Der Energiekonzern BKW steht unter Strom

AKW Mühleberg: BKW-Titel haben seit 2013 fast zwei Drittel zugelegt. Foto: Alessandro Della Bella/Keystone

Der Stromkonzern BKW zeigt, wie es geht. Bei der Aktienkursentwicklung haben die Berner die Branchennachbarin Alpiq längst abgehängt. Seit 2013 haben die ­Alpiq-Papiere mehr als ein Drittel verloren, die BKW-Valoren haben dagegen fast zwei Drittel zugelegt. Anders als Alpiq hat BKW Endkunden in der Grundversorgung. Das bringt gesicherte Einnahmen und stellt sicher, dass das Energieunternehmen die Produktions­kosten anteilig mindestens decken kann. Doch auch strategisch setzt die BKW-Führung sinnvolle Akzente. Etwa beim Thema Corporate Governance. BKW verkleinert den Verwaltungsrat (VR) um einen Sitz auf sieben, das in den Statuten festgelegte Minimum. Der Verwaltungsrat von Alpiq zählt 13 Mitglieder, was überdurchschnittlich ist. Fachkompetenz spielt bei Alpiq eine untergeordnete Rolle, die Mitglieder werden von den Grossaktionären entsandt, vielfach sind es Politiker. Unternehmertum ist im VR von BKW ausgeprägter vertreten. Das macht mich zuversichtlich. Während Alpiq die Ausschüttung gestoppt hat, rundet im Fall von BKW eine Dividendenrendite von geschätzten 3 Prozent für 2016 das positive Bild ab. Kaufen

Gestoppte Erosion

Zu den weniger glücklichen Unternehmen gehört der Elektronikdienstleister Cicor. Dort folgt ein Rückschlag nach dem anderen. ­Zunächst wurde während zweier Jahre kein CEO gefunden. Der neue Mann, der im Sommer 2015 seinen Dienst antrat, stolperte über nötig gewordene Restrukturierungen. Die damit verbundenen Kosten führten zur Jahresmitte 2016 zu roten Zahlen. Mitte September übernahm dann Alexander Hagemann das Zepter. Nun scheint sich eine Besserung abzuzeichnen. Die ersten Zahlen für 2016 lassen hoffen: Der Auftragseingang erhöhte sich, und die Erosion der Ergebnisentwicklung konnte offenbar gestoppt werden. Die Börse scheint an die Trendwende zu glauben: Die Aktien befinden sich seit Anfang Dezember im Aufwärtstrend. Für Engagements besteht allerdings keine Eile, der Trend muss zuerst bestätigt werden. Abwarten

Überholtes Stammgeschäft

Myriad hat den Anlegern am Freitag mit den Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr einen gehörigen Schrecken eingejagt, die Aktien sind zeitweise mehr als ein Fünftel eingebrochen. Der Spezialist für Handysoftware hat 46 Prozent Umsatz eingebüsst, die flüssigen Mittel schmelzen dahin, und der frühere Hoffnungsträger ­Versy, eine Chat-Anwendung, hat sämtlichen Glanz verloren. Eine Stabilisierung ist nicht in Sicht, und das frühere Stammgeschäft ist technologisch überholt. Dafür positioniert Myriad schon den nächsten Hoffnungsträger, neue Cloud-Dienste unter dem Namen Connect. ­Myriad-Aktionäre sind Turbulenzen gewohnt, doch für viele ist der Bogen überspannt. Die Unsicherheiten nehmen zu statt ab. Auch der Abgang von CEO Stephen Dunford Ende Januar zählt dazu. Zwar ist Präsident Erik Hansen, der als Chef eingesprungen ist, kein Unbekannter in der Technologiebranche. Er war CEO von Day Software, bevor das Unternehmen im Herbst 2011 an Adobe verkauft wurde. Doch auch er kann keine Wunder vollbringen. Meiden

Attraktive Dividende

Man kann über das Geschäfts­modell von Cembra Money Bank geteilter Meinung sein. Das Konsumkreditinstitut vergibt Kleinkredite, mit denen sich auf Pump konsumieren lässt: Ferien, den neuen Fernseher. Auch das Auto finanziert die Bank, und dank Kreditkarte kann der Kunde den Restaurantbesuch in Raten abstottern. Die Lust des einen auf den Konsum auf Pump ist der Profit des anderen. Denn die Zahlungsmoral der Schweizer ist sehr hoch, das Geschäftsmodell von Cembra entsprechend stabil. Die Investoren in Cembra konnten sich bereits in den vergangenen Jahren über eine attraktive Dividende freuen. Doch nun legt das Institut nach: Zusätzlich zur ordentlichen Dividende für das Geschäftsjahr 2016 von 3.45 Franken je Titel werden 28 Millionen Franken überschüssiges Kapital an die Aktionäre verteilt; das entspricht 1 Franken pro Aktie. Für das laufende Jahr könnte der volle Gewinn an die Aktio­näre ausgeschüttet werden. Trotz Börsenkurs auf Allzeithoch bieten Cembra-Titel dank erneuerter Ausschüttungspolitik weiterhin über 5 Prozent Dividendenrendite – ein rekordverdächtiger Wert für einen soliden Banktitel. Kaufen

Günstige Perspektiven

Gerade in unsicheren Börsenzeiten sind Dividendenpapiere beliebt. Die Aktien von Swiss Re sind wieder etwas günstiger. Sie notieren mit Kursen um gut 90 Franken sogar 15 Prozent unter dem Buchwert. Das ist eine Einladung an Investoren. Ein Ersatz für niedrig verzinste Obligationen sind die Swiss-Re-Papiere zwar nicht. Aber Management und VR verpflichten sich, die Ausschüttung dauerhaft hochzuhalten. Im vergangenen Jahr ist der Überschuss um 23 Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar bzw. 10.55 Franken je Titel geschwunden. Deshalb haben die Valoren korrigiert. Doch als Rückversicherer hat Swiss Re bei teuren Naturereignissen das Spitzenrisiko der Erstversicherer abzudecken. Für diese «Rückendeckung» kassieren Versicherer wie Swiss Re jährlich Beiträge, die sie am Finanzmarkt anlegen, bis eine Zahlung fällig wird. Der Zinsanstieg im Dollarraum, wo Swiss Re rund 40 Prozent des Kontrakt­volumens und der Kapitalanlagen hält, verbessert künftige Anlagegewinne. Das schafft günstige Perspektiven. ­Zudem ist das Risikokapital so üppig, dass der Konzern bei gutem Geschäftsverlauf im Herbst 1 Milliarde Franken für den Rückkauf eigener Aktien erübrigen kann. Damit und mit der Dividende von 4.85 Franken kann Swiss Re dieses Jahr wohl gleich zweimal bei den Investoren punkten. Kaufen