil stark einschränken – so auch für die Aufnahme einer selbstständigen beruflichen Tätigkeit.

Der Bundesrat begründet diesen von ihm vorgeschlagenen Eingriff in die Handlungsfreiheit der Versicherten der zweiten Säule mit dem Anstieg der Versicherten, welche Ergänzungsleistungen beanspruchen. Auch wenn ein Zusammenhang mit dem Kapitalbezug nicht belegt ist, steht eine Einschränkung des Kapitalbezugs in den Eidgenössischen Räten zur Diskussion.

Selbst wenn diese Möglichkeit unterbunden würde, könnten Sie auch künftig Gelder aus Ihrer 3. Säule für die Aufnahme einer beruflichen Selbstständigkeit und für den Erwerbs von selbst genutzten Wohneigentum einsetzen. Auch für die Rückzahlung von Hypotheken dürfen Sie das 3.-Säule-Geld vorzeitig in Anspruch nehmen. Ein Vorbezug ist alle fünf Jahre möglich.

Seien Sie sich bewusst, dass ein Vorbezug vom Fiskus als Kapitalauszahlung eingestuft wird: Sie müssen auf dem Kapital eine Steuer zahlen, wenngleich zu einem reduzierten Satz und separat vom übrigen Einkommen. Falls Sie tatsächlich Geld aus der 3. Säule im Rahmen der gesetzlichen erlaubten Möglichkeiten vorbeziehen, ist es wichtig, dass Sie in den nachfolgenden Jahren möglichst wieder in die 3. Säule einzahlen. Das ist zwar nicht vorgeschrieben, da das Sparen in der 3. Säule ja völlig freiwillig ist, aber dennoch zu empfehlen, damit Sie Ihre durch den Vorbezug geschwächte Altersvorsorge wieder stärken. Zudem sparen Sie durch die Einzahlungen in die 3. Säule Steuern, weil die Einzahlungen in der Steuererklärung abzugsfähig sind.