Ölpreiswende gibt Sulzer & Co. neuen Schub

Servicearbeiten bei Sulzer: Die Nachfrage nach den Aktien des Industriekonzerns steigen

Servicearbeiten bei Sulzer: Die Nachfrage nach den Aktien des Industriekonzerns steigen

Sulzer rückte nach der Einigung der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) auf eine Ölförder-Obergrenze in den Vordergrund der Industrieaktien. Die Aussicht auf einen höheren Ölpreis und daraus folgende ansteigende Bestellungen belebten die Nachfrage nach Sulzer-Aktien erheblich. Schon im zweiten Quartal war der Bestellungseingang gestiegen, was gegenüber dem ersten Quartal einen grossen Fortschritt darstellt. Damals war der Auftragseingang noch gesunken. Am Markt werden nun wegen des anziehenden Ölpreises wieder zunehmende Anlagekäufe erwartet. Für Sulzer kann sich das Blatt zum Positiven wenden. Die Namenaktie weist ein prozentual zweistelliges Kurspotenzial auf. Kaufen

Attraktiv bewertet

Die Sulzer-Abspaltung Burckhardt Compression rückte dank dem Opec-Entscheid schlagartig in den Fokus der Anleger. Das Unternehmen ist noch stärker als Sulzer von den Bestellungen aus dem Öl­sektor abhängig. Zuletzt machte es keine positiven Schlagzeilen mehr. Vor einem Monat hatte Burckhardt mitgeteilt, dass 100 Entlassungen notwendig geworden seien und zudem 100 Mitarbeiter Kurzarbeit leisten müssen. Der Aktienmarkt schaltet nun jedoch auf Trendwende um, weshalb in den Burckhardt-Papieren eine längere Phase von Mittelzuflüssen entstehen kann. Aus meiner Sicht sind die Titel attraktiv bewertet. Sie versprechen für die mittelfristige Zukunft eine Trendwende. Kaufen

Ausbau von Gesundheitsprodukten ist matchentscheidend

Nestlé zeigte in den letzten Tagen zwei Gesichter. Die Aktie startete negativ in die Handelswoche, weil die von der französischen Société Générale gesenkten Wachstumserwartungen nachwirkten. Es sieht so aus, als ob der Konzern im zweiten Halbjahr seine Ziele erneut verfehlt. Der Titel erhielt jedoch am Montag wieder Unterstützung, nachdem bekannt geworden war, dass in der Konzernleitung ein ­Sesselrücken stattfindet. Meiner Ansicht nach spielt für die Nestlé-Aktienbewertung weniger die Margenentwicklung eine match­entscheidende Rolle als der geplante Ausbau des Geschäfts mit Gesundheitsprodukten. Ich rate, im gegenwärtigen schwierigen Umfeld weiterhin auf die defensiven Nestlé-Titel zu setzen. Halten

Zweifel an optimistischen Erwartungen

Die Actelion-Aktie wurde in den vergangenen Tagen durch frische Anlagekäufe gestützt. Als Grund nannte mir ein Vermögensverwalter, dass Biotechnologieaktien gegenwärtig billiger als Pharmaaktien bewertet seien. Dies sei eine Anomalie, die sich im Lauf der kommenden Monate wieder korrigieren werde. Gewöhnlich sind Biotechnologiefirmen 10 Prozent höher bewertet als der Pharma­sektor – heute sind sie 10 Prozent billiger. Ich zweifle jedoch gegenwärtig an zu optimistischen Kurserwartungen für Gesundheits­werte. Die voraussichtliche neue US-Präsidentin Hillary Clinton kann allen Beschwichtigungen und Unterstützungsgeldern aus der ­Gesundheitsindustrie zum Trotz ein Preisüberwachungs- und Einspruchssystem für Medikamentenpreise einführen. Vor der US-Wahl würde ich keine Actelion-Titel ­kaufen. Halten

Bei rund 120 Franken fair bewertet

Dufry, der Betreiber von Duty-Free-Läden, erhielt am vergangenen Wochenende prominente Fürsprecher. In der Kolumne «The International Trader» des US-Anleger-Wochenmagazins «Barron’s» erschien ein für das Basler Unternehmen vorteilhafter Artikel. «Barron’s» bezeichnete die Dufry-­Namenaktie als über 20 Prozent unterbewertet, weil sie überproportional von den Umsatzrückschlägen in Südosteuropa tangiert worden sei. Dazu erwähnte «Barron’s» einen Axa-Fondsmanager, welcher der Dufry-Aktie auf Zweijahressicht ein Kurspotenzial von über 30 Prozent zubilligt. Ich schätze die Titel bei rund 120 Franken als fair bewertet ein und rate, die Zahlen des Unternehmens am 3. November abzuwarten. Halten

Bremse wegen Übernahme

Die Sika-Inhaberaktie reflektiert im laufenden Börsenjahr zusehends die unbereinigte Lage im Aktionariat. Obwohl den Titeln von führenden Investmentbanken und Analysten ein fairer Wert von über 5000 Franken zugebilligt wird, kamen sie im September nicht mehr vom Fleck. Wie ich höre, beginnen einzelne Gross­anleger, ihre Sika-Aktien zu verkaufen. Ich denke, dass die Titel immer stärker vom Konflikt über die Übernahme durch Saint-Gobain gebremst werden. Verkaufen

Ungelöste Finanzierungsfrage

Die Meyer-Burger-Aktie stieg nach den umfangreichen Kostensenkungs- und Restrukturierungsmassnahmen am Donnerstag nur zaghaft an. Solange die Finanzierungsfrage der Gesellschaft ungelöst ist, werden die Titel kaum aus ihrem Tief kommen. Erhält das Unternehmen jedoch in den kommenden Wochen grünes Licht für einen Kredit oder eine Kreditlimite aus der Bankenwelt, können sie sich wieder als Wachstums- und aussichtsreiche Trendwende-Titel in den Vordergrund spielen. Ich rate, auf die nächsten positiven Nachrichten zu warten. Halten

Milliardenbusse erwartet

Die Credit Suisse werde in den laufenden Verhandlungen über ihre Strafzahlung wegen Hypothekarprodukten wohl wieder «einen Schuh voll» rausziehen, ist am Aktienmarkt zu hören. Händler rechnen mit einer Busse in der Grössenordnung um 1 Milliarde Dollar. Es wäre der zweitgrössten Grossbank der Schweiz zu gönnen, endlich in ruhigere Ertragsjahre zu kommen, kam sie doch ohne Staatshilfen durch die erste grosse Finanzkrise des Jahrhunderts. Abwarten, bis  Höhe der Busse bekannt