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SP-Anhänger lassen bei Kernfragen die eigene Partei im Stich

Von DB, 13. August 2015 76 Kommentare »
Die Anhänger der Schweizer Polparteien SP und SVP unterscheiden sich fundamental: Während bei Kernthemen SP-Sympathisanten in Scharen zu den Gegnern überlaufen, kann die SVP bei ihren Hauptanliegen auf Unterstützung der Basis zählen.
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Ein Gastbeitrag von Politan.ch

Die SP hat ein Problem. Bei eigenen oder generell linken Initiativen stimmen ihre Anhänger oft nicht parteikonform. Das heisst, das Abstimmungsverhalten der Parteibasis weicht stark von der nationalen Parteiparole ab. Das gilt vor allem für die eigentlichen Kernthemen der SP: Wirtschafts- und Sozialfragen.

Bei der 1:12-Initiative hielten sich beispielsweise lediglich etwa zwei von drei SP-Sympathisanten und bei der Mindestlohn- und der Gesundheitsinitiative sogar nur etwas mehr als jeder Zweite an die Parole der Partei. Obwohl die SP-Spitze auf einer Linie war. Ein interner Zwist erklärt die Abweichung nicht. Bei den drei Abstimmungen wich keine einzige kantonale Sektion von der nationalen Empfehlung ab. Trotzdem liefen die SP-Anhänger in Scharen ins Lager der Gegner über.

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Abstimmungen sind ein Stimmungstest. Sie zeigen, wie sehr die Wählerschaft der eigenen Parteilinie folgt – oder eben nicht. Die Parteilinie wird dabei durch die Abstimmungsparole vorgegeben. Die Parolen widerspiegeln aber primär die Haltung der Parteieliten und nur beschränkt jene der Parteibasis. Wie die Basis über eine Sachfrage denkt, zeigt sich erst am jeweiligen Abstimmungssonntag. Die Abstimmungsforschung in der Schweiz hat gezeigt, dass Parteisympathisanten sich zwar oft an der Parole ihrer bevorzugten Partei orientieren, aber längst nicht immer.

Während die SP Mühe hat, die Basis bei eigenen Anliegen auf der Parteilinie zu halten, ist die Stimmdisziplin hoch, wenn es sich um rechte Initiativen oder Referenden handelt. Gegen den politischen Gegner sind die Reihen geschlossen und SP-Sympathisanten weichen kaum von der Parole ab, wenn Anliegen aus rechten Kreisen, vor allem der SVP kommen. Ergreift die SP aber zu gleichen Themen ein Referendum – zum Beispiel gegen eine Verschärfung des Ausländer- oder Asylrechts, bröckelt dieser Zusammenhalt bereits wieder. Die SP braucht offenbar ein klares «Feindbild», um einheitlich zusammenzustehen.

 

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Im Gegensatz zur SP hat die SVP wenig Probleme, ihre Sympathisanten bei Kernfragen auf Kurs zu halten. Bei Abstimmungen über eigene Initiativen in der Ausländer- und Aussenpolitik sind die Annahmeraten bei der SVP-Wählerschaft fast schon phänomenal hoch. Das gilt auch dann, wenn die SVP Referenden in diesem Themenbereich ergreift.

Bei linken Referenden im Bereich der Wirtschafts- und Sozialpolitik hat die SVP hingegen Mühe, ihre Basis von der Parteimeinung zu überzeugen – genauso wie die SP, aber mit umgekehrten Vorzeichen. Dies hat beim Elektrizitätsmarktgesetz (EMG) zur verblüffenden Situation geführt, dass SVP-Anhänger das Liberalisierungsprojekt stärker bodigten als SP-Anhänger. Bei anderen linken Referenden wie dem BVG-Umwandlungssatz oder den Öffnungszeiten der Tankstellenshops lagen die Nein-Anteile von SP- und SVP-Anhängern zumindest nahe beieinander.

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Gering ist die Parolenkonformität bei der SVP ausserdem bei Abstimmungen, bei denen alle grösseren Parteien dieselbe Parole wie die SVP fassen. Während sich die anderen Wählerschaften meistens an diese Empfehlung halten, weichen die SVP-Wähler vergleichsweise oft davon ab.

Die Gründe dafür sind im gesellschaftlichen Strukturwandel und der Veränderung der Parteienlandschaft zu suchen. Die tieferen Einkommensschichten, einst die treue Klientel der Sozialdemokratie, wählen heute häufiger SVP als SP. Sie tun dies nicht wegen, sondern trotz der Sozialpolitik der SVP. Denn ausschlaggebend für die Wahl einer Partei ist bei den Büezern nicht etwa die Sozialpolitik, sondern immer häufiger die Ausländer- und Aussenpolitik.

Die Wählerschaft der SP wiederum setzt sich zu einem erheblichen Anteil aus sogenannten «sozio-kulturellen Spezialisten» zusammen. Dies sind beispielsweise Lehrerinnen und Lehrer, Journalisten und Journalistinnen oder im Gesundheits- und Sozialwesen tätige Personen. Diese Berufskategorien wählten früher noch stärker bürgerlich. Mittlerweile wählen sie meist links, hauptsächlich aufgrund ihrer gesellschaftspolitischen Überzeugungen.

Weil viele SP-Wählende mittlerweile zu den besser Verdienenden zählen, unterscheiden sich ihre materiellen Interessen zudem zusehends von der offiziellen Sozial- und Wirtschaftspolitik der SP, was die Partei bei eigenen Initiativen vor Probleme stellt. Die Gefolgschaft bröckelt.

Die Autoren: Sina Blassnig, Thomas Milic, Basil Schläpfer, Thomas Willi

Zum methodischen Vorgehen:

Wie fast immer bei Datenauswertungen handelt es sich um eine Abstraktion der Realität, welche mit gewissen Unsicherheiten einhergeht. Folgende Punkte sollten Sie auf jeden Fall beachten:

  • Berücksichtigt wurden alle Vox-Umfragen seit 1999.
  • Wie immer bei Umfragen handelt es sich bei den ausgewiesenen Werten um Schätzungen. Schätzungen sind aber mit Unsicherheiten behaftet. Eine relevante Kennzahl ist dabei die Fehlermarge. Diese ist von verschiedenen Parametern abhängig und beträgt für die hier untersuchten Fälle durchschnittlich etwa acht Prozentpunkte.
  • Wenn Sie die Fehlermarge kennen, können Sie das Intervall, in welchem der reale Wert mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent liegt, ausrechnen. Dazu addieren sie die Fehlermarge zum ausgewiesenen Schätzwert, womit sie die Obergrenze des 95-Prozent-Vertrauensintervalls erhalten. Anschliessend subtrahieren sie die Fehlermarge vom Schätzwert und erhalten die entsprechende Untergrenze.
  • Die Fehlergrenze variiert zwischen den einzelnen Abstimmungen. Wir bitten Sie deshalb, die jeweiligen Werte zur Kenntnis zu nehmen. Diese erfahren Sie, wenn Sie über die Schätzpunkte in der interaktiven Grafik fahren.
  • Die Einteilung der einzelnen Vorlagen in ein Politikfeld beruht auf der Arbeit von Politikwissenschaftler Hans-Peter Kriesi. Wir haben diese Einteilung vereinfacht, indem wir einzelne Kategorien zusammengelegt haben.

76 Kommentare zu “SP-Anhänger lassen bei Kernfragen die eigene Partei im Stich”

  1. Hasler sagt:

    Wie eigentlich immer sind solche Statistiken durchaus interessant. Sie ignoriert aber einen wesentlichen Aspekt der Politik: Politik besteht bei weitem nicht aus Abstimmungen und Initativen. Bis ein Referendum ergriffen werden kann braucht es erst ein Gesetz. Dieses wird jedoch in eher unscheinbarer Arbeit in Kommissionen, Ausschüssen, Sitzungen erarbeitet. Die SP brilliert bei solcher Arbeit und vertritt dort den Wählerwillen recht gut (aber nicht perfekt). Wird dort gut gearbeitet kommt das Gesetz gar nie vors Volk. Die SVP hingegen verweigert die Arbeit im Parlament. Desswegen muss sie über Volksabstimmungen und Initativen aktiv werden und tut dies auch bei Kernthemen entsprechend häufig und erfolgreich. Abstimmungen über Linke Vorlagen gibt es eigentlich nur dann, wenn etwas schief gelaufen ist und schon im Parlament keine Einigkeit da war. Da muss man sich nicht wundern, wenn sich das auch im Abstimmungsverhalten der Basis wiederspiegelt

  2. Angelo Rizzi sagt:

    “SP-Anhänger lassen bei Kernfragen die eigene Partei im Stich”, lautet der Titel dieses Artikels. Angenommen, der Titel würde lauten „”SVP-Anhänger lassen bei Kernfragen die eigene Partei im Stich”… was bliebe denn von dieser Partei noch übrig?

    Während die SP – aber nicht nur die SP, auch die Grünen, die Mitte inkl. FDP – mehrere Themen bewirtschaften, hat doch die SVP praktisch nur ein Thema, mit dem sie ihre Politik aufbaut und die Wählerschaft bei Laune hält.

    Hier legen einige SP-Wähler im Kommentar dar, weshalb sie SP wählen. Alle sozialen Errungenschaften in der Schweiz, angefangen von der AHV, über die 2. Säule, Sozialhilfe und Ergänzungsleistungen, ohne die viele Schweizerinnen und Schweizer betteln gehen müssten, haben wir eindeutig den Linken – dazu gehören auch die Gewerkschaften – und ganz sicher nicht den Rechten zu verdanken.

    Interessant wäre mal von den SVP-Wählerinnen und Wählern zu erfahren, weshalb sie, die breite Basis – ausser dem Kernthema Überbevölkerung wegen – SVP wählen.

  3. Ich gehöre zu jenen, die grundsätzlich der Sozialdemokratie zugeneigt sind, die letzten beiden Initiativen (1:12 [nein], Mindestlohn [leergelassen]) jedoch nicht unterstützte. Immerhin boten die beiden Initiativen interessante Diskussionsgrundlagen, die man nicht missen möchte: Ist es vernünftig, dass führende Kader das Hundertfache ihrer Angestellten (die den Laden überhaupt am Laufen halten) verdienen? Sollte es nicht selbstverständlich sein, dass eine Angestellte mit ihrem Lohn den Lebensunterhalt umfassend finanzieren kann? Möglicherweise haben diese Initiativen einige Leute zum Grübeln gebracht, was zu begrüssen ist. In der von den Initianten geforderten Radikalität, hätte ich das aber nicht in der Verfassung gewollt.

    Weshalb trotzdem Sozialdemokratie wählen? (Ein Erklärungsversuch)

    Es geht um eine Grundhaltung. Es geht darum, dass jedes Mitglied der Gesellschaft eine faire Chance haben muss, am wirtschaftlichen Leben zu partizipieren. Herkunft und Vermögen sollen dabei nicht ausschlaggebend sein. Vielmehr sollen alle Bürgerinnen und Bürger ideale Startbedingungen vorfinden, auch wenn hierfür die Unterstützung des Gemeinwesens (und damit der ganzen Gesellschaft) notwendig sein sollte. Und wenn jemand nicht mehr aus eigener Kraft für seinen Lebensunterhalt aufkommen kann (Alter, Invalidität, Arbeitslosigkeit, usw.), lassen wir dieses Mitglied der Gesellschaft nicht am Boden liegen. Die Chancengleichheit steht im Vordergrund, es geht nicht um Gleichmacherei.

    Es geht ferner um die Einsicht, dass jeder einzelne irgend einer Minderheit angehört, weshalb sich die Mehrheit nicht nur für die Interessen der Mehrheit – sondern zuweilen auch im Interesse von Minderheiten einsetzen soll. Das nennt sich Solidarität. Solidarität gegenüber jenen, die weniger verdienen, gegenüber jenen, die körperlich oder geistig erschwerten Bedingungen unterworfen sind, gegenüber jenen, die eine andere sexuelle Neigung haben, gegenüber Fehlbaren, und natürlich auch gegenüber jenen, die aus der Ferne kommen und Teil dieser Gesellschaft sein wollen.

    Die SP ist jedoch nicht nur das soziale Gewissen, sondern auch die liberalste Partei der Schweiz und v.a. deswegen – evtl. in Ermangelung eines Besseren – meine Wahl. Jene die sich sonst liberal nennen, unterschlagen in aller Regel, was Liberalismus wirklich bedeutet: Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt. Der Liberale steht aus Überzeugung für seine eigene, aber auch für die Freiheit des anderen ein. Das tun die heutigen Wirtschaftsliberalen (es wäre zu wünschen sie wären auch gesellschaftsliberal) nicht. Sie denken an das eigene Portemonnaie, den eigenen Profit. Die SP möchte aber, dass allen die notwendige Freiheit gewährt werden kann.

    So kommt es, dass ich zwar nicht jedem Anliegen aus dem sozialdemokratischen Lager zustimme. Aber ich fühle mich bedeutend wohler, wenn unsere Regierungen und Parlamente auf Bundes- und Kantonsebene die soeben erläuterte Grundhaltung teilt. Sie sind Garant hierfür: „dass frei nur ist, wer seine Freiheit gebraucht, und dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen“ (aus der Präambel der Bundesverfassung).

    • R. Sommerhalder sagt:

      Ich glaube es sicher auszuschliessen, dass die SP, die liberalste Partei der Schweiz ist. Ich glaube Herr A. Finas hat gewisse Probleme, richtig zu analysieren, was man überhaupt unter “liberal” versteht.

    • Sacha Bundy sagt:

      Vielen Dank Herr Finas, viel besser kann man es nicht (be)schreiben. Leider ist es so, dass die sozialen Anliegen nicht einfach mit einer Parole erklärt werden können, was die Sozialpolitik einem Teil des Volkes unzugänglich oder unverständlich macht. So werden einfache Ideen wie z.B. das bedingungslose Grundeinkommen nicht mal diskutiert sondern ungefragt zu Boden gestampft. Das dürfte die (von gewissen Kreisen gewünschte) Ernte der Politik der letzten 20 Jahre sein…

      • max bernard sagt:

        Allein schon an Ihrem Kommentar merkt man wie sehr sich die SP von ihrer früheren Basis entfernt hat, indem sie diese für zu blöde hält ihre ach so tollen Ideen zu verstehen. Was aber soll an SP-Forderungen wie dem Mindestlohn,. der Gehaltsbeschränkung für Manager etc. so schwierig zu verstehen sein? Selbst ein Erstklässler kann dies schlicht gestrickten Anloiegen kapieren, weshalb es nie und nimmer der Grund dafür sein kann, dass viele SP-Initiativen von der eigenen Basis abgelehnt werden. Alberne Ausreden einer Politik, die es nicht versteht bzw. auch gar nicht willens ist für die Interessen der Arbeitnehmer zu kämpfen. In den Augen der SP geht es diesen hierzulande sowieso zu gut, weshalb sie sich lieber für Immigranten und Flüchtlinge einsetzt – und sei es auf Kosten ihrer Basis.

  4. Hannes Müller sagt:

    Bei Abstimmungen gehts um Sachthemen, und da läuft keiner seiner Partei davon, sondern er stimmt so, wie er es für richtig hält. (Man kann daraus schliessen, dass die SP an ihrer Basis vorbei Politik macht.)

  5. r.meier sagt:

    die sp ist zur Partei der gutverdienenden geworden,ihr sozialdenken ist nur eine Farce,um den schein zu wahren,humanitär zu sein,dies aber nur zum eigenen wohl,wenn ein arbeiter,dank der pfz,durch einen eu- Ausländer ersetzt wird,liegt es nicht an den bürgerlichen,sondern an der nicht zu stoppenden einwanderungspolitik der linken,denn was nützt es,wenn man alls schweizer fr.4000.- verdienen könnnte,aber keinen Job hat

    • Walter Sahli sagt:

      “nicht zu stoppende Einwanderungspolitik der Linken”??? Sie glauben, die Schweiz würde von den Linken regiert?

  6. P. Studer sagt:

    Wer arbeitet, wählt garantiert nicht per se die SVP. Die hat vor allem Bauernlobbyisten, Arbeitslose, Rentner und Leute mit Zukunftsängsten als Basis. Oder glauben Sie ernsthaft, dass die leeren Versprechen der SVP auf Inländervorrang auch nur einen einzigen Arbeitsplatz schaffen werden? Glauben Sie, dass ein Ausländer Ihnen den Arbeitsplatz wegnehmen könnte, nur weil er Ausländer ist? Nein, weil er dieselbe Arbeit besser und günstiger verrichten kann! Willkommen in der kapitalistischen Wirklichkeit! Dagegen kommt auch die SVP nicht an! Es wäre Ihnen also egal, wenn derjenige, der Ihnen den Arbeitsplatz “wegnimmt”, ein junger Schweizer wäre? Es wäre Ihnen also auch egal, wenn die idiotische Abschottungspolitik der SVP Ihren Arbeitsplatz einfach vernichtet, weil Ihr Arbeitgeber durch den wegfallenden EU-Binnenmarktzugang im Exportgeschäft leider nicht mehr konkurrenzfähig ist? Und zum Schluss ist es Ihnen auch egal, dass Sie durch das von der SVP zerstückelte Sozialnetz (Sozialmafia, lol!) fallen? Aber Sie würden wohl weiter SVP wählen gehen, weil diese Ihnen ja permanent die Schuldigen für Ihre Misere liefert: die “schmarotzenden Ausländer”, die “EU-Diktatur”, die “linke Sozialindustrie” und all der andere populistische Blödsinn! Echte Sachpolitik von der SVP? Fehlanzeige, ist nicht reisserisch genug und zu wenig “wählerwirksam”. Die Parteibasis dürstet nach einem vereinfachten Weltbild mit Gut und Böse!

    • Hubert Koller sagt:

      Lieber Herr Studer, Ihre antiquierten Vorurteile in Ehren, aber ich empfehle Ihnen gelegentlich mal von Ihrem hohen Ross in die morastigen Niederungen der Realität abzusteigen. Vielleicht würden Sie dann Ihr Weltbild etwas überdenken. Ich muss immer wieder schmunzeln, wenn ich mit meinen 3 besten Spezis abends unterwegs bin. Wir 4 haben alle dissertiert (Uni ZH), einer ist PD, sind selbstständig oder oberstes Kader, sind beruflich sehr erfolgreich und, jetzt kommt’s, wir wählen mittlerweile alle SVP. Zudem kenne ich Dutzende ehemalige FDP Wähler, die meisten Akademiker, erfolgreich etc. etc. die nun SVP wählen. Ihre Vorstellung die SVP-Wähler seine alles tumbe, rassistische Hinterwäldler, ist so etwas von überholt. Aber leben Sie ruhig weiter in Ihrer schwarz-weissen Traumwelt…

      • Rainer Wolf sagt:

        Mit keinem Wort auf die Aussagen von Herrn Studer einzugehen, aber trotzdem so viel zu schreiben: fantastisch. Ich kann an keinem Ort feststellen, dass er den SVP-Wählenden Rassismus unterstellt. Was aber feststellbar ist (auch ohne an der Uni ZH studiert zu haben): die SVP generiert Probleme und profitiert noch davon. Ein Multimilliardär vernichtet Arbeitsplätze und wird von denselben Leuten noch gewählt, weil er ein wenig gegen die böse EU wettert. Ich muss zugeben, ich verstehe den arbeitenden SVP-Wähler nicht. Dass Sie als geschellschaftliches Kader diese Milliardärspartei wählen, macht da schon mehr Sinn: sie macht ja schliesslich nur Politik für die Finanzelite.

        • Hubert Koller sagt:

          Herr Wolf, haben sIe eine Leseschwäche? Ich habe Herrn Studer darüber informiert, dass sein Bild des SVP-Wählers nicht mehr ganz der Realität entspricht: “Bauernlobbyisten, Arbeitslose, Rentner und Leute mit Zukunftsängsten”. Und dass Sie einem Multimilliardär (Sie meinen wohl Herrn Blocher) unterstellen, er hätte Arbeitsplätze vernichtet, zeugt von Mangel an Durchblick. Aber glauben Sie nur, was Sie wollen. Es schert uns nicht.

      • Elisabeth sagt:

        Herr Koller: Danke für Ihren Kommentar. Bei meinen Bekannten, die Akademiker sind oder im Kader von Firmen sitzen, tönt es gleich. Trotzdem werden Linkswähler nicht müde zu behaupten, nur Ungebildete würden SVP wählen. Ob man den Stiel mal umkehrt? ;-). Die Leute haben einfach genug von der Ueberfremdung und dem BR, der einfach alle Resultate der Abstimmungen ignoriert und in die EU strebt mit einem unsäglichen ‘Rahmenvertrag’!

        • peter wiesendanger sagt:

          herr koller und frau elisabeth

          ich glaube ihnen das sie die svp wählen. vielfach, zum glück nicht immer. um so höher das einkommen und die position um so mehr ängste andere könnten einem etwas wegnehmen. dies hat zur folge, dass aus lauter angst die solidarität schwächeren gegnüber auf der strecke bleibt.

        • P. Studer sagt:

          Akademiker wählen nicht SVP, ausser sie profitieren direkt von der Politik der Rechten, z. B. durch politische Ämter, weiteren Steuersenkungen oder den direkten Folgen wegfallender ausländischer Konkurrenz. Diese Ausnahmen sind mir durchaus bekannt. Tut mir leid, aber die grosse Masse der “Parteibasis” erkennt die groben Vereinfachungen der Parteispitze nicht als solche. Ist Ihnen aufgefallen, dass es nur die SVP ist, die völlig undifferenziert gegen Ausländer und die EU politisiert? Die MEI-Initianten haben uns punkto Umsetzungsmöglichkeiten (restl. Bilaterale seien nicht gefährdet) bewusst brandschwarz angelogen, Zahlen aus dem Zusammenhang gerissen und das Stimmvolk so gezielt getäuscht! Die MEI ist bereits jetzt Makulatur, weil die Initiative weder konkrete Zahlen vorgibt, noch den Bundesrat ermächtigt, die vom Volk angenommen Bilateralen Verträge zu kündigen. Die SVP-Führung wusste dies, dem durchschnittlichen SVP-“Follower” ist das indes nicht klar. Man braucht nicht Akademiker zu sein, um zu verstehen, dass eine weitere Abstimmung über die Bilateralen (nein, keine zweite Abstimmung zur MEI) legitim und vor allem zwingend notwendig ist. Dies müsste der SVP ja geradezu in die Hände spielen, sind die Rechts-Hardliner doch so vom mündigen “Stimmvolch” überzeugt (die SVP-Millionen aus der Parteikasse werden’s schon richten, hat die SVP alleine mehr Budget als die restlichen Parteien zusammen). Aber auch da wissen die meisten Schweizer, dass eine Kündigung der Bilateralen grausamste Konsequenzen für unsere Wirtschaft hätte. Nur, was kümmert das die “Agrarsozialhilfe-Empfänger”, die Arbeitslosen (und die pauschalbesteuerten Multimillionäre) oder die Rentner aus der SVP-Basis? Mittlerweile ist aber grossen Mehrheit des Stimmvolkes die Situation klar; wir können auf die Bilateralen Verträge nicht einfach verzichten. Eine Abstimmung zu den Bilateralen würde zur katastrophalen Abstimmungsniederlage für die SVP!

    • max bernard sagt:

      @Studer: Dass sich die heutige Linke selbst zur Bildungselite und ihre politischen Gegner zur tumben, bildungsfernen Schicht erklärt, beruht auf einer grandiosen Selbsttäuschung die v. a. der Selbstbeweihräucherung dient.
      Deutlich wird dies u. a., wenn man sich deren immer gleich gestrickten, inhaltsleeren Leserkommentare zu Gemüte führt. Sachliche Argumente sind da absolute Mangelware, stattdessen beherrschen billige Polemiken und dümmliche Vorwürfe an den politischen Gegner wie Isolationismus, Abschottungspolitik, Fremdenfeindlichkeit etc. das Bild. Ebenso zeigt sich ein erschreckender Mangel an Kenntnissen über das, wofür die Linke eintritt bzw. für gut befindet. So z. B. über die Bilateralen, über die EU, über den Zweck der Personenfreizügigkeit, was Einwandererkontingentierung oder was Globalisierung bedeutet. Mehr als Klischees werden da nicht geboten, diese dafür in mannigfacher Ausfertigung. Wenn heutige Linke tatsächlich akademisch gebildet sind, dann allenfalls über die in den sozial- und geisteswissenschaftlichen Fakultäten gelehrten Palaver-Wissenschaften – mit dem Berufsziel Lehrer oder Sozialindustrie.
      Mit Grauen würde sich ein grosser Denker wie Marx von solchen Linken abwenden und sie mit seinem gnadenlos-beissenden Spott überziehen. Zu recht wie ich meine!

  7. Willi Zimmermann sagt:

    Wie kaum in einer andern Partei sind die jungen Menschen in der SP (Juso) ungeduldig, für diese schreitet die Entwicklung bei den gemässigten Anhängern hin zu mehr Solidarität und sozialem Ausgleich zu gemächlich voran. Ich stelle mir vor, dass die gemässigten Anhänger dann bei Abstimmungen oft die Notbremse ziehen, ohne damit die jungen Menschen direkt vor den Kopf zu stossen. Vielleicht wäre es hilfreich, wenn die gemässigten Anhänger den jungen Menschen aufzeigen, dass in der Politik nur kleine Schritte hin zu einem Ziel erfolgreich sein können. Ich wünsche mir auch weiterhin die wertvolle politische Arbeit der SP, gepaart mit dem Gespür (der jungen Menschen) für das Machbare. Auf das ‘soziale Gewissen’ im Rahmen dieser Machbarkeit will und kann unsere Gesellschaft nicht verzichten. Das ist das Salz in einer lebendigen, sozialen und solidarischen Politik.

    • max bernard sagt:

      @Zimmermann: Meinen Sie mit dem sozialen Gewissen der SP etwa deren Einsatz für die PFZ, welche die CH-Arbeitnehmer zwingt sich auf einen Billiglohnkampf einzulassen? Oder den Einsatz der SP für die unbeschränkte Aufnahme von Wirtschaftsflüchtlingen, dessen Resultat die Zerstörung unseres Sozialsystems sein wird? Wenn das die kleinen machbaren Schritte sind, dann kann man im Interesse einer sozialen und solidarischen CH-Gesellschaft nur hoffen, dass diese ins Stocken geraten.

      • Willi Zimmermann sagt:

        Nein, Herr Bernhard, dass meine ich gewiss nicht. Ich bin ein bürgerlich denkender Bürger, bin mir aber bewusst, dass gewissen Entwicklungen in Ermangelung von Eigenverantwortung ein ‘soziales Gewissen’ entgegengesetzt werden muss. Das ist der ‘freiheitlich sozialen Marktwirtschaft’ geschuldet. Das Verhalten der SP in gewissen Bereichen (zwei davon haben Sie erwähnt) ist auch für mich widersprüchlich. Ich bin aber überzeugt, dass diese Widersprüche auch bei SP-Mitgliedern zunehmend zu Sorge Anlass geben, weil diese dem Grundgedanken des ‘sozialen Gewissens’, wie ich es meine, im Grunde schaden. Allerdings sind gerade die von Ihnen erwähnten Bereiche sehr komplex und beschäftigen auch gemässigte rechte Parteien (CVP und FDP) intensiv. Einfache Lösungen gibt es nicht. Ich danke Ihnen für Ihre Reaktion.

  8. Roger sagt:

    Die Tagesanzeiger Wahlbörse sagt folgendes voraus: Gewinner: SP +0.8, FDP +1.6, glp +0.0 – Verlierer: SVP -0.3 , CVP -0.9 , Grüne -0.8. Ist wohl nicht repräsentativ. Ausserdem ist nicht klar was diese Zahlen bedeuten. Sind das Prozente oder was?

  9. Alois Meier sagt:

    Auf kommunaler Ebene scheinen beide Parteien noch pragmatisch zusammenarbeiten zu können. Auf nationaler Ebene finde ich die SP teilweise auch zu abgehoben (obwohl selber eher mitte-links orientiert). SVP kann sich zugute halten lassen, einige Probleme anzusprechen, welche die Wähler beschäftigen. Doch nur Negatives anprangern, ohne konstruktive Lösungsvorschläge, sehe ich eben auch nicht als Königsweg. Etwas mehr Realitätssinn auf der einen Seite und Kompromissbereitschaft auf der Anderen ist vielleicht weniger sexy, würde der Gesellschaft wohl mehr dienen. Es hat einfach zu viele Selbstdarsteller in der Politik. Klar wäre Politik ohne all dies einiges langweiliger, dafür käme man aber irgendwie weiter und hätte nicht laufend über unsägliche Initiativen abzustimmen, welche nur Kosten verursachen und dann doch gebodigt werden.

  10. Angelo Rizzi sagt:

    Dass die SVP eine treue Wählerschaft hat, hat meines Erachtens einen ganz klaren Grund: Sie entscheidet nicht aufgrund eines Leistungsausweises oder eines Parteiprogramms, sondern sie folgt einer Ideologie und somit dem Kernthema dieser Partei, das, wie wir wissen, sich gegen Menschen aus anderen Ländern richtet.

    • Erich Grab sagt:

      Dieses Aussage kann ich nicht nachvollziehen. Jede Partei hat eine Ideologie, welche auch das Parteiprogramm definiert. Oder was ist für Sie “die Abschaffung des Kapitalismus” der SP? Und überspitzt gesagt, als Antwort auf Ihre Polemik, die SVP betreibt eine Politik, die gegen Ausländer gerichtet ist, die SP dagegen eine, die gegen die Einheimischen gerichtet ist. Und da wähle ich lieber die Partei, die für die Rechte der eigenen Staatsbürger im eigenen Staat eintritt, als eine, die alle 7,3 Mia Menschen auf dieser Welt zu Schweizer Staatsbürgern machen möchte.

      • Angelo Rizzi sagt:

        Abschaffung des Militärs, Abschaffung des Kapitalismus… Darüber kann man Diskutieren, muss man Diskutieren, weil es sich um Systeme handelt, die veränderbar und nicht in Stein gemeisselt sind.
        Hinter der Idelogie der SVP geht es nicht um ein System, es geht um Menschenverachtung, die auf Ethnie, Herkunft und Religion der Menschen beruht, so wie man dies nur von Diktaturen kennt.
        Indirekt richtet sich diese Ideologie eben auch gegen das eigene Volk, weil es das Volk aufwiegelt und ihm Sand in die Augen streut.

        • max bernard sagt:

          Aha, über die Abschaffung des Militärs, des Kapitalismus etc., also über Anliegen der SP muss(!) man diskutieren, während die Massenzuwanderung und der Flüchtlingsansturm indiskutable Themen sind, obwohl diese den CH-Bürgern viel mehr auf den Nägeln brennen als die von Ihnen genannten SP-Themen. Erfrischend offen wie Sie uns hier vorschreiben wollen worüber wir zu diskutieren haben und worüber nicht. Wäre meine Denkweise ebenso hohl und borniert, dann würde ich Ihnen antworten, dass die Abschaffung des Militärs nur dazu dient unser Land gegenüber potentiellen Feinden wehrlos zu machen und die Abschaffung des Kapitalismus die Errichtung der Diktatur des Proletariats bezweckt, an deren Spitze dann das Duo Levrat/Wermuth steht.

      • P. Studer sagt:

        Herr Grab, die SVP hat ganz andere Pläne, als sie lauthals in die schöne Schweiz hinausschreit! Beim Bundesamt für Statistik das Budget kürzen (wer braucht schon die Wahrheit?), internationales Völkerrecht aberkennen (Nordkorea freut’s!), das Land abschotten (Bilaterale kündigen, Grenzen schliessen), Flüchtlinge in geschlossenen Lagern “konzentrieren”, andere Kulturen und Religionen im Land unterdrücken (z.B. Die überflüssige Minarettinitiative) und das eigene Volk permanent gegen Minderheiten und Ausländer aufhetzen (Wehrt eich gegen Asylunterkünfte, T. Brunner, 2015!). Vor 82 Jahren begann nördlich der Schweiz etwas, das dem heutigen Szenario hier verdammt ähnlich sah! Wachen Sie auf!

  11. Urs BaUmann sagt:

    Das wundert mich überhaupt nicht. Ich bin seit 30 Jahren Mitglied der SP und habe hautnah die Veränderungen hautnah miterlebt wie sich die Partei verändert hat. Die unteren Einkommenschichten erreicht man nicht mehr und kann es Ihnen auch nicht mehr vermitteln was es heisst für soziale Gerechtigkeit zu kämpfen. Parteibeschlüsse wie die 1 zu 12 Initiative oder die Erbschaftsteuer werden von Mandatsexponenten verraten, die Erfahrung machte ich mit Ständerat Janiak als ichnihn anständig schrieb warum er in der Presse gegen diese beiden Initativen Stellung genommen habe. Ich bekam 3 Monate keine Antwort. Als ich wieder schrieb warum er sein Einkommen nicht offen liegen will bezeichnete er mich als Pöbel. Das ist der Umgang mit langjährigen Mitgliedern die ihren Parteibeitrag immer bezahlten. Heute wird die Partei missbraucht von jungen smarten Bildungsbürgen die ihr Karrierenetzwerk aufbauen. Oder Janiak das natürlich wieder gewählt werden will muss so reden sonst wird er nicht mehr gewählt. Das alles auf Kosten der Glaubwürdigkeit. Auch gegen die SVP hat die Parei keine klare Strategie. Die einzige die Helfen würde wäre den Menschen die nicht auf der Sonnenseite stehen soziale Sicherheit und die Lügen von Blocher aufzuzeigen. Aber dazu braucht es Vertrauen unf G,aubwürdigkeit. Das würde verspielt das aufzubauen ist Knochenarbeit und die SP sollte über ihre Bücher sonst sehe ich schwarz für die Zukunft

  12. Paul Meier sagt:

    Man kann auch argumentieren dass die SVP eher im Sinne der Basis politisiert als die SP und darum bei den Abstimmungen grössere Zustimmung findet. Das Bild vom Parteisoldaten der blindlings die Parole der Partei übernimmt ist heute nicht mehr richtig. Egal auf welcher Seite.

  13. Thomas Meier sagt:

    Dieser Blog ist in wenigen Worten zu erklären: Die Basis der SP denkt mit und ist nicht bereit im vorauseilenden Gehorsam der Parteileitung zu folgen.
    Ganz anders die SVP: Dort gibt es einen Vordenker, der lenkt und bestimmt. Wer eine eigene Meinung vertritt, läuft Gefahr nur noch ein “halber Schweizer” zu sein. Da schaltet man lieber das eigene Denken aus…………

    • Erich Grab sagt:

      Falsch. Studieren Sie doch einmal die beiden Grafiken mit dem abweichenden Stimmverhalten beider Stammwählergruppen. Und lesen Sie doch bitte nochmals aufmerksam die Schlussfolgerungen der Autoren. Ich ärgere mich sehr, dass Sie einfach wieder mal die üblichen Propagandasprüche von Links bringen. Nehmen Sie sich doch wenigstens die Mühe den Artikel zu verstehen.

      • P. Studer sagt:

        Alle SVP-Antworten beginnen mit “falsch”. Argumente brauchts dann nicht mehr. Auf Grafiken (welche meist auf Statistiken beruhen) würde ich als SVP’ler lieber nicht zu laut hinweisen. Hat doch Hardliner Amstutz massive Kürzungen beim BfS gefordert. Warum wohl? Interessiert man sich bei der Sünnelipartei denn nicht für harte Fakten? Nun ja, Statistiken kann man bekanntlich verfälschen, aber ganz ohne lügt es sich noch viel einfacher. Das wirds wohl sein…

  14. Peter Krummbuckel sagt:

    Das was hier aufgezeigt wird, ist schon seit Jahren bekannt. Warum soll ich als Büezer SP wählen, wenn diese die Masseneinwanderung möchte, die mir die Gefahr bringt, dass ich am Arbeitsplatz durch einen jungen Ausländer ersetzt werde, oder dass meine Kinder keinen Job bekommen. Der EU beitreten, damit die MwSt steigt und die Gefahr birgt, dass die Steuern harmonisiert werden auf ein möglichst hohes Niveau (automatische Rechtsübernahme und 50% Einkommenssteuern…). Keine direkte Demokratie mehr, Zentralismus statt Föderalismus, Abschaffung der Neutralität. Gemeinsame Aussen- und Sicherheitspolitik (Schweizer Soldaten im Hindukusch). Das alles will ich nicht.

    • Peter Frick sagt:

      Ich bin parteilos und verfolge die Politik von Linken und Rechten. Ich kann mich nicht erinnern, dass die SP je Masseneinwanderung befürwortet hat. Ein Beitritt zur EU zwingt nicht zur Erhöhrung der MwSt. Aber die Rechte der Arbeitnehmer und Konsumenten sind in der EU besser geschützt.

      • Andreas Ungricht sagt:

        @Frick: Leider doch, Herr Frick. Bei einem EU-Beitritt wäre 15% der mindeste Satz. Das ist leider so, das habe ich in mehreren Literaturen so entnommen. Das geben sogar die Beitrittsbefürworter zu.

  15. HP Hubmann sagt:

    Haben wir hier die Versammlung der SP-Bashers? Wunderbar. Dann mal ein Perspektivenwechsel: Statistiken kann man nach Belieben biegen und damit ausdrücken was man will. Für einige linke Anliegen wie Mindestlohn und 1:12 scheint es noch zu früh zu sein, aber je weiter sich die Schere der Einkommen und Vermögen öffnet und je weiter die Umverteilung nach oben voranschreitet, je mehr Leute Ihre Krankenkasse nicht mehr bezahlen können, desto stärker werden diese Bedürfnisse spürbar werden. Dann wird es nicht mehr reichen, mit dem Finger auf Sozialhilfebezüger, Erwerbslose und Flüchtlinge zu zeigen.
    Für mich ist es unerklärlich, wie man Parteien wählen kann, die auf dem Buckel der Ärmsten ihre Suppe kochen und das Volk nach Strich und Faden an der Nase herumführen. Da fragt sich dann, welche Partei “eben keine Volkspartei” sei.

    • Peter Spahr sagt:

      Man kann sich auch fragen, was das für einer ist, der uns zuerst Verarmung bringen will, damit wir seine Partei wählen. Und gleichzeitig anderen vorwirft, auf dem Rücken der Armen Politik zu machen…

      • Fischer sagt:

        Man kann sich auch fragen, ob eine Partei, die von einem Milliardär geführt wird (Partei-Vize), glaubwürdig die Positionen des Büezers vertreten kann?
        Kommt noch dazu, dass die SVP – im Gegensatz zur SP – konsequent für die Reichen (Milliardärsclub) politisiert und IMMER gegen die Interessen der normalen Bürger ist.

        Und dann kommt noch dazu, dass sich der “saubere” SVP-Vize sein Vermögen erschlichen (EMS) hat, resp. auf moralisch höchst fraglichen (Alusuisse-Lonza) Wegen erlangt hat.

        Strategisch ist Blocher genial, indem er dem Büezer die Ausländer als Feindbild vorhält und offen gegen die Büezer und für die Reichen politisiert.

  16. Decker, Johannes sagt:

    Ja, damit hat die SP ein Problem, oder auch ganz im Gegenteil, ein Positivum. Wähler der SP sind selbstständig denkende Menschen, die nicht einfach nachplappern was die Vordenker bekannt geben. Siehe doch nur die Zahlen zur Flüchtlingsproblematik, die ja oft genug wie aus dem Ärmel geschüttlet daherkommen

    • Erich Grab sagt:

      Noch einmal… Hätten Sie den Artikel aufmerksam gelesen und die Schlussfolgerungen der Autoren verstanden, würden Sie nicht einen solchen Kommentar schreiben. Wieso denken SP-Wähler wie Sie, dass allein der Umstand, dass sie SP wählen ein Beweis ihrer Intelligenz sei? Ich stelle hier das Gegenteil fest. Kommentare wie der Ihre zeigen, dass der Artikel nicht verstanden worden ist.

  17. Stefan Studer sagt:

    Spannende Analyse, welche das schwarz-weiss Bild eines Ideologie- und Partei-fixierten unbeweglichen Wählers demontiert. Die Mechanik der politischen Meinungsbildung und des Stimmverhaltens ist seit den 50er Jahren grundlegend anders geworden, Politiker und Parteien, die das nicht berücksichtigen und stur ihre Ideologie durchzudrücken versuchen, haben eine schweren Stand. Ich möchte auch den Autoren meinen Dank aussprechen für Ihre wissenschaftlich klare und neutrale Analyse.

  18. Kurt Zahnd sagt:

    Die SP hat zu utopische, unrealistische Ziele. (Mindestlohn, 1:12)
    Wenn es so weitergeht kommt bald eine Initiative für ein Bedingungsloses Grundeinkommen von 5’000 SFr.
    Warum nicht mal mit etwas bescheideren Zielen wenigstens einen kleinen Schritt in die richtige Richtung?

    • Sacha Bundy sagt:

      Naja, Grenzen abschotten, Regierung zu Tode sparen, Völkerrecht abschaffen, Bilaterale kündigen sind auch nicht gerade die tollen Ziele der SVP, zumal würde das alles ungesetzt es nicht nur ein Schuss in den Fuss bedeutet sondern in den Kopf der Schweiz – dann gute Nacht.

  19. Bruno Kienast sagt:

    Es wird immer wichtiger Sozial und Demokratisch zu Wählen,diejenigen Parteien die in diese Richtung gehen nützen der Schweiz mehr… denn Schlagwörter und Mies -i und Angstmachererei das sind keine guten Voraussetzungen um die anstehende Aufgaben zu lösen…

  20. Thomas sagt:

    Die Schlussfolgerung ist tendenziös. Sobald es nicht um die SVP-Kernthemen Asyl, Ausländer, EU geht, folgen die SVP-Wählenden ihrer Partei auch nicht mehr blind. Das gilt insbesondere für die Sozial- und die Wirtschaftspolitik, aber sogar Ueli Maurer wird nicht davor verschont (Fliegerbeschaffung)…

  21. Markus sagt:

    Ausländer- und Aussenpolitik ist halt auch Sozialpolitik. Die Kosten der Sozialpolitik explodieren ja vor allem wegen der Ausländer- und Aussenpolitik, dafür steigen im Gegenzug die Sozialabzüge und Steuern für die Arbeiterklasse. Der Lohngewinnungskosten-Abzug wird begrenzt, obwohl der Büezer sich eine Wohnung in der Stadt gar nicht mehr leisten kann, dafür setzt sich dann die SP für höhere Löhne ein, wovon der Büezez auch nichts hat, den steigenden Krankenkassenprämien sei Dank.

    • Rainer Wolf sagt:

      Steigende Krankenkassenprämien und alles andere den Linken in die Schuhe schieben, ist etwas zu einfach. Vor allem, wenn man beispielsweise eine Einheitskasse ablehnt. Oder sich über den Lohn mokieren, aber alle Initiativen abschmettern, die eine Lohnverbesserung nach sich ziehen würden. Und wissen Sie, wieso die Steuern für Arbeitnehmende steigen? Richtig: weil Sie vermutlich für die Unternehmenssteuerreformen mit Milliardenausfällen und gegen eine Erbschaftssteuer gestimmt haben. Selber schuld. Aber den schwarzen Peter dann noch den Linken zuschieben wollen? Das grenzt an Schizophrenie.

  22. Andy Meyer sagt:

    Ein sehr treffender Artikel insbesondere die Aussage “Die SP braucht offenbar ein klares «Feindbild», um einheitlich zusammenzustehen” stimme ich voll und ganz zu. Diese Feindbild wird dann auch bei jeder Gelegenheit zelebriert und so verbringt diese Partei mittlerweile mehr Zeit damit die Schreibfehler, Wahlplakate oder Vorschläge der anderen zu kritisieren anstatt selber Politik zu machen. Für mich deshalb nicht wählbar !

    • Rainer Wolf sagt:

      Lustige Aussage. Da ist es natürlich viiiel klüger, die SVP zu wählen, denn die hat ja ausser der EU, den Ausländern, den Asylsuchenden, den Linken, allen anderen Parteien, Gewerkschaften, den Umweltverbänden, den Velofahrern, etc. keine Feindbilder, gell…

  23. Eric Franklin sagt:

    Der letzte Abschnitt liegt etwas quer in der Landschaft. Weil SP Wähler begüterter sind, unterscheidet sich die SP Politik von was genau? Das impliziert, dass wer mehr Geld hat, eher gegen die Erbschaftssteuer ist. Das war nicht der Fall.

  24. Gerber sagt:

    Das läuft schon seit Jahren so. Den Sozialdemokraten ist es ganz offenbar egal. Man findet sich damit ab, regelmässig gegen die Bürgerlichen zu verlieren. Selbstkritik? Fehlanzeige! Letztes Beispiel: Die Reaktionen der SP Luzern, nachdem man im Frühling aus der Regierung abgewählt wurde.

  25. Es ist ganz einfach: Arbeiter wählen SVP. Die SVP hat in den Arbeiterquartieren regelmässig Stimmenmehrheiten.

    Die SP ist die Partei der mittleren Kader, der Lehrer und der Beamten. Diese mittelständischen Büroleute haben jahrelang auf die Sicherung ihrer Pfründen spekuliert dank der Staatsgläubigkeit der SP.

    Dieses Kalkül der SP-Wähler ist in der letzten Zeit in die Hosen gegangen. Man kämpft gegen Lohndumping, gegen exponentiell wachsende Mieten, gegen kriminelle Alltagsbegegnungen abends auf dem Nachhauseweg. Die Folgen der fehlgeleiteten, rein ideologisch motivierten Einwanderungspolitik sind im Alltag für niemanden so gut sichtbar wie genau für diese mittelständische SP-Clientèle.

    Weil man im öffentlichen, demokratischen Diskurs die Dinge nicht beim Namen nennen darf vor lauter Rassismus-Kannonaden, bleibt nur noch die Quittung an der Urne. So kommt dann bei der SP das grosse Augenreiben.

    • Das stimmt so wie Herr Brechbühl sagt:DerArbeiter kann schon lange nicht mehr SP wählen .Während und nach dem Krieg gab es noch die wahren Sozis.Die sich für die Büetzer einsetzten.Das ist schon lange vorbei.In der SP sind jetzt Lehrer ,Anwälte .Studenten e t c nur keine Arbeiter mehr.

    • Philipp M. Rittermann sagt:

      kompliment herr brechbühl. besser kann man es kaum auf den punkt bringen. und. sobald deren beschriebene wählerschaft an die realitäten angeglichen werden – u.a. bezüglich streichung von ver- und -begünstigungen, sehe ich den verdienten wählerschwund schon voraus.

    • Reto Zumstein sagt:

      “Die Folgen der fehlgeleiteten, rein ideologisch motivierten Einwanderungspolitik”. Die Einwanderungspolitik in der Schweiz wurde von den Bürgerlichen gemacht, die SP hatte meines Wissen nie die absolute Mehrheit, weder in Bund, noch Kantonen oder Gemeinden. Und alle Wähler der SP als Pfründensicherer zu titulieren, lässt tief in Ihr Weltbild blicken, Herr Brechbühl…

  26. Marcel Peyer sagt:

    Dem sagt man an der Basis-vorbei-Politisieren. Ist halt keine Volkspartei…

  27. Al. Steinegger sagt:

    Diese Abweichung der SP-Wähler zu den Parteiparolen kann m.E. auch damit zusammenhängen, dass viele gutverdienende Beamte, die bei den Abstimmungen in wesentlichen Punkten eher bürgerlich denken, bei den Wahlen dann SP wählen, um ihren (oft neu geschaffenen) Job zu sichern. Dies zeigt sich auch daran, dass bei gutbetuchten Quartieren der Wähleranteil der SP eher steigt, während er in den anderen Quartieren am Sinken ist.

  28. Thomas Hartl sagt:

    Nachdem die SVP ihre kritischen Parteigänger an die BDP abgetreten hat, wundert es mich in keiner Weise, dass die treuen Parteisoldaten nun konform abstimmen. Ein ähnlicher Effekt dürfte bei den Grünen nach Abspaltung der GLP zu beobachten sein.

  29. Mario Monaro sagt:

    Muss man daraus schliessen, dass SP-Anhänger selber denken, während SVP-Anhänger einfach tun, was ihnen gesagt wird?

    • Hp. Kessler sagt:

      Genau! Eine tiefgreifende Wirtschaftskrise wird das Denken zurückbringen!

    • Stefan Studer sagt:

      Wie kommen Sie hier wieder auf eine Wertung mit intelligent und dumm? Diese Propaganda-Klischees sollten nun wirklich mal aufhören. Schauen Sie sich die Grafiken der Abweichungen von SP- und SVP-Wählern an, bei beiden gibt es starke Ausschläge. Und wie die Autoren geschrieben haben, finden sich diese Ausschläge vor allem in der Sozial- und Wirtschaftspolitik, sowohl bei den SP-Wählern, als auch bei den SVP-Wähler. Der Themenbereich, der bei beiden politischen Lagern am stärksten polarisiert ist dagegen die Ausländer- und Aussenpolitik. Hier folgen die beiden Lager stark den Parteiparolen. Und ich komme mir jetzt ziemlich blöd vor, dass ich Ihnen diese Abstimmungsanalyse noch genau erklären muss. Wäre Ihr Spruch von der überlegenen Intelligenz von Links korrekt, hätten Sie das ja alles selbst erkennen müssen. 😉

    • Alain Burky sagt:

      Trotzdem hatte die SP-Leitung früher einen besseren Draht zu den potentiellen Wählern:
      Wahlanteile NR 1975 / 1979: 24.9% / 24.4%.
      Wahlanteile NR 2007 / 2011: 19.6% / 18.7%.

    • Hugo Knüsel sagt:

      Nein, man muss nicht bloss nicht, man kann gar nicht. Aus dieser Analyse Kausalität (in die eine oder andere Richtung) zu folgern, zeigt bloss, dass Sie von Statistik keine Ahnung haben, aber da sind Sie in bester Gesellschaft.

    • max bernard sagt:

      @Monaro: Als Erstes muss man daraus schliessen, dass viele SP-Anhänger die Politik ihrer Partei falsch und die SVP-Anhänger die Politik ihrer Partei richtig finden.
      Wenn Sie der Auffassung sind, dass SP-Anhänger erst nach reiflicher Überlegung zum richtigen Schluss gekommen sind der MEI zuzustimmen, dann will ich deren Denkvermögen keinesfalls anzweifeln, da auch ich auf selbigem Wege zu demselben Schluss gekommen bin. Analoges Denkvermögen traue ich auch den SVP-Anhängern zu. V. a. anbetrachts der Tatsache, dass die Forderungen der MEI sehr einfach zu verstehen sind. Wenn auch nicht für die Ablehnungsfraktion der SP-Anhänger. Hat doch diese die MEI mit Abschottung und Ausländerfeindlichkeit gleichgesetzt und somit bewiesen, dass sie nicht verstanden was Kontingentierung bedeutet.

  30. Kaegi sagt:

    Wie soll ein Arbeiter (früher traditionelles SP-Mitglied) noch den Ideen von Molina, Vermuth, Levrat usw. folgen können. Wer täglich arbeitet möchte nicht, dass seine Partei ihn zum schlecht bezahlten Job noch politisch lächerlich macht.

  31. Dimitrios Papadopojulos sagt:

    Ist irgendwie logisch. Die sozialistisch-orthodoxen Initiativen der SP können ja nur ganz wenige Menschen gut finden. Es wundert mich, dass nach so langer Zeit mit Kapitalismus-Überwindung überhaupt noch so viele Menschen SP wählen.

    • max bernard sagt:

      @Papadopoulos: Wenn Sie glauben die heutige Linke wolle den Kapitalismus überwinden, dann sind Sie auf dem Holzweg. In Wirklichkeit wollen diese nämlich den Kapitalismus lediglich in ihrem Sinne umformen, indem sie den durch dieses Wirtschaftssystem geschaffenen Reichtum nach ihrem Gusto verteilen. Dass dies nicht funktionieren kann, darüber verschwendet ein moderner Linker keinen Gedanken.Hätten sie “Das Kapital” von Marx gelesen, dann wüssten sie dies – aber das ist für sie zu anstrengend.

  32. Peter Wüthrich sagt:

    Ich kann nicht verstehen, warum es Leute gibt, welche die Sozialisten wählen. Nur die Schweiz in die EU nötigen ist doch kein Programm. Und wer will schon Multikulti via Masseneinwanderung und Asylflut erzwingen?

    • Reto Zumstein sagt:

      Und wie genau schafft es die SP, Masseneinwanderung und Asylflut zu erzwingen? Die Partei hat keine Mehrheit, also sind wohl andere dafür verantwortlich, z.B. die Bürgerlichen, oder war das jetzt schon zu kompliziert?

      • Rennhard Thomas sagt:

        Geschickt lässt Herr Zumstein den Fact aus, dass vorallem die “Bürgerliche” CVP in sozialpilitischen Themen sonderlich oft auf einer Linie mit der SP liegt.

      • Mario Monaro sagt:

        Vieel zu kompliziert. Irritieren Sie die treuen SVP-Wähler bitte nicht mit Fakten.

      • Hans Schweizer sagt:

        Dass Abstimmungen (z.B. MEI) nicht nach dem Volkswillen umgesetzt werden und auch Asylfragen auf die gleiche Art & Weise vom Bundesrat (oder gewissen Exponenten daraus) nach persönlicher Ideologie angepackt oder eben versandet werden … das ist leider die Realität Herr Zumstein – dann plötzlich mit dem Finger zu zeigen ist auch sehr einfach.
        Ich nehme an, das war jetzt definitiv zu kompliziert …

        • Mario Monaro sagt:

          Und der Bundesrat besteht ja aus lauter SP-Mitgliedern…

        • Reto Zumstein sagt:

          @Schweizer: Die MEI ist noch in der Umsetzungsphase und jetzt raten Sie mal, wer die Initiative ständig abschwächen will: die SVP! Die hat damals nicht mit einer Annahme gerechnet und versucht sich jetzt in Schadensbegrenzung. Lesen Sie die Ratsprotokolle von National- und Ständerat und Sie werden feststellen, welch doppeltes Spiel die SVP treibt…