Apple lässt Amazon und Alphabet alt aussehen

Apple Store: Das neue iPhone soll etwas Besonderes werden. Foto: Edgar Su/Reuters.

Mit Blick auf die US-Börsen war dieser Tage häufig die Rede von den Amazon- und Alphabet-Valoren. Amazon-Titel knackten erstmalig am Dienstag die 1000-Dollar-Marke, und die Aktien der Google-Mutter Alphabet stehen kurz davor. Die wahren Helden aber sind die Papiere von Apple. Ohne einen Aktiensplit im Verhältnis sieben zu eins vor drei Jahren hätten die Aktien des weltweit wertvollsten Börsenunternehmens schon Ende März die Schwelle von 1000 Dollar überschritten. Beflügelt werden die Papiere von Gerüchten rund um das nächste iPhone. Das Apple-Smartphone im zehnten Jahr nach dem ersten iPhone, dem ersten Alleskönnerhandy moderner Prägung überhaupt, soll etwas Besonderes werden. Das Problem nur: Apple-Papiere sind schon mehr als gut gelaufen. In den vergangenen zwölf Monaten haben sich die Valoren 53 Prozent verteuert, Amazon 40 Prozent, Alphabet 32 Prozent. Nur wer Mut hat, kauft jetzt noch Apple-Valoren, um beim iPhone-Rummel dabei zu sein. Alle anderen beobachten die Neuigkeiten, welche die Manager des Unternehmens an der Entwicklerkonferenz kommende Woche in San Jose vorstellen – und entscheiden dann. In Schwächen kaufen

Restrukturierte Kakaosparte

Die Bewertungen am Schweizer Aktienmarkt sind vielfach hoch. Doch es lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Die Titel von Barry Callebaut (+15 Prozent seit Anfang Jahr) etwa werden nahe dem Allzeithoch gehandelt. Die Nummer eins der Schokolade- und Kakaobranche will die führende Position mit Zuwachsraten klar über dem Marktdurchschnitt weiter ausbauen. Die Ziele sind ambitioniert, doch der Kurs stimmt. Die Kakaosparte ist restrukturiert, vielversprechende Verträge mit Grosskunden sind unter Dach und Fach. Die angepeilte über dem Volumenwachstum liegende Zunahme des Betriebsgewinns sollte gelingen. In der Bewertung der Aktien sind bereits hohe Gewinnerwartungen enthalten. Eine marktkonforme Kursperformance ist deshalb auf kurze Sicht das wahrscheinlichste Szenario. Für langfristig orientierte Anleger ist Barry Callebaut weiterhin eine Option im defensiven Nahrungsmittelsektor. Kaufen

Mehrwert für die Investoren

Über mangelndes Wachstum kann Dottikon ES nicht klagen. Zum zweiten Mal in Folge konnte die Gesellschaft den Jahresumsatz um mehr als 20 Prozent steigern. Der Gewinn stieg im Geschäftsjahr 2016/17 per Ende März gar um 55 Prozent auf 22 Millionen Franken. Die Rendite auf das investierte Kapital übersteigt seit zwei Jahren die Kapitalkosten wieder. Das bedeutet, dass Dottikon Mehrwert für die Investoren erzielt. Der Wachstumstrend soll kurz- wie mittelfristig anhalten. Dennoch sollten Anleger die Aktien nur als Beimischung ihres Portfolios betrachten. Der Streubesitz (12,2 Prozent) und die gehandelten Volumina (im Schnitt 170 Valoren pro Tag) sind klein. Bei Verkäufen drohen im schlimmsten Fall ungerechtfertigte Abschläge. Auch sind die Aktien bereits stattlich bewertet. Basierend auf einem Vergleich mit den Konkurrenten Lonza, Siegfried und Bachem, zeigt sich, dass ein Grossteil des Wachstums für 2017/18 bereits im Kurs eingerechnet ist. Abwarten

Bedarf an Spinnmaschinen steigt

Beim Spinnmaschinenhersteller Rieter sind Umsatz und Gewinn im letzten Jahr gesunken. Rieter-Chef Norbert Klapper rechnet für 2017 bloss etwa mit einem gehaltenen Ergebnis auf bescheidenem Margenniveau. Die Aktien notieren trotzdem nur wenig unter den Höchstkursen der vergangenen sechs Jahre. Zum einen gründet das im unattraktiv niedrigen Zinsniveau, das Kapital vom Obligationen- an den Aktienmarkt fliessen lässt und dort die Bewertungen hochtreibt. Zum anderen ortet die Börse im niedrigen Rieter-Ergebnis aber auch Potenzial: Wenn die Nachfrage anzieht, wird Rieters Gewinn markant in die Höhe schnellen. Technisch ist das Unternehmen spitze, und die Kosten sind im Griff, besonders nach Abschluss der jetzt laufenden Verlagerungen. Dass der Bedarf an Spinnmaschinen zunehmen wird, ist absehbar: Die Weltbevölkerung wächst, und der Anspruch an Kleidung nimmt in den Schwellen­ländern zu. Wenn es Rieter gelingt, wieder eine Marge von gegen 12 Prozent zu erreichen wie letztmals 2011, dann entspräche das etwa einem Gewinn pro Aktie von rund 20 Franken, nach 9.40 Franken im Vorjahr. Nimmt man zudem an, dass Rieter bei Erreichen dieser Marge mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 bewertet sein wird, dann ergibt sich daraus ein Kursziel von 300 Franken oder rund 35 Prozent auf Sicht von wohl zwei bis drei Jahren. Kaufen

Störenfried sorgt für Kurssprung

Die Aktien des Netzwerkausrüsters Ericsson verbuchten vergangene Woche einen satten Kursgewinn von rund 5 Prozent. Das ist untypisch für die Titel eines kriselnden, schwerfälligen Grosskonzerns aus Schweden, dessen Umsatz und Gewinn massiv schrumpfen. Grund für den Kurssprung ist der Einstieg des Investors Cevian – in der Schweiz bekannt als Grossaktionär und Störenfried bei ABB. Cevian ist ein sogenannter aktiver Investor, der als Eigner auch in das Geschäftsgeschehen der investierten Unternehmen eingreift. Das ruft viele Trittbrettfahrer auf den Plan und erklärt den jüngsten Kursanstieg. Doch um mit Ericsson-Aktien Geld zu verdienen, müssen Anleger – wie Cevian – einen langen Zeithorizont von mindestens fünf bis sieben Jahren haben. Denn bis sich Ericsson mit einem fokussierten Produktangebot und fitter Organisationsstruktur wieder gegen die Konkurrenten Huawei und Nokia wird durchsetzen können, wird unweigerlich Zeit vergehen – Cevian-Effekt hin oder her. Dosiert kaufen

2 Kommentare zu «Apple lässt Amazon und Alphabet alt aussehen»

  • erich schweizer sagt:

    Würde von den vorgeschlagenen Aktien nur gerade Ericsson kaufen, da Kurs wirklich tief steht.
    Momentan lohnt es sich abzuwarten bis die Börsen rund 10 bis 15 Prozent korrigieren.
    Falls man jetzt kaufen möchte dann nur Aktien die in letzter Zeit gefallen sind, wie beispielsweise Oelaktien oder auch gewisse Bankaktien.

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