Das Ende der Hypothek ist der Anfang einer neuen Bankbeziehung

Das Auslaufen einer Hypothek ist eine gute Gelegenheit, Offerten einzuholen und die Bank zu wechseln. Foto: Bruno Schlatter

Das Ende der Hypothek ist eine gute Gelegenheit, Offerten einzuholen und die Bank zu wechseln. Foto: Bruno Schlatter

Wir haben eine auslaufende Hypothek und sind nicht sicher, ob wir diese bei der CS verlängern sollen. Was, wenn sie ins Ausland verkauft wird oder noch Schlimmeres? Wir haben unsere Vorsorge bei der Basler-Versicherung. Macht es Sinn, die Hypothek bei der Basler zu machen oder bei der ZKB, Raiffeisen oder Postfinance? Y. B.

Sie fragen sich, ob Ihre Hypothek bei der Credit Suisse künftig noch sicher wäre. Da kann ich Sie beruhigen: Selbst wenn die Grossbank verkauft würde, wäre Ihr Kreditvertrag nicht einfach nichtig, sondern behält seine Gültigkeit. Schon jetzt wird die Grossbank übrigens von ausländischen Grossaktionären dominiert – etwa aus den USA, Saudiarabien und Katar. Doch auch viele andere grosse Konzerne, welche an der Schweizer Börse gehandelt werden, haben zahlreiche Investoren aus dem Ausland. Das zeigt, dass die Schweizer Unternehmen international geschätzt werden.

Unabhängig davon ist es so, dass die Credit Suisse Group gerade erst kürzlich ihr Schweizer Geschäft in die neue Credit Suisse Schweiz AG ausgelagert hat. Das hat sie nicht ganz freiwillig gemacht, sondern sie kommt damit der Auflage der Politik und der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht nach, wonach das Schweizer Geschäft und der Zahlungsverkehr abgetrennt werden müssen, damit im Falle eines Grossbankenzusammenbruchs diese für unsere Volkswirtschaft wichtigen Bereiche separat weitergeführt werden können. Damit soll die sogenannte  «Too big to fail»-Problematik abgefedert werden. Gleiche Auflagen hat auch die CS-Konkurrentin UBS.

Die Credit Suisse Schweiz AG ist derzeit noch vollumfänglich im Besitz der CS. Doch bereits im nächsten Jahr will die Bank bis zu knapp einem Drittel der Aktien der Schweiz-Tochter an die Schweizer Börse bringen. So wäre die Unabhängigkeit erst recht besiegelt, und die CS möchte sich dadurch zusätzliches Eigenkapital beschaffen, welches sie zur Stärkung der Eigenkapitaldecke benötigt. Da Ihre Hypothek zur Credit Suisse Schweiz AG gehört, müssen Sie sich punkto Sicherheit keine Sorgen machen.

Dennoch rate ich Ihnen, Ihre auslaufende Hypothek nicht einfach zu verlängern, sondern Gegenofferten einerseits bei mehreren Versicherern, welche auch gerne Hypotheken verkaufen, anderseits bei verschiedenen Banken einzuholen. Dieser Zusatzaufwand lohnt sich. In der Regel erreicht man mit einem Vergleich von mehreren Offerten einen tieferen Hypozins. Da Hypotheken langfristig und angesichts der nach wie vor tiefen Zinsen momentan meist als Festhypothek abgeschlossen werden, würden Sie von dem Zinsvorteil nicht nur während eines Jahres, sondern während bis zu zehn Jahren profitieren.

Das macht auf so lange Zeit leicht einige Tausend Franken aus, die Sie für andere Zwecke nutzen könnten. Daher rate ich Ihnen, für Ihre Hypothekenanfrage ein Dossier zusammenzustellen mit allen nötigen Unterlagen und dann von wenigstens drei Konkurrenten konkrete Gegenofferten einzuholen. Dann können Sie vergleichen und entscheiden. Da Sie mir schreiben, dass Sie schon über Mitte fünfzig sind, würde ich ausserdem mit den Banken und Versicherungen prüfen, was mit Ihrer Hypothek im Alter passiert. Wird Ihnen weiterhin eine Hypothek gewährt, auch wenn Sie pensioniert sind, oder müssen Sie dann plötzlich teilamortisieren?

Auch deshalb lohnt es sich, wenn Sie den auslaufenden Vertrag nutzen, um mit Ihrer Hausbank sowie mehreren Versicherungen und Banken das Gespräch zu suchen und Ihre Finanzierungsbedürfnisse langfristig zu prüfen und gleichzeitig noch weniger zu zahlen.

Auch Schweizer Fiskus profitiert vom AIA

In der SonntagsZeitung schreiben Sie, dass die hiesige Steuerverwaltung die entsprechenden Daten einmal jährlich den ausländischen Steuerbehörden weiterleite. Nach meinen Informationen melden dann auch ausländische Banken, zum Beispiel aus Deutschland, die Daten an die Schweizer Steuerverwaltung. Trifft das immer noch zu, oder bin ich falsch informiert? A. K.

Das trifft zu. Doch es ist immer eine Frage der Perspektive: Aus der Sicht der Schweiz werden im Rahmen des automatischen Informationsaustauschs (AIA) die Daten von im Ausland Steuerpflichtigen, welche hierzulande Bankbeziehungen unterhalten, erhoben und dann ausgetauscht, wobei konkret Konto, Steueridentifikationsnummer, Name, Adresse und Geburtsdatum, die Einkommensarten sowie der Kontostand zum Austausch gelangen.

Unsere Schweizer Steuerverwaltung leitet die gesammelten Daten jeweils einmal jährlich an die ausländischen Steuerbehörden weiter, welche so überprüfen können, ob die in der Schweiz gelagerten Gelder versteuert sind. Doch ist der automatische Informationsaustausch im Gegensatz zum Fatca-Abkommen mit den USA nicht einseitig. Vielmehr bekommt auch die Schweiz Daten.

Dann kommt die andere Perspektive zum Zug: Auch die Schweiz erhält im Rahmen des AIA von den angeschlossenen ausländischen Ländern Daten von hierzulande Steuerpflichtigen, welche in dem betroffenen ausländischen Staat ein Konto unterhalten. Dies ist heikel für in der Schweiz Steuerpflichtige, welche allenfalls im Ausland Vermögen halten, welches sie bisher nicht den Steuerbehörden in der Schweiz angegeben haben. Durch den AIA erhält das hiesige Steueramt Kenntnis von den ausländischen Konten und dürfte ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung einleiten.

Wer als in der Schweiz Steuerpflichtiger ein Konto in einem dem AIA unterstehenden ausländischen Staat führt, sollte somit noch in diesem Jahr reinen Tisch machen, sonst kann es künftig teuer für ihn werden.

Sicher, aber renditemässig völlig unattraktiv

Mein Versicherungsberater rät mir, Geld, das ich nicht gerade brauche, in eine Einmaleinlage zu investieren. Es geht um 80’000 Franken. Ist das eine gute und sichere Anlage? J. K.

Wenn Sie den Vorschlag Ihres Versicherungsberaters umsetzen, würde Ihr Kapital in eine Lebensversicherung investiert. Anders als wenn Sie regelmässig eine Summe einzahlen, würde in diesem Fall der gesamte Betrag auf einmal, also als Einmaleinlage in die Police, angelegt. Die Hauptvorteile eines solchen Produktes sind, dass sie das Geld einerseits sicher parkieren können, anderseits profitieren Sie von einem Todesfallrisikoschutz.

Mittels einer Einmaleinlage könnten Sie sich beispielsweise eine spätere Altersrente sichern und so Ihre Altersvorsorge als Ergänzung zur AHV und zur Pensionskasse verbessern. Der Nachteil ist allerdings, dass Sie kaum mehr eine vernünftige Rendite auf Ihrem Kapital erzielen. Wegen der extrem tiefen Zinsen erreichen Sie mit traditionellen Einmaleinlagen nur noch eine mickrige Rendite. Deshalb sind klassische Einmaleinlagen derzeit unattraktiv.

Ein möglicher Ausweg besteht darin, dass Sie eine Einmaleinlage wählen, bei der wenigstens ein Teil des Geldes in Anlagefonds investiert wird. So partizipieren Sie von der Entwicklung an den Finanzmärkten. Allerdings gehen Sie damit auch höhere Risiken ein. Da das Kapital bei Einmaleinlagen aber langfristig investiert ist, meist zehn Jahre und mehr, wird dieses Kursschwankungsrisiko bei den Fonds etwas relativiert.

Negativ bei einer Einmaleinlage ist auch die Tatsache, dass Sie beim Abschluss eine happige Stempelsteuer von 2,5 Prozent zahlen müssen. Das bedeutet, dass bereits ein Teil der Rendite weg ist. Positiv ist hingegen, dass der Ertrag aus der Police steuerfrei ist, vorausgesetzt, dass Sie sich Ihre Police erst nach Ihrem 60. Geburtstag auszahlen lassen. Zudem muss Ihr Vertrag vor 66 abgeschlossen sein und eine Laufzeit von mindestens fünf Jahren haben. Doch das ist in Ihrem Fall kein Problem.

Keine Sorgen müssen Sie sich wegen der Sicherheit machen. Das bei Versicherungen in der Schweiz investierte Geld stufe ich als sehr sicher ein. Die Unternehmen werden von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht kontrolliert und müssen über sehr hohe Reserven verfügen und genügend Eigenmittel haben, um ihre gegenüber den Versicherten eingegangenen Verpflichtungen selbst in Krisenjahren stets erfüllen zu können. Dass das nicht Theorie bleibt, sondern wirklich sichergestellt ist, muss mit dem Swiss-Solvency-Test belegt werden.

In einem Konkursfall würde Ihre Police auf Weisung der Versicherungsaufsicht an einen andern Versicherer übergehen, oder im schlimmsten Fall würde Ihnen der Rückkaufwert der Police ausbezahlt. Damit das jederzeit möglich ist, müssen die Assekuranzfirmen ein Sondervermögen bilden, welches nicht Teil der Konkursmasse wäre. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Versicherer hierzulande in Konkurs geht, stufe ich aber als sehr gering ein. Daher sind Investitionen in Versicherungspolicen sehr sicher. In vielen Fällen sind sie renditemässig wegen der historisch tiefen Zinsen aber völlig uninteressant und daher Leuten, welche auf eine gute Rendite angewiesen sind, eher nicht zu empfehlen.