Werte Freunde und Freundinnen,

«Poller»-Kolumnistin Gisela Feuz hat zwar Freundinnen und Freunde, leider helfen diese ihr aber nur selten.


ihr seid alle zusammen in höchstem Masse unnütz. Das muss jetzt einfach mal gesagt sein. Also nicht gänzlich und in allen Belangen. Baden, Konzerte gucken und Cervelat bräteln geht schon. Dummes Zeugs schwatzen auch. Wenn dann aber mal Not an Kolumnen-Material ist, dann seid ihr etwa gleich hilfreich wie ein Föhn in der Sahara. Sie finden, ich gehe zu hart ins Gefecht mit meinen Kompagnons, werte Leserschaft? Tu ich nicht, weil glauben Sie mir, unnütz ist nur der Vorname dieser Bande. Sie hätten gerne eine Kostprobe? Nun gut. Aber jammern Sie dann nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt.

Als Frau Feuz kürzlich im montäglichen Sportgrüppli über das Sommerloch im Hirn beziehungsweise fehlende Kolumnen-Inspiration jammerte, posaunte Kollege L. Folgendes in die Runde: «Schreib doch darüber, dass das Buskers die Streetparade für Arme, also für Agglo-Fuzzis ist. Die Agglos kommen ja nur drei Mal pro Jahr in die Stadt und zwar für Buskers, Zibelemärit und Fasnacht. Komplett unerträglich, diese Anlässe, das musst du mal schreiben!»

«Ich kann im Bund sicher nicht die Agglo-Fuzzis als Agglo-Fuzzis bezeichnen und dann auch noch über das Buskers herziehen, geits?!», widersprach ich zwischen zwei Liegestützen. Also zwischen den zwei Liegestützen, die Frau Feuz schafft. «Der Chef schickt mir die Lauterbrunner Mafia auf den Hals. Da nützt mir dann mein Nachname auch nichts mehr, weil der Capo stammt vom Clan auf der anderen Talseite. Nüt da mit Blutsbrüderschaft. Wenns dumm geht, lässt der mich mit Betonklötzen an den Füssen in der Aare versenken.»

«Ah, apropos Aare, ich hätte da ein Kolumnen-Thema», schaltete sich an dieser Stelle Genosse T. ins Gespräch ein. «Schreib doch etwas über die neue Aaretemperaturmasseinheit RIG, Rümpf im Gigu.» «Ja genau», antwortete ich, «da hab ich garantiert postwendend die ganze Gendergleichstellungsabteilung am Hals. Wenn schon müsste es ja DNH heissen, durchschnittliche Nippelhärte. Und sowieso: Wie sollen solche RIGs überhaupt einheitlich gemessen werden können? Die Rümpfe kann man ja wahrscheinlich zählen, aber deren Anzahl müsste doch dann irgendwie ins Verhältnis gesetzt werden zur Länge des, äh, Dings, Gegenstandes, also Körperteils, nicht?»

«Und dann gäbe es da ja auch noch den Blutpenis- oder Fleischpenisfaktor», gab an dieser Stelle Frau B. mit hoch erhobenem Zeigefinger zu bedenken. «Anzahl Rümpfe über Länge im Quadrat, mal fünf plus 1 für Blut, minus 1 für Fleisch. Klingt doch plausibel, nicht? Lass ich morgen gleich patentieren, die Formel.» «Und ich melde mich freiwillig bei der Truppe, welche die Zahlen erhebt», krähte da Madame H. vergnügt aus der Kniebeuge. «Im Marzili muss ja dann bei jedem Aare-Stägli RIG-Kontrollpersonal mit Schreibblock und Massband positioniert werden, das den Inhalt der Badehose überprüft, damit man das statistisch auswerten kann. Grossartiger Job. Da mach ich gleich noch ein paar Rümpfbeugen, ahahaaaa.»

Sie finden diese Kolumne unter aller Kanone, werte Leserschaft? Ich auch. So wie meine Freunde und Freundinnen. Hätten Sie vielleicht neue für mich? So richtig intellektuelle? Das wäre toll. Wie jetzt «man kriegt die Freunde, die man verdient»?!

Herzlich,

Ihre Frau Gisela Feuz

1 Kommentar zu «Werte Freunde und Freundinnen,»

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