Lieber Gott,

«Poller»-Kolumnistin Gisela Feuz hat Gott verärgert und fordert ihn zu einem Faustkampf heraus.

du hast kürzlich angerufen und mich ordentlich zusammengestaucht. Was zum Teufel denn in mich gefahren sei, dass ich in der Zeitung einen solchen Brunz über deine Arbeitsweise verkünden würde. Zur Erinnerung: Frau Feuz hat in ihrem letzten Poller (der «Bund» vom 28. August) behauptet, dass der Allmächtige bei der Verteilung der Fähigkeiten und Charaktereigenschaften geschlampt und bei der Instandsetzung von Frau Feuz nur noch grosse Klappe, pubertären Humor und zwei linke Hände im Baukasten übrig gehabt habe. So richtig muff warst du am Telefon, gell Gott. Hier ein Auszug aus unserem Gespräch.

Gott: Gopfertami, ah nein, *räusper*, sapperlot, sind das teure Roaming-Gebühren. Feuz, hörst du mich?

Frau Feuz: Jawohl. Teure Roaming-Gebühren? Hast du dir etwa ein Abo von Salt andrehen lassen?

Gott: Klappe, Feuz. Es geht um deine Kolumne. Ich habe nicht geschlampt. Gott schlampt nie. Pubertärer Humor, ja o.k., aber ist so verkehrt auch wieder nicht, oder?!

Frau Feuz: Verkehr, hihi.

Gott: FEUZ, jetzt nimm dich mal zusammen! Blasphemischen Stuss erzählt hast du. Noch so eine Aktion, und du kannst dir deinen Stromschlag-Afro künftig eine Etage tiefer bei «Luzifhair» frisieren lassen.

Frau Feuz: «Luzifhair», ernsthaft? Und der Coiffeurladen bei euch oben heisst «Hairlich» oder wie? Ich hab gemeint, die Friseursalons auf der Erde hätten bescheuerte Namen. Aber schau hair, du und der olle Satan toppt das tatsächlich noch. Hairvorragend. Ich bin ganz hin und hair. Vom Himmel hoch da kommst du hair, hihi.

Gott: KLAPPE, FEUZ! Anstatt diesen Seich zu labern, würdest du besser über die guten Eigenschaften schreiben, mit denen ich dich ausgestattet habe. Ehm… *längere Pause* also… *noch längere Pause*… Linkshänderin bist du ja zum Beispiel.

Lieber Gott, ich muss gestehen, ich war konsterniert nach deinem Anruf. Was genau soll gut daran sein, dass ich Linkshänderin bin? Ich mein: Schon mal mit links den Auslöser eines Fotoapparates bedient? Eine Schere gebraucht? Gemausklickt? Mit Füllfederhalter geschrieben?! Gerade mal 10 % der Weltbevölkerung sind Linkshänder, wobei diese statistisch gesehen ein höheres Risiko für Unfälle, Verletzungen, Schizophrenie, Immunkrankheiten, Epilepsie, Lernbeeinträchtigungen, Alkoholismus und Dyslexie haben. Eigentlich ist es ein Wunder, dass es uns überhaupt noch gibt, denn die Evolution hat ja die Angewohnheit, alles aussterben zu lassen, was nicht Top-Material ist.

Was sagen Sie, werte Leserschaft? Meine Hirnhälften würden besser miteinander kommunizieren? Das nützt dann auch nichts, wenn die eine immer nur Dinge wie «Po-saune, hihi» oder «Ständer-lampe haha» denkt. Linkshänderinnen seien kreativer? Ist nicht bewiesen. Den einzig statistisch belegten Vorteil haben wir, wenn Mann gegen Mann oder Frau gegen Frau angesagt ist. Bei Sportarten wie Boxen, Ringen, Fechten oder Basketball zum Beispiel. Oder beim Schlegle. Darin sind wir überdurchschnittlich gut, weil wir für rechtshändige Menschen schwer einschätzbar sind.

Ich muss schon sagen: toll, Gott. Ich mein, man hätte Frau Feuz ja auch mit Hochbegabung, fotografischem Gedächtnis oder Röntgenaugen ausstatten können. Aber nein: Sport und Gewalt. Bravo, wirklich. Applaus, du Flasche. Ich vermute sowieso, dass du uns Linkshänderinnen einzig und allein aus dem Grund geschaffen hast, damit du dir dort oben einen Schranz lachen kannst, wenn du uns dabei zuschaust, wie wir versuchen, in ein Ringheft zu schreiben. Oder eine Konservendose zu öffnen. Wahrscheinlich triffst du dich regelmässig mit dem ollen Satan bei «Luzifhair» und ihr zwei gackert dann unter der Dauerwellenhaube über deinen gelungenen Scherz. Haha. Weisst du was: Ich fordere dich zu einem Faustkampf heraus! Dann werden wir ja sehen, wo Gott hockt.

Muhammadalig,

Frau Feuz

Gisela Feuz schreibt als freie Journalistin für den «Bund». Gott lässt nachfragen, wer denn diese Evolution sei. Couffeursalons haben offenbar einen Wettbewerb am Laufen, welcher den bescheuertsten Namen hinbekommt. Wo sich der Chef die Haare schneiden lässt, erzählt er vielleicht bei Familienfesten. Bei denen ist Frau Feuz ja aber nie, weil: andere Sippe.

1 Kommentar zu «Lieber Gott,»

  • M.L. sagt:

    Liebe Frau Feuz
    So etwas Primitives wie Ihren Dialog mit Gott habe ich noch nie gelesen. Eine Schande, dass der Bund solch einen Artikel veröffentlicht !
    Ihr Artikel zeugt von sehr viel Unreife.

    In der heutigen schwierigen Zeit brauchen wir weisere Artikel, welche uns Menschen aufbauen.
    Freundliche Grüsse M.L.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.