Der Einlagenschutz ist begrenzt

Auf Nummer sicher: Kassenobligationen bei der ausgebenden Bank im Depot halten. Foto: Getty

Auf Nummer sicher: Kassenobligationen bei der ausgebenden Bank im Depot halten. Foto: Getty

Sie erwähnen den Einlegerschutz von 100’000 Franken für Cash-Bestände. Wie sieht das bei hauseigenen Kassenobligationen aus? Einige Banken bieten neu sogenannte Termingeldanlagen an. Ist der Einlegerschutz da auch gegeben? J.B.

 

Bei Kassenobligationen müssen Sie unterscheiden, wo diese liegen: Wenn Sie die Kassenobligation einer Bank bei dieser im Depot halten, ist ein Maximalbetrag von 100’000 Franken im Rahmen der gesetzlich verankerten Einlagensicherung garantiert. Falls Sie bei der gleichen Bank aber auch noch mehrere Konti unterhalten, müssen Sie sich bewusst sein, dass der gesicherte Maximalbetrag für die Konti und die Kassenobligation zusammen gilt. Alles, was über diesen Betrag hinausgeht, ist nicht garantiert. Wenn Sie also hohe Cashbestände auf einem Sparkonto parkieren und zusätzlich eine Kassenobligation der gleichen Bank in deren Depot halten, könnte ein Teil der Gelder im Krisenfall gefährdet sein.

Kassenobligationen, welche Sie in fremden Depots halten, bleiben im Falle eines Zusammenbruchs der ausgebenden Bank zwar wie alle Wertschriften weiterhin in Ihrem Besitz. Das darin investierte Kapital ist aber nicht geschützt und in Gefahr. Sie besitzen ein Schuldpapier. Ob die damit verbundene Forderung bei einem Bankkonkurs dann noch erfüllt werden kann, ist unsicher und zeigt sich erst im Rahmen der konkursrechtlichen Liquidation. Um vom Schutz der Einlagensicherung Esisuisse profitieren zu können, sollten Sie Kassenobligationen somit bei der ausgebenden Bank im Depot halten.

Etwas komplexer ist die Frage der Einlagensicherung bei Termingeldanlagen. Hier sind unterschiedliche Produkte auf dem Markt erhältlich. Laut Jean-Marc Felix, Mediensprecher der Esisuisse, gilt bei Termingeldanlagen: «Wenn es den Charakter eines Kontoguthabens hat, zum Beispiel ein Festgeldkonto der eigenen Bank, ist es gesichert.»

Allerdings empfehle ich Ihnen, sich von Ihrer Bank vor einem Investment die Art der Termingeldanlage genau erklären und sich die Konsequenzen für den Einlagenschutz aufzeigen zu lassen. Denn längst nicht jedes Produkt ist gesichert.