Aktien aus der Schweiz sind unschlagbar

Der Schriftzug "Boerse" am Gebaeude der Schweizer Boerse an der Sihl, Swiss Infrastructure and Exchange, SIX, am Mittwoch, 6. Mai 2015, in Zuerich. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Börse in Zürich: Seit 1970 lässt sich mit Schweizer Aktien am meisten Geld verdienen . Foto: A. Anex/Keystone

Für Aufsehen sorgten vergangene Woche die Anlagestrategen von Julius Bär mit einem Strategiepapier. Wie diesem mir zugespieltem Papier zu entnehmen ist, liess sich mit Aktien aus der Schweiz seit 1970 weltweit am meisten Geld verdienen. Das wiederum ist nicht zuletzt auch dem starken Franken zu verdanken. Obschon nicht von der Kursentwicklung vergangener Tage auf die zukünftige gefolgert werden sollte, rät die Traditionsbank aus Zürich zum Kauf von Aktien aus der Schweiz – nicht nur den hiesigen Anlegern, sondern auch jenen aus dem Ausland. Wie mir berichtet wird, machen mächtige angelsächsische Investoren allerdings schon seit Wochen einen grossen Bogen um unseren Heimmarkt. Gerade die beiden Indexschwergewichte Roche und ­Novartis sind nicht länger en vogue. Das gilt auch für den Swiss-Market-Index (SMI), sind die beiden Pharmakonzerne aus Basel doch für nicht weniger als 40 Prozent der Gesamtkapitalisierung verantwortlich. Auf längere Sicht sind die beiden dividendenstarken Indexschwergewichte zwar durchaus attraktiv. Am schnellen Geld inte­ressierte Anleger sind in anderen Aktien aus der Schweiz jedoch sehr viel besser aufgehoben. Roche und Novartis auf lange Sicht kaufenswert

Hörimplantante: 6 bis 10 Prozent Wachstum

Am vergangenen Dienstag lud der Hörgerätehersteller Sonova zum diesjährigen Investorentag an den Hauptsitz in Stäfa. Dort stellte der Weltmarktführer den Anwesenden seine Produktinnovationen vor. Mittelfristig strebt er ein jährliches Umsatzwachstum von 6 bis 7 Prozent sowie ein Plus von 7 bis 11 Prozent beim operativen Gewinn (Ebita) an – beides in Lokalwährungen. Doch wie so oft liegt der Teufel im Detail. Die Aufschlüsselung der Mittelfristziele verrät nämlich, dass das Geschäft mit Hörimplantaten jährlich nur noch mit 6 bis 10 Prozent wachsen soll. Bislang strebte Sonova in diesem Produktbereich ein Wachstum von mindestens 10 Prozent an. Sollte Sonova für den in Analystenkreisen nicht unumstrittenen Vorstoss in diesen Geschäftszweig mittels zweier Grossübernahmen gar zu viel bezahlt haben, droht ein schmerzhafter Goodwill-Abschreiber. Aktie weiterhin meiden

Wichtiger Gesundheitssektor

Was die Spatzen am Hauptsitz von Nestlé im waadtländischen Vevey schon seit Wochen von den Dächern pfiffen, ist seit dem vergangenen Donnerstag traurige Gewissheit: Nachdem sich das organische Umsatzwachstum im dritten Quartal nicht wie erwartet belebt hat, sieht sich der Nahrungsmittelhersteller zu einer Reduktion des diesjährigen Wachstumsziels gezwungen. Nach 4,2 Prozent liegt dieses neu nur noch bei 3,5 Prozent. Es ist kein ruhmvoller Abschied für den langjährigen Konzernchef Paul Bulcke, der ab Januar dem Verwaltungsrat vorsitzen wird. Sein Nachfolger Ulf Mark Schneider tritt ab dann kein einfaches Erbe an. Aus Aktionärssicht ist der Wachstumsflaute bei Nestlé aber durchaus etwas Positives abzugewinnen: Das Wachstumstempo lässt sich nur durch grundlegende Veränderungen im Firmenportfolio nachhaltig beschleunigen. Da Schneider aus dem Gesundheitssektor kommt, lässt sich erahnen, in welche Richtung es bei Nestlé in Zukunft strategisch gehen könnte. Aktie an schwächeren Tagen kaufen

Nerven liegen blank

Der Höhenflug einiger Nebenwerte aus der Schweiz nimmt immer groteskere Züge an. Bei Barry Callebaut schoss der Kurs der Aktie zur Wochenmitte vorübergehend um mehr als 8 Prozent auf 1348 Franken hoch und damit auf den höchsten Stand in der traditionsreichen Firmengeschichte. Der Grund: eine Kaufempfehlung aus dem Hause Kepler Cheuvreux mit einem Kursziel von 1400 Franken sowie kurzzeitig aufflackernde Übernahmespekulationen. Seit ein Börsenbrief aus Deutschland vor einigen Wochen den Nahrungsmittelhersteller Mondelez als möglichen Interessenten ins Spiel brachte, liegen bei den ausländischen Leerverkäufern ganz offensichtlich die Nerven blank. Weil Barry Callebaut neben Mondelez auch noch andere hochka­rätige Grosskunden beliefert, wäre eine solche Übernahme kein einfaches Unterfangen. Wer lässt sich schliesslich schon gern von einem Rivalen beliefern. Aktie weiterhin meiden

Enttarnter Jupiter Fund

Endlich hat der geheimnisvolle Verkäufer bei Leonteq einen Namen. Vor wenigen Tagen veröffentlichte die Schweizer Börse SIX gleich drei Beteiligungsveränderungen, die den Jupiter Fund als solchen enttarnt. Den Schwellenwert von 5 Prozent unterschritt der einstige Grossaktionär schon Anfang September, jenen von 3 Prozent dann gut zwei Wochen später. Dabei reduzierte sich der Stimmenanteil von 9,59 auf 2,85 Prozent. Weil sie noch regulatorische Abklärungen vornehmen musste, hielt die SIX diese Informationen zurück. Nun sollte der Verkaufsdruck der letzten Wochen beim Anbieter von strukturierten Produkten einer kurzen, aber prägnanten Gegenbewegung Platz machen. Aktie jetzt zukaufen

Am vergangenen Sonntag berichtete ich an dieser Stelle von Aktienrückkäufen seitens von Syngenta. Doch der Blick auf die Handelsaktivitäten auf der zweiten Handelslinie erwies sich rückblickend als trügerisch. Wie das Unternehmen aus Basel selber festhält, ist es nicht mehr länger selber über diese Linie aktiv. Vielmehr ist diese Linie zum Handel bereits angedienter Titel vorgesehen. Ich bitte dieses Missverständnis zu entschuldigen.