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Die Rangliste der besten Lohnzahler

Von Iwan Städler, 29. April 2014 21 Kommentare »
In welchen Branchen lässt sich am meisten verdienen? Wo sind die Saläre am stärksten gestiegen? Und wo sinken sie stattdessen? Eine Übersicht.
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Nicht nur die Banken und die Pharma zahlen ausserordentlich hohe Saläre. Auch die Tabakindustrie entlöhnt ihre Angestellten sehr gut. Möglicherweise bleibt dieser Branche nichts anderes übrig, wenn sie genügend qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rekrutieren will. Jedenfalls sind die Löhne der Tabakverarbeiter zwischen 2008 und 2012 um 15,6 Prozent gestiegen. Damit ist ihre Branche auf den vierten Platz der bestzahlenden Wirtschaftszweige vorgerückt. Dies zeigt eine Auswertung der Lohndaten, die das Bundesamt für Statistik (BFS) gestern publik gemacht hat.

Rund 33’000 Unternehmen mit 1,2 Millionen Mitarbeitern hat das BFS erfasst und deren Löhne standardisiert. Alle hier aufgeführten Monatslöhne sind auf eine Wochenarbeitszeit von 40 Stunden umgerechnet und umfassen auch einen Zwölftel eines allfälligen 13. Monatslohns. Die unten stehende Grafik zeigt pro Branche den sogenannten Medianlohn – also jenen mittleren Lohn, bei welchem die Hälfte der Branche weniger und die andere Hälfte mehr verdient.

Wer die letzten drei Lohnerhebungen (2012, 2010 und 2008) miteinander vergleicht, stellt am unteren Ende der Liste eine beachtliche Konstanz fest: Die Persönlichen Dienstleistungen, wie sie etwa Coiffeusen erbringen, bilden das Schlusslicht – gefolgt von der Hotellerie und der Gastronomie. An der Spitze hingegen ist es zu einem bemerkenswerten Abstieg der Unternehmensberater gekommen. 2008 verdienten sie noch mit Abstand am meisten. Seither geht es Schritt um Schritt nach unten. Dies widerspiegelt sich auch in der nächsten Grafik, welche die prozentuale Lohnveränderung seit 2008 zeigt. Weiter zurück können die Zahlen nicht verglichen werden, da das BFS 2008 die Einteilung der Branchen geändert hat. Aber auch in diesen vier Jahren hat sich einiges verändert:

Besonders starke Einbussen mussten nebst den Unternehmensberatern (–6,5 Prozent) die Mitarbeiter von Radio und Fernsehen (–7,3 Prozent) und die Sozialarbeiter (–7,8 Prozent) hinnehmen. Dafür legten die Angestellten des Personen- und Güterverkehrs umso stärker zu: ihr mittlerer Lohn stieg laut BFS um über 20 Prozent. Ebenfalls ein kräftiges Plus verzeichnete die Luftfahrt und die bereits erwähnte Tabakindustrie.

Noch nicht ausgewertet haben die Statistiker die Löhne von Bund, Kantonen und Gemeinden. Entsprechende Zahlen für das Jahr 2012 sollen erst im Juni folgen. Die gestern publizierten Daten beschränken sich folglich auf die Privatwirtschaft.

21 Kommentare zu “Die Rangliste der besten Lohnzahler”

  1. Bei der Lohnfestlegung ist generell zu bemängeln, dass sie selten konsequent genug leistungsorientiert sind und sich zu wenig an der Wertschöpfung orientieren. Führungspositionen sind genrell überbewertet und Fachpositionen unterbewertet. Interessante Fakten liefert das neue Lohnbuch 2014, es enthält Tausende konkrete Beispiele von Gehältern zu über 150 Berufen, Funktionen und Positionen und sagt Ihnen, wie marktkonform ihre Löhne sind und hilft diese objektiv festzulegen.

  2. Eskima sagt:

    hört denn dieses Gejammer über die Beamten nie auf? Zum einen hat die Schweiz seit 2001 keine Beamten mehr und zum anderen sind zum Beispiel Bildungsgestellte Staatsangestellte, also bitte meine Herren etwas mehr Genauigkeit! Und nach meinem Dafürhalten gibt es bessere “Feindbilder”, was Lohn und Bonibezüge betrifft, das halte ich für ausgesprochen schamlos und unanständig. Verschiesst euer Pulver doch nicht auf Mücken….

  3. Peter Müller sagt:

    Ich frage mich, woher diese Zahlen stammen. Personen- und Güterverkehr soll innert 4 Jahren 20% besser entlöhnt worden sein? Die Postchauffeure (Postauto)in unserem Dorf haben seit über sechs Jahren gar keine Lohnerhöhungen mehr erhalten!

  4. Mathias sagt:

    Architekten und Bauingenieure sollte man trennen, dann würden die Löhne der Architekten irgendwo auf Niveau Detailhandel zu stehen kommen, während die der Bauingenieure sich um einige Plätze in der Rangliste verbessern würden.

  5. Stefan Sand sagt:

    Es wäre mal interessant, ein Projekt zu starten, welche Berufe der Gesellschaft, den Menschen, der Umwelt etc., was in welchem Verhältnis und Nachhaltigkeit bringen. Ich denke, da würde ein Banker oder Pharma Angestellter schnell weniger als eine Putzfrau verdienen.

    • Chris Z. sagt:

      Stefan Sand;, dass ist nicht ganz korrekt. Bei Banker – okay. Geld rettet bekanntlich keine Leben, dass machen die Ärzte & Co.. Bei Pharmamitarbeitern kann es aber sehr wohl so sein, dass genau dank diesen Menschen in der Produktion z.B., Medikamente hergestellt werden können, welche am Schluss eben wieder Menschenleben retten / verlängern / verbessern. Die Putzfrau putzt nur etwas Dreck & Staub weg! 😉

    • Gerber sagt:

      Genau! Und so sollte es richtigerweise auch sein!

    • Peter Nater sagt:

      Ich würde mal ein Gesuch an den Nationalfonds stellen, die finanzieren jeden Humbug, solange es darum geht, linke, grüne und Gender Hypothesen zu bestätigen! Zur Finanzierung des Fonds allerdings braucht es das Steueraufkommen von Banker und Pharmaangestellten, dasjenige von Putzfrauen dürfte da kaum genügen!

  6. Max Wartenberg sagt:

    Die Statistik zeigt, dass die Arbeit eines Akademikers wird weit höher entlöhnt wird als die eines Nicht-Akademikers. In der Pharma-Branche ist der Anteil von Akademikern sehr hoch, in der Gastronomie wesentlicher tiefer.

    • Peter Huber sagt:

      Und warum verdienen dann studierte Ingenieure und Architekten deutlich weniger als durchscnittliche Versicherungsangestellte oder Leute von Radio und Fernsehen?

  7. Dave sagt:

    Da fehlen die Beamten! Erst vor ein paar Wochen war im Tagi zu lesen, dass diese sogar mehr als die Bankangestellten verdienen. Was soll diese Statistik wenn sie unvollständig ist? Oder wird hier absichtlich der Verwaltungsapparat ausgelassen? Wenn ja, warum? Immerhin ist die Anzahl Verwaltungsangestellten am meisten gewachsen in den letzten Jahren.

  8. Josef Marti sagt:

    Das mit den Unternehmensberatern verwundert nicht, haben sie sich doch als Rattenfänger, Hochstapler, Blender und reine Rhethorikkünstler entpuppt. Bankangestellte sind unter den höchstbezahlten Bundesstaatsangestellten anzusiedeln, weil sie unter einem staatlichen Monopol der Geldschöfpung in einer geschützten Werkstatt (ähnlich den Landwirten und den subventionierten Kulturgutmenschen) tätig sind und damit keinem echten Wettbewerb ausgesetzt sind sodnern unbeschränkte Defizit- und Bonusgarantie entweder zulasten Steuerzahler oder dann zulasten der Währung geniessen.

  9. Hugentobler sagt:

    Ich vermisse die Verwaltungsangestellen oder unter welcher Rubrik sind die?

    • Ralph sagt:

      Letzter Abschnitt: “Noch nicht ausgewertet haben die Statistiker die Löhne von Bund, Kantonen und Gemeinden. Entsprechende Zahlen für das Jahr 2012 sollen erst im Juni folgen. Die gestern publizierten Daten beschränken sich folglich auf die Privatwirtschaft.”

    • C. Brüllmann sagt:

      Lesen Sie den letzten Abschnitt des Artikels: “Noch nicht ausgewertet haben die Statistiker die Löhne von Bund, Kantonen und Gemeinden. Entsprechende Zahlen für das Jahr 2012 sollen erst im Juni folgen.”

    • Walter sagt:

      Lies doch einfach den letzten Absatz und versuch wenigstens ihn zu verstehen.

    • Peter Lauber sagt:

      Sie würden alle übertreffen. Wenigstens wenn auch noch die Leistung mit berücksichtigt würde…

    • Krattiger sagt:

      Eventuell verdienen die nicht so gut wie Sie meinen. Das ist natürlich jetzt schade aber es kommt sicher bald eine Gelegenheit um erneut über die Verwaltungsangestellt herzuziehen. 😉

  10. Martin Rebsamen sagt:

    Sollte nicht der Rohstoffhandel separat ausgewiesen werden? Sofern dieser im Grosshandel integriert ist, scheinen mir die Angaben doch etwas tief.