Vorsicht vor Internetbetrügern

Verseuchte Software: Lassen Sie die Finger von verdächtigen E-mails, die angeblich von Ihrer Bank sind. Foto: Getty

Verseuchte Software: Lassen Sie die Finger von verdächtigen E-Mails, die angeblich von Ihrer Bank sind. Foto: Getty

 

Ich bin Kunde der Cembra Money Bank. Nun habe ich eine E-Mail von Cembra erhalten. Da steht: Sehr geehrter Kunde. Sie sind verpflichtet, dem unten stehenden Link zu folgen, um Ihre Online-Daten zu aktualisieren. Der Link lautet http://equitation14.com/prf/index2.html. Was muss ich davon halten? P.M.

Sie sind zu gar nichts verpflichtet. Lassen Sie unbedingt die Finger von solchen Links. Löschen Sie solche E-Mails umgehend und reagieren Sie auf keinen Fall darauf. Sie sollten nicht einmal aus Neugier auf den Link drücken, geschweige denn tatsächlich geforderte Angaben ausfüllen. Denn ich kann Ihnen garantieren: Weder die Cembra Money Bank noch irgendein anderes Bankinstitut der Schweiz würde Ihnen jemals eine solche E-Mail schicken. Hinter der Nachricht stehen Internetbetrüger, die versuchen, entweder verseuchte Software auf Ihren Computer zu laden oder an Ihre persönlichen Daten wie Kontonummern und Passwörter heranzukommen. Oft enthalten solche Nachrichten auch Rechtschreibefehler und keine detaillierten Absender. Solche E-Mails sind ein erhebliches Sicherheitsrisiko, da diese Betrüger letztlich immer das gleiche Ziel haben: ihr Konto auszuräumen oder auf Ihre Kosten Einkäufe oder Transaktionen zu tätigen. Ohnehin sollte man bei E-Mails, deren Absender man nicht hundertprozentig identifizieren kann, höchste Vorsicht walten lassen.

Im Zweifelsfalle sollten Sie lieber Ihre Bank anrufen und sich vergewissern, ob man Ihnen tatsächlich etwas geschickt hat oder nicht. In der Praxis ist es allerdings so, dass Banken für Datenaktualisierungen oder Passwortänderungen usw. die schriftliche Briefform via Postweg wählen. Genau eben um einen möglichen Missbrauch zu verhindern.

 

Gute Nerven nötig

Ich halte Skandia-Garantiefonds in der 3. Säule. Per Ende 2014 hatte ich einen Buchverlust von 4774 Franken und per Ende 2015 einen Buchverlust von 5740 Franken. Wäre es daher nicht besser, die Police zu beenden, weil der Verlust immer grösser geworden ist? Ich könnte ja eine neue 3. Säule bei einer Bank eröffnen. E.K.

Ich verstehe Ihre Beunruhigung: Sie suchen höchste Sicherheit und sind in der 3. Säule mit Buchverlusten konfrontiert. Derzeit dürften die Buchverluste sogar noch höher sein. Genau darin liegt die Problematik, wenn man das Kapital der 3. Säule in Wertschriftenfonds investiert. An sich halte ich es für sinnvoll, das langfristig angelegte 3.-Säule-Kapital in spezielle Vorsorgefonds fliessen zu lassen. Denn mit solchen Vehikeln haben Sie die Chance, über mehrere Jahre hinweg eine höhere Rendite zu erzielen, als wenn Sie das Geld einfach auf einem Konto parkieren. Wenn allerdings statt der erhofften Renditesteigerung Buchverluste resultieren, braucht es gute Nerven. Darum sollte man sich vor einem Engagement genau überlegen, ob man die nötige Risikofähigkeit für Wertschriftenanlagen in der 3. Säule hat, denn es kann immer zu erheblichen Wertschwankungen bei solchen Fonds kommen.

In Ihrem Fall allerdings verhält es sich nochmals anders: Zwar sind Sie mit Ihren Fonds ebenfalls mit Werteinbussen konfrontiert. Die Skandia-Garantiefonds garantieren zum Ablaufzeitpunkt aber den höchsten jemals an einem der monatlichen Stichtage erreichten Anteilspreis. Auch wenn Ihre Fondsanteile derzeit tiefer notieren, wird Ihnen zum Ablaufzeitpunkt der höchste an einem der Stichtage ausgewiesene Preis garantiert. Allerdings nur, wenn Sie die Anteile bis zum Ablauf, in Ihrem Fall also bis Oktober 2018, halten, was mich an diesem Konstrukt auch stört und was ich nicht wirklich für anlegerfreundlich halte. Es verbleiben somit noch rund zweieinhalb Jahren. In dieser Zeit besteht immerhin eine Chance, dass sich die Kurse nochmals deutlich erholen. Es ist aber auch möglich, dass die Kurse noch stärker nachgeben.

Wenn Sie die Police jetzt beenden, verzichten Sie nicht nur auf die gewährte Garantie, sondern Sie realisieren auch die Buchverluste. Daher würde ich von einer vorzeitigen Kündigung abraten und die Anteile bis zum Ablaufdatum behalten. Falls Sie wegen der negativen Entwicklung der Fonds aber schlaflose Nächte haben, kann ich es gut nachvollziehen, wenn Sie Ihr Kapital in Sicherheit bringen möchten. Auch auf der Bank erhalten Sie auf dem 3.-Säule-Konto indes nur sehr wenig Zins. Dafür ist das Geld keinen Schwankungen ausgesetzt.

Ich verstehe, dass Ihnen diese Sicherheit wichtig ist. Aber wenn Sie die Police jetzt kündigen, ist etwas anderes auch sicher: die Verluste. Bis jetzt sind diese nur auf dem Papier – mit dem Verkauf werden sie real. Wenn Sie die Fonds bis zum Ablaufdatum behalten, haben Sie wenigstens die Chance, dass sich die Fonds erholen und Sie die Verluste aufholen können.

 

Beim Mietzinssperrkonto auf Zins und Gebühren achten

Ich habe eine teure Mietwohnung in Basel und muss vor Mietantritt drei Monatsmieten und damit über 10’000 Franken an Mietdepot leisten. Ist dies gesetzlich vorgeschrieben? Auf diesem Geld habe ich ja dann während Jahren keine Rendite. B.M.

Gesetzlich vorgeschrieben ist ein Mietzinsdepot nicht. In der Praxis ist es aber so, dass die meisten Hausbesitzer von ihren Mietern ein Mietzinsdepot zwischen einer und drei Monatsmieten als Depot verlangen. Maximal dürfen drei Monatsmieten inklusive Nebenkosten eingefordert werden. Die Verpflichtung dafür gehen Sie mit dem Mietvertrag ein, in dem die Höhe des Depots definiert ist. Mit dem hinterlegten Geld sichert sich der Vermieter für den Fall ab, dass jemand die Miete nicht mehr bezahlt oder Schäden am Mietobjekt verursacht, die dann nicht gedeckt werden. Es ist richtig, dass die 10’000 Franken für Sie während der Dauer des Mietverhältnisses gebunden sind. Ganz ohne Rendite sind Sie aber nicht. Denn der Betrag muss verzinst werden.

Wichtig ist, dass das Depot nicht einfach beim Hausbesitzer bleibt, sondern auf ein spezielles Mietzinssperrkonto bei einer Bank überwiesen wird, das auf Ihren Namen lautet. Damit ist klar geregelt, dass es Ihr für das Depot geleistete Geld ist, und weder der Vermieter noch Sie können einfach frei über das Kapital verfügen. Zudem wäre es auch bei einem Konkurs des Vermieters geschützt. Freigegeben wird das Geld erst nach Ende des Mietverhältnisses, die Miete vollumfänglich beglichen ist und keine ungedeckten Schäden vorhanden sind. Keine Rendite haben Sie nicht: Bei der Bank bekommen Sie auf dem Mietzinssperrkonto einen Zins. Allerdings ist dieser angesichts der rekordtiefen Zinsen meist sehr bescheiden. Je nach Bank werden zudem mehr oder weniger happige Kontoführungsgebühren belastet. Daher macht es für mich Sinn, wenn Sie dem Vermieter vorschlagen, dass das Mietzinssperrkonto bei einer Bank mit höheren Zinsen und tiefen Gebühren geführt wird. So haben Sie wenigstens etwas davon, und das Geld liegt nicht ganz brach.

Nur schon wenn Sie auf dem Sperrkonto statt 0,1 Prozent wenigstens 0,5 Prozent Zins erhalten, macht dies auf Ihren 10’000 Franken in zehn Jahren einen Unterschied von immerhin 400 Franken aus. Erst recht spürbar sind die Unterschiede, wenn Sie auch die Gebühren berücksichtigen. Wenig sinnvoll erachte ich indes Versicherungen, welche die Rolle des Mietzinsdepots übernehmen, oder Bankgarantien, da das Kosten-Nutzen-Verhältnis aus meiner Sicht in der Regel zu wenig attraktiv ist. Zudem geht es dem Vermieter mit dem Mietzinsdepot auch darum sicherzustellen, dass jemand finanziell genügend solid ist, dass er problemlos in der Lage ist, die Mittel für das Mietzinsdepot zu leisten. Dies gibt ihm die Sicherheit, dass jemand auch künftig problemlos die Miete leistet. Gesetzlich haben Sie kein Mitspracherecht, wo Ihr Mietzinsdepot geführt wird. Sprechen Sie aber mit Ihrem Vermieter und bitten Sie ihn darum, das Mietzinssperrkonto bei einer Bank mit höheren Zinsen und möglichst tiefen Gebühren zu führen.

 

 

 

1 Kommentar zu «Vorsicht vor Internetbetrügern»

  • Fankhauser sagt:

    Cembra Monney Bank: Auch erhielt ein Mail, wo ich aufgefordert wurde, auf einen Link zu klicken und dann Daten zu verifizieren. Da Cembra Bank aber diese Email Adresse gar nicht kennen konnte, war natürlich klar, dass es sich um einen Betrugsversuch handelte. Deshalb rief ich die Cembra Monney Bank an (sehr schwierig, Website sowas von userunfreundlich. Habe dann eine Telefonnummer gefunden (allgemeiner Kundendienst), wo ich den Fall schilderte und bat das Mail weiterleiten zu dürfen. Hilft ja auch der Cembra Monney Bank. Resultat, Telefonkontat völlig überfordert und gab dazu eine ungültige Email-Adresse an. Also Fazit: Nicht nur Finger von solchen Mails lassen (sofort löschen), sondern am Besten auch von der Cembra Monney Bank. Migros Cumulus hätte sich einen seriöseren Partner aussuchen

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.