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Die Vermögensungleichheit der Schweiz im internationalen Vergleich

Von DB, 5. Mai 2015 119 Kommentare »
Nach Gini-Koeffizient ist das Vermögen in der Schweiz so ungleich verteilt wie nur in wenigen anderen Ländern. Was taugt der Index? Ein Sozialwissenschaftler und ein Ökonom sind sich uneinig.

Von Bernhard Kislig («Berner Zeitung») und Marc Fehr (Grafik)

Die Initiative für eine nationale Erbschaftssteuer ist eine Umverteilungsinitiative. Die Initianten zielen auf die Reichen und die Superreichen. Sie wollen ihnen Geld wegnehmen und der Allgemeinheit zukommen lassen. Ist das nötig? Die schwierig zu beantwortende Frage lautet: Wie viel soll umverteilt werden?

Bei der Substanzbesteuerung (Umverteilung von Vermögen), zu der auch die Erbschaftssteuer gehört, liefert ein internationaler Vergleich Anhaltspunkte: Im Vergleich der OECD-Staaten liegt die Schweiz knapp über dem Durchschnitt. Aus Sicht des Standortwettbewerbs spricht also nichts dafür, dass die Schweiz die Substanzbesteuerung weiter erhöht und ins Hintertreffen gerät.

Die Befürworter der Erbschaftssteuerinitiative und einer stärkeren Umverteilung verweisen hingegen auf die ungleiche Verteilung von Vermögen. Tatsächlich besitzen in der Schweiz schon heute sehr wenige sehr viel. Nach Gini-Koeffizient ist das Vermögen in der Schweiz so ungleich verteilt wie nur in wenigen anderen Ländern. In einzelnen Kantonen wie Basel-Stadt ist der Koeffizient gar so hoch wie sonst nur in Diktaturen, sagt Ganga Jey Aratnam, Sozialwissenschaftler und Co-Autor des Buchs «Reichtum in der Schweiz».

Folgende Grafik des Gini-Koeffizienten basiert auf Zahlen des Credit Suisse Wealth Report 2014. Um die Schweiz zu finden, müssen Sie weit herunterscrollen.

Christoph Schaltegger, Professor für Politische Ökonomie an der Universität Luzern, reagiert auf die obige Grafik aber nicht alarmiert. Der Gini-Koeffizient basiere auf Steuerdaten, wie Schaltegger erläutert. Die Informationen von Steuerbehörden haben den Nachteil, dass vieles fehlt, so zum Beispiel die in Säule 2 und 3a angesparten Vermögen. Für Immobilien liegt nur der amtliche Wert vor, der deutlich unter dem tatsächlichen Marktwert liegt.

Vor allem die unberücksichtigte Vorsorge verzerrt laut Schaltegger den internationalen Vergleich: «Denn je besser ein Land die Vorsorge ausgebaut hat, desto weniger Vermögen weist der Mittelstand in der Steuererklärung aus.» Der gut ausgebaute Sozialstaat trage so dazu bei, dass die Schweiz bei Vergleichen zur Vermögenskonzentration besonders schlecht abschneide. Schaltegger geht nicht davon aus, dass die Ungleichheit in der Schweiz gross ist. Alle Indikatoren deuten darauf hin, dass die Schweiz im internationalen Vergleich eine relativ gleiche Verteilung aufweist. Er betont zugleich, dass die Unterschiede beim Einkommen in der Schweiz in den letzten hundert Jahren sehr stabil geblieben seien – stabiler als in anderen Ländern. Das zeigten die Einkommenssteuerstatistiken. Insofern müsse man davon ausgehen, dass sich auch die Vermögen in der Schweiz nicht sehr stark konzentrierten.

Ungleiche Staaten von Amerika: Drei junge Frauen posieren während der New York Fashion Week vor einer Metro-Station. Neben ihnen sitzt ein Obdachloser. (Foto: Lucas Jackson/Reuters; 2012)

Ganga Jey Aratnam ist dennoch überzeugt, dass Steuerdaten und damit der Gini-Koeffizient durchaus aussagekräftig sind. Denn im Gegensatz zu Stichprobenuntersuchungen würden sie auch alle Superreichen berücksichtigen. Seine Argumente: Vor allem Menschen mit höheren Einkommen zahlen in die Säule 3a ein und besitzen Immobilien. Fehlten diese Daten, entstehe eine Verzerrung zugunsten der Vermögenden und nicht umgekehrt, wendet er ein. Zudem fielen die Hinterziehung und die Steueroptimierung bei Reichen viel stärker ins Gewicht.

Ist der Gini-Koeffizient aussagekräftig? Diskutieren Sie in den Kommentarspalten.

119 Kommentare zu “Die Vermögensungleichheit der Schweiz im internationalen Vergleich”

  1. Bernhard Keim sagt:

    Der Gini-Koeffizient ist mit Vorsicht zu genießen. Zum einen stellt sich bei vielen Staaten die Frage, woher die Daten über die Einkommen stammen. Aus Umfragen, aus Steuerregistern, aus Bankstatistiken? Wir wissen es nicht und mir ist nichts darüber bekannt, ob die Daten überall in gleicher Weise erhoben werden. Enthalten die Daten auch staatliche Transferleistungen?
    Das andere Problem ist, dass er nur relative Einkommensunterschiede errechnet und wenig Auskunft darüber gibt, wie gut es den Menschen tatsächlich geht. In einem Land in dem alle hundert Euro im Monat verdienen, scheint es auf den ersten Blick recht gerecht zuzugehen. Der Gini-Koeffizient läge bei Null. Geht es den Menschen damit aber besser als ein einem Land in dem 90% 2000 Euro im Monat verdienen und 10% das Zehnfache? Das wage ich doch zu bezweifeln. Ich selbst schaue lieber auf die unteren 10%. Was erhalten sie im Monat und was können sie sich davon leisten? Und es geht nicht nur um Einkommen, sondern vor allem um Vermögen. Aber was zählt zu diesen Vermögen? Eine Rentenanwartschaft hat einen beträchtlichen Vermögenswert und dies auch dann, wenn man zur Miete lebt und nichts auf dem Konto hat. Unter Umständen ist diese sogar mehr wert als ein Sparguthaben von einer Million Franken – ohne Rente. Immobilien stellen ein gesondertes Problem dar. Ihre Wertentwicklung ist mehr von der Marktlage, als vom Nutzwert abhängig. Je nach Marktlage erbt man dann entweder teuer oder billig. Gerecht?

  2. Peter Leibundgut sagt:

    Ich hatte letztes Jahr ein steuerbares Vermögen von 0.
    Aber effektiv:
    – Die Pensionskasse: Gut gefüllt und kontinuierlich eingekauft, aber Steuerwert: 0.
    – Seit ich 20 bin das Maximum in die Säule 3a einbezahlt, aber Steuerwert 0
    – Eine Eigentumswohnung, noch 70% belehnt, aber der Steuerwert liegt unter den Schulden
    – Ein Auto: Abgeschrieben, aber sicher 20`000 Wert
    – Etwas flüssiges Geld, aber weniger als die Differenz zwischen dem Steuerwert und den Schulden meiner Immobilie
    Gemäss der Statistik bin ich ein Armer Schlucker, gleichauf mit einem Taglöhner-Slumbewohner in Manila.
    Die Statisitik taugt schlicht und einfach nichts.

    • Tömu sagt:

      Die Statistik ist zwar unvollkommen. Aber das heisst nicht, dass sie nichts taugt. Mit dem Slumbewohner werden sie gar nicht verglichen, mit Ausnahme des Welt-Gini-Wertes. Der wäre nach Ihren Ausführungen also unterschätzt, weil die Differenz von reich (Schweiz, Sie) und arm (Slumbewohner Manila) grösser ist, als der Index erfasst. Aber auch 91% ist schon recht ordentlich. Dass es noch mehr ist, spielt für die qualitative Aussage fast keine Rolle mehr.
      Beim hohen Gini-Index der Schweiz stellt sich die Frage der Bedeutsamkeit natürlich schon. Die Schweiz ist beliebter Fluchtort von Superreichen. Das treibt den Index hoch und ist doch kein unmittelbares soziales Problem für die Schweiz. Auch die Steuer-Null von Leuten wie Ihnen treibt den Index künstlich hoch, was ebenfalls kein echtes Problem ist. Der hohe Gini-Index der Schweiz ist generell eher das Problem der anderen Länder, deren Kapital in die Schweiz geflüchtet ist. Problematisch allemal. Aber nicht unmittelbar für die Schweiz. Von Zersiedelung und Sonderwünschen der Superreichen, die teilweise nicht rechtsstaatstauglich sind, mal abgesehen.

    • Andreas Schnyder sagt:

      Dazu kommt noch streng genommen die Beiträge für die AHV, die man später als Rente wieder bekommt. Und was es in ärmeren Ländern kaum gibt. Ausserdem profitiert der Staat über die Vermögenssteuern und ungedeckelten Sozialabgaben (im Gegensatz zu anderen Ländern in Europa) direkt von den hohen Einkommen und Vermögen. Nirgendwo wird – im Detail vielleicht tiefer als anderstwo – so kosequent und breit versteuert, wie in der Schweiz. Das reicht vom Eigenmietwert über die Vermögenssteuern, die auch Grundbesitz betreffen, bis zu den ungedeckelten Sozialabgaben und der Stempelsteuer, die für den Privaten so eine Art Transaktionssteuer ist. Etwas von dem man in Europa träumt. Auch Zinserträge müssen normal versteuert werden. In Oesterreich und Deutschland werden Zinserträge zu einem reduzierten Satz besteuert. Durch die konsequente Besteuerung – es fehlt im Reigen nur eine Kapitalgewinnsteuer und eine Erbschafststeuer- profitiert der Sozialstaat direkt.

  3. Marcel Schenker sagt:

    Und täglich arbeiten die Sozis hartnäckig daran, dass der Mittelstand gamz verschwindet und immer moch mehr bluten muss. Dazu kommt noch der epidemieartige Zustrom bildungsferner Menschen über das Mittelmeer, welche oft ein Leben lang von Sozialhilfe leben. Wer die Idelogie vertritt, dass sich Leistung nicht auszahlen soll, würde wohl in Ländern wie Kuba oder Venezuela seine Glücksehligkeit finden. Aber mit dieser Weltansicht ist Innovation und ein breites Jobangebot mehr als nur unrealistisch.

    • Christoph Gut sagt:

      Jetzt hätte endlich einmal der Mittelstand die Möglichkeit, sich zu entlasten: Statt schon bald mehr Lohnabzüge wegen der AHV, eine Erbschaftssteuer für die Superreichen. Und das mithilfe einer SP-Initiative. Und wie reagiert der kleinbürgerliche Mittelständer? Lieber nimmt er sich den Anliegen der Superreichen an, als eine SP-Initiative vorurteilsfrei zu prüfen.

    • Gregor Jakob sagt:

      Mir persönlich fällt es schwer, im Empfang einer millionenschweren Erbschaft, eine besondere Leistung zu erkennen.

    • blume sagt:

      eigentlich egal wer wieviel hat / verdient
      dass dem nicht so ist liegt an der GIER der bessergestellten
      DIE kriegen den hals nie voll und wollen immer noch mehr
      und das hemmungslos auf dem buckel der werktätigen mit dem lohnausweis
      .
      dazu ist ihnen jedes mittel recht, wie jeweis die abstimmungsparolen der geldsacklobbyisten
      economisuisse, gewerbeverband, arbeitgeberverband, avenir-swuise usw. zeigen
      …… zb. wer nicht genügend verdient um seinen lebensunterhalt zu bestreiten muss zum sozialamt
      … “debatte um existenzsichernde mindestlöhne”
      dafür die
      UstR III mit den neuen steuerschlupflöchern … lizenzboxen, keine kapitalgewinnsteuer, steuerrulings
      steuer-% senkung usw.
      .
      doch gerechte löhne / produtivität-zu-gewinnverteilung nur auf den teppichetagen und unter den aktionären
      .
      das sind die, die auch gegen die erbschaftssteuer ins feld ziehen
      und leider lässt sich auch ein grosser teil vom mittelstand von den parolen der geldsacklobbyisten beinflussen
      ? wie blöd und kurzsichtig darf frau / man den sein

    • Michel Ketterle sagt:

      Ab welchem Vermögen zählt man ihrer Meinung nach zum Mittelstand?
      Eigentlich sind es Ja die “So genannten Bürgerlichen, die den Mittelstand ausbluten lassen. Schauen sie sich doch mal die Ganzen Steuerpakete und wer darunter Leidet an.”
      Achten sie zudem darauf, dass sie die Sparübung korrekt mit den etwas vorher stattgefundenen Steuerreduktionen für die Wirtschaft in Zusammenhang bringen.

      Es sind auch die sogenannten Bürgerlichen welche für die Einwanderungswellen verantwortlich sind. Durch ihre Steuergeschenke an die Wirtschaft haben sie Firmen in die Schweiz gelockt, die hier keine oder nicht genügend Arbeitnehmer finden und sie deshalb importieren müssen.

  4. Ulrich Konrad Schweizer sagt:

    Der Vergleich taugt nichts ! In Italien leben 80% in eigenen Wänden. In der Schweiz nur ca die Hälfte. Logisch, dass viele in Italien Vermögen haben, weil sie ihr Heim besitzen. In der Schweiz leben viele lieber zur Miete, und verprassen das Geld, anstatt für ein Eigenheim zu sparen.

    • Marcel Senn sagt:

      Die Italiener haben wie auch Frankreich, Belgien, England, Australien höhere Medianvermögen als die Schweizer! Italien um die 130’000 $ und die CH nur rund 100’000$ (jeweils für die Erwachsene Bevölkerung).
      Nur beim Durchschnittsvermögen sind wir weltweit Nr. 1 mit 591’000$/Erwachsenen.
      Z.B. der Blocherclan besitzt mittlweile mit rund 8-9 Mrd in etwa das gleiche Vermögen wie 80-90’000 Medianschweizer!!!

  5. Kilchhofer sagt:

    Der Kommentar zielt ja unter anderem darauf ab, die Erbschaftssteuerinitiative ins gute Licht zu rücken. Laut renommierten (auch) Oekonomen liegt aber das Problem sowieso vielmehr an der ungerechten Einkommenssteuer (Plafonierung bei rund 35%: Nach wie vor ein Affront für den Mittelstand welcher den exorbitanten Progressionsfaktor zu verdauen hat). Mit einer gerechteren Besteuerung des Einkommens (langsame Anpassung) im In- und Ausland werden auch die Vermögensungleich-heiten Schritt für Schritt reduziert.

  6. Alexander Popovic sagt:

    Ich denke, die Attraktivität der Schweiz für ausländische Vermögende trägt zur Ungleichverteilung bei. Die Frage ist nun, wie darauf reagiert werden soll. Die Verringerung der Ungleichheit wird möglicherweise eine Abwanderung vermögender Ausländer zur Folge haben.

  7. Pascal Meister sagt:

    Die Statistik ist Unsinn, liebe Mitleser. Warum? Weil die Vermögensungleichheit in der Schweiz nicht gewachsen ist, sondern durch die Zuwanderung vieler Reicher und Superreicher entstanden ist. Von daher sind weder unser Steuersystem noch die Einkommensverteilung oder das Erbrecht anzupassen, wie das linke Kreise gerne hätten. Würde man nur jene Menschen betrachten, welche seit Geburt in der Schweiz leben, wäre die Verteilung sehr viel gleichmässiger…

    • Gion Saram sagt:

      In der Tat, mit jedem Superreichen Zuwanderer wie Vekselberg und Chodorowski aber auch mit der Zuwanderung von mittellosen Eriträern( 9851 im 2014) verschärft sich der Gini-Koeffizient zwangsläufig weil beide Zuwandergruppen in der Vermögensverteilungstatistik Positionen an den Extremen einnehmen. Ist das nun ein Grund um eine nationale Erbschaftssteuer für Superreiche einzuführen oder eher ein Argument von um die Zuwanderung von extrem Reichen und extrem Armen zu limitieren. Oder könnte man umgekehrt auch sagen, das wir uns bald den Luxus der Zuwanderung von Armutsflüchtlingen ins Sozialsystem nur noch leisten können, wenn wir auch bereit sind die zugewanderten Reichen für diesen humanitären Zeitvertreib zur Kasse zu bitten. Ich für meinen Teil als CH-Mittelklasse Bewohner bin nicht bereit auch nur einen Franken mehr an Steuern abzuliefern um beiden Gruppen das Leben hierzulande zu erleichtern.

  8. Ulrich Schwotzer sagt:

    Seltsam: so viele Kommentare, doch niemand stört sich an der sehr provokativen Fotografie, welche sich die drei hippen Damen mit dem alten ‘Armen’ geleistet haben. Peinlich, peinlich…

    • Marcel Senn sagt:

      Wieso passt doch ausgezeichnet zum Artikel — allerdings sollte das Bild eher drei oder noch mehr Arme und eine hippe Dame zeigen – das würde die Realität noch wesentlich besser wiederspiegeln!

  9. hans Müller sagt:

    Sorry aber wer ist dieser ganga? Und warum fragt man dazu wieder ein Soziologe?

  10. Wenn ich diese Grafik studiere ist jegliche Diskussion obsolet, denn die Daten können nicht korrekt sein. Laut Grafik ist der Gini-Koeff. der gesamten Welt 91.1%. Allerdings liegt nur ein einzigs Land darüber, nämlich die Ukraine mit 91.9%. Das gleiche übrigens auch bei Europa… Ohne solide Daten kann man lange diskutieren.

    • David sagt:

      Die Koeffizienten fuer die einzelnen Laender wiederspiegeln nur die die Situation im Land, daraus laesst sich nicht der Koeffizient fuer die Welt ableiten. Von daher koennen die Daten schon stimmen, auch der Koeffizient fuer die gesamte Welt von 91.1 % (= weltweit sind sehr viele sehr arm und nur wenige reich, wobei dann wohl ein grossteil der Schweizer zu den wenigen reichen gehoeren).
      Als aufmerksamer Beobachter sieht man aber, dass offensichtlich eine Verzerrung besteht, weil die Unterschiede rein aeusserlich in vielen Schwellen- und Entwicklungslaendern zwischen Arm und Reich viel groesser sind als es in der Schweiz erkennbar ist.

    • Marcel Senn sagt:

      Cannolari: Sie machen eben auch den Fehler, dass Sie die internationalen Investitionen nicht berücksichtigen, darum ist es eben schon so, dass die globalen Vermögen noch ungleicher verteilt sind als die nationalen Werte aufzeigen!
      .
      Die Daten sind schon einigermassen solide (gemäss meinen unabhängigen Quellen – gut gewisse Bedenken, die sind ja im Artikel schon erwähnt) – nur denken Sie in Länderkategorien und vergessen die verschärfenden supranationalen Effekte dabei!!
      .
      Bevor Sie schon das Handtuch werfen wollen und den Artikel als obsolet abtun, denken Sie doch noch mal drüber nach!!

    • Tömu sagt:

      Rechnen wir ein Beispiel: Land A und Land B haben gleich viele Einwohner. In Land A hat jeder Einwohner 1000 Stutz. In Land B haben alle nichts. Der Gini-Index in Land A ist 0%. Alle in Land A haben gleich viel. In Land B ist der Gini-Index ebenfalls 0%. Alle haben nichts, also gleich viel. Aber weltweit betrachtet gibt es sehr wohl Unterschiede. Im konkreten Fall ist aufgrund der Ungleichheit von Land A und Land B der Gini-Index für die Welt, die aus den beiden Ländern besteht, 50%.

  11. Sandro Wolf sagt:

    Das scheint mir etwas gar falsch mit den angegebenen Zahlen.
    Gemäss OECD hatte die Schweiz 2013 einen vernünftigen GINI Koeffizienzen: 33.7. Immer noch schwächer als viele Europäische Länder, aber dennoch deutlich besser als die CS Analyse.
    http://hdr.undp.org/en/content/income-gini-coefficient

    Werte um 80 sind eh komplett unplausibel
    Und wie kann “Welt” höher sein als alle Länder ausser Ukraine?

    @Blog-Autor: bitte die Quelle und Werte nochmals prüfen

    • Sandro Wolf sagt:

      Die Datenquelle ist hier:
      https://publications.credit-suisse.com/tasks/render/file/?fileID=5521F296-D460-2B88-081889DB12817E02
      Die Zahlen in der Grafik entsprecht tatsächlich dem Report der Credit Suisse.

      Die Werte sind dennoch nicht die GINI-Koeffizienzen, die man sonst findet.

    • Marcel Senn sagt:

      Wolf: Sorry aber wenn Sie keine Statistiken exakt lesen können, heisst das nicht das diese falsch sind!!!

      Ihr OECD GINI bezieht sich auf EINKOMMEN — dieser Artikel aber handelt von VERMOEGEN — erkennen Sie den Unterschied jetzt!
      .
      @Wolf: Bitte Ihre Quelle und deren Inhalt nochmals überprüfen!!! Siehe unten (aus ihrem Link):

      “Measure of the deviation of the distribution of INCOME among individuals or households within a country from a perfectly equal distribution. A value of 0 represents absolute equality, a value of 100 absolute inequality.”

    • thomas sagt:

      Anstatt die Quelle zu bezweifeln vielleicht besser den Artikel (nochmal) sorgfältig lesen. Während Sie sich auf die Einkommenungleichheit beziehen ist im Artikel von der Vermögensungleichheit die Rede.

    • André Imhof sagt:

      Es ist gut möglich, dass der GINI-Koeffizient der Welt höher ist als der GINI-Koeffizient jedes einzelnen Landes. Stellen sie sich zwei hoch-egalitäre Länder vor (sehr tiefer GINI-Koeffizient), von denen eines sehr viel wohlhabender ist als das andere. Dann ist der GINI-Koeffizient von beiden Länder zusammen deutlich höher als der der beiden einzelnen Länder.

      Was mich viel mehr überrascht hat: Dänemark ist das dritt-ungleichste Land der Welt?! Spricht man nicht immer von den hoch-egalitären skandinavischen Ländern?

  12. Adrian Engler sagt:

    Ein entscheidender Punkt ist hier auf jeden Fall, dass die Pensionskassenguthaben nicht mitgezählt wurden. Gerade Staaten mit hohen Steuern und einem Sozialstaat erscheinen hier als besonders ungleich. Schweden hat nach dieser Auflistung einen Gini-Koeffizient, der fast so hoch ist wie derjenige der Schweiz, und der von Dänemark ist sogar noch deutlich höher. Sind das wirklich Länder, in denen die Ungleichheit besonders schlimm ist? Eine plausiblere Erklärung ist, dass Personen aus der Mittelschicht dort, wo sie im Alter sowieso eine gute Rente erwarten können, sonst privat weniger für das Alter sparen – und dann fallen Reiche stärker ins Gewicht. Aussagekräftiger als der Gini-Koeffizient für Vermögen ohne Berücksichtigung der Pensionskassenguthaben wäre entweder der Gini-Koeffizient mit Berücksichtigung der Pensionskassenguthaben oder ein Vergleich der Einkommen.

  13. gregor sagt:

    Also fairerweise sollte man alle Vermögen der reichen Pauschalbesteuerten in Abzug bringen. Erst dann sollte man die Rechnung machen.Die Schweizer sind überdies die Europäer mit dem geringsten Anteil von Immobilieneigentum.Selbst in Ländern, die vom Schweizer Steuerzahler Kohäsionsbeiträge erhalten ist der Immobilienbesitz bis 100% höher.Freundliche Grüsse an die Politik.

  14. Loll sagt:

    Wo ist das Problem ? Dann jammern immer die gleichen, die danach eine Steuer eingefürht haben und die politische Kasta machen alles um neue Steuern Gebühren oder Beiträge einzuführen !

  15. Hans Grob sagt:

    Wenn Multinationale wie Roche, Swatch nationalisiert würden, sänke die Ungleichheit, da es keine Aktionärs-Millardäre mehr gäbe. Aber welchen Nutzen hat es, erfolgreiche Firmen mit überwiegendem Anteil von Privat-Aktionären, die nachweislich besser wirtschaften als reine Publikumsgesellschaften, abzuschaffen? Basel hat u.a. grosse Ungleichheit wegen den Roche-Erben. Den FCB könnte man auch vergessen.

    • Ben sagt:

      …der Nachweis das private per se besser (was auch immer das heisst) Wirtschaften als staatliche ist bis heute nicht erbracht worden. Zudem wird damit ständig Volkswirtschaft mit Betriebswirtschaft vermengt… heute setzt sich die Betriebswirtschaftliche Fraktion mit enormen Erfassungs- und Kontrollaufwand durch…

      • Hans Grob sagt:

        In welchem Land sind denn staatliche Gesellschaften nicht deutlich weniger erfolgreich als private? Es gibt Aktienfonds, die sich auf Eigentuemer-gefuehrte oder Familien-AGs konzentrieren. Die Wertenrwicklung dieser sog. Entrepreneur-Funds ist systematisch besser.

  16. Roman Günter sagt:

    In der Regel sind grosse Vermögen in der einen oder anderen Form investiert, generieren aber fast durchgängig Einkommen für die arbeitende Bevölkerung. Eine flachere Verteilung sorgt zwangsläufig auch gleichzeitig für weniger Investitionen in wirtschaftlich tätige Unternehmen und Unternehmungen und sollte daher möglichst gar nicht besteuert werden, weder als Kapital- noch als Erbschaftssteuer.

    • Stefan Wälti sagt:

      Eine flachere Verteilung führt zu mehr Konsum, was die Finanzkraft der Firmen stärkt und als Folge Investitionen ermöglicht.
      Ihre Argumentation ist vollkommen falsch und zielt nur auf Erhaltung des Status Quo hin. Einem Land geht es umso besser, je mehr das Volksvermögen auch auf dieses verteilt ist und nicht in den Tresoren einzelner liegt. Die finanzkräftigen Kreise werden es (wie meist) wieder fertig bringen, den Teufel an die Wand zu malen und den Leuten Angst einzujagen (Abwanderung etc). Die Folge einer andauernden schleichenden Entsolidarisierung zeigt sich in der Gini-Studie.

    • Marcel Senn sagt:

      Falsch Herr Günther: Es marodieren mittlerweile Vermögen von 25-35 Bio $ auf dem Planeten rum, meist domiziliert in den Offshoreparadiesen, die gar nicht mehr in die Realwirtschaft investieren sondern vor allem in Wettpapiere aller Art (ETF, Derivate, Struckies etc etc).
      Das ist ja Draghis Problem, fast keiner will mehr in die Realwirtschaft nvestieren, alle wollen nur noch “Geld arbeiten” lassen – darum u.a. auch die Tiefstzinsen infolge zuviel Wettbewerb im Finanzsektor!
      Bei einer flacheren Verteilung der Vermögen würde viel mehr in die Realwirtschaft investiert – Menschen würden vermehrt Geschäfte und Firmen eröffnen.
      Und weil dieser Mechanismus nicht mehr funktioniert ist eine Erbschaftssteuer schon sinnvoll — die Multimilliardäre der Welt haben sich ja bei Givingpledge.org verpflichtet mind. die Hälfte ihres Vermögens für Projekte zu spenden — ob das nur heuchlerische PR oder wirklich gute Absicht ist, werden wir ja dann sehen! Bill Gates und Waren Buffet haben diese Problematik im Gegensatz zu Ihnen eben schon früh erkannt!

      • Roman Günter sagt:

        Das ist effektiv die interessante Frage, Herr Senn. Wo sind die Vermögen investiert? Die meisten Strukies und die Derivative sind einfach Kontrakte und sollten nicht in diesem Zusammenhang gesehen werden. Der Gesamtwert dieser Kontrakte ist im Prinzip null plus Kommission. Die ETFs sind schlussendlich Investitionen in wirtschaftlich tätigen Firmen und Commodities und sind die Basis für unsere globale wirtschaftliche Tätigkeit. Es kann davon ausgegangen werden, dass nur eine relativ geringe Anzahl Menschen sich nur auf das Geld arbeiten lassen abstützen. Draghis Problem ist, dass niemand wirklich die aufgeblasene Menge Geld, welche als gigantisches politisches Ablenkungsfeuer gezündet wurde, benötigt und das praktisch nutzlos herumliegt. Im Prinzip sollte diese Geld in Infrastrukturprojekte fliessen und nicht in die QE Programme. Dies mal so ganz oberflächlich betrachtet.

        • Marcel Senn sagt:

          Günter: Das weltweite Vermögen in Funds beträgt glaub aktuell um die 29 Bio, die weltweiten Aktienmärkte sind bei rund 65 Bio (gut ein Grossteil der Fonds sind auch in Aktien etc. investiert), Governement Bonds sind 58 Bio, Corporate Bonds 42 Bio, Financial Bonds 45 Bio (CDS 19.5 Bio, Repos 12.2, Money Market Funds 4.6 Bio, CDO/CMO/ADCP 2.2 Bio plus andere),
          Private Haushaltschulden um die 45 Bio (Hypotheken, Consumerkredite, Student Loans etc).
          .
          War ja neulich der Artikel mit den 200 Bio Schulden gemäss McKinsey — ich schätze die Schulden gemäss meinen Hochrechnungen allerdings schon auf etwa 220-230 Bio, da doch einige Elemente wie Provinz- und Gemeindeschulden, Wucherkredite, Privatkredite etc etc. nicht erfasst wurden.
          .
          NEIN ETF, Derivate, Optionen, Struckies etc sind KEINE Investitionen in die Realwirtschaft sondern Wettscheine auf Basiswerten und in solche Werte investieren die marodierenden Kapitalien immer mehr, da man sich von dort mehr Rendite verspricht als von der Realwirtschaft. Thatcher hat ja 1986 die abnehmenden Renditen in der Realwirtschaft u.a. zum Anlass genommen, das globale Finanzcasino mit dem Big Bang zu eröffnen!
          Auch die ganzen Schattenbanken tummeln sich ja gerne in solchen Papieren, die eigentlich nur eine künstliche und privat organisierte Ausdehnung der Geldmengen bedeuten!
          .
          Gut ein Teil der Schulden wird auch mehrfach gezählt, wenn A 100 an B schuldet, B wieder 50 an C etc aber das dürfte nur ein kleinerer Teil sein bei den Privaten, bei den Finanzinstituten einiges mehr — ist ja auch das ideale Erpressungsmittel um Staaten um Hilfe zu bitten, wenn man mit dem Gesamtkollaps des Systems droht – funktionierte doch ganz gut 2008/09 und seither wurde nicht wirklich viel verbessert – die korrumpierten dummen Politiker kuschen gut vor den Bankstern!!

          • Roman Günter sagt:

            Ganz in meinem Sinn, Herr Senn. Solange es regnet, läuft die Mühle, vorausgesetzt, dass sich das Wasser irgendwo erst sammeln kann (Vermögensakkumulation). Wie es regnet (ETF, Strukies, Derivative, Kredite, Verschuldung,etc) spielt gar nicht so eine grosse Rolle, ausser es kommt die Sintflut (woran Draghi und Co. gerade am Schräubeln sind) oder ein Dammbruch (Staatsverschuldung, globale Finanzkrise,etc).

          • Marcel Senn sagt:

            Günter: Kapitalakkumulation hat es in den letzten 30 Jahren genügend gegeben – die wissen ja nicht mehr wo noch investieren, es herrscht mitlerweile der Anlagenotstand!
            Aber wie es regnet, da gibt es eben schon Unterschiede ob man in die Realwirtschaft investiert oder mit Wert- resp. Wettpapieren zockt und dieser Sektor ist unverhältnismässig gewachsen.
            Im Grunde genommen ist selbst ein Aktienkauf im Sekundärmarkt keine realwirtschaftliche Investition mehr — nur beim IPO oder allfälligen Kapitalerhöhungen fliessen Gelder in die Firmenkassen, damit in Folge realwirtschaftliche Güter und Dienstleistungen hergestellt werden können. Im Bondmarkt dasselbe.
            .
            Und der Dammbruch steht uns ja noch bevor…alles nur noch eine Frage der Zeit!

          • Roman Günter sagt:

            Es gibt vermutlich einfach zu wenig Mühlen, Herr Senn. Darum der Umweg über die Kontrakte, damit die Kraft erhalten bleibt (Reservoir). Einzige Alternative wäre vermutlich die Investition in Wissen, Kultur, Kunst und Luxus – und das geschieht ja jetzt schon vor allem genau dort, wo Reichtum ohne Schweiss entsteht. So gesehen zerstören Kapitalsteuern doch tatsächlich nicht nur Wertschöpfung, sondern darüberhinaus auch noch Wissen, Kultur und Kunst. Wer hätte das gedacht. Dies einfach mal, um dem generellen Linkskurs etwas entgegensteuern zu wollen.

          • Marcel Senn sagt:

            Günter; Jetzt übertreiben Sie aber doch sehr — tun so also wäre die Kapitalsteuer bei fast 100% angesiedelt!
            Ein Beispiel die aktuelle Erbschaftssteuerinitiative ist doch eher moderat und erst noch eine Stütze für die AHV – Rentengeld welches dann unmittelbar meist zu über 80-90% wieder in den Wirtschatskreislauf fliessen wird.
            Haben Sie das Gefühl z.B. Carli Hirschmann hätten einen Franken mehr oder weniger verschleudert, wenn er jetzt anstatt rund 700 Mio nur 560 Mio geerbt hätte? Und jetzt muss die Oeffentlicheit womöglich noch für seine Haftkosten aufkommen.
            Eine moderate Kapitalsteuer wie es Vermögenssteuern und auch eine Erbschaftssteuer wäre beeinträchtigt die Kaufeslust der Wohlhabenden nicht wirklich und zerstört auch nicht Luxus,Wissen, Kunst, Kultur und Wertschöpfung, wie Sie dies hier so dramatisierend aufzeigen wollen. Die Initiative vom 14.6. würde ja nur rund 1000-2000 Erblasser pro Jahr treffen — also Peanuts aber hätte einen höheren Mulitplikatoreffekt auf die Realwirtschaft als wenn diese Kapitalien auf den “falschen Mühlen” landet, also in Finanzwettpapieren aller Art!
            .
            PS Ich habe u.a. eine Finanzmarktausbildung, kann Derivate auseinanderbeineln und habe rund 15 Jahre lang im beruflichen Leben für Kontrakte aller Art für insgesamt mehrere Milliarden mitunterschrieben – aber inzwischen bin ich zum entschiedenen Gegner der meisten dieser künstlich erzeugten “Wertpapiere” mutiert, weil jene Mühlen werden über kurz oder lang zu massiven “Ueberschwemmungen” im Weltfinanzsystem führen (haben sie ja schon 2008/09 und das wird wieder passieren und dazu von den ganzen Ueberschuldungen weltweit dann noch beschleunigt).

          • Roman Günter sagt:

            Herr Senn, dass Sie umfangreiche wirtschaftliche Kenntnisse und fundiertes Wissen haben, kommt immer wieder in Ihren Kommentaren zum Vorschein. Es gibt einige Kommentatoren in der Tagi-Online Sphäre, die ich immer wieder gerne lese. Es gibt auf der anderen Seite aber auch immer wieder sehr viel unfundierte Kritik und zum Teil doch ziemlich viel unsachlich Fundamentalkritisches gegenüber unserem Wirtschaftssystem – auch aus der Redaktion. Auf einen Meinungsaustausch lasse ich mich aber lieber mit Leuten ein, deren Meinung ich auch wirklich respektieren kann und natürlich überzeichne ich dabei gerne auch ein wenig. Um auf den Trickle-Down Effekt zurückzukommen, es kommt vielleicht einfach darauf an, wie man es interpretieren möchte. Die ursprüngliche Idee reicht eigentlich zurück auf Adam Smith, der die Menschen eher positiv betrachtete und in der produktiven Arbeit und der Arbeitsteilung den Schlüssel zum Erfolg sah. Man muss sich vor Augen halten, dass Adam Smith aus einer Zeit stammt, wo Verhältnisse herrschten, die wir heute vielleicht höchstens noch aus Downton Abbey kennen. Der Landlord, der mit seinem Haushalt vielen Menschen einen Lebensunterhalt bot, verschiedene Berufe förderte und wo die Menschen einen Platz im System fanden. Die gegenseitige Abhängigkeit wurde erkannt und respektiert. Heute kann dies natürlich nicht mehr gleich funktionieren. Glücklicherweise ist die Gesellschaft durchlässiger und alle Menschen haben im Prinzip die Chance, ihren Platz in der Gesellschaft weitgehend selbst zu definieren und zu erreichen versuchen. Nach wie vor gilt aber die produktive Arbeit und die Arbeitsteilung als Schlüsselfaktor für Wohlstand und Sicherheit. Mit dem technischen Fortschritt kommt logischerweise dem Dienstleistungssektor mehr Bedeutung zu und wird entsprechend besser belohnt. Der Risikotransformation kommt in einem globalen Netzwerk an Dienstleistungen und Warenverschiebungen naturgemäss eine noch grössere Bedeutung zu und dies reflektiert sich in der steigenden Menge an verbrieften Kontrakten. Natürlich findet auch Spekulation statt, doch die dient schlussendlich auch der Preisbildung. Nach wie vor gilt aber auch, dass produktive Tätigkeit – das gilt noch stärker für Forschung und Entwicklung – nicht ohne vorgängige Finanzierung geschehen kann und für diese Finanzierung ist die Kapitalbildung der Schlüsselfaktor. Die Kapitalbesteuerung, ob direkt oder als Erbschaftssteuer, mindert also die Investitionsmöglichkeit in produktive Arbeit und schmälert daher die wirtschaftliche Schaffenskraft eines Landes. Dass ein Staat,als Empfänger dieser Steuern, grössere wirtschaftliche Innovationskraft aufbringt als der private Sektor, wage ich jetzt einfach mal zu bezweifeln. Ein Carli Hirschmann ist darin ein vernachlässigbarer Faktor. Leider stelle ich in den vielen Diskussionen über Vermögen und Einkommen immer wieder fest, dass sich eine grössere Anzahl Leute (inkl. Politiker) keine Gedanken über ihren Platz in der Gesellschaft machen und ihren Beitrag zum Erfolg kaum hinterfragen, sich aber trotzdem anmassen, im Namen der Gesellschaft über die einzig richtige und gerechte Verteilung bestimmen zu vermögen und kategorisch alle anderen Interpretationen ausblenden.

          • Marcel Senn sagt:

            Herr Günter: Vermutlich kein anderer Begriff aus der Oekonomie wurde so derart falsch verstanden resp. absichtlich falsch interpretiert wie die “unsichtbare Hand” von Adam Smith! Er verwendete diesen Begriff in seinen Werken genau dreimal.
            Zuerst taucht die Formulierung von der unsichtbaren Hand Jupiters in einem Aufsatz zur Geschichte der Astronomie auf.
            Die kam im Zusammenhang mit englischen Industriellen in Smiths Werk Wealth of Nations im 4. Buch Kapitel zwei auf, dass diese wie von einer unsichtbaren Hand gesteuert nicht nur in den fernen Kolonien investieren werden, sondern aus Eigeninteressa auch im Heimatland.
            Ein drttes Mal verwendet Adam Smith die Metapher im vierten Kapitel seines Buchs “Theorie der ethischen Gefühle”. Dort beschreibt er, wie die Wohlhabenden, ohne dies bewusst zu beabsichtigen, von einer unsichtbaren Hand dazu geleitet werden, ihren Reichtum mit den Armen zu teilen.
            .
            Dass die “Theorie der ethischen Gefühle” heute nur noch wenigen bekannt ist, verwundert eigentlich nicht.
            .
            Ich kann Ihre Punkte schon nachvollziehen, dass es für Innovation und Forschung Kapitalbildung braucht, aber auch viel Arbeit — denn ohne Arbeit geht nun mal gar nichts. Und da erkenne ich eine extreme steuerliche Verhätschelung des Kapitals gegenüber der Arbeit! Es sollte doch darum gehen, ein fiskalisches Optimum zu finden zw. der Besteuerung von Kapital und Arbeit und da bin ich der Ueberzeugung, dass die Leidensfähigkeit des Kapitals noch lange nicht ausgereizt ist, bevor es wirklich zu negativen Effekten kommt (relvanter Investitionsrückgang). Wenn die Löhne immer mehr sinken und dazu noch stark besteuert werden, dazu der Trickle-up Effekt über Zinseszinses in aktuellen Zeiten der Massenverschuldung voll zum tragen (auch ein Grund für die Fast-Nullzinsen – nur KK-Firmen zocken noch fett ab und auch Student Loans mit bis zu 6% Zins) kommen, was nützen denn Investitionen überspitzt gesagt noch, wenn immer weniger Menschen noch genügend Mittel haben um zu konsumieren? Und die “Investitionen” in die Finanzcasinos der Welt (die dann oft mit der Argument der “effizienten Preisbildung” begründet werden, was ich doch bis zu einem gewissen Punkt stark bezweifle und die oft auch sehr schädlich sein können (z.B. Nahrungsmittelspekulation))
            Ohne das grosse Casino von Maggie und Ronnie ging es den meisten von uns besser und es herrschte auch eine nachhaltige Bescheidenheit (nicht mit Armut zu verwechseln) und nach dem grossen Knall werden wir wieder dorthin zurückfinden müssen!

    • Albert sagt:

      Und wo genau wird investiert? Allenfalls an der Börse. Versuchen Sie mal, Risikokapital für ein Start-up zu bekommen! Im Übrigen besitzt das reichste Prozent der Schweiz dieses Jahr zum ersten Mal mehr als der ganze Rest. An Ihrer Theorie stimmt so einiges nicht. Dass “Trickle-down” nicht funktioniert, ist seit Jahrzehnten offensichtlich.

  17. Gerhard Engler sagt:

    Interessant ist, dass viele Leute aus Ländern mit einem tiefen Gini-Koeffzient in Länder mit einem hohen Gini-Koeffizient auswandern. Der Gini-Koeffizient scheint also rein gar nicht mit Lebensqualität zu tun haben oder sonstwie erstrebenswert zu sein. Es fehlt auch eine Statistik, welche einen Zusammenhant zwischen Erbschaftssteuer und Gini-koeffizient zeigt. Möglicherweise führt eine Erbschaftssteuer zu einem höheren Gini-Koeffizient oder die beiden Werte sind völlig unabhängig von einander.

  18. samuel von rutte sagt:

    sieht so aus als ob das volkswirtschaftseinkommen % nichts mit der vermoegensverteilung zu tun hat, interesant
    Frage ist es steuertechnisch, politisch oder korruption
    man sollte die gleiche aufstellung mit einkommensteue und vermoegen erstellen um zu sehen wie ungleich oder wie gleich wir sind

  19. hardy hüttemann sagt:

    Superreiche gab es schon immer. Aber früher waren die Superreichen der “Staat” (Adlige etc.) und hatten damit auch eine soziale Verantwortung; bzw. der Staat war “superreich”. Im heutigen System haben die Superreichen per se keine soziale Verantwortung mehr und können mit dem Vermögen machen was sie wollen. Da das Vermögen zu gross wird, gibt es kaum mehr eine Möglichkeit mehr auszugen als neues dazukommt. Allerdings gibt es immer wieder löbliche Ausnahmen wie Yu pang-lin oder andere die ihr Vermögen spenden oder eigene Wohltätigkeitsorganisationen gründen.
    Es bräuchte vor allem wieder mehr Moral, Anstand und Ethik um andere Menschen am eigenen Wohlstand teilhaben zu lassen. Dies fängt aber nicht erst bei den Superreichen an. Jeder in unserem Land der eine Ausbildung absolvieren durfte und sich selbst finanzieren kann verdient genug um selbst Verantwortung zu übernehmen. Sozialneid hilft da nur beschränkt.

    • Max Meier sagt:

      Vielleicht würden die Superreichen ja gerne teilen und Verantwortung übernehmen, wenn sie dann nicht nur umverteilt würden, sondern auch die von Ihnen angesprochene politische Macht und damit Verantwortung innehaben würden!?

  20. Andreas Müller sagt:

    Die 10 reichsten Schweizer haben ein Vermögen von 135 Mia. Die nächsten 45 nicht ganz so reichen haben zusammen ein Vermögen von 87 Mia. Und die 7999945 restlichen Personen einen Bruchteil dessen. Kämen die Top 10 reichen Nigerianer in die Schweiz, so würde das den CH Index kaum verändern, Nigeria würde aber gegen 0 tendieren. Sprich: In Nigeria wäre das Vermögen dann extrem fair verteilt.

  21. Vadim Koslov sagt:

    Der Vergleich von Vermögen gibt keine Aufschluss über Wohlstand.
    Der arme Zürcher Student, der Kleinbauer in Nordindien und Kriegsflüchtling aus Sudan sind nämlich so alle gleich reich wie der konsumsüchtige Investmentbanker. Vermögen = 0
    Wärend die einen aber ums überleben kämpfen müssen kämpfen die anderen gegen Langeweile.

  22. Lukas Häring sagt:

    Hier zur Nachhilfe: http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/20/03/blank/key/02/06.html

    Ich zitiere das Bundesamt für Statistik:

    Gemäss den Resultaten von 2013, liegt die Schweiz (ohne Berücksichtigung der fiktiven Miete) im europäischen Vergleich mit 28,5 in Bezug auf die Ungleichheit in der Verteilung des verfügbaren Äquivalenzeinkommens im Durchschnitt. Bei unseren Nachbarn variiert der Gini-Index zwischen 27,0 (Österreich), 29,7 (Deutschland), 30,1 (Frankreich) und 32,5 (Italien). In der Europäischen Union beträgt der Gini-Index im Durchschnitt 30,5.

    Von wegen die Schweiz hat eine massiv ungerechte Vermögensverteilung im Gegensatz zu anderen Staaten…
    Ein Wert von 28,5 von 100 (absolutes Ungleichgewicht) scheint mir nicht alarmierend…

    • Urban Zuercher sagt:

      Jetzt muss man noch den Unterschied zwischen Vermögen und Einkommen kennen und alles wird gut….

  23. Peter Gutknecht sagt:

    Die Graphik zum GINI-Koeffizienten ist auf alle Fälle kreuzfalsch. Da wird zB Kasachstan 2mal aufgeführt. Da wird behauptet, Lateinamerika (als Sammelbegriff) habe Index 80.9%, und die Welt als Ganzes habe Index 91.1%. Wie kann die Welt, also der Durchschnitt über alle Länder, sich völlig am Rande des Spektrums bewegen ?

    • Laurent Meier sagt:

      Das geht schon, die “Welt” ist nicht der Durchschnitt aller Länder, sondern Länderübergreifend, da in der 2. und 3. Welt massenhaft arme Menschen Leben und die grossen Vermögen meist in der 1. Welt anzutreffend sind, kommt das wohl schon hin. Wenn man die CH Bevölkerung zu einem armen Land dazu nehmen würden, würde sich der Koeffizient massiv verschlechtern, also erhöhen, da er nur eine Aussage über die Vermögensverteilung trifft, aber nicht mit absoluten Zahlen operiert.

    • Hans Grob sagt:

      Ist ja klar, dass das Vermögen auf der Welt höchst ungleich verteilt ist. 4 Millarden mit Null, 1 Milliarde (entwickelte Länder) mit 100’000 Fr., 10 Millionen mit 1 Million. Der fehlende Ausgleich via Steuern ist Folge davon. Es gibt bis jetzt keine Weltsteuer.

      • Marcel Senn sagt:

        Von der Erwachsenen Bevölkerung (4.7 Mrd Erwachsene) der Welt ist die Nettovermögensverteilung d.h.alle Vermögen (263 Bio $) inkl. Immobilen, Moblien gemäss CS Wealth Report 2014 wie folgt:
        35 Mio (0.7%) haben 1 Mio $ und mehr Total: 115.9 Bio $ (44%)
        373 Mio (7.9%) haben zw. 100’000 und 1 Mio: Total 108.6 Bio $ (41.3%)
        1010 Mio (21.5%) haben zw. 10’000 bis 100’000$: Total 31.1 Bio $ (11.8%)
        3282 Mio (69.8%) haben weniger als 10’000 $ Vermögen: Total 7.6 Bio $ (2.9%)

  24. Marcel Zufferey sagt:

    Ein Aspekt wird im Falle unseres Landes gerne vergessen und schwächt deshalb auch die Aussagekraft des Gini-Koeffizienten (Vermögen) ab: Die Schweiz ist ein Steuerparadies, alljährlich wandern ausländische Vermögen in verschiedensten Formen in unser Land. Damit wächst in der Summe das Vermögen aller Reichen. Hans Kissling, der ehemalige Chefstatistiker vom Kanton Zürich, hat sich in seinem 2008 heraus gegebenen Buch “Reichtum ohne Leistung” (Rüegger) zum Beispiel gar nicht erst die Mühe gemacht, zwischen zugewanderten und bereits vorhandenen Vermögenswerten zu unterscheiden, sondern einfach alle über Jahre hinweg zusammen addiert, um dann den irrigen Schluss daraus zu ziehen, die Vermögen des obersten Prozentes nähmen exponentiell zu, während in der Mitte und ganz unten praktisch gar keine Zuwächse zu verzeichnen seien: Für einen Statistiker ein unverzeihlicher Fehler!

  25. Patric Zbinden sagt:

    Der Gini-Koeffizient ist bezogen auf Vermögen ein unsinniger Wert. Zur Illustration: In dieser Statistik würden Leute, welche sich Luxusvillen mieten und Ferraris leasen als arme Schlucker erscheinen, da ihnen ja all ihr gemieteter Luxus nicht als Vermögen angerechnet würde. Umgekehrt erscheint ein Bauer mit bescheidenem Einkommen je nach Bewertung von Hof und Grundstück als relativ reich, wenn ihm der Hof gehört. Entsprechend sagt der Index am ehesten noch etwas über die Wohneigentümerquoten in den unterschiedlichen Ländern aus, jedoch nichts über die Verteilung des Wohlstands. Sinnvoller wäre wenn schon der Gini-Index bezogen auf Einkommen auszuwerten, aber diese Statistik interessiert wohl nicht, denn dann würde man nur sehen, dass die Einkommen in der Schweiz im weltweiten Vergleich ziemlich gleichmässig verteilt sind.

  26. Tömu sagt:

    Der Gini-Index erfasst zwar auch problematische Ungleichverteilung, aber nicht nur. Problematische Ungleichheit ist dann gegeben, wenn jemand gar nichts hat oder wenn jemand so viel hat, dass das Geld nicht mehr die Bedeutung hat, die Geld haben sollte. Das Ziel dieser Superreichen ist nur noch, das Geld zu vermehren, was sie unglücklicherweise besser beherrschen als der einfache Sparer. Das alleine ist zwar nicht problematisch, solange es Wirtschaftszweige gibt, in denen man die Produktivität mit neuem Kapital steigern kann. Fakt ist heute aber, dass es zu viel Kapital gibt, das kaum noch weiss, wohin es soll. Folge davon sind dann beispielsweise spekulative Preistreiberei bei Immobilien (extrem in London, dank Lex Koller nicht ganz so schlimm hier) mit anschliessender Abzockerei der Mieter. Die Superreichen plündern heute den Mittelstand, was über kurz oder lang den sozialen Frieden gefährdet.
    Fazit: Die Idee des Gini-Index ist gut. Man sollte ihn aber durch ein Mass ersetzen, das stärker auf die Extreme fokussiert. Die Extreme sind das Problem. Nicht Ungleichheit per se.

  27. Heldner Victor sagt:

    Das in der Schweiz 2% soviel besitzen wie die anderen 98% ist ein Hohn. Verantwortlich dafür sind die bürgerlichen Politiker. Ein kleiner Vorteil sehe ich darin, dass bei diesen Superreichen das tägliche Geld zählen eine Hauptbeschäftigung ist, so haben sie weniger Zeit der Allgemeinheit noch mehr zu schaden. Die schweizerische Volkswirtschaft will nicht, dass der noch vorhandene Mittelstandsich sich auch mit Geld zählen beschäftigen muss.

    • Max Meier sagt:

      Wieso sollten Sie Anspruch haben auf das Vermögen anderer? Gibt es ein Menschenrecht auf gleiche Vermögensverteilung?

  28. Andrea Wiedmer sagt:

    Wenn ich das richtig lese, ist die Schweiz gegenüber dem europäischen Durchschnitt bereits heute bedeutend sozialer: Unser Vermögen ist gleicher verteilt als der europäische Durchschnitt und in der Schweiz wird mit Steuern mehr Substanz abgeschöpft. Was sollen also all die Scheinargumente der Befürworter der Erbschaftssteuer-Initiative?

    • Matthias Erzinger sagt:

      Sie haben das falsch gelesen. Das Gegenteil ist der Fall. Wir haben eine Vermögensverteilung wie Ende des 19. Jahrhunderts – nachdem bis Ende der 90er Jahre die Verteilung immer gerechter wurde… Aber was solls: der Mittelstand in der Schweiz ist zu dumm, um zum realisieren, dass gerade er von der Erbschaftssteuer profitieren würde…

  29. bossert sagt:

    Vermögen sind das eine, Lebensqualität das andere!Beide können einander ergänzen, aber auch mindern. In der Schweiz sind die Vermögen im Verhältnis zu einem Anden- Bewohner hoch, müsste der sich jedoch jeden Tag durch den Menschen und Gesetzesrummel kämpfen, würde er bald wieder in seine Heimat entschwinden.Dis zeigen auch die vielen Aussteiger, welche sich noch ein ruhigeres Plätzchen suchen auf dieser Erde.Mit dem Ständigen, unter die Nase reiben der Vermögen bezwecken diese meist linken Professoren aber etwas ganz anderes und das nervt immer mehr und gerade deshalb, bin ich immer weniger bereit anderen zu helfen, denn das ist pure Nötigung!

  30. Anton Keller sagt:

    Ich habe so das Gefühl, dass es den Armen in der Schweiz bedeutend besser geht, als den Armen in Äthiopien, Sudan oder Serbien. Oder solten wir die Sozialleistungen denen dieser Länder anpassen?

  31. Jean Pierre Cotti sagt:

    Wieder so ein Thema, bei dem man mit Statistiken Argumente belegen will. Ich kann doch keinem glauben, wenn jeder behauptet, die Grundlage sei falsch… immer die des anderen natürlich.
    Rein gefühlsmässig stimme ich für diese Initiative, weil mich die Überlegungen der Initianten überzeugt haben bisher.

  32. Beni Bürgler sagt:

    “Nach Gini-Koeffizient ist das Vermögen in der Schweiz so ungleich verteilt wie nur in wenigen anderen Ländern.”

    Reisserischer Titel, der CH-Koeffizient ist immer noch niedriger als der EU-Durchschnitt oder derjenige Nordamerikas, welches im Falle der Schweiz wohl die wesentlichen Vergleichsgrössen sind.

    • Marcel Senn sagt:

      Bürgler: Zwischen der Schweiz mit 80.2% und den USA mit 84.6% ist der Unterschied nicht wirklich sehr gross!
      .
      Und die Supranationalen Konstrukte wie Europa oder die Welt sind durch die Auslandsvermögen massiv verzerrt. Wenn die kleine Schweiz mit 8 Mio EW in Europa einige hundert Mrd. investiert, dann gibt das eine Verzerrung der Daten, da wenige Einwohner eines Landes wie der CH eine Vermögenskonzentration im viel grösseren Europa hervorrufen und darum sind diese Werte der Supranationalen Gebilde so hoch — bei der ganzen Welt mit 91.1% noch viel extremer — das ist der alltägliche Wirtschaftsimperialismus in Zeiten der Globalisation!
      .
      Von dem her nix von wegen “reisserischer Artikel” – Sie verstehen die Methodik einfach nicht ganz!

  33. Thomas sagt:

    Was bringen derartige Untersuchen, wenn die beiden wichtigsten Zahlen (Vorsorge + Immobilien) nicht realistisch einbezogen werden? Dazu kommt, dass Vorsorge und Liegenschaft bei Wenigverdienern tendenziell den grösseren Anteil vom Vermögen ausmachen, als bei Multimillionären und entsprechend in der Summe der vielen Kleinverdienern eine gewichtige grösse darstellen!

  34. Ben sagt:

    Schaltegger redet die Situation schön… schade drum, den die angesparten PK Vermögen sind mit das unverbindlichste und unsicherste was es gibt, trotzdem zwingen die neoliberal bürgerlichen Volksvertreter Millionen dazu dort weiter Teile des Lohns einzuzahlen wärend ein Sozialminister am Tag der Arbeit verkündet dïe Leistungen der PK noch weiter zu kürzen und die Negativzinspolitik der SNB nagt dort auch bald an der Substanz. Zudem sind die PK Sparer zu 100% selber Verantwortlich wenn eine PK ruiniert wird… wer sich für realistische Vermögensverteilung interessiert soll mal das Video “Wealth Inequality in America” suchen und ansehen. Die Grafik dort ist realistischer als die unübersichtliche Gini Tabelle hier. Weitere Informationen zu Deutschland liefern tickernde “Vermögensuhr” die aus diversen Daten berechnet wird. Davon gibt es mehrer. Bei allen ist ersichtlich das die unteren Klassen und der Staat komplett überschuldet sind

  35. Hans Flick sagt:

    Dann kann die Initiative problemlos angenommen werden. Gemäss Hr. Schaltegger besitzen alle ungefähr gleich viel. Da muss niemand übermässig leiden.

  36. Domenico sagt:

    Der Tagi hat den Abstimmungskampf um die Erbschaftssteuer endgültig eröffnet.

  37. Marti Rudolf sagt:

    Die ungleiche Verteilung der Vermögen sollte den Vermögenden Christen eigentlich zu denken geben. Heisst es nicht irgendwo in der Bibel, dass eher ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in den Himmel kommt. Oder ist es etwa so, dass der christliche Glaube eigentlich nur für die dummen Armen besteht, damit diese immer schön ruhig bleiben zu ihren Lebzeiten?

  38. markus schellenberg sagt:

    Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern sind die Vermögensverteilung und die Einkommensverteilung in der Schweiz weitgehend voneinander entkoppelt. Das bedeutet, dass das Einkommen nicht zur Anhäufung von Reichtum dient, sondern zum täglichen Lebensunterhalt. Dies ist eine sehr positive Situation, da die Wirtschaft davon profitiert. Dass einige Wenige (in erster Linie durch Erbschaften) zu sehr grossen Vermögen gelangen und deshalb in der Regel nicht mehr arbeiten gehen, ist jedoch stossend. Sie beziehen zwar die Dienstleistungen des Staates, tragen jedoch weder durch Arbeit noch durch Steuern zum Wohlstand bei! Sozialschmarotzer halt.

    • Max Meier sagt:

      Ah ja!? Und was ist mit den Kapitaleinkünften, die als Einkommen versteuert werden und der europaweit fast einzigartigen Vermögenssteuer, die jährlich anfällt? Denken Sie tatsächlich, dass Steuern dafür da sind zum Wohlstand beizutragen? Wäre es nicht eher so, dass diese für den Erhalt von Infrastruktur und Rechtssicherheit verwendet werden sollte?

  39. Hegetschweiler sagt:

    Ich masse mir kein Urteil zu Daten der Wirtschaftsstatistik an. Auffallend auf den ersten Blick ist aber, dass Griechenland unter 70 % liegt. Nun dürfte es aber ziemlich wahrscheinlich sein, dass die reichen Griechen ihr Einkommen und Vermögen massiv zu tief deklarieren. Dies wird im Übrigen für viele Schwellenländer, denen es nicht gelungen ist, eine funktionierende Steuerverwaltung aufzubauen, auch zutreffen. Ich habe Mühe zu glauben, dass bei uns das Einkommen so viel ungleicher verteilt sein soll, als in Aserbeidschan. Ganz generell würde ich der Verwendung von Steuerstatistiken als Vermögensindikatoren mit grösster Skepsis begegnen, dies sowohl aus rechtlichen Gründen (sehr grosse Unterschiede bei der Definition des steuerbaren Vermögens) als auch aus soziologischen Gründen (sehr grosse Unterschiede bei der Steuermoral, in der Schweiz würde es ein Anwalt nicht wagen, ein Monatsienkommen von Tausend Euro zu deklarieren).

  40. Laurent Meier sagt:

    Der Gini-Koeffizient sagt so ziemlich nichts aus, selbst unsere sehr sozialen nördlichen Nachbarn wie Schweden und Norwegen sind kaum besser als die Schweiz, was interessanter wäre ist: wie kamen die Leute zu ihrem Vermögen? Durch eine gute Geschäftsidee wie Bill Gates z.B., oder weil sie Diktatoren sind und die Staatskasse leeren? Zudem ist der Lebensstandard viel aussagekräftiger, lebt es sich gut, so wie in der Schweiz, oder müssen die Leute mit ein paar Dollars täglich über die Runden kommen?

  41. brunner sagt:

    von der Entwicklung der Einkommenssteuer auf die Vermögensentwicklung zu schliessen ist völlig unzulässig, sie können sich ganz verschieden entwickeln. So werden beispielsweise die Kapitalgewinne, Erbschaften und Schenkungen, Immobiliengewinne nur bedingt erfasst, die gerade bei sehr grossen Vermögen entwchiedend wichtig sind. Kommen noch die Pauschalbesteuerungen, und Dutzenden von Miliarden im offshor-geschäft dazu, welche die Einkommen ebenfalls verzerren.
    Das alles weiss ein Ökonom eigentlich sehr genau.

  42. Bernhard Piller sagt:

    Und wo erscheinen die Pensionskassenguthaben? Jeder Staatsbeamte mit durchschnittlich 100’000 CHF Lohn (was nicht in manchen Ländern anzutreffen ist) hat ein Pensionskassenguthaben von einer Mio und mehr, wenn er mal etwas älter ist. Darüber wird natürlich nicht geredet….

    • Marcel Zufferey sagt:

      Von welchem Staat genau sprechen Sie hier? Und wieviele Jahre umfasst ein Erwerbsleben? Werden Staatsangestellte zweihundert Jahre alt? Eine Million: Guter Mann, Sie träumen wohl!

      • Bernhard Piller sagt:

        Bei einem Umwandlungssatz von 6 % und einer Rente von 60‘000 CHF braucht es rund 1 Mio Rentenkapital. Bei fallendem Umwandlungssatz noch mehr. Auch wenn das Kapital nicht vorhanden ist, der Rentenanspruch entspricht einem solchen und jeder Private müsste mindestens soviel ansparen, um sich Ausgaben von 60‘000 zu leisten bis zum Ende seines Lebens.

  43. Hans Meier sagt:

    Die Initianten wollen nicht Vermögen umverteilen, sondern den Reichen Vermögen wegnehmen und den Kanonen und den AHVlern für Konsumausgaben schenken. Die Vermögensverteilung als Argument sagt nur: die Reichen haben mehr als genug.

  44. Leonhard Fritze sagt:

    Die Skala lässt in der Tat viele Fragen offen. Eine zusätzliche steuerliche Belastung der obersten Vermögen oder Einkommen sollte gekoppelt sein an die Anzahl echter Sozialfälle oder Working-Poor in einem Land. Die ganz linke Politik propagiert den Neomarxismus, die ganz rechte Politik wünscht sich Sklaverei herbei – beides sind ungesunde und lebensfeindliche Extreme. In der Schweiz haben wir mittlerweile die 3-Klassen-Medizin: Einige werden gar nicht mehr medizinisch behandelt. Solange diese und ähnliche Missstände herrschen, sollte ein Ausgleich geschaffen werden, sprich: Die Lohnschere sollte sich eher etwas schliessen. Aber in der Schweiz scheinen Bevölkerung oder Touristen eher zu stören. Politisch wird mehrheitlich hysterisch polarisiert und die Verlierer sind auf sich alleine gestellt, weil sie keine Lobby haben.

  45. Rutz Roman sagt:

    Die Aussage des Professors ist bedenklich. Schliesslich gibt es keinen Grund, Sparguthaben der 2. Säule als Vermögen zu bezeichnen, da diese Guthaben nach der Pensionierung als Rente (und damit als Einkommen) und nicht als Vermögen zur Verfügung stehen.

    • Marcel Senn sagt:

      Und was bitte ist denn der Unterschied wenn Sie auf einem Sparbüchli aufs Alter sparen oder mit 2/3. Säule? Eigentlich fast keiner, ausser dass der Gesetzgeber die Rückzugsmöglichkeiten limitiert (nur bei Auswanderung oder Selbständigkeit könne diese bezogen werden vor dem Erreichen gewisser Alterslimiten)
      .
      Der CS Wealth Report berücksichtigt diese Vermögen auch, da die persönlich sind, nicht aber die AHV (welche zwar auch einem persönlichen Konto zugeschrieben werden) aber als Vermögen im kollektiven Topf sind und als Umlageverfahren funktionieren.
      .
      Altersvorsorgevermögen wie PK/3.S gehören also durchaus berechtigt zum Vermögen – verfügbar oder nicht ist sekundär. Ein Haus ist ja auch manchmal nicht per sofort verfügbar, vor allem in einer Immobilienkrise nicht.

  46. Steinegger sagt:

    Kann oder will Herr Aratnam nicht rechnen?
    Ein ‘Armer’ hat kein sonstiges Finanzvermögen, aber z. B. 100k in der Pensionskasse, damit verschwindet sein Vermögen zu 100 % aus der Statistik.
    Ein ‘Reicher’ hat 5m Finanzvermögen und z. B. 1m in der Pensionskasse. Beim ‘Reichen’ verschwindet somit nur ein Fünftel.
    Naturgemäss resultiert daraus eine dramatisch verzerrter Gini-Koeffizient.

  47. Bruno Bänninger sagt:

    “Die Vermögen sind ungleich verteilt”? Verteilt? Jeder Vermögen-Grundstock wurde irgendwann erarbeitet und dann vermehrt. Verteilt wurde gar nichts von Niemandem. Hingegen wurden schon viele hohe private und staatliche Vermögenswerte zerstört, auch das ohne Verteilung resp. Beteiligung.
    Jetzt soll bestraft werden, wer mit eigenen Fähigkeiten und Kraft sein Vermögen aufgebaut und vermehrt hat und seine Erben es weiter vermehren wollen? Heisst denn Gerechtigkeit, alles gehört allen?
    Immerhin, sollte die Erbschaftssteuer angenommen werden, haben alle die Chance auf ein kleines Vermögen, sofern sie vorher ein Grosses hatten.
    Die Umverteilung funktioniert nur solange, bis alle vom Nichts gleichviel haben. Und dann?

    • Daniel sagt:

      Vererben ist auch eine Form des Verteilens, oder haben sich die Erben das Geld selber hart verdient?
      Wenn man die Freibeträge und die Steuersätze anschaut, dann ist es doch klar dass es dabei nur um einen vergleichsweise kleinen Beitrag an die Allgemeinheit handelt. Beim Lesen mancher Kommentare hat man das Gefühl die Reichen würden gleich verarmen und wer ein bisschen was erbt muss das noch abgeben.
      Tatsache ist und bleibt ob, mit oder ohne Erbschaftssteuer: Die Erben der Wohlhabenden haben massivste Vorteile in unserer Gesellschaft gegenüber Normalbürgern. Es geht hier nur um einen Minimalbeitrag an die Allgemeinheit zur Sicherung des sozialen Friedens.
      Der letzte Satz des obigen Kommentars ist doch einfach nur sinnfreie übertriebene Panikmache

      • Bruno Bänninger sagt:

        Nein aber die Erben bemühen sich, es zu vermehren. Wer ein Vermögen aufbaut und vermehrt mit seiner Arbeit und Sparsamkeit, hat jeden verdienten Franken schon mindestens einmal versteuert. Wieso muss der Staat beim Tod nochmals kassieren?
        Schon ausgerechnet nach wie vielen Erbgängen aus einem grossen Vermögen ein Kleines werden kann?
        Stellen Sie sich vor, zwei Jahre nach dem Erblasser stirbt auch der Erbe…
        Stellen Sie sich vor, ein 100% eigenfinanziertes KMU das das verdiente Geld stets reinvestiert muss Kredit aufnehmen um Erbschaftssteuern zu bezahlen.

  48. Marcel Senn sagt:

    Was ich bei diesen Gini-Vergleichen nie verstanden habe, wieso wird bei der Welt 91.1% angegeben, das ist nach der Ukraine der 2. Höchste Wert überhaupt. Würde man einen gewichteten Durschchschnitt der Welt errechnen (nach Bevölkerungszahlen) müsste der globale Wert doch eigentlich viel tiefer sein.
    Oder liegt das an den Vermögen der Reichen und Superreichen im Ausland, die den globalen GIni Index noch mehr verschärfen – anders kann ich mir das nicht erklären.
    .
    Gemäss CS Wealth Report der in der CH die 2 und 3. Säule Vermögen berücksichtigt (nicht aber die AHV) besitzen die reichsten 10% der erwachsenen Bevölkerung 71.9% der Nettovermögen der privaten Haushalte von total 3200 Mrd, während die unteren 50% gerade mal 3.7% besitzen. Bei den Durchschnittsvermögen ist die CH mit rund 580’000 $ Weltspitze, aber bei den Medianvermögen rangieren wir mit rund 100’000 $ /Erwachsenen weit hinter Australien 225’000$, Belgien 173’000 Frankreich 140’000, Italien und England!
    Wenn es mal zu einer heftigen Krise mit hoher Arbeitslosigkeit kommen sollte (paneuropäischer Finanzcrash oder Immocrash in der CH) dann werden grosse Teile der CH Bevölkerung relativ schnell verarmen angesichts der verhätlnismässig geringen Vermögensubstanz der unteren 50% und der hohen Lebenskosten in der CH!
    Noch extremer ist die Situation in Russland wo etwa über 100 Oligarchen gegen 89.7% besizten und das Medianvermögen gerade mal 2700 $ beträgt – vermutlich ist der Vodkakonsum dort darum so hoch und die Lebenserwartung der Männer mit 63J so tief, weil man sich das Leben schön trinken muss und froh ist wenns vorbei ist!

    • Josef Marti sagt:

      Daraus ist wohl ersichtlich, dass breite Bevölkerungsschichten in der CH praktisch keine 3. Säule haben und nur im BVG Minimum versichert sind. Das dürfte bald zu einer massiven Zunahme der Altersarmut führen.

    • Adrian Engler sagt:

      Für die einzelnen Länder wird das Vermögen der Menschen innerhalb des jeweiligen Landes berücksichtigt. Bei den Daten für die ganze Welt kommt dazu, dass die Vermögen zwischen den verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich verteilt sind, es gibt sehr reiche und sehr arme Länder. Deshalb ist es plausibel, dass die Vermögensverteilung über die ganze Erde von einer stärkeren Ungleichheit geprägt ist als die Verteilung innerhalb einzelner Länder.

  49. Hugetin Martin sagt:

    Die USA haben sehr hohe Erbschaftssteuersätze und rangieren dennoch noch hinter der Schweiz. Berücksichtigt man dazu noch, dass sich die USA keinen solch ausgebaute Altersvorsorge wie die Schweiz leisten, macht dies noch bedeutsamer. D.h. nähmlich, dass die Supperreichen immer einen Weg finden, die Erbschaftssteuer zu minimieren, während die “normal” Reichen die Zeche bezahlen. Und dieser Umstand macht dann die Vermögensschere nochmals ein Stück weiter auf. Und obwohl die Basler mit dem höchsten GINI-Wert schweizweit die am wenigsten Glücklichen sind, ist die Glücksfühlquote mit 92% doch noch sehr hoch, sodass die diktatorische Vermögensverteilung nur 8% der Baslerbevölkerung unglücklich zu stimmen scheint. Dann kanns ja noch nicht so schlimm sein, eher jammern auf hohen Niveau.

  50. Branko Bostic sagt:

    Dass die Vermögen in Myanmar, Pakistan oder Aserbaidschan deutlich gleichmässiger verteilt sein sollen als in der Schweiz, kann sich wohl kaum jemand vorstellen. Irgend etwas muss also faul sein an diesen Daten. Vielleicht geben die Reichen in diesen Ländern einfach ihre Vermögen nicht an in der Steuererklärung? Der Vergleich mit anderen europäischen Ländern könnte hingegen durchaus aussagekräftig sein.

  51. Martin Frey sagt:

    Der GINI ist meines Erachtens das Papier nicht wert. Für jeden, dem die Verhältnisse in verschiedenen Ländern auf verschiedenen Kontinenten nicht gänzlich fremd sind, ist dies augenfällig. Schweden ist nahezu gleich “schlecht” positioniert wie die CH, ebenso Norwegen, Dänemark sogar noch deutlich “schlechter”. Echte arme Leute gibt es in diesen Ländern wie auch bei uns kaum, jedoch einen breiten Mittelstand und natürlich auch sehr viele sehr vermögende Leute. Woran nichts schlechtes auszumachen ist. Denn Leistung wird in all diesen Ländern belohnt.
    Viele der genannten Länder auf der GINI-Liste haben weder ein Vorsorge- noch ein transparentes Steuersystem wie wir es kennen. Zudem gehören in vielen Ländern die Superreichen (die es überall gibt) einer oligarchen Kaste an die ganz sicher nicht irgendwelche Art von Steuern bezahlen sondern sich vielmehr systematisch bedienen. Worüber selbstredend auch kein Buch geführt wird.
    Mit anderen Worten, Vergleiche von Aepfeln mit Birnen haben noch nie jemandem etwas gebracht ausser dem Obsthändler…

  52. Josef Marti sagt:

    Bekanntlich sind Schweizer Haushalte im internationalen Vergleich Schuldenkönige. Viele glauben Hausbesitzer zu sein nur weil sie im Grundbuch eingetragen sind und haben dabei noch das Gefühl Millionär zu sein. Dabei sind sie nichts anderes als Zinssklaven wie jeder andere.
    Steuerdaten liefern nur die Spitze des Eisbergs, da die unterschlagenen Werte in den Oasen fehlen.

  53. stefan Kunz sagt:

    Welt 91.9 Prozent und zweithöchster Wert nach der Ukraine? Wie kann das Gesamt der zweithöchste Wert sein?

    • Peter Leibundgut sagt:

      Das Problem an diesen Studien ist, dass diese eben objektiv wirklich nicht viel taugen.
      Ein 60-jähriger mit 1 Mio. Pensionskassenguthaben, ohne sonstiges Vermögen, mit 10`000 CHF Konsumkredit, einer luxuriösen Wohnungseinrichtung und 150000 Einkommen p.a. ist nach dieser Statisik viel ärmer dran (da -10000 steuerbares Vermögen) als einer, der gerade in der Sahel-Zone an Hunger stirbt, dafür “nur” nichts hat (0 steuerbares Vermögen).
      In der Schweiz ist der ärmste Hungerleider und Konkursler immer international immer noch ein Glückspilz. Anstatt sich darüber zu freuen, dass es allen super geht wird gejammert und der Neid geschürt. Klassiche Wohlstandsverwahrlosung, vermutlich geht es einfach allen viel zu gut…

    • Marcel Senn sagt:

      Kunz: Habe ich mich auch gefragt, aber da sind vermutlich die Auslandsvermögen/Verpflichtungen der Staaten berücksichtigt – die CH z.B. hatte per Ende 2014 eine Net International Investment Position (NIIP) von 816 Mrd Franken (4243 Mrd Guthaben im Ausland und 3’278 Mrd ausländische Vermögen in der Schweiz). Allerdings bin ich gespannt auf die Zahlen des Q1 2015 wie sich die Mindestkursaufhebung auf diesen Wert ausgewirkt hat — ich vermute, dass wir netto zw. 150-250 Mrd “ärmer” geworden sind aufgrund der tieferen FX Bewertungen.
      Die USA haben mittlerweile eine NIIP von minus 6900 Mrd $ — noch 2007 war die bei “nur” minus 1200 Mrd $ —- die Amis lebten und leben schon immer auf Pump und wie sich die aktuelle Entwicklung auswirken wird, steht noch in den Sternen geschrieben.

  54. Nemesis sagt:

    Im Zeitalter der sich vollendenden Globalisierung finde ich den Gini-Koeffizient für die ungleiche Verteilung weltweit am bedenklichsten (zweitletzter Platz im Ranking). Da es global nichts Mobileres gibt als Finanzkapital und Geld schlussendlich nur ein Schuldversprechen ist, heisst dies nichts anderes, als dass 91.1% der Weltbevölkerung bei 8.9% der Weltbevölkerung in der Kreide stehen – auch wenn es unter den Nationen Unterschiede in der Verteilung geben mag. Ethik sollte (im Gegensatz zum Gesetz) nicht an der Staatsgrenze Halt machen dürfen.

    • Marcel Senn sagt:

      Ihr Schluss dass 91.1% bei 8.9% in der Kreide stehen ist nicht ganz richtig (für kleineren einen Teil stimmt es, für viele allerdings nicht), dafür ist die globale Privatverschuldung der Haushalte mit rund 45-50 Bio $ bei einem Bruttovermögen der privaten Haushalte von rund 310 Bio $ doch noch einiges zu tief – aber unser Wirtschaftssystem arbeitet ja fleissig dran mit Kleinkreditangeboten und Abzahlungsverträgen, dass es vielleicht eines Tages soweit kommen könnte. Wäre allerdings vermutlich das Ende eines jeglichen geordneten Wirtschaftslebens
      .
      Man kann auch ein einfacher Geringvermögender ohne Schulden sein um zu den 91.1% zu gehören!

  55. Franz Hose sagt:

    Kann nicht sein, darf nicht sein. Unmöglich. Studien, in denen die Schweiz schlecht abschneidet – erst recht, wenn Reiche oder der Kapitalismus in ein negatives Licht gerückt werden – sind selbstverständlich tendenziöse verdrehte Zahlenspiele von Linken, die neidisch sind auf Leute, die erfolg haben.

    • Max Meier sagt:

      Ja genau das sind sie und wenn Sie auch noch ein paar der erklärenden Kommentare gelesen hätten, wüssten Sie das auch 😉

  56. André sagt:

    Der Gini-Koeffizient ist generell ein Problem, da er die Ungleichheit quasi nur an einer Stelle der Disparitätskurve berechnet und nicht die gesamt Ungleichheitsverteilung berücksichtigt. Bitte einfach mal googlen nach “deskriptiver Statistik” und “Gini-Koeffizient” oder ein entsprechendes Lehrbuch hervorkramen.

    Hinzu kommen ungleiche Datenqualitäten und Datenbasen. Solche internationalen Vergleiche mit extrem unterschiedlich ausgestalteten Steuer- und Sozialversicherungssystemen sind generell problematisch. In Deutschland gibt es keine Vermögenssteuer, deswegen werden dort z.B. die Vermögenshöhen gar nicht erfasst. In anderen Ländern gibt es keine Einkommenssteuer (z.B. Bahamas)

  57. Laila sagt:

    Nichts Neues. Es fragt sich nur, wie lange die Politiker der Scherenöffnung noch zusehen.

    Die Erbschaftssteuerabstimmung ist ein kleines Puzzleteil des Ganzen. Solange die bestbetuchten kaum Steuern im Verhältnis zu ihren Einnahmen zahlen, darf die Mittelschicht weiter bluten: immer mehr und höhere indirekte Steuern, IT-Millionenprojekte des Bundes, die sich im Sand verlaufen, KK und Spitalkosten, tw. teure Unterkünfte für Flüchtlinge (EFHs, welche von Normales kaum bezahlt werden könnten), Filzfinanzierung in Bern und deren Stammlieferanten.

    Tendenzen vergleichbar mit früheren Kaiser- und Königreichen sowie Diktaturen, wo sich wenige immer mehr vom Kuchen abschneiden – auf Kosten der Anderen.

  58. Remo Gasser sagt:

    Die Kritiker sind wohl nicht mit dem Begriff der Trickledowneconomy vertraut. Je höher der Gini-Index desto mehr Geld fliesst zu den unteren Schichten. Deshalb ist es wichtig die Reichen gut zu behandeln. Warum etwa wird der FC Basel dauernd Meister.

    • Daniel St. Arena sagt:

      Trickle down ist empirisch nach 40 Jahren widerlegt, der gesunde Menschenverstand und das notwendige ökonomische Know how hilft dabei sehr, dieses Märchen zu widerlegen. Heute ist es empirisch erwiesen, dass per Saldo Reichtum von den Ärmeren resp Mittelstand zu den Reicheren fliesst, denn jede Einnahme muss gleichzeitig eine Ausgabe sein, fairerweise ist zu erwähnen, dass sehr viel Reichtum imaginäre Werte darstellen, Buchwerte, die aber durch Kredite zum Beispiel wieder in reele Werte umgewandelt werden können. Jede Gesellschaft muss für sich selber entscheiden wieviel Ungleichgewicht es erträgt mit dem Wissen, dass zuviel Ungleichgewicht in eine soziale Katastrophe führen kann. Die Reichen können ihr Vermögen nur bewahren, wenn der Rest der Gesellschaft das duldet. Einige Superreiche haben diesen Zusammenhang verstanden und agieren dementsprechend, andere agieren unwissend und fördern so das zunehmende Ungleichgewicht. Die bittere Wahrheit in einer dermaßen arbeitsteiligen und globalisierten Wirtschaft ist, dass Wohlstand durch Umverteilung entsteht und dabei gilt das Opportunitätsprinzip, es gibt nichts gratis!

      • Marcel Senn sagt:

        Daniel St. Arena: Sehr gute Antwort auf diese Trickledownlüge, die nur sehr limitiert und höchst ineffizient funktioniert, denn dafür gibt es weltweit schlicht weg viel zu wenige Reiche. Wenn es anstelle von 35 Mio $-Millionären oder 0.7% der erwachsenen Weltbevölkerung etwa 8 – 12% also rund 375 bis 550 Millionäre gäbe, dann könnte ein Trickledowneffekt allenfalls noch funktionieren, aber so ist und bleibt es eine beliebte Lüge der Wohlhabenden!

    • Josef Marti sagt:

      Das Gegenteil ist der Fall, das Schuldgeld und Zinssystem führt zwingend zu einer Umverteilung nach oben. Der Versicherungsmathematiker Professor Jürgen Kremer hat den Mechanismus des Zinstransfers in einer „dynamischen Analyse“ mathematisch abgeleitet und kommt dabei zu den nachfolgenden Schlussfolgerungen:

      1. Die aggregierten Sparguthaben einer Ökonomie entsprechen genau den aggregierten Schulden. Die Verzinsung von Sparkapital und der dadurch bedingte Anstieg der Sparguthaben erzwingt eine symmetrisch zunehmende Verschuldung und entsprechende Zinszahlungen der Unternehmen .

      2. Wächst das Bruttoinlandsprodukt weniger stark als die Zinsanteile, so verringern sich die Einkommen in der Ökonomie. In diesem Fall fließt ein größerer Teil des Bruttosozialprodukts über Zinszahlungen an die Geldkapitaleigner, während sich der Lohnanteil entsprechend verringert. Damit erzwingen Bestrebungen, den Zinsanteil im Bruttoinlandsprodukt zu begrenzen, ein ständiges Wirtschaftswachstum .

      3. Die Haushalte mit geringem Lohneinkommen können sich den Konsum bei wachsendem Zinsanteil im Bruttoinlandsprodukt zunehmend weniger leisten und verschulden sich schließlich. Dies kann als Verarmung oder als Beschäftigungslosigkeit charakterisiert werden. Die Verarmung eines zunehmend größeren Prozentsatzes der Haushaltsgruppen destabilisiert schließlich
      die Ökonomie .

      4. Gruppen mit vergleichsweise geringem Vermögen verfügen über geringfügige oder keine Zinseinnahmen, zahlen aber über ihren Konsum soviel Zinsen, dass sie Netto-Zinszahler sind. Bei Gruppen vergleichsweise vermögender Haushalte überwiegen dagegen die Zinseinnahmen über die Zinszahlungen. Diese Gruppe besteht aus Netto-Zinsempfängern. Damit fließt in der Ökonomie ein stetiger Zinsstrom von den Netto-
      Zinszahlern zu den Netto-Zinsempfängern. In Anlehnung an Adam Smith wird dieser Zinstransfer hier als eine andere unsichtbare Hand des Marktes bezeichnet. Es ist ein auf den ersten Blick nicht sichtbarer Umverteilungsmechanismus, dessen negative Auswirkungen bei hohen Wachstumsraten der Wirtschaft kaum erkennbar sind. Zerstörerisch wird dieser Mechanismus aber dann, wenn das Wachstum nachlässt.

      5. Die zeitliche Entwicklung von Einkommen, Vermögen und Konsum bleibt für jede Haushaltsgruppe stabil, wenn der Zinssatz der Ökonomie auf Null gesetzt wird. Dies gilt insbesondere auch dann, wenn das Wirtschaftswachstum nachlässt oder stagniert.

  59. Christian sagt:

    Ich finde den Gini-Koefizienten sehr aussagekräftig. Er zeigt das die Schweiz mit der Steuerhölle bzw. Sozialparadies Schweden gleichauf liegt (CH: 80.2, S: 79.4). Die Erbschaftssteuer ist somit völlig überflüssig.

    • Marcel Senn sagt:

      Vermutlich seit Ingvar Kamprad mit rund 40 Mrd Vermögen von IKEA wieder in Schweden wohnt hats dort den GINI etwas angehoben!
      Aufgrund seiner Herkunft aus der historischen Provinz Småland bezeichnet sich Kamprad selbst als Geizhals und Schnäppchenjäger.
      Darum ist eine Erbschaftssteuer eben genau nicht überflüssig, sondern ein notwendiges Korrektiv!
      Gut 2015 wird sie vermutlich in der CH noch abgelehnt, aber spätestens 2025 kommt das Thema sicher wieder auf den Tisch und dann nicht mehr mit den aktuell vorgeschlagenen Kuscheltarifen, wenn es bei der Altersvorsorge dann mal vorne und hinten fehlt infolge der Rentnerschwemme auf die wir zusteuern — dann werden alte reiche Mitbürger für ihre ebensoalten verarmten Rentner sorgen müssen, denn die Jungen werden nicht mehr genügend Mittel aufbringen können — alles nur eine Frage der Versicherungsmathematik!!

  60. Peter sagt:

    Auch wenn nicht direkt so geschrieben, suggeriert dieser Artikel doch nur wieder, dass einzelne sehr viel haben und viele sehr wenig, nämlich 80% mausarm und 20% steinreich sind.
    Richtig ist doch, dass diejenigen die weniger haben immer noch über mehr als genug verfügen.
    Bei solchen Artikeln geht es letztendlich immer nur darum den Neid zu schüren und die wenig Vermögenden (aber durchaus nicht armen) gegen die Reichen aufzubringen.

  61. Carlo Corno sagt:

    interessante Kennzahl, doch gibt sie keine Auskunft über den Wohlstand am unteren Ende der Skala. Es spielt durchaus eine Rolle, ob der gleich hohe Koeffizient bei einer mausarmen Bevölkerung oder bei einer Wohlstandsgesellschaft “diagnostiziert” wird. Da müsste noch der Glücklichkeits-faktor gegenübergestellt werden.

  62. Thomas Hartl sagt:

    Herr Schaltegger begeht einen Denkfehler. Nur weil die Unterschiede beim Einkommen in der Schweiz in den letzten hundert Jahren stabil geblieben sind, bedeutet das nicht, dass es sich mit den Vermögen ähnlich verhält. Zum einen hat die Schweiz keinen kriegsbedingten Reset erlebt, wie die meisten anderen europäischen Länder, zum anderen hat unser Land durch einen überzogenen Steuerwettbewerb viel Vermögen aus dem Ausland angezogen. Bedrohlich finde ich speziell die Vermögensungleichheit bei den Rentnern. In dieser Altersklasse werden die Unterschiede zwischen Reich und Arm besonders deutlich, auch weil hier die Pflegebedürftigkeit zu einem extremen Faktor werden kann. Deshalb erachte ich die Solidarität unter Rentnern in Form einer Erbschaftssteuer als enorm wichtig.

  63. Alex Keller sagt:

    Auffallend ist, dass ausgerechnet Schweden eine ähnlich grosse Ungleichheit wie die Schweiz aufweist. Es kann sein, dass die Zahlen durch die fehlende Berücksichtigung der Altersvorsorge verzerrt sind. Aber Schweden hat im Gegensatz zur Schweiz eine sehr starke Umverteilung und dies hilft anscheinend nicht zu mehr Vermögensgleichheit. Die Linken preisen ja immer Schweden als Vorbild für hohe Steuern, Umverteilung und Gerechtigkeit. Bringen tuts anscheinend nicht viel. Ausser man macht es so radikal wie Frankreich. Zustände wie in Frankreich möchte ich aber nicht. Die Linken anscheinend schon.

  64. Mark Grand sagt:

    Und woher kommt die ungleiche Verteilung?
    durch “unser” Geldsystem.
    Das referenzierte Video zeigt Ihnen, warum es Systembedingt ist.
    https://www.youtube.com/watch?v=kIhBef6bC1E

  65. Peter Leibundgut sagt:

    Frage: Lebt man lieber in der Schweiz, wo sich sogar der Ärmste Sozialhilfebezüger einen Lebensstil erlauben kann, der weltweit gehobener Mittelschicht entspricht aber es halt noch ein paar Reichere gibt (v.a. auch ein paar Superreiche aus dem Ausland) oder lebt man lieber in Myanmar, wo es fast allen gleich dreckig geht, aber dafür keiner herausragt?
    Die Antwort sagt viel über eine Person aus…