Vorsorgegeld: Diversifikation ist das A und O

Altersvorsorge: Die ZKB bietet breite Diversifikation über verschiedene Anlagegruppen hinweg. Foto: Gaetan Bally/Keystone

Altersvorsorge: Die ZKB bietet breite Diversifikation über verschiedene Anlagegruppen hinweg. Foto: Gaetan Bally/Keystone

Ich werde mich mit 58 Jahren pensionieren lassen und plane, einen Teil meines Vermögens in ZKB Vermögensverwaltung Selection (CHF), Anlagestrategie Einkommen sowie das 3.-Säule-Geld bis zum Bezug in Swisscanto Vorsorge Fonds 45 Passiv (CHF) zu investieren. Da das Vermögen für den Vermögensverzehr nach der Pensionierung gebraucht wird, möchte ich Verluste unbedingt vermeiden. Was halten Sie von diesen Anlageideen? W. B.

Ihr Ziel erachte ich für erreichbar. Im Rahmen der ZKB Vermögensverwaltung Selection delegieren Sie die Verwaltung Ihres Kapitals an Ihre Bank. Sie können sich auf das Fachwissen des ausgewiesenen Anlagechefs, Christoph Schenk, und seines Teams stützen. Dabei wird Ihr Geld in erster Linie in Fonds und in geringem Umfang auch in strukturierte Produkte investiert. So erreichen Sie eine breite Diversifikation über die verschiedenen Anlagegruppen wie Aktien, Obligationen, Immobilien und Rohstoffe und haben Gewähr, dass der aktuellen Marktentwicklung Rechnung getragen und mögliche Opportunitäten, welche sich daraus ergeben, genutzt werden.

Wie Sie mir schreiben, haben Sie sich für die Anlagestrategie Einkommen entschieden. Dabei wird der Grossteil des Geldes in Obligationen angelegt. Je nach Marktentwicklung beträgt der Obligationenanteil zwischen rund der Hälfte und bis zu 90 Prozent. Nur ein kleiner Teil fliesst in Aktien. Hier liegt die Bandbreite zwischen 10 und 35 Prozent. Möglich sind in begrenztem Rahmen bis maximal 20 Prozent auch alternative Anlagen. Dank der breit diversifizierten Strategie und der Überwachung durch die Anlagespezialisten der Bank halten sich Ihre Risiken in Grenzen. Dennoch sind Kursschwankungen nicht ausgeschlossen. Der damit nötige Anlagehorizont von wenigstens fünf Jahren ist in Ihrem Fall gegeben.

Sie haben aus meiner Sicht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie Ihr Kapital nicht nur erhalten können, sondern auch im kleinen Umfang ein Wachstum erreichen. Zusätzlich profitieren Sie von Zins- und Dividendeneinnahmen. Gleichzeitig müssen Sie sich bewusst sein, dass es die Vermögensverwaltung nicht kostenlos gibt: Die Kosten dafür betragen pro Jahr 1,3 Prozent, welche letztlich von Ihrer Rendite weggehen. Immerhin sind dabei aber auch Gebühren für Courtagen, Verwahrung usw. eingeschlossen. Deutlich höhere Renditechancen hätten Sie, wenn Sie sich für die Strategie «Ausgewogen» oder «Wachstum» entscheiden würden, welche einen höheren Aktienanteil beinhalten.

Doch dann müssten Sie bereit sein, stärkere Kursschwankungen zu akzeptieren, was indes nicht Ihren Vorstellungen entspricht. Klar geringere Kosten gehen Sie beim Swisscanto Vorsorge Fonds 45 Passiv (CHF) ein, welchen Sie für Ihre 3.-Säule-Konten bis zum Bezug ins Auge fassen. Da es sich um ein passiv verwaltetes Fondsprodukt handelt, liegen die Kosten lediglich bei 0,44 Prozent pro Jahr. Wie es der Name signalisiert, beträgt die Aktienquote 45 Prozent. Sie liegt also deutlich höher als bei Ihrem Vermögensverwaltungsmandat. Auch der Anteil Fremdwährungen ist mit fast 30 Prozent höher, wird aber zum Teil in Franken abgesichert. Das Kursschwankungsrisiko ist bei diesem Fonds eindeutig höher, macht bei einem 3.-Säule-Produkt aber durchaus Sinn.

Sie planen diesen Fonds ja auch länger zu halten, sodass sich das Risiko etwas relativiert. Dafür haben Sie bessere Renditechancen. Wenn Sie unsicher sind, rate ich Ihnen, zusätzlich bei einer weiteren Bank oder Versicherungen weitere Anlagevorschläge einzuholen. Dann können Sie vergleichen. Allerdings müssen Sie sich bewusst sein, dass Renditeversprechen meist nicht verbindlich sind. Die Gebühren hingegen fallen in der Regel auch an, wenn die Renditeziele nicht erreicht wurden. Natürlich könnten Sie statt des vergleichsweise teureren Vermögensverwaltungsmandats auch verschiedene passiv verwaltete Exchange Traded Funds wählen und mit weniger Gebühren auch so eine breite Diversifikation erreichen. Doch da müssten Sie sich entweder selbst intensiv um die Verwaltung kümmern oder diese ebenfalls extern delegieren, was indes auch wieder zusätzliche Gebühren verursacht.

Wenn Sie selbst nicht über die nötigen Fachkenntnisse verfügen oder sich nicht um die Verwaltung kümmern möchten, ist die von Ihnen gewählte Strategie eine sinnvolle Möglichkeit, um Ihr Ziel in Hinblick auf Ihre Frühpensionierung zu erreichen. Zu grosse Renditeerwartungen sollten Sie im Rahmen der konservativen Strategie bei der Vermögensverwaltung nicht hegen. Dafür haben Sie eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Sie nicht plötzlich mit hohen Buchverlusten konfrontiert sind, was den für später geplanten Vermögensverzehr beeinträchtigen würde.

4 Kommentare zu «Vorsorgegeld: Diversifikation ist das A und O»

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.