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Deutschschweizer Spitäler ziehen die Impfquote in den Keller

Von DB, 11. Januar 2015 38 Kommentare »
In den Schweizer Spitälern lassen sich im Schnitt nur 22 Prozent des Pflegepersonals gegen Grippe impfen. Unsere interaktive Karte lässt erstmals Vergleich zwischen den Kliniken zu.

Von Titus Plattner, Dominik Balmer (Text) und Alexandre Haederli (Infografik und Datenanalyse), «SonntagsZeitung»

Heute sammeln weder das Bundesamt für Gesundheit (BAG) noch der Spitalverband H+ systematisch Daten zu den Grippe-Impfquoten. In den USA oder in Frankreich gehören solche Zahlen längst zu den relevanten Qualitätsindikatoren der Spitäler, die auch für die Patienten zugänglich sind.

Mit der vorliegenden Karte macht die «SonntagsZeitung» nun erstmals die Quoten für die Schweiz zugänglich. Die Karte zeigt auch, welche Spitäler keine Zahlen erfassen oder sich nicht an der Umfrage beteiligt haben. Befragt wurden dafür alle rund 300 Spitäler, die beim Spitalverband H+ Mitglied sind. Die hohe Rücklaufquote bietet valide Daten: So umfassen die Resultate der Umfrage gut zwei Drittel aller Schweizer Spitalangestellten – das sind fast 90‘000 Personen. Klicken Sie in folgender Karte auf die jeweiligen Spitäler für detaillierte Informationen und Kommentare.

Mobil-Nutzer: Hier geht es zur Vollbildansicht

 

Ebenfalls erhoben wurde, ob die Spitäler für die ungeimpften Angestellten eine Pflicht kennen, während der Grippesaison eine Maske zu tragen. Während mittlerweile drei Viertel aller Westschweizer Spitäler eine solche Pflicht kennen, gibt es in der Deutschschweiz kein einziges Spital mit einer generellen Maskentragpflicht auf allen Abteilungen. In der Deutschschweiz geben 8 von 64 Spitaldirektionen an, die Pflicht, während der Grippesaison eine Maske zu tragen, bestehe einzig für Risikoabteilungen wie die Neonatologie oder die Onkologie.

Frappant sind die Unterschiede auch bei den detaillierten Quoten: Während sich in den Deutschschweizer Kantonen nur gerade 16 Prozent des Pflegepersonals impfen lässt, sind es in der Westschweiz 32 Prozent. Bei den Ärzten indessen sind die Quoten ähnlich: 53 Prozent in der Westschweiz, 51 Prozent in der Deutschschweiz. Spitzenwerte erreicht das Spital Lavaux in der Waadt. In dieser Saison haben sich 78 Prozent der Ärzte und 66 Prozent des Pflegepersonals impfen lassen. In der Deutschschweiz hat die Spital Thurgau AG die besten Zahlen: 64 Prozent der Ärzte und 40 Prozent des Pflegepersonals sind geimpft. Die schlechtesten Quoten finden sich generell in der Zentral- und Ostschweiz. Hier betragen die Impfquoten teilweise weniger als 10 Prozent.

 

In der Schulmedizin herrscht ein breiter Konsens, dass es für die Spitäler wichtig wäre, eine möglichst hohe Grippe-Impfquote ihres Personals zu erreichen – denn so lassen sich Todesfälle in verhindern. Andreas Widmer, Präsident der Infektiologenvereinigung Swissnoso, geht davon aus, dass im Jahr 100 bis 300 Patienten an der Spital-Grippe sterben. Seine Schätzung basiert auf detaillierten Auswertung des Unispitals Genf. Betroffen sind in der Regel alte und schwache Patienten. Die Grippe kann aber selbst bei gesunden Erwachsenen Komplikationen hervorrufen.

Seit Jahren versucht das Bundesamt für Gesundheit (BAG), die Impfquoten des Spitalpersonals mit diversen Kampagnen zu heben. 2008 hatte das BAG eine Quote von 70 Prozent ausgerufen. Davon ist die Schweiz heute noch weit entfernt.

38 Kommentare zu “Deutschschweizer Spitäler ziehen die Impfquote in den Keller”

  1. dipl. Pflegefachfrau sagt:

    In einer Schicht arbeite ich mit 7-8 Patienten welche alle Besuch bekommen von mind. 4 Personen= 32 Menschen auf der Abteilung welche keine Ahnung von Händedesinfektion haben und mit Husten, Schnuderi und Viren den Patienten für eine ganze Stunde lang beglücken- ich bin geschult auf gute Hygiene und halte ich mich nicht daran kommt die Spitalhygiene Fachfrau und ermahnt mich daran. Im Gegenzug zu den Besuchern weiss ich mich wie bei einem Schnupfen zu verhalten, die ermahnt niemand wenn sie in die Hand niessen und diese für die Begrüssung benutzen!

    Impfzwang für uns Pflege = Besuchsverbot für die Angehörigen!

  2. Statistiker sagt:

    Die Grippeimpfung sollte erst mal in einer Doppelblindstudie den Nachweis erbringen, dass sie für irgendwas gut ist. Das ist nämlich zwar Konsens, aber Konsens ohne jede fundierte Grundlage. Es wären die Impfwilligen aufzuteilen und eine Gruppe trotz Impfbereitschaft (ohne Wissen des Arztes und ohne Wissen des Impfwilligen) mit einem Placebo zu “impfen”. Danach untersucht man, welche Gruppe wie oft/lange grippekrank war.
    Wegen Ethik: Selbstverständlich ist es vertretbar, bei einer Impfung mit derart unsicherer Wirkung einem Impfwilligen die Impfung nicht zu geben. Bisher weiss man einzig, dass Leute, die nicht krank werden wollen (und sich darum eher impfen lassen) tatsächlich signifikant weniger krank werden. Das rechtfertigt aber keine Massnahme zur Erhöhung der Impfquote.

  3. Hans Abbühl sagt:

    Kein Wort über die VERMEIDBAREN tödlichen Behandlungszwischenfälle in Schweizer Spitälern, die pro Jahr 700 bis 1700 Tote – und das nicht wie im “Impffall” 300 mehrheitlich alte an Grippe Verstorbene – auf dem Gewissen haben (tiefste und höchste Hochrechnung; Quelle: aktuelle Studien, Hochrechnung für die Schweiz, Bundesamt für Statistik, Todesursachenstatistik 2007). Dazu noch ein Zitat des Chefarztes Sven Staender, (Vor-) Kämpfer für Patientensicherheit: “Das Sicherheitsniveau der Medizin ist erschreckend tief”, angesichts der Tatsache, dass jeder 20. Spitalpatient Opfer eines relevanten Fehlers wird!

  4. Carl Bock sagt:

    Dass der Vorsitzende der Infektiologenvereinigung eine hohe Todesrate schätzen muss ist sein Job. Ob diese Todesfälle wirklich durch eine höhere Impfquote beim Pflegepersonal beeinflusst würde ist eine andere Frage, denn man kann sich in einem Spital wirklich auf hunderterlei verschiedene Arten anstecken! Aber das wurde überhaupt nicht untersucht hier, und wäre auch nicht ganz einfach.

    Aus der tiefen Durchimpfungsrate liesse sich auch durchaus eine andere Story machen: “Diejenigen die wissen wie es wirklich in einem Spital zugeht scheinen sich von einer Grippeimpfung nicht viel zu versprechen!”. Die Story passt aber nicht zur BAG-Impf-Ideologie.

  5. Martin Frey sagt:

    Höchste Zeit, dass man sich auf Ebene Kantone und Bund bewusst wird, dass die jahrzentelang verfolgte Strategie von Ueberzeugung und Freiwilligkeit gescheitert ist. 11% Impfungsrate bei dem Pflegepersonal eines Triemli in ZH beispielsweise ist schlicht eine Bankrotterklärung der bisherigen Strategie.
    Die Unterschiede innerhalb der CH sind weniger ein Abbild der Ueberzeugungsarbeit der Spitäler, sondern deckt sich sehr gut mit der bekannten Esoterikerrate in der Durchschnittsbevölkerung.
    Meines Erachtens ist es unabdingbar, dass man schweizweit einen kompletten, jährlich vorzulegenden Impfstatus zur Voraussetzung für die Arbeit mit Patienten in Hochrisikobereichen wie Intensivstationen, Neonatologien etc. macht. Alles andere ist Augenwischerei und kommt einer grobfahrlässigen Gefährdung der Patienten gleich.
    Dass das geht, beweist die Durchimpfungsrate gg. HBV, wo interessanterweise dieselben esoterischen Impfgegner mit der Pflicht zum Impfschutz keine ideologischen Probleme haben.

    • B. Frei sagt:

      Herr Frey, ist es den bewiesen, dass in den deutschschweizer Spitälern mehr Tote gegeben hat, obwohl weniger geimpft wurde? Meines erachtens – nein. Wieso wollen Sie die Impfung trotzdem obligatorisch machen? Was man sich in die Venen spiritzen lässt ist immerhin noch Privatsache – egal welchen Beruf man ausübt. Sonst kommen später die Kleinkinderzieherinnen die Masern / Mumps usw. geimpft haben müssen. Wie bestimmt auch die Lehrer usw. Novartis wirds Ihnen danken!

      • Martin Frey sagt:

        Bei den Kleinkindererzieherinnen wäre ich auf für eine solche Lösung, Hr. Frei, aus vergleichbaren Gründen. Andere Länder kennen derartiges längst. Und die Durchimpfungsrate bei den Kleinkindererzieherinnen ist vergleichbar mit dem Pflegepersonal.
        Sie können keine Statistiken auf einzelne Spitäler runterbrechen, derartigen Humbug zu verlangen ist pure Augenwischerei. Es ist einfach Fakt und reicht als Argument, dass zuviele Leute jedes Jahr in der Schweiz an Influenza sterben die nicht unbedingt daran sterben müssten.
        Es ist auch ein Menschenrecht, als Patient in einem Spital nicht wegen dem Egoismus der Angestellten mit potentiell tödlichen Erregern angesteckt zu werden, meine ich. Nochmals, derartige Auflagen existieren längst für die HBV- Impfung, zudem gibt es auch in anderen Berufen Auflagen zur Berufsausübung.
        Novartis hat übrigens diese Sparte soeben abgestossen. Soviel nur zu den Stichworten Rentabilität und Pharmamafia…

        • Niklas Meier sagt:

          Dumm nur, wenn man sich impfen lässt, das ganze Gift initiiert bekommt und der Coktail dann überhaupt nichts bringt ausser Nebenwirkungen. Ja, es gibt Impfungen die erwiesenermassen sinnvoll und wirksam sind, aber dazu gehören die alljährlichen Grippeimpfungen nicht! Zum Zeitpunkt der Produktion ist überhaupt nicht bekannt, welcher Grippenstamm sich durchsetzen wird, da wird einfach irgend etwas gebastelt und geraten.
          Kleinkinderzieherinnen sollen sich zwangsweise impfen lassen? Wissen Sie wie viele Kinder jeweils krank werden, wenn ein neues Kind auf eine Gruppe kommt und wie viele jedes Jahr an Grippe erkranken? Die meisten die neu zu einer Gruppe stossen werden krank, Angestellte inklusive. Eine Grippenwelle in Kinderbetreuungen ist hingegen sehr selten. Was nun? Die Kinder und Mitarbeitenden sind nach einer Eingewöhnungszeit sehr resistent, weil sie einfach eine Breite an Krankheiten bekämpft haben, wohingegen eine Zufallsimpfung mehr schadet als nützt.

          • Martin Frey sagt:

            Dumm nur, wenn man nur weiss, worüber man spricht, anstatt auch wovon, Hr. Meier. Sei es bezüglich Impfungen wie auch bezüglich Kinderbetreuungsstätten. Der mit dem Giftcocktail finde ich am besten, hat so einen Touch von Schierlingsbecher, nicht wahr?

        • Penelope sagt:

          Herr Frey… Abgestossen… Ja genau nach dem wahrscheindliche die Patente ausgelaufen sind.

        • Martin Schmid sagt:

          Auf einzelne Spitäler lässt sich die Statistik sicher nicht berechnen, dazu sind die Fallzahlen viel zu klein. Aber eine Aufteilung auf Deutschschweiz und Westschweiz sollte nicht so schwierig sein und müsste signifikante Unterschiede zeigen, wenn die Impfraten an den Spitälern einen wichtigen Einfluss haben.

  6. Gerhard Engler sagt:

    Bei so grossen Unterschieden müsste sich ja auch klar belegen lassen, dass es in der Deutschschweiz zu viel mehr Ansteckungen von Patienten mit Grippe kommt (und zu entsprechenden Todesfällen). Bitte recherchieren und diese Statistiken publizieren!

  7. Andreas sagt:

    Ein valider Vergleich von nosokomialen Infekten und iatrogen verursachten Todesfällen wäre wesentlich interessanter

  8. W.Hürlimann sagt:

    Geht es hier wirklich nur um die Grippeimpfung? Meines Erachtens und aus eigener Erfahrung sterben und erkranken mehr Menschen durch unsachgemässe Eingriffe, verunreinigte Zimmer, Objekte, durch Besuche von Freunden, Verwandte, durch Krankenhauskeime, durch schmutzige Hände bei morgentliche Arztvisiten, durch fehlende Arbeitsroutine weil wir uns mehr Krankenhäuser leisten als notwendig und alle mit Personalmangel zu kämpfen haben. Es sterben mehr Leute in den Krankenhäuser weil wir auf akademische Bildung bei Pflegefachpersonal setzen, dadurch die Rekrutierung schmälern, den Personalmangel fördern anstatt zu beheben und den Ausgebildeten weder den korrekten Lohn noch vernünftige Arbeitszeiten bieten. Schiebt man die Grippeimpfung für etwas anderes vor? Führen wir hier eine Stellvertreterdiskussion?

    • Fritz Brandt sagt:

      @Hürlimann: Sie haben es auf den Punkt gebracht! Und von den vielen Toten durch Kunstfehler redet schon gar niemand, dagegen sind die 300 doch geradezu lächerlich! Nein, hier wird der Pharmaindustrie einen Gefallen gemacht, ohne jeglichen Beweis “geschätzt” und “vermutet”!

  9. Dominik Rüdisüli sagt:

    Diese ganzen Kampagnen sind schlicht eine Frechheit für das Pflegepersonal. Schlecht entlöhnt ist dieses sowieso, jetzt wird auch noch in die körperliche Integrität eingegriffen. Das Ganze grenzt schon an Nötigung.

  10. Ernesto Mac Alpine sagt:

    Interessant ist das alles erst, wenn erhoben ist, ob real (und in diesen Zentren) mehr oder weniger Grippe Erkrankungen feststellbar sind.

  11. Pumuckl sagt:

    So versuchen die Medien ein weiteres Mal, durch die Hintertür einen Impfzwang für Personal durchzusetzen. Sollte es nicht umgekehrt vielmehr so sein, dass sich die Personen impfen lassen, die auf jeden Fall vermeiden wollen, an Grippe zu erkranken? Kommen sie dann geimpft ins Spital haben sie auch kein Problem mit einer Grippeinfektion.

  12. Stefan Kern sagt:

    Der Fakt, dass die Impfquote beim Spitalpersonal gering ist, ist bereits seit Jahren bekannt. Dass die Werte nun detailliert erhoben worden sind, ist verdienstvoll. Es geht nicht an, dass man als Patient damit rechnen muss, kränker oder gar tot das Spital verlassen zu müssen, als man eingetreten ist. Von den Arbeitgebern muss die Impfung des Spitalpersonals nun höchst energisch vorangetrieben werden. Selbstverständlich braucht man sich nicht impfen zu lassen, und man mag dafür auch die obskursten Gründe angeben dürfen. Nur haben solche Leute nichts in Einrichtungen zu suchen, die zum Heilen eingerichtet sind und die in den allermeisten Fällen von der öffentlichen Hand getragen werden.

    • Gerhard Engler sagt:

      Haben Sie einen Beleg dafür, dass man in Spitälern mit ungeimpftem Personal eher an Grippe erkrankt oder stirbt?

      • S. Kern sagt:

        “… gibt es in der Deutschschweiz kein einziges Spital mit einer generellen Maskentragpflicht auf allen Abteilungen.” Belege hingegen, dass es eine Impfung gegen Ignoranz gibt, existieren nicht.

    • G. May sagt:

      Jeder soll Verantwortung für sich selber übernehmen. Der Patient für sich, das Personal für sich. Habe ich Angst vor der Grippe lass ich mich impfen, dann ists kein Problem, wenn das Personal nicht ist. Ich habe mich 1x im Leben gegen Grippe impfen lassen war aber auch sonst in den verg. 20 Jahren nie mehr an Grippe erkrankt allenfalls liegt das am rauchen, dass die Viren keine Chance haben???

  13. Martin Schmid sagt:

    Na dann sollte sich ja sehr einfach überprüfen lassen, ob die Grippeimpfung beim Spitalpersonal wirklich einen wichtigen Einfluss hat auf die Anzahl der in Spitälern infizierten Grippeopfer. Diese müssten in der Deutschschweiz viel zahlreicher sein als in der Westschweiz.

  14. tri sagt:

    Ich frag mich, ob das nicht eher ein Wirtschaftsfaktor ist. Ich als ungeimpfte Angestellte kann erkranken, kann aber auch Überträger sein. Und ich als geimfte Angestellte erkrankte “wahrscheinlich” selber weniger, aber bin weiterhin Überträger.
    Es wäre mir neu, dass der Virus durch eine Impfung nicht mehr übertragbar und ansteckend ist, wenn ich von A nach B gehe.
    Ich bin auch nicht bereit als statistischer Kollateralschaden zu enden und Novartis & Co zum Abbau seiner Restbestände zu verhelfen.
    Und wenn die Todesrate durch “ungeimpftes Personal” so erheblich höher ist als bei geimpften Personal, ja dann frag ich mich, warum wird nicht das gesamte Personal von Supermärkten, ÖV, Banken ect., überall wo Kundenkontakt besteht durchgeimpft. ? Heutzutage bewegen sich auch wirklich gesundheitlich schwer vorbelastete Personen im öffentlichen Raum.
    Anstatt den Pflegeberufen noch mehr an Attraktivität zu nehmen, wäre es nicht sinnvoller sich für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen ? Ich meine wie viele Berufe gibt es noch, wo das Personal nicht selbstverständlicherweise eine Mittagspause bekommt, mal nur so als Beispiel. Spontan stellt sich mir gerade die Frage, wieviele Spitäler wohl eine Kontrolle über die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften bestehen würde, sowohl die Gesundheitsvorschriften, wie auch das Arbeitsgesetz allgemein.
    Ich glaube eine Einhaltung dieser und etwas mehr Personal, damit könnte man schon einiges in der Hygiene bewirken und dies wiederrum würde sich positiv auf den Patienten auswirken.

    • Hotel Papa sagt:

      Es wäre mir neu, dass der Virus durch eine Impfung nicht mehr übertragbar und ansteckend ist, wenn ich von A nach B gehe.
      Doch, ist so. Das Virus braucht einen Wirt, um zu überleben. Ausserhalb bleibt es nur für Minuten infektiös. Es ist also extrem unwahrscheinlich, dass ein nicht infizierter Mensch eine irgendwo aufgelesene Kontamination erfolgreich über grössere Distanzen übertragen kann.

      Die ganze Geschichte mit der Grippe in Spitälern wird aber gerade extrem aufgebauscht. Ich denke, das Risiko, sich dort einen der berüchtigten “Superbugs” (also eine bakterielle Infektion mit mehrfachresitenten Keimen) einzufangen wiegt erheblich schwerer.

  15. sepp z. sagt:

    Bei den obigen Zahlen fehlen noch die Impquoten der Patienten und Besucher.
    Ist die Quote des Pflegepersonals etwa so hoch wie jene der Patienten und Besucher, ists im Prinzip ok.
    Weshalb nämlich vom Pflegepersonal eine Impfung verlangen, aber nicht von den Patienten?

  16. Bloechlinger sagt:

    Es gibt auch Todesfälle bei geimpften. Es gibt auch Saisons (wie diesen Winter) wo die Impfung nicht wirkt, weil der Virus mutiert hat. Diese und weitere Faktoren werden unterschlagen.

  17. Pia Würsch sagt:

    Ist ja auch gut so – es ist ja eh je nicht erwiseen, dass die Impfung hilft – im Gegenteil, es gab schon schlimme Nebenwirkungne!

  18. Hotel Papa sagt:

    Warum wohl ist die Quote unter den Informierten in den Spitälern gering? Weil sie aus erster Hand sehen, wie “erfolgreich” die Impfung gegen die Grippe ist. Die Impfindustrie hechelt der Grippe immer hinterher; die ist immer einen Schritt weiter.

    Habe mich dieses Jahr wieder einmal geimpft. Zwei Wochen später hatte ich meinen grippalen Infekt. So much for that. Nächstes Jahr spare ich mir den Aufwand wieder.

    • Martin Frey sagt:

      Ein grippaler Infekt ist auch nicht dasselbe wie eine Grippe, HP. Auch wenn es ähnlich tönt. Und grippale Infekte kursieren nun mal in der Zeit, in der gegen Influenza geimpft wurde. Im Gegensatz zur Influenza, die kommt später im Winter.
      Eine Grippeimpfung schützt nur vor Influenza, vor nichts anderem. Etwas anderes anzunehmen ist ein klassischer Laienfehler, dem auch das Pflegepersonal unterliegt.

      • Hotel Papa sagt:

        Ist mir bekannt. Bloss habe ich AFAIK noch nie eine Influenza angefangen, den GI aber jedes Jahr. Solange mir gegen den keine Impfung angeboten wird, lasse ich das mit der Influenza-Impfung wieder.
        Aufwand und Nutzen stimmen bei mir einfach nicht.

        Und so lange keine harten Zahlen über Infektionen in den Spitälern geliefert werden, sondern nur via. Impfquoten mit dem Finger aufs Personal gezeigt wird, überzeugt mich die Argumentation nicht.

        • Martin Frey sagt:

          Wenn man mal eine echte Influenza gehabt hat, dann kennt man das für immer und wird es nie mehr mit einem grippalen Infekt verwechseln. Und gegen diese Hundertschaften an möglichen verursachenden Viren gibt es keine Impfung, ist ein Ding der Unmöglichkeit.
          Ist richtig, jeder muss selber für sich entscheiden ob Aufwand und Ertrag sich lohnt. Ausser man hat eine entscheidende Mitverantwortung für kranke Mitmenschen.

  19. beat marti sagt:

    hat z.t. mit autoritaetsglaubigkeit zu tun. wir deutschschweizer lassen uns im scheinbar privaten bereich doch nichts vorschreiben. viele rauchen weiter,obschon gefaehrllichkeit dieses tun laengst erwiesen.

  20. Andi sagt:

    Impfen ist ein sozialer Akt.
    Ein an einem Spital arbeitender Mensch (mit Patientenkontakt) hat sich gegen die üblichen leicht übertragbaren Erkrankungen zu impfen oder einen anderen Job zu suchen. Eigentlich ganz einfach. Ohne Zwang. Bloß ein Element der Berufsausbildung, Prüfung und Lizenzvergabe.
    Aber diese Liste hier ist schon mal der erste Schritt im Liberalen Markt. Viele Patienten können nun wählen.

    • Eva Huber sagt:

      @Andi: Kann es sein, dass Sie als sagen wir mal Metzger auch nur jene Sicherheitsmassnahmen willig umsetzen, die Ihnen als Fachperson auch sinnvoll erscheinen? Da könnte es ja auch sein, dass das Fachpersonal im Spital auch nur jene Massnahmen willig umsetzt, die aus deren Sicht als sinnvoll erscheinen?

  21. Peter Bretscher sagt:

    Man sollte vielleicht noch festhalten, dass die niedrigen Impquoten nicht etwa einer generellen Impffaulheit angelastet werden können, sondern einer hysterisch, ideologisch verbrämten Sichtweise seitens des Pflegepersonals entstammt. Das kann man zum Beispiel auch immer wieder in den Talkbacks lesen wo sich in erster Linie sogenannte Pflege”fach”personen melden, welche die Impfgegnerschaft anheizen und sogar junges, in Ausbildung befindliches Pflegepersonal zu indoktrinieren versuchen. Meistens wird dann anekdotisch von einigen Fällen oder persönlichen Erfahrungen erzählt, das Ganze mit hanebüchenen Information von dubiosen Websites zusammen zerkaut, eingespeichelt und dann der willfährigen Masse der Impfgegnerschaft sorgfältig eingeflösst, direkt aus dem Mund der “richtigen Wissenschaft”, nicht von den abgehobenen Ärzten und anderen Fachidioten in Elfenbeintürmen, die sowieso keine Ahnung vom wahren Leben haben.

    Pflegepersonal wechselt von Station zu Station und ist damit ein optimaler Vektor zur Verbreitung von Grippeviren auch in Pflegeabteilungen mit vulnerablen Patienten die sich selber nicht impfen können. Natürlich trägt auch die Besucherschaft dazu bei, aber diese tritt nur punktuell auf und geht nicht von Station zu Station. In meinen Augen ist diese fast schon quasireligiöse Ablehnung gesicherter wissenschaftlicher Evidenz nicht nur unprofessionell, sondern grobfahrlässig und ich verstehe nicht, weshalb seitens der Spitalführung nicht drastischere Massnahmen zum tragen kommen. Die Grippeipfung ist tatsächlich eine der eher weniger gut funktionierenden Impfungen, aufgrund der schnellen Mutationseigenschaft der Influenza Viren, jedoch sollte jede mögliche Massnahme ergriffen werden, welche die Sicherheit der Patienten erhöht, auch wenn sie nicht zu 100% zum Erfolg führt.

    Ich bin mir sicher, dass die Impfgegnerschaft sich jetzt schon organisiert und mir hundert “thumb down” geben wird, so wie sie es immer bei solchen Berichten macht, damit es für den unbescholtenen Bürger so aussieht als ob der Grossteil der Schweiz so denkt. Aber zum Glück ist diese Meinung nicht so weit verbreitet wie es schein. Die meisten Leute verlassen sich immer noch auf faktisches Wissen und nicht emotional hochgekochten Ideologie-Einheitsbrei.

    • Hotel Papa sagt:

      Die Impfbeführworter argumentieren selbstverständlich völlig Un-Ideologich und nicht mit der groben Keule, right? (Oh ich vergass, die eigene Idee ist natürlich nie eine Ideologie.)

      Das Thema wird hier wieder einmal komplett ausser Proportion geblasen.

  22. Ben sagt:

    Bei soviel individuellen Spitälern mit angeblich eigenem Entscheidungsspielraum ist es nicht weit her mit der Individualität wenn doch zentral erfasst und gesteuert wird.
    .
    Es wird so oder so die völlige privatisierung der öffentlichen Gesundheitsfürsorge angestrebt
    .
    Man wünscht sich die gleiche erfassung und öffentliche präsentation für u.a. Steuerdaten…