Bluechips könnten von Dollar-Hausse profitieren

LONDON, ENGLAND - JUNE 08: Two gallery assistants pose with '$, 2001' an installation by Tim Noble and Sue Webster which is going on show at Sotheby's with an estimated value of ?100,000-?150,000 on June 8, 2015 in London, England. The installation forms part of an exhibition of 21 works inspired by the US Dollar which are estimated to have a total value of ?50 million and will go under offer by the auction house on 1st and 2nd July 2015. (Photo by Mary Turner/Getty Images)

Dollar-Installation: Wer im Dollar-Raum exponiert ist, erhält Gelegenheit für Anlagen oder Trades. Foto: Mary Turner/Getty Images

 

Unternehmen wie Roche, Swiss Re, Nestlé, Richemont und Swatch Group machen einen grossen Anteil ihres Umsatzes in Dollar. Die Aufwertung des Dollars hat zwar etwas an Schwung verloren, viele Experten halten aber ein Comeback des Greenback für möglich. Wird das Realität, dürften die Analysten gleich reihenweise ihre Gewinnschätzungen anheben. Es gibt allerdings auch Gründe, die gegen einen Dollar-Anstieg sprechen. So zeigt US-Zentralbankchefin Yellen einen offensichtlichen Widerwillen, die Zinsen weiter anzuheben. Hält sie diesen Kurs, wird eine Aufwertung des Dollars auf sich warten lassen. Klar ist damit jedoch eines. Durch diese Situation entstehen bei Unternehmen, die stark im Dollar-Raum exponiert sind, Gelegenheiten für Anlagen oder Trades. Positionen in Roche, Swiss Re, Nestlé, Richemont und Swatch Group aufbauen beziehungsweise halten

Pharma- und Industrieaktien reagieren positiv

Die Performance der führenden globalen Aktienmärkte hat dieses Jahr enttäuscht. Auch der Start in den Mai geriet wenig erfeulich. Nun dürfte es zu einer Aufholjagd kommen. An deren Spitze stehen werden Bluechips mit stark gefallenen Kursen sowie Standard­werte, bei denen die Erwartungen auf Dividendensteigerungen und starkes Wachstum ungebrochen sind. Ich erwarte in den kommenden Wochen, dass Pharma- und Industrieaktien dank guter Unternehmensnachrichten positiv reagieren. ­Roche und Novartis beispiels­weise werden Impulse von Krebskongressen erhalten. Roche, ­Novartis, ABB und LafargeHolcim in Schwächen kaufen

Gefordert ist Geduld

Die Grossbanken stecken mitten in einer Durststrecke. Dieser Eindruck entsteht nicht nur wegen der Turbulenzen innerhalb der Credit-Suisse-Führung, sondern jetzt auch wegen der vergangene Woche kommunizierten schwachen Zahlen der UBS. Die Analysten zeigen sich zunehmend skeptisch. Sie stuften die UBS-Namenaktie gleich mehrfach von «Kaufen» auf «neutral» hinunter. Die schlechten Zahlen des ersten Quartals können der Aktie zwar noch länger zusetzen. Für mutige antizyklische Inves­toren bietet das von den UBS-Aktien erreichte Kurstief aber auch eine Kaufgelegenheit – eine Gelegenheit allerdings, die jahrelange Geduld erfordern könnte. UBS-Namenaktien in Schwächephasen kaufen

Zahl der Läden steigt um 65 Prozent

Sonova hat mit der Übernahme der niederländischen Hörgeräte-Verkaufskette Audionova positiv überrascht. Die Expansion macht Sinn, erhöht sie doch die Zahl der eigenen Verkaufsläden auf einen Schlag um 65 Prozent. Zudem wird Sonova die bisher von Audionova vertriebenen Konkurrenzprodukte durch ihre eigenen Hörgeräte ersetzen. Die sofort gewinnwirksame Übernahme setzt verschiedene Analytiker in Zugzwang. Seit Jahresbeginn haben HSBC, Kepler Cheuvreux und Safra Sarasin die Titel auf «Verkaufen» herabgestuft. Sonova wächst nun bereits 2016 wieder stärker, als bisher ­erwartet wurde. Kaufen

Möglicher Rückenwind

LafargeHolcim büssten seit ihrer Erholung auf 50 Franken wieder über 10 Prozent ein. Am Markt wachsen die Sorgen, dass die Titel von Umschichtungen einzelner Aktionäre belastet werden. Aus der Zementbranche sind zwar positive Signale zu hören. Doch diese perlen an den Titeln ab, auch weil vor Bekanntgabe der Quartalszahlen am 12. Mai keine wesentlich positiveren Nachrichten erwartet werden. Die Zahlen des Konzerns könnten bei verbesserten Wirtschaftsperspektiven der Eurozone und Frankreichs aber Rückenwind erhalten. Ist in den aktuellen Kursen der LafargeHolcim-Titel alles Negative eingepreist, steht einem neuen Erholungsversuch wenig im Wege. Gewinne mitnehmen, Leerverkäufe eindecken

Boomende Windkraft beflügelt

Schweiter Technologies bieten mit ihren Wachstums- und Gewinnzahlen attraktive Aussichten. Die am Freitag ex-Dividende gehandelten Titel werden dank ihrer Exposition als Zulieferer der boomenden Windkraft von bedeutenden Marktteilnehmern bevorzugt. Erreicht die Gesellschaft wie geplant in diesem Jahr die Umsatz-Milliarde, ist von der Inhaberaktie ein vierstelliger Kurswert zu erwarten. In Schwächen kaufen

Im Titel stecken Fantasien

Am Markt erwarten Portfolio-Manager wieder einen Anlauf der ­Givaudan-Aktien auf das bishe­rige Jahreshoch bei 1949 Franken von Mitte April. 2016 wuchs der Konzern schneller als erwartet und verdiente mehr als im Vorjahr. Darum stecken Fantasien im Titel. In Börsenkreisen heisst es, dass die Erwartungen klar über 2000 Franken je Aktie hinausgingen. Die defensiven Titel mit Wachstumsperspektive könnten für Grossanleger interessant sein. Givaudan dürften zudem nach der Übernahme von Syngenta durch Chemchina gefragt sein, weil diese die einzige Chemieaktie im SMI ist. Titel als Alternative zu Syngenta kaufen

Matchentscheidende Vorteile

Vergangene Woche fand die Kaufempfehlung der Bank J. P. Morgan fü Swiss Re Anklang bei den Investoren. Der Analyst zeigte die besseren Aussichten der Gesellschaft gegenüber der Konkurrenz auf. Die über den Erwartungen liegenden Margen und die einmalige Kapitalposition verschaffen der Gesellschaft auch 2016 matchentscheidende Vorteile, so seine Meinung. Händler erwarten, dass die Swiss-Re-Namenaktien in einer ersten Welle auf 90 Franken anziehen werden. Kommt es bei den Bluechips zu einer ausgewachsenen Rally, sind gar wieder Kurse um 95 Franken zu erwarten. Kaufen