Mit Lithium laden Sie die Anlagebatterien auf

Tesla und Co. haben grossen Bedarf am Rohstoff Lithium: Mine in der chilenischen Atacamawüste. Foto: Ivan Alvarado/Reuters

Tesla und Co. haben grossen Bedarf am Rohstoff Lithium: Mine in der chilenischen Atacamawüste. Foto: Ivan Alvarado/Reuters

Alle reden von Elektroautos. Die brauchen starke Batterien. Darum habe ich mir überlegt, in den Rohstoff Lithium zu investieren. Wie denken Sie über mein Vorhaben? D. S.

Ich halte Ihr Vorhaben für erfolgversprechend. Elektroautos und Hybridfahrzeuge erleben einen eigentlichen Boom. Offensichtlich ist das bei der starken Nachfrage bei der Automarke Tesla, die sich bereits zu einem Kultauto entwickelt hat. All diese trendigen Elektrofahrzeuge benötigen Batterien, die meist auf dem Rohstoff Lithium basieren. Wenn das enorme Interesse für elektrisch betriebene Autos anhält – und davon gehe ich aus –, dürfte der weltweite Bedarf an Lithium auch künftig kräftig ansteigen.

Dazu kommt, dass der Rohstoff auch für andere Anwendungen benötigt wird, wo Energie gespeichert werden muss, etwa in Smartphones, tragbaren Computern oder Elektromaschinen im Haushalt, in der Industrie und dem Gewerbe. Das grösste Potenzial sehe ich aber aufseiten der Mobilität, insbesondere bei der Autoindustrie.

Kein Wunder, dass auch der Tesla-Konzern selbst in die Batterieherstellung eingestiegen ist. Die effiziente Energiespeicherung ist einer der Erfolgsfaktoren für Elektroautos. Für eine höhere Lithium-Nachfrage sprechen auch gesellschaftliche und politische Entwicklungen: Inzwischen ist es nicht nur «in», ein Elektro- oder Hybridfahrzeug zu besitzen, sondern wird die Nachfrage auch durch strengere CO2-Normen gestützt. Zwar ist Lithium als Rohstoff an sich weltweit nicht Mangelware. Teuer wird es vielmehr durch die aufwendige Fördertechnik, wobei die Kosten für auf Lithium basierende Speicher bereits deutlich gesunken sind.

Das wiederum hilft, die weltweite Nachfrage anzukurbeln, was sich in höheren Lithium-Notierungen widerspiegelt. Wesentlich schwieriger als die Frage, ob Sie in Lithium anlegen sollen, ist für mich die Frage nach der Anlageform. Sie können durchaus in einzelne Hersteller von auf Lithium basierenden Speichern investieren. Ich halte die Risiken bei Einzelengagements aber für erheblich und würde mich nur breit diversifiziert in diesem Sektor engagieren.

Eine aus meiner Sicht bessere Alternative haben die Analysten der französischen Grossbank Société Générale in einer kürzlichen Studie mit dem Solactive Global Lithium Index in Euro aufgezeigt. Dieser bildet die Wertentwicklung der grossen, börsenkotierten Unternehmen ab, welche sich auf die Exploration und den Abbau von Lithium oder die Produktion von Lithium-Batterien fokussieren. Mit dem Index kann man auf den Rohstoff Lithium setzen, ohne dass man ein gefährliches Klumpenrisiko von Einzelfirmen eingeht, und eine sinnvolle Diversifikation unter den Anbietern erreichen.

Das grösste Risiko liegt allerdings in der Möglichkeit, dass es zeitweise zu einer Sättigung vor dem nächsten Wachstumsschub kommt: Da die Lithium-Notierungen bereits stark angezogen haben, müssen Sie künftig mit Rückschlägen rechnen. Dennoch spricht einiges dafür, dass der Langfristtrend für Lithium vielversprechend ist.

Teilzeitangestellt: Altersvorsorge nicht vernachlässigen

Meine Frau wurde vom Arbeitgeber frühpensioniert. Sie hat einen Nebenjob gefunden und erzielt ein AHV-pflichtiges Einkommen. Kann meine Frau den vollen Betrag in die 3. Säule einzahlen (6768 Franken für 2016) oder nur im Verhältnis zum AHV-pflichtigen Lohn? R. B.

Ihre Frau gehört wegen der Frühpensionierung keiner Pensionskasse mehr an. Da Sie trotzdem wieder ein AHV-pflichtiges Einkommen erzielt, darf sie aber in die steuerbegünstigte Säule 3a einzahlen. Gemäss Bundesamt für Sozialversicherung können Erwerbstätige ohne Pensionskasse zwanzig Prozent ihres jährlichen Erwerbseinkommens, im Maximum 33’840 Franken (Stand 2016), in die 3. Säule einzahlen und von den Steuern abziehen. Ausschlaggebend ist der Bruttolohnbetrag, von dem Sie die Beiträge für AHV/IV/EO/ALV abziehen können.

Falls Ihre Frau beispielsweise unter dem Strich pro Jahr 20’000 Franken durch den Teilzeitjob verdient, kann sie immerhin 4000 Franken jährlich in die 3. Säule einzahlen. Den Betrag, den Ihre Frau dann in die 3. Säule einzahlt, kann sie dann von den Steuern abziehen. Ich empfehle Ihrer Frau im Zuge ihrer Teilzeitanstellung nach ihrer Frühpensionierung, die 3. Säule zu nutzen.

Erstens kann sie so ihre Altersvorsorge verbessern, und zweitens kann sie ihre Steuerbelastung senken. Gerade Teilzeitangestellte vernachlässigen oft ihre Altersvorsorge. Dies ist ein fataler Fehler. Denn jedes zusätzliche Jahr, das man in die Altersvorsorge einzahlt, verbessert die finanzielle Situation im Alter. Für Ihre Frau lohnt sich der Schritt also doppelt.

Kostengünstig breit diversifiziert in Aktien investieren

Angenommen, Sie hätten 50’000 Franken zu Ihrer freien Verfügung, in welchen ETF würden Sie investieren? Ich bin 28-jährig, habe eine hohe Risikotoleranz und einen Anlagehorizont von sicher sieben bis acht Jahren. Das Geld werde ich vorher nicht benötigen und könnte es bei Bedarf auch noch länger liegen lassen – einen grösseren Notgroschen habe ich bereits auf der Seite. R. Z.

Die Zusatzinformation in Ihrem Schreiben, dass Sie jung sind und eine hohe Risikotoleranz haben, ist sehr wichtig: Da Sie einen langen Anlagehorizont haben und bewusst bereit sind, höhere Risiken in Kauf zu nehmen, würde ich Ihnen empfehlen, Ihr Erspartes in Aktien zu investieren. Hier müssen Sie zwar mit deutlich mehr Kursschwankungen und möglichen Buchverlusten in negativen Marktphasen rechnen. Die Renditechancen sind langfristig aber deutlich höher als bei den meisten anderen Anlageklassen.

An sich ist es wichtig, dass man bei der Anlage eines solchen Betrages eine breite Diversifikation auf die verschiedenen Anlageklassen vornimmt. Also auch beispielsweise in Obligationen, Immobilien, Rohstoffe usw. investiert. Auch das wäre mittels der von Ihnen erwähnten kostengünstigen Exchange Traded Funds möglich.

Wenn ich selbst aber jung wäre und einen langen Anlagehorizont hätte, würde ich persönlich auf Aktien setzen, wohl wissend, dass damit die Risiken deutlich höher sind. Auch im Rahmen des Aktiensegmentes sollten Sie diversifizieren. Indem Sie etwa nicht nur auf Schweizer Aktien setzen, sondern auch den europäischen Markt, die USA und Asien mitberücksichtigen. Hier gibt es ebenfalls eine Vielzahl von ETFs, die Sie für eine gute Diversifikation nutzen können. Die Credit Suisse hat gerade eine Palette von neuen Indexfonds für Privatinvestoren lanciert.

Interessant finde ich für den Schweizer Markt etwa den CSIF Switzerland Total Market Index Blue, der an den Swiss-Performance-Index gekoppelt ist, und den CSIF Switzerland Large Cap Index Blue auf den SMI, beide mit einer All-in-fee von lediglich 0,15 Prozent. Europa lässt sich mit dem CSIF Equities Europe mit Referenzindex MSCI Europe mit einer Fee von 0,17 Prozent abdecken und die USA mit dem CSIF Equities North America mit Referenzindex MSCI North America mit einer Gebühr von 0,2 Prozent. Die Schwellenländer könnten Sie ferner mit dem CSIF Equities Emerging Markets (Gebühr 0,3 Prozent) oder die ganze Welt mit dem CSIF Equities World Fundamental (Gebühr 0,3 Prozent) abdecken.

Das sind nur Beispiele aus dem grossen Angebot der verschiedenen Banken an ETFs. Lassen Sie sich von Ihrer Hausbank und einem weiteren Institut unabhängig davon je einen Vorschlag unterbreiten. Dann können Sie entscheiden. Bevor Sie allerdings investieren, müssen Sie sich nochmals genau fragen, ob Sie in der Lage sind, auch grössere Buchverluste zu tragen. Diese sind angesichts der vielen Unsicherheiten an den Märkten und den hohen geopolitischen Risiken durchaus möglich. Sie sollten sich darauf einstellen, dass es in den nächsten Jahren an den Börsen alles andere als ruhig zu und her geht und die Märkte erhebliche Turbulenzen erleben dürften.

Voll auf Aktien und Aktien-ETFs sollten Sie nur setzen, wenn Sie sich dies bewusst und fähig sind, mit den damit verbundenen erheblichen Schwankungen zu leben, ohne dass Sie schlaflose Nächte haben.

1 Kommentar zu «Mit Lithium laden Sie die Anlagebatterien auf»

  • j.p sagt:

    Herr Spiller
    Wenn z.B. die CS-Bank pleite geht sind dann diese Indexfonds die unter dem Namen der Bank ausgegeben werden gesichert oder muss ich mit dem Verlust meiner Investition rechnen ?

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