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Zwillinge in Zahlen

Von Tina Huber, 7. Mai 2014 3 Kommentare »
Roger Federers erneutes Zwillingsglück passt zum Zeitgeist: In der Schweiz bringen Frauen immer häufiger mehr als ein Baby gleichzeitig zur Welt. Ein Blick auf die Zahlen.
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In den letzten vierzig Jahren haben sich die Zwillingsgeburten in der Schweiz verdoppelt – und das bei sinkenden Geburtenzahlen. Kamen 1972 nur bei 0,8 Prozent der Geburten zwei Babys zur Welt (769 Zwillingsgeburten), waren es 2012 schon 1,9 Prozent (1559 Geburten).

Oder anders ausgedrückt: Damals kamen nur bei einer von knapp 120 Geburten Zwillinge zur Welt, heute gibt es einmal Zwillinge auf 52 Geburten.

Wieso gibt es immer mehr Zwillinge? Ärzte nennen verschiedene Faktoren:

  • Alter: Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit eines doppelten Eisprungs. Reifen bei der Frau innerhalb eines Zyklus gleich zwei Eier und werden diese in den darauffolgenden Tagen befruchtet, wachsen zweieiige Zwillinge heran. Ob dies der Fall war bei Mirka Federer, ist unklar: Noch ist nicht bekannt, ob die neugeborenen Zwillinge eineiig oder zweieiig sind. Die Federer-Mädchen Charlene Riva und Myla Rose, geboren im Juli 2009, sind eineiige Zwillinge. Die Rate bei den eineiigen Zwillingen ist seit Jahren stabil. Lediglich die zweieiigen Zwillinge werden immer zahlreicher. Sollten es bei den Federers tatsächlich ein weiteres Mal eineiige Zwillinge sein, wäre das ein «aussergewöhnliches Ereignis», sagt der Chefarzt der Frauenklinik des Berner Inselspitals.
  • Fortpflanzungsmedizin: Bei einer künstlichen Befruchtung ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass Zwillinge entstehen. Meist werden der Frau zwei Embryonen eingepflanzt, damit die Erfolgschance grösser ist. Wachsen dann beide Embryonen heran, werden Zwillinge geboren – allerdings zweieiige. Auch Hormone, die den Eisprung der Frau stimulieren, begünstigen Mehrlingsschwangerschaften.
  • Gene: In einigen Familien häufen sich Zwillingsgeburten – so auch in der Familie Federer. Roger Federers Schwester Diana hat ebenfalls Kinder im Doppelpack zur Welt gebracht. Im September 2010, also 14 Monate nach Roger Federers ersten Zwillingen, kamen Roman und Emily auf die Welt. Das dürfte allerdings Zufall sein: Die Neigung zu Zwillingen wird über die Frauen vererbt. Es geht um die Veranlagung, dass zwei oder mehrere Eizellen innerhalb eines Zyklus heranreifen. Damit hat Roger Federer nichts zu tun. Ausserdem gilt die genetische Veranlagung nur für zweieiige Zwillinge.

 
Nicht nur Zwillinge, sondern auch Drillinge werden immer häufiger. Zwar stets auf tiefem Niveau, hat sich ihre Anzahl in den letzten Jahrzehnten mehr als verdoppelt.

Weiterhin ein aussergewöhnliches Ereignis bleiben Fünflinge:

5 in 44 Jr.

Seit 1970 wurden in der Schweiz nur gerade fünfmal Fünflinge geboren – die letzten beiden Male in den Jahren 2007 und 1983.

Am meisten Zwillinge werden gemäss einer europäischen Studie im afrikanischen Staat Benin geboren: rund 28 pro 1000 Geburten (Schweiz: 19). In Asien und Lateinamerika kommen nur etwa 8 Zwillinge pro 1000 Geburten vor.

3 Kommentare zu “Zwillinge in Zahlen”

  1. Simon sagt:

    Von Natur aus nimmt die Aktivität der Eierstöcke im Alter ab, Eisprünge werden seltener.
    “Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit eines doppelten Eisprungs”
    Warum wohl?
    Weil Hormonspritzen von jedem Gynäkologen verabreicht werden dürfen (nicht nur von den Endokrinologen). Dann gibt es halt häufig Mehrlinge . . .

  2. Elke Mutz sagt:

    In meiner Familie gibt es immer erst bei der 3. Schwangerschaft Zwillinge! Nachweislich dreimal in den letzten 80 Jahren. Eine Grosstante meines Vaters hatte hatte 14 Kinder davon dreimal Zwillinge. In meiner Generation haben alle nur ein oder zwei Kinder, erst jetzt, meine Tochter und Ihr Mann die gerne ein drittes Kind haben wollten, gabs wieder ein Bonuskind dazu!

  3. Berner Bürgerin sagt:

    Wer hat dem wird gegeben, nicht wahr Roger ;))