Wie erreichen wir für unsere Enkelin eine hohe Rendite?

Sparen für die Enkelin: Bei einem langen Anlagehorizont fallen Kursschwankungen kaum mehr ins Gewicht. Foto: Getty

Sparen für die Enkelin: Bei einem langen Anlagehorizont fallen Kursschwankungen kaum mehr ins Gewicht. Foto: Getty

Gerne stelle ich Ihnen eine Frage zum langjährigen Ansparen für unsere Enkelin. Für Sie möchten wir in ein Einmaleinlage-Produkt einzahlen, welches ihr nach 18 Jahren die beste Auszahlung gewährleistet. Über das Emittenten-Risiko bin ich mir im Klaren. Welche Bank-, Fonds- und Versicherungsprodukte würden Sie empfehlen? A.E.

Der grosse Vorteil in Ihrem Anlageplan für Ihre Enkelin liegt im sehr langen Anlagehorizont. Das Geld kann liegen bleiben. Kursschwankungen fallen so kaum mehr ins Gewicht. Sie fragen nach den unterschiedlichen langfristigen Anlagemöglichkeiten: Auf keinen Fall würde ich das Spargeld, welches Sie auf einmal für die Enkelin einzahlen, einfach auf einem Sparkonto liegen lassen. Selbst wenn es ein Kindersparkonto wäre, welches etwas mehr Zins gibt, würden Sie auf so viele Jahre hinaus für Ihre Enkelin nicht viel verdienen oder sogar Geld verlieren.

Langfristig ausgerichtete Anlagemöglichkeiten bieten auch die Versicherer: Etwa mit Einmaleinlagen, die über Fonds an die Entwicklung der Finanzmärkte gekoppelt sind. Das wäre durchaus eine Möglichkeit, um das Geld sicher während 18 Jahren zu parkieren. Diese Produkte enthalten in der Regel zusätzlich einen Versicherungsschutz. Die Frage stellt sich, ob dies Ihre Enkelin in den jungen Jahren wirklich braucht. Da habe ich meine Zweifel. Faktisch würden Sie dann über das Produkt einen Versicherungsschutz mitfinanzieren, der nicht zwingend nötig ist.

Die einfachste Möglichkeit, für Ihre Enkelin zu sparen, sehe ich in Anlagefonds. Damit erreichen Sie eine breite Diversifikation und haben gute Ertragschancen. Dabei würde ich Fonds mit einem hohen Aktienanteil vorziehen. Weil das Geld während mindestens 18 Jahren nicht angetastet wird, könnten Sie sogar Fondsprodukte mit 100 Prozent Aktienanteil nutzen. Für einen jungen Menschen erachte ich dies aus der Risikoperspektive für vertretbar, gleichzeitig besteht aber über die vielen Jahre das grösste Ertragspotenzial.

Wichtig scheint mir noch der Aspekt der Gebühren: Auf lange Sicht macht es einiges aus, wenn Sie Produkte mit tiefen Gebühren wählen. Die Gebühren fressen einen Teil der Rendite weg. Dank des Zinseszinseffektes macht es unter dem Strich viel aus, ob die Rendite über die Gebühren mehr oder weniger geschmälert wird. Deshalb würde ich in Ihrem Fall kostengünstige Indexfonds Ihrer Bank mit einem möglichst hohen Aktienanteil oder reine Exchange Traded Funds wählen, die an einen Weltaktienindex gekoppelt sind – oder aber mehrere ETFs, die an einen Aktienindex USA, Europa, Asien und die Schweiz gekoppelt sind. So erreichen Sie ohne hohe Kosten eine breite Diversifikation.

Wenn keine Dividenden oder Zinsen gezahlt werden, fallen keine Steuern an, denn mögliche Kurssteigerungen der Fondsprodukte sind steuerfrei. Solange die Anlageprodukte in Ihrem Depot sind, müssen Sie diese in Ihrer Steuererklärung deklarieren. Ich würde es separat als Wertpapiere für Ihre Enkelin ausweisen.

Ihre Idee, langfristig eine finanzielle Basis für Ihre Enkelin zu schaffen, ist sympathisch. Am meisten davon hat sie, wenn das Geld über die Jahre hinweg nicht auf dem Konto bleibt, sondern arbeitet. Vielversprechend sind dabei kostengünstige ETFs auf einen oder mehrere Aktienindizes. Risikolos sind solche Produkte auch nicht. Der sehr lange Anlagehorizont und das junge Alter Ihrer Enkelin sprechen aber meines Erachtens dafür, dass Sie etwas mehr Risiken eingehen dürfen, um für die Enkelin auf lange Sicht deutlich höhere Ertragschancen zu erschliessen.