Bank Coop wird zu Bank Cler – ist unser Geld noch sicher?

Die Bank Coop wird ab Mai 2017 zur Bank Cler: Die Basler Kantonalbank hat ihren Anteil aufgestockt. Foto: Markus Stücklin/Keystone

Die Bank Coop wird ab Mai 2017 zur Bank Cler: Die Basler Kantonalbank hat ihren Anteil aufgestockt. Foto: Markus Stücklin/Keystone

Wir haben mit Erstaunen Post von der Bank Coop erhalten, bei der wir ein nicht ganz kleines Vermögen haben: Müssen wir uns Sorgen machen, dass das Geld mit der neuen Bank Cler AG nicht mehr sicher ist? G. N.

Nein. Mit dem Ausstieg des Detailhändlers Coop hat die Basler Kantonalbank ihren Anteil aufgestockt. Doch schon bisher hielt Coop nur noch 10,4 Prozent der Aktien an der Coop-Bank. Das Basler Staatsinstitut war seit 1999 bereits Mehrheitsaktionärin.

Dennoch ist der Rückzug von Coop eine Zäsur: Denn das Institut war 1927 als Bank der Genossenschaften und Gewerkschaften aus der Taufe gehoben worden. Faktisch hat sich Coop bereits vor 18 Jahren von der Coop-Bank teilweise verabschiedet, indem die Mehrheit an die Basler KB ging. Neu halten die Basler 75,8 Prozent an der künftigen Bank Cler, wie die umbenannte Coop-Bank dann heissen wird. Die übrigen Aktien sind breit verteilt.

Die Aktien der Coop-Bank werden an der Schweizer Börse gehandelt, und jeder kann diese Titel erwerben. Auch in Zukunft dürfte das wohl so bleiben. Jedenfalls hat die Basler Kantonalbank vorderhand nicht angekündigt, dass sie alle Aktien aufkaufen will.

Punkto Sicherheit ändert sich für Sie nicht viel. Als Mehrheitsaktionärin haftet die Basler Kantonalbank für ihre Tochterbank. Entscheidend ist für Sie somit die Frage, wie sicher denn die Basler KB ist. Eine gewisse Unsicherheit beinhaltet zwar der nach wie vor ungelöste Steuerstreit mit den USA. Dennoch darf auch dieses Institut als sicher eingestuft werden: Die Basler Kantonalbank, deren Partizipationsscheine übrigens auch an der Schweizer Börse kotiert sind, verfügt über eine Staatsgarantie. Der Kanton Basel-Stadt haftet für sämtliche Verbindlichkeiten der Bank. Dafür liefert die Bank zusätzlich zur Verzinsung des Dotationskapitals einen erheblichen Teil des Gewinnes dem Kanton Basel-Stadt ab.

Wie jede andere Bank hierzulande auch unterstehen sowohl die künftige Bank Cler als auch die Basler KB der Eidgenössischen Finanzaufsicht (Finma), welche darüber wacht, dass alle Richtlinien eingehalten werden. Zudem kommen Sie auch bei der Bank Cler in den Genuss der gesetzlich garantierten Einlagensicherung: Es sind somit Gelder bis maximal 100’000 Franken pro Kunde – nicht pro Konto – gesichert. Wertpapiere bleiben ohnehin immer im Besitz der Kunden.

Das Management der Coop-Bank hat erklärt, dass es mit der neuen Bank Cler deutlich wachsen möchte und hierzulande Marktanteile ausbauen und den Gewinn steigern wolle. Inwiefern sich mit dieser Strategie die Kundenbeziehungen seitens der Bank verändern werden, kann ich nicht beurteilen. Falls sich diese negativ entwickeln würden, haben Sie ja jederzeit die Möglichkeit, zu einer Konkurrentin zu wechseln. Bedenken wegen der Sicherheit müssen Sie indes angesichts der heute bekannten Fakten nicht haben.

23 Kommentare zu «Bank Coop wird zu Bank Cler – ist unser Geld noch sicher?»

  • Martin sagt:

    Um ehrlich zu sein, ich weiss nicht mal, was Coop heisst. Aber bald heisst die Coop Bank, Bank Cler AG. Was ist denn dass für ein bescheuerter Name? Können die nicht einen etwas anständigeren Namen für diese Bank aussuchen?

    • Hans Rudolf TOMMER sagt:

      Ich habe mich auch gewundert, als ich beim SBB Bhf Basel auf der Passarrelle auf der grossen Leinwand diesen Namenszug gelesen habe. Der Name ist gewöhnungsbedürftig, aber wenn man wirklich über das Geld redet, wie die Werbung dies vermittelt, ja, dann sollte man diese Bank zuerst mal kennen lernen.
      Aber beim Internet Auftritt heisst es: Aeschenplatz Schalter geschlossen. Nur die Bankomaten sind offen. Wie kann ich Kunde werden?
      Ich lasse mich gerne überraschen. Geht diese Bank neue Wege? Dann lassen Sie es mich wissen.
      Herzlichen Dank
      Mit freundlichen Grüssen
      Hans Rudolf Tommer

  • Andrea sagt:

    Es heisst „klar“ auf Rumantsch. Ich finde diesen Namen sehr passend und ist ganz und gar nicht bescheuert.

  • leone sagt:

    ja, klar. kb basel hat nun über 75%.

  • Markus Stampfli sagt:

    Einlagesicherung:
    Wenn die Konten auf meinen und den Namen meiner Frau lauten, sind dann 200kChF abgedeckt?

    Danke für eine Klärung

  • Sacha Maier sagt:

    Folgerichtig müsste sich die Migros-Bank in «Mler Bank AG» umbenennen. Dann wäre wieder Gleichstand hergestellt.

  • Severin Müller sagt:

    Die nun vollständige Übernahme durch die Basler Kantonalbank empfinde ich nicht als gut oder „Cler“. Die BKB ist doch die Bank, welche durch Stützkäufe ihre Partiziptionsscheine zu überhöhten Preisen den eigenen Kunden anbot. Heute sind diese Scheine nicht einmal mehr die Hälfte wert. Die Bank Coop hätte ich mir lieber unabhängig bewahrt gesehen.

  • Andrea sagt:

    Cler ist ein normales romanisches Wort und heisst klar auf deutsch. Also nichts mit Mler für die Migros und C(oop)ler für Coop.

    Daran merkt man, wie wenig man sich in die Materie einlesen zu vermag.

    • Isidor Knickli sagt:

      Nein, daran merkt man wie unwichtig Romanisch in der Schweiz ist. Aber es wäre ja ganz vollkommen und absolut unmöglich gewesen, hätte sich dieser Laden einfach zu „Bank Klar“ umbenannt (einen blöderen Namen für eine Bank habe ich ohnehin noch selten gehört – Klar klingt irgendwie nach Durchsichtig… sieht so bald das Geld der Kundschaft aus?).

  • Bruno sagt:

    Martin, man müsste sich halt mal mit Coop befassen, dann wirst du merken, dass das etwas mit dem früheren Konsumverein zu tun hatte. Und der wurde in Therwil resp. Oberwil gegründet. Das gäbe eine sehr interessante Geschichts-Lektion.

  • Vinzenz Bieri sagt:

    „Ist unser Geld noch sicher?“ Sicher ist nicht immer sicher ( ! ) denn nur mit Bedingungen bleibt unser Geld bei Banken, wie beispielsweise der Cler oder bei anderen Banken sicher. Das Geld auf dem Konto einer Bank darf höchstens 100’000 CHF betragen, damit es von unserem Staat bei einem Konkurs der Bank geschützt bleibt. Es sei dann, es kommt zu einem Staatsbankrott, wie damals beispielsweise in der DDR, dann sind so ziemlich alle Bankguthaben verloren, auch wenn die Gelder aufgeteilt und nicht alle „Eier im gleichen Körbchen liegen.“

    • Isidor Knickli sagt:

      Ja, und es sei denn, dass die Bank etwas allzu gross wäre und zuviel Kunden hätte, sodass bei weitem nicht genug Geld da wäre, jedem seine 100’000 auszuzahlen. Aber dieses Problem existiert ja dank der Kleinbanken UBS und CS in der Schweiz überhaupt nicht, da haben wir ja nochmal Glück gehabt.

  • Isidor Knickli sagt:

    Firmen, die ihren Namen ändern müssen, die waren schon immer suspekt. Aber ob nun Coop oder Basel-Stadt – auch „Cler“ bleibt also in linker Hand und wird nicht rentieren. Mir als Novartis-Aktionär und also Miteigentümer wäre es sehr recht, wenn Novartis den Kanton wechseln würde: Anstatt den linken Basler Kuchen zu finanzieren, der das Geld dann zur Bank „Cler“ bringt wäre mir lieber, wenn Novartis eine anständige Dividende an mich ausschütten würde. Die würde ich dann ebenfalls in meinem eigenen Kanton versteuern.

    • Päuli sagt:

      genau! der neue name ändert auch nichts an den internen missständen!

    • Giovanni sagt:

      Also was soll dieser Kommentar denn ? Wie Sie als Eigentümer von Novartis, und dem Rest der Welt, politisch stehen interessiert doch hier nicht. Bank Coop ist wohl von den Gewerkschaften in den 20er Jahren gegründet worden. Was soll daran falsch sein ? Mitlerweile ist das nur noch ein geschichtliches Detail. Die Bank Cler zielt auf ein Klientel das sich immer mehr hauptsächlich mittels Smartphone kontaktieren lässt.

    • Josef Marti sagt:

      Was sind denn Sie für ein komischer Knickli? Gibt es bei Ihnen ausser dem persönlichen Profit nur noch ein links rechts Schema?

  • Nicolas Jacquemart sagt:

    Das revidierte Gesetz betreffend der BKB schliesst jegliche Haftung für Tochtergesellschaften aus (para. 9).

    Die Aussage „Als Mehrheitsaktionärin haftet die Basler Kantonalbank für ihre Tochterbank“ ist folglich gerade mit Verweis auf die Staatsgarantie falsch.

    So viel Recherche zu erwarten ist ja wohl nicht vermessen…

  • Lukas sagt:

    Wie §9 Abs. 2 des 2015 revidierten BKB Gesetzes explizit vorsieht, ist die Haftung für Tochtergesellschaften gerade ausgeschlossen (man siehe hier: https://www.bkb.ch/~/media/Files/BaslerKantonalbank/Documents/Diverses/bkb-gesetz_ueber_die_basler_kantonalbank.pdf). Wie der Autor, der sich ja immerhin „Wirtschafts- und Finanzexperte“ nennt, eine Haftung der Mehrheitsaktionären sieht und gar die Stabilität der Bank Coop rsp. nun Bank Cler mit der Stabilität des Kantons Basel Stadt verknüpfen will, ist mir in Anbetracht der klaren Gesetzeslage doch eher schleierhaft…
    Richtigerweise sind die BKB und die Bank Cler zwei unabhängige Finanzinstitute, die zwar wirtschaftlich über die Beteilung der ersteren an der letzteren verbunden sind, aber nicht füreinander haften.

  • Hans U. Schoch sagt:

    Ein neuer Name – welch eine bescheuerte Idee. Da hat doch diese Bank über Jahrzehnte mit ihrem Namen ‚Coop-Bank‘ geworben…eine Marke geschaffen und jetzt sollen alle Werbemittel der vergangenen Jahre – wahrscheinlich zig Millionen einfach so mir nichts – dir nichts aufgelöst werden. Ja, was kümmert das schon die Bankmanager mit ihren Profilneurosen ? Man stelle sich vor – jedes Couvert, jeder Vetrag….alles im Eimer….um anschliessend sagen zu können: für die Kunden ändere sich nichts ?
    Nein, um eine Solche Bank muss man einen grossen Bogen schlagen, weil ihre ‚Strategen‘ nicht wissen was oekonomisches Handeln heisst…und man wohl annehmen muss, dass sie mit deren Geld ähnlich liederlich umgehen werden, wie mit demjenigen der Aktionäre.

  • Juliana sagt:

    Neue Bank, neue AGB. Es lohnt sich, dies durchzulesen. Besonders die Bestimmungen im Kleingedruckten!

  • Christian sagt:

    Ja, ich hatte ein Problem, weil die Bank Cler meinen Zahlungsauftrag nicht ausführte und ich bekam einfach keine Reaktion, usw….möchte nicht alles schildern! Lange Geschichte zu ungunsten der Bank. Fazit ist, neues Personal, extrem unfachmännisch, reagieren nicht korrekt auf Anfragen oder eben Reklamationen. Ich empfehle jedem, diesen Cler-Verein zu meiden, da sich auch in der heutigen Zeit so ein Unternehmen, geführt durch eine Frau (ich hätte mir so eine positive Reaktion auf feministisches Leadership gewünscht ) nicht lange halten kann. Oder vielleicht täusche ich mich und die Aktionäre der Basler Kantonalbank bluten halt gerne ein bisschen länger. Amen.
    Und zweitens ist die Wahl des neuen Namens meines Erachtens völlig daneben. Es ist nicht eine Hautcreme.
    Really NO Swissness!

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