Wer Teilzeit arbeitet, riskiert Lücken bei seiner Altersvorsorge

Teilzeitarbeit: Mit freiwilligen Einzahlungen vorsorgen. Foto: Getty

Teilzeitarbeit: Mit freiwilligen Einzahlungen vorsorgen. Foto: Getty

Ich bin Student und arbeite Teilzeit. Pro Jahr bringe ich es auf knapp 25’000 Franken. Ist es korrekt, dass mich mein Arbeitgeber nicht bei der Pensionskasse angemeldet hat? P.O.

Nein. Da Sie einen Jahreslohn von über 21’150 Franken ausweisen, müsste Sie Ihr Arbeitgeber bei der Pensionskasse eigentlich anmelden. Denn mit einem über diesem Wert liegenden Einkommen sind Sie obligatorisch BVG-versichert. Laut den gesetzlichen Bestimmungen beginnt die Versicherung gegen Todesfallrisiko und Invaliditätsrisiko ab dem Jahresbeginn nach Vollendung des 17. Altersjahres, und das Alterssparen startet mit dem Jahresbeginn nach Erreichen des 24. Altersjahres. Voraussetzung für die Versicherung ist, dass Sie mehr als die erwähnten 21’150 Franken verdienen.

Das Problem ist allerdings, dass für die Berechnung des versicherten Jahreslohns der Koordinationsabzug weggeht. Der Koordinationsabzug beträgt aktuell 24’675 Franken und wird auch im nächsten Jahr nicht verändert. Obligatorisch versichert werden muss somit der Lohn zwischen 24’675 und 84’600 Franken. Die Idee dahinter ist, dass die Pensionskasse als 2. Säule auf der 1. Säule der AHV aufbaut. Der Lohnanteil unter dem Koordinationsabzug wird durch die AHV abgedeckt, was darüber liegt von der Pensionskasse. So soll verhindert werden, dass die gleichen Lohnanteile doppelt versichert sind.

Wer  längere Phasen Teilzeit arbeitet, weist in der Regel beträchtliche Lücken bei seiner Altersvorsorge auf. Da Sie noch jung und Student sind, ist dies bei Ihnen noch kein Problem. Sie können im späteren Berufsleben aufholen. Wer hingegen auch in mittleren Jahren noch oft teilzeitbeschäftigt ist, wie dies besonders viele Frauen sind, sollte prüfen, wie gross die Lücken bei der Altersvorsorge sind. Diese sollten im Zuge der freiwilligen Vorsorge, der steuerbegünstigten Säule 3a, durch freiwillige Einzahlungen möglichst kompensiert werden, ansonsten besteht die Gefahr, dass man nach der Pensionierung zu wenig Geld zur Verfügung hat.