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Köppels Wangen, Blochers Lippen

Mathias Morgenthaler am Donnerstag den 12. Januar 2012

Was sagt das Gesicht über den Charakter aus? Die Gesichterleserin Tatjana Strobel lehrt, wie man Menschen durchschauen kann.

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Wer wünschte sich nicht, andere Menschen durchschauen zu können? Nachdem ein Unbekannter in ihrem Gesicht gelesen hatte wie in einem offenen Buch, gab Tatjana Strobel ihre Chefstelle in der Kosmetikbranche auf und reiste nach Indien, «um diese uralte Kunst zu erlernen». Heute gehört die 40-Jährige zu den Gefragtesten ihres Fachs. Ihr Buch «Ich weiss, wer du bist» findet reissenden Absatz.

Frau Strobel, wie oft hat sich Ihr Buch «Ich weiss, wer du bist» in den neun Monaten seit Erscheinen verkauft?
TATJANA STROBEL: Ich kenne die definitiven Zahlen von 2011 noch nicht, aber wir dürften die 100’000er-Marke überschritten haben.

Die Physiognomik entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage, dennoch verkauft sich Ihr Buch über das «Geheimnis, Gesichter zu lesen», in so kurzer Zeit 100’000-mal – wie erklären Sie sich das?
(Lacht laut) Ich weiss nicht, warum mein Verlag und meine Agenturen so skeptisch waren – bei dieser spannenden Materie müsste man vieles falsch machen, um mit einem Buch keinen Erfolg zu haben.

Vermutlich haben Sie die Sehnsucht der Menschen nach einfachen Antworten angesprochen. Wer Mühe hat mit Komplexität wünscht sich einfache Techniken, die ihm erlauben, Menschen zu durchschauen und sie in Schubladen zu stecken.
Einverstanden, es gibt ein verbreitetes Bedürfnis, sich selber und andere schnell und auf einfache Art und Weise zu erkennen. Es geht mir allerdings nie darum, jemanden zu demaskieren und blosszustellen. Mein Hauptantrieb ist, zu verstehen, warum andere Menschen so sind, wie sie sind, und was das für meine Kommunikation mit dieser Person bedeutet. Da kommt es nicht nur darauf an, die 330 Merkmale des Kopfs richtig zu deuten, sondern auch auf die Interpretation der Mimik, der Stimme, der Körpersprache, der allgemeinen Erscheinung. Wir alle machen uns in den ersten 90 Sekunden ein Bild von unserem Gegenüber – je besser wir diesen Prozess verstehen, desto weniger Fehleinschätzungen unterlaufen uns und desto sicherer werden wir in der Interaktion mit dem Gegenüber.

Die Kehrseite ist, dass die Physiognomie immer wieder missbraucht wurde, um Menschen mit bestimmten Schädelformen oder ganze Bevölkerungsgruppen zu diskriminieren. Stört Sie das nicht?
Pädophile nutzen das Internet, um sich mit Kindern zu verabreden, Terroristen, um Anschläge vorzubereiten – sollen wir deswegen das Internet verbieten? Ich biete nicht Hand dazu, Leute zu stigmatisieren oder zu manipulieren. Ich will mithelfen, dass viele Leute ihre Menschenkenntnis erweitern.

Sie schreiben derzeit in Indien ein Buch über Partnerschaft. Was zeichnet stabile Beziehungen aus?
Je ähnlicher sich die beiden Partner sind, desto grösser sind die Chancen, dass sie über längere Zeit eine stabile Beziehung führen. Es ist empirisch belegt, dass Partner mit ähnlichen Wertevorstellungen besser zusammenpassen. Studien des britischen Psychologen David Perett haben zudem gezeigt, dass wir unbewusst einen Partner suchen, der uns wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Legt man Probanden Fotos von möglichen Partnern vor und baut in eines davon wesentliche Gesichtszüge des Probanden ein, wählt dieser mit hoher Wahrscheinlichkeit sich selber aus. Optische Ähnlichkeit ist also durchaus ein Erfolgsfaktor. Ähnliches stellt man fest, wenn man untersucht, wer aus welchem Grund welches Haustier anschafft.

Sie hatten zunächst in der Kosmetikbranche Karriere gemacht – wie wurden Sie zur Expertin für Physiognomie und Körpersprache?
Ich stehe seit 20 Jahren in engem Kontakt mit Menschen. Neben dem Studium der Sozialpädagogik hatte ich als Kellnerin und in der Promotion gearbeitet, später war ich im Vertrieb sehr erfolgreich, schliesslich war ich für alle Schweizer Filialen und Mitarbeiter des Kosmetikkonzerns Marionnaud verantwortlich. Schon immer habe ich mich für alles interessiert, was mit Menschenkenntnis zu tun hat: Ich bildete mich weiter in Neurolinguistischem Programmieren, in Structogram-Training, in Körpersprache nach Samy Molcho, in Transaktionsanalyse und so weiter. Eines Tages trat an einem Kundenevent ein Gesichterleser auf. Zuerst dachte ich: Was für ein Humbug. Dann traf es mich wie ein Blitz.

Was hat Sie so beeindruckt?
Dieser Mensch konnte nichts über mich wissen, aber er las in meinem Gesicht wie in einem offenen Buch. Er sagte mir, dass ich es nicht länger als zwei Jahre an einem Ort aushalte, dass ich sehr neugierig und hoffnungslos optimistisch bin. Ich war sprachlos, was nicht oft vorkommt, und schloss die ganze Nacht kein Auge.

Was raubte Ihnen den Schlaf? Sie hatten ja nur Dinge erfahren, die Sie im Grunde schon wussten.
Alles, was ich in den Jahren zuvor gelernt hatte, bekam in dem Moment einen Sinn. Plötzlich hielt ich den roten Faden für mein Leben in der Hand. Jahrelang hatte ich von der Selbständigkeit geträumt, aber aus Angst nichts unternommen. Ich verdiente ja auch unheimlich viel Geld in meiner Angestelltenfunktion, fuhr einen BMW X5 und lebte in einer 300-Quadratmeter-Loftwohnung. Nach dem Erlebnis mit dem Gesichterleser kündigte ich meinen Kaderjob, bezog in einer WG ein 14-Quadratmeter-Zimmer und reiste nach Indien und Sri Lanka, um die uralte Kunst des Gesichterlesens von Grund auf zu lernen. Meine Freunde hielten mich für komplett verrückt, ich selber hatte keine Zweifel, dass dies der richtige Weg war.

Der kommerzielle Erfolg liess auch diesmal nicht lange auf sich warten. Auf Ihrer Homepage sind die Daten der diversen Referate und Schulungen inklusive Kreuzfahrt nach Indien in der Rubrik «Tatjana on tour» aufgelistet. Das klingt ein wenig nach einem Pop-Star auf Tournee…
(Lacht) Ich sehe mich nicht als Pop-Star, aber ich habe eine gute PR-Agentur und ein gesundes Selbstwertgefühl. Gleichzeitig bin ich wahrscheinlich der selbstkritischste Mensch auf dieser Welt. Es geht mir nicht in erster Linie darum, mit Büchern und Seminaren viel Geld zu verdienen. Es ist meine Berufung, viele Leute zu erreichen und dafür zu sorgen, dass sie aus der Ego-Falle herauskommen und sich wieder für ihre Mitmenschen interessieren. Ich habe Kundenberater gecoacht, die wussten nach einem einstündigen Gespräch nicht einmal, welche Augenfarbe ihr Gesprächspartner hatte oder was für Kleider er trug – so sehr waren sie mit sich beschäftigt. Solcher Narzissmus ist Gift für alle Beziehungen.

Sie waren letztes Jahr in unzähligen Fernsehsendungen zu Gast, bekommen dem Vernehmen nach bald eine eigene Sendung. Wo soll das alles hinführen? Gibt es einen Masterplan für Ihre Karriere?
Ich will weiterhin Bücher schreiben, mindestens eines pro Jahr; bis ans Lebensende sollen es 60 Bücher sein. Ansonsten schaue ich, was mir zugetragen wird, was sich ergibt, wenn ich dem Wink des Schicksals folge. Wohin das führen soll? Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung. Solange ich solche Glücksmomente erlebe bei der Arbeit und so viel Energie spüre wie jetzt, ist alles stimmig.

Kontakt und Seminartermine:
www.tatjanastrobel.ch
info@ts-headworks.de

Literatur:
Tatjana Strobel: Ich weiss, wer du bist. Das Geheimnis, Gesichter zu lesen. Droemer Knaur Verlag. 208 Seiten. 8.99 Euro.


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43 Kommentare zu “Köppels Wangen, Blochers Lippen”

  1. Jürg Zysset sagt:

    Physiognomik, pseudowissenschaftlicher Unterbau für nationalsozialistische Rassismustheorien und Eugenik, scheint in esoterischen Kreisen leider wieder en vogue zu sein. Wie zum Beispiel Graphologie, Handlesen oder Farbpsychologie, hat sie keine diagnostische Bedeutung und kann genau so gut durch Kaffeesatzlesen ersetzt werden. Falls man lieber glaubt als denkt.

  2. Patrick Frei sagt:

    Selten so einen Blödsinn gelesen: was kann ein Mensch dafür, mit welcher Gesichtsform oder welchen Wangenknochen er geboren wird? Daraus charakterliche Eigenschaften abzuleiten, ist ja wohl völliger Humbug, etwa so, wie ein Buch nach seinem Einband zu beurteilen. Ausserdem: einfach bekannte Persönlichkeiten herzunehmen und deren Eigenschaften nachzukommentieren, ist nicht schwer. Wie würde es aussehen, wenn man 1000 unbekannte Personen charakterisieren müsste? Ich wette, man würde die gleiche Trefferquote erreichen wie im täglichen Blick-Horoskop.

  3. Julia Klug sagt:

    Muss man derartigen Scharlatanen wirklich noch eine so grosse Plattform bieten? Die Physiognomie war doch schon mal für ein paar Jahre dort, wo sie aus wissenschaftlich-ethischer Sicht hingehört: in der Versenkung verschwunden.

  4. Peter Burri sagt:

    In Tatjana Strobels Physiognomie erkennt man einen Charakter, der nichts anderes will als berühmt zu werden. Eines muss man ihr aber zugutehalten: Sie ist zumindest intelligent genug, eine Marktlücke für sich entdeckt zu haben. Astrologen gibt es ja schon genug, da wäre der rasche Erfolg viel schwieriger. Ich kann übrigens auch was lesen: Zeig mir deinen Kühlschrank und ich sage dir wer du bist.

  5. Jürg Schwaller sagt:

    Köppels Wangen, Blochers Lippen ! Was ist mit Widmer Schlumpfs Augen, Strichmund,Stirn ? Da lässt sich dann physiognomische Diagnosrik betreiben und weiss dann, WER sie ist !

  6. Richi sagt:

    Schön lieber Tagi und wann bringt ihr das Interview mit dem Zukunftsforscher Mike Shiva?

  7. Heinz Bucher sagt:

    Solche Studien waren vor 80 Jahren in unserem nördlichen Nachbarland sehr populär und waren Teil einer der schlimmsten Verfolgungen in der neuen Zeit. Diese Art “issenschaft” ist banal aber doch gefährlich da sie sehr einfach misbraucht werden kann. Bitte Finger weg von einem solchen Schwachsinn. Es gibt andere Merkmale, welche eine Person besser charakterisieren als ihr natürlich angeborenes Gesicht. Natürlich ist Frau Strobel hinter der Kohle her, sonst würde sie bei einer solchen billige Werbeaktion nicht mitmachen. Schade dass der Tagi dies nicht als Werbung deklariert.

  8. raetus sagt:

    Das was sie beschreibt ist die Maske die ein Mensch trägt, aber sagr überhaupt nichts aus was für ein Mensch dahinter steht.

    Studien für Stuedien wollen uns immer beweisen wer oder wie wir sind.
    Warum überhaupt?
    Meistens geht es ja nur darum den eigenen Geldseckel zu füllen.

  9. Egon Putzig sagt:

    @Patrick Frei, 11.10: ABER! Die Blickhoroskope sind doch immer wahr 😉

  10. Hans Müller sagt:

    Ich bin tieeeef beeindruck!! Aber ich könnte es viel besser. Auf diese Einschätzungen würde ich sogar kommen, ohne die Gesichter zusehen. Denn die Charaktereigenschaften dieser Herren, sind ja seit längerem bekannt.

  11. Wissenschaftlich braucht es eine Kausalität, die ist in der Physiognomie nicht gegeben. Aber die Korrelationen sind da, und erstaunen. Allerdings geht es auch um Wirkung, und hier sind die Forscher weiter. Wie wirken welche Gesichert unbewusst auf Menschen. Diese Wirkung bestimmt das Handeln des Gegenübers, welches wiederum in einer Interaktion tritt und Personen, bewusst oder unbewusst, eine Rolle zuteilt. Bei Frau Hildebrand würde es unfundiert aufgrund des Gesichts wie folgt beschrieben werden: Rotharig und Sommersprossen zeugen von Leidenschaft und geschickter Ausdrucksweise (pointiert), die langen Haare mit einer links ligendem Scheitel strahlen Geduld und Weitsicht aus (was ein innerer Konflikt mit der Leidenschaft gibt, dies sieht man an den Gesichtsfältchen um die Lippen), die verspielten Zapfenlocken deuten auf einen leichten Schalk (fernab von Zynismus). Sie ergreifft gerne die eigene Position auch wenn sie sich selber als neutral sieht. Eigentlich wünscht sie sich, das Leben leichter zu nehmen, aber sie fühlt sich wohler, wenn sie hart arbeiten muss. Sie kämpft oft mit den Details, die in einem guten Gesamtbild nicht zu passen scheinen. Grosszügigkeit begleitet sie, aber sie erkennt klar, wann sie ausgenutzt werden könnte. An sich selber stellt sie hohe Ansprüche, die Erwartungen an andere sind geringer. Daher hat sie auch im Leben noch keine grosse Enttäuschungen erlebt. Grundsätzlich ist sie ein offener Typ, auch wenn sie gerne noch nicht alle Trümpfe ausspielt.

  12. Christoph sagt:

    Na ja, darauf kann man auch so kommen. Dass Menschen, die an der Spitze stehen Durchsetzungskraft haben, ist irgendwie logisch. Es gibt Merkmale die Aussagen zulassen, wie die Allergikerfalte. Hildebrand zum Beispiel halte ich nicht für sehr durchsetzungsfähig, er sieht überhaupt nicht aus wie ein Kämpfer. Im Duell mit Bührer (den habt ihr hier vergessen) konnte der nur verlieren. Wahrcheinlich hat man ihn weggeputzt weil er keinen Eurofixkurs wollte, sich dann aber dem Druck beugte und 1,20 festsetzte (einigermassen vertretbar), was den anderen zu wenig ist. Hildebrand mag der seriöseste sein, aber auch der schwächste in der Gruppe.

  13. Sonja Trietz sagt:

    Dieser Beitrag kommt so unglaublich plakativ und pseudowissenschaftlich daher, dass er fast schon wieder amüsant ist. Unglaublich, wie man nun nach der Hildebrand-Affäre versucht, die Ehrlichkeit und Seriosität der Beteiligten an der Physiognomie festzumachen und ‘wissenschaftlich’ zu zementieren. Ja, aus Gesichtern soll und kann man lesen, nämlich Gefühle, Intentionen, Regungen, Spuren, die die Zeit hinterlassen hat – und es wird in Relation mit dem Vorwissen einen Sinn ergeben. Charakteristiken von öffentlich bekannten Personen anhand der Physiognomie festzumachen und diese als zementierten Bestandteil ihrer Intentionen festzumachen – das ist einfach nur noch Effekthascherei und Aufgeblasenheit.
    Die nach aussen gewölbe Unterlippe kann ich bei Frau Strobel auch erkennen, nun soll sie also auch wie Herr Blocher manchmal überziehen? Oder auch: Gemäss Physiognomiebüchern sind tief liegende, eng sitzdende Augen ein Zeichen von Introvertiertheit mit einer Prise Verschlagenheit, wie bzw. soll man das nun überhaupt auf Hildebrand ummünzen?

  14. Saporeil Mahani sagt:

    Die gute Frau fragt, ob man wegen einzelnen Pädophilen das Internet abschalten soll. Nein, gute Frau, aber die Kindersexseiten schon. Und so sollte es auch mit diesem “Fachgebiet” geschehen.

    Was kommt als nächstes? Ein Guru welcher mittels Didgeridoo die Bäume zu den drei Personen befragt? An Sylvester wird noch Blei gegossen, hat noch jemand was übrig? Sicher könnte man auch mittels Numerologie einiges aus den Geburtsdaten der Jungs erfahren oder durch Astrologie (aber nur mit dem Aszendenten, sonst geht’s gar nicht).

    Ich frage mich, weshalb solche Artikel gedruckt werden? Unsäglich, peinlich und entlarvend.

  15. Pascal Volz sagt:

    Hm, lauter negative Meinungen, aber warum? Ich will diese dubiose Pseudowissenschaft hier nicht verteidigen, sondern nur feststellen, dass solche Blogs und Diskussionsforen (egal zu welchen Themen) oft sehr einseitig negativ ausfallen. Dass liegt wohl daran, dass die meisten Menschen sich generell viel leichter damit tun, ueber eine Sache herzuziehen und Dampf abzulassen, als etwas Positives an einer Sache oder Person zu benennen. Wir haben (leider) alle diese Tendenz. Will sagen: Als Motzer, Noergler und Eiferer ist man immer unter den Ersten, die es sich von der Seele schreiben, weil man “emotionalen Druck” ablassen muss. Bei den anderen, die eine neutrale oder sogar tendenziell wohlwollende Position einnehmen, wird die Reizschwelle zu schreiben, meist nicht erreicht. Deshalb sollte auch niemand glauben, solche Foren waeren irgendwie repraesentativ.

  16. Alain sagt:

    Wann erscheint das erste esoterische Manifest ?
    “Eso’s aller Laender – vereinigt euch – wir sind Berufene”

  17. Alain sagt:

    Ich habe auch ein gewisses Muster festgestellt.
    Viele Autoren von “Lebenshilfe- /Eso-Ratgebern” waren vorher mehr oder weniger
    erfolgreich im Verkauf taetig. Kausalitaet, Korrelation oder eben einfach Berufung …

  18. Alain sagt:

    Schopenhauer hat auch einmal ueber die Pysiognomie seines Antipoden Hegel geschrieben.
    Mit typisch beissendem Humor – wies er auf eine zufaellige Uebereinstimmung hin.

  19. Peter Scheidegger sagt:

    …warum all die Aufregung? Gratulieren wir doch einfach der PR-Agentur. Denn sie hat all das, was die Tatjana Strobel – indisch gewürzt – zwischen die Buchdeckel phantasiert hat, optimal unter die Leute gebracht!

  20. Anna Müller sagt:

    Sorry, aber das ist totaler Bullshit. Man weiss aus der (seriösen) psychologischen Forschung schon längst, dass Charakterbeschreibungen anhand der Physiognomie weder möglich noch zulässig sind. Bewegen wir uns eigentlich wieder Richtung Mittelalter? Beunruhigend!!

  21. Thomas1 sagt:

    Es ist wahrlich keine Kunst, Eigenschaften an Leuten abzulesen, die bereits allgemein bekannt sind. Insofern ist dieser Artikel ziemlich unglücklich ausgefallen. Ist natürlich eine Steilvorlage zum Verhöhnen für alle, die glauben alles besser zu wissen. Nur: auch diese Zeitgenossen kann man nicht richtig ernst nehmen, da sie ja keinerlei Erfahrung gemacht haben mit diesem Metier und sich zwar sehr gerne wissenschaftlich aufplustern, dabei aber alles andere als wissenschaftlich vorgehen und lediglich persönliche Vorurteile zum besten geben. (Und damit auch der Wissenschaftlichkeit einen Bärendienst erweisen). Wie wär’s also mit einem neuen Artikel – in welchem Frau Strobel einige ihr wildfremde Menschen analysiert und diese mit wissenschaftl. Gutachten (sofern es solche geben kann) verglichen wird?

  22. Michael Bloom sagt:

    So ein Quark! Was Strobel da von sich gibt hätte jeder hinschreiben können, der diese öffentlichen Personen in den Medien und was über diese berichtet wird, verfolgt. Auch die Nazis haben anhand der Deutung der Physiognomie Menschen Eigenschaften angedichtet – mit verheerenden Folgen! Was die Dame da von sich gibt ist tiefstes Mittelater. Auch nach der Aufklärung ist es zwar immernoch möglich über andere Menschen Unsinn zu verbreiten. Man darf jedoch nicht damit rechnen ernst genommen zu werden, wenn die Behauptungen nicht belastbar sind. Wenn heute jemand sagt, dass Frauen dümmer seine als Männer, dann wird er dmit nicht ernst genommen, da diese Behauptung nicht belastbar ist. Die Gleichberechtigung und die Befreiung der Frauen wäre ohne aufgeklärtes und kritisches Denken nicht möglich gewesen. Dass mit Frau Strobel ausgerechnet eine Frau einem solchen rückständigen Denken frönt, ist ja sowas we Realsatire.

  23. Tobias Mueller sagt:

    Eine politisch korrektes Physiognomie-Elaborat, wie überraschend das doch ist. Hildebrand gut, Blocher schlecht. Vor allem die Aussage über die “vorgezogene Unterlippe” im Zusammenhang mit einem Charakter, der angeblich “zum Ueberziehen” neigt” lässt aufhorchen. Dasselbe Merkmal wurde im Dritten Reich den Juden zugeschrieben. Soviel zur Seriosität von TA und Frau Strobel’s “Analyse”.

  24. martin koller sagt:

    Mit welcher selbstverständlichkeit hier von kausalitäten zwischen aussehen und charakter gesprochen wird, ist ja unglaublich. Irgendwie passt es aber zum tagi, dass ein solcher text überhaupt veröffentlicht wird. Die ganze Hildebrandgeschichte und Bundesratswahl im Tagi war meiner Meinung nach auch geprägt von: Man sieht (Kausalitäten), was/die man sehen will….

  25. Gertrud sagt:

    Es mag ja sein, dass das alles Quark ist, doch ich habe mich (bevor ich diesen Artikel gelesen habe!) auch ertappt, wie ich versucht habe in Hermann Lei`s Gesicht zu lesen. Die Analyse von ihm würde mich sehr interessieren.

  26. Köppel und Blocher sind relativ einfach durchschaubar und berechenbar nur Köppel ist im Gegensatz zu Blocher ein Mehrfaches ehrlicher und gradliniger. Bei Blocher ist klar und deutlich ein altersbedingter Abbau der geistigen Kräfte feststellbar.

  27. max häusler sagt:

    Es zeigt sich wieder eimal mehr und dann erst noch ganz deutlich : Der Mensch ist auf unserem Planet so ziemlich eines der
    dümmsten Lebewesen.

  28. Hugo Reichmuth sagt:

    Beeindruckend – auf Frau Strobels Erkenntnisse wäre ich nie, niiiie gekommen!
    Mein Vorschlag: Man lege der Dame 20 Durchschnittprofilfotos von Durchschnittsbürgern vor. Von diesen 20 ist aber einer ein psychopathischer Serienmörder und ein zweiter ein narzistisch gestörter Pädophiler.
    Wenn unsere Menschenkennerin die zwei Kriminellen aufgrund ihrer Physiognomie herausfiltern kann, steigt meine Bewunderung ins Unermessliche.
    Topp, die Wette gilt!

  29. sepp z. sagt:

    Aus der Kosmetikbranche in die Esoterikbranche.
    Eins beweist Tatjana Strobel immerhin: Um viel Geld zu verdienen, muss man nicht intelligent sein.
    Hübsch aussehen reicht.

  30. diva sagt:

    nun, das ist nichts neues, was die frau da erzählt. und noch weniger verblüffender ist es deshalb, weil sie über personen spricht, de im öffentlichen leben stehen und deren taten, untaten und verhaltensweisen uns tagtäglich in den medien um die ohren gehauen werden. aber heute wird ja eh jeder stuss als buch herausgegeben, warum alos nicht auch das?

  31. christoph lerch sagt:

    Ich staune , wie wenige erst einmal unvoreingenommen an ein Thema herangehen . Erst einmal wird alles runtergemacht . Mit eigenen Ideen erwartet jeder vom Gegenüber wenigstens eine neutrale , wenn nicht sogar eine zustimmende Haltung . Früher hiess es , was Du nicht willst , das man Dir antut , das füge auch keinem andern zu . Wieviele die einen so negativen Kommentar geschrieben haben , haben sich mehr oder weniger intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt ?

  32. Maria sagt:

    Sie fuhr einen BMW X5 und lebte in einer 300-Quadratmeter-Loftwohnung. Ganz klar wurde hier die Leere ihres Lebens (und Charakters?) mit materiellen Statussymbolen zugedeckt. Dann kam schnell die obligate Pseudoreise nach Indien um “sich zu finden”. Wie langweilig und leer. Hier von Berufung zu sprechen ist eine Verhoehnung der Menschen, die wirklich eine haben. Ich sehe in dem Gesicht eine materialistische, von sich selbst eingenommene Frau. Ganz ohne Vorkenntnisse.

  33. Hanspeter Niederer sagt:

    Ich leiste mir eine knappe Analyse des Anlitzes dieser Frau anhand ihres Fotos zu diesem Beitrag. Ihr Blick sagt mir: wage es ja nicht, meine Grossartigkeit infrage zu stellen. Der leicht vorgeschobene Unterkiefer signalisiert Agressionsbereitschaft, falls dies doch geschieht.

  34. Heidi Jünger sagt:

    Mein Gott, rummotzen geht so einfach. Aber noch einfacher ist es, sich selbst mal im eigenen Umfeld umzusehen. Sind nicht die Menschen mit Augen, die aussen nach oben gehen und hochgezogenen Mundwinkeln eher die positiven Artgenossen und die, bei denen alles runterhängt eher negativ eingestellt? Oder nehmen wir Leute mit einem sehr kantigen Gesicht nicht ganz anders wahr als solche, bei denen alles weich fliesst, rundlich und harmonisch ist? Und sind es nicht eher die Rationalen unter uns und z.T. auch die egoistischeren, deren Lippen schmal sind? Sprechen wir nicht gerade Frauen mit vollen Lippen Leidenschaft und Sinnlichkeit zu? Oder Lachfalten – Miesepeter haben keine Lachfalten.
    Man muss gar keine Ausbildung als “Menschenkenner” haben, um solche Eigenschaften festzustellen, was übrigens jeder von uns ganz ubewusst tut und wahrnimmt. Die Gründer der Physiognomie haben das einfach alles nur noch vertieft und viele Merkmale mehr gefunden und sie schriftlich festgehalten.

  35. Bruno sagt:

    Einfach unglaublich, was uns alles als “Wissenschaft” verkauft wird. Danke auch an Marko Kovic für seine aufschlussreichen Links.

  36. Oliver van der Waerden sagt:

    Aus dem Gesicht von Frau Strobel lese ich, dass sie gut mit der Sprache umgehen kann, sich Worte und Formulierungen für Jahre merkt und bei Bedarf einsetzen kann. Sie hat eine zielgerichtete, dennoch intuitive Arbeitsweise, Freude am Leben und weiss, wie man dem Gegenüber Dinge sagt, die diesem gefallen, ohne platt zu wirken.
    SIe legt Wert auf ein gepflegtes Äusseres und schätzt einen gehobenen Lebensstil, will aber dafür niemandem die Butter vom Brot nehmen. Sie hält es nie länger als zwei Jahre an einem Ort aus und arbeitet lieber mit Menschen als mit Dingen.

  37. Walter sagt:

    Es gab vor Jahren schon die Studie von Carl Huter,und wer sich mit diesem hat ist auf höherer Stufe mit der Physiognomik

  38. Alex Bötschi sagt:

    @Heinz Bucher: Sie schreiben: Solche Studien waren vor 80 Jahren in unserem nördlichen Nachbarland sehr populär und waren Teil einer der schlimmsten Verfolgungen in der neuen Zeit.
    Was viele Menschen nicht wissen ist das die grossen Theoretiker dieser abscheulichen Studien, um die letzte Jahrhundertwende, an der Uni Zürich ihre Theorien aufgestellt und gelehrt haben. Vom nördlichen Nachbarn wurden die dann in den dreissigern übernommen.

  39. Adrian sagt:

    Danke für die tollen Kommentare. Sie zeigen dass sich das Publikum nicht für dumm verkaufen lässt. Oberflächlichkeit ist wohl Frau Strobels Geschäft, schön das es schlecht läuft..

  40. @Heidi Jünger: Die Physiognomen haben eine krude Rassenlehre propagiert. Es ist aber gar nicht der braune Sumpf, in der diese Irrlehre gedeihen konnte, der in erster Linie für eine Wertung herbei gezogen werden sollte, sondern die nüchterne Tatsache, dass deren Postulate wissenschaftlich widerlegt gründlich sind. Charaktereigenschaften widerspiegeln sich NICHT in Gesichtszügen.

    Wenn Sie solche Übereinstimmungen meinen entdeckt zu haben, dann wohl nur, weil Sie einer Selbsttäuschung erliegen: Sie behalten die stimmigen Beispiele in Erinnerung, die anderen lösen schon gar keine ähnlich starke Reaktion aus und gehen vergessen.

    Bedenklich, dass der Bund hier Hand bietet für eine derart unkritische Darstellung einer jämmerlichen Quacksalberei.

  41. Werner Menzi sagt:

    Seit rund 45 Jahren beschäftige ich mich – nebenberuflich – mit psycho-physiognomischer Menschenkenntnis und muss leider sagen, dass diese Tanja zwar eine sehr gut Vermarkterin, aber keine Spezialistin in Physiognomie ist. Natürlich weiss sie einiges, aber es fehlt ihr deutlich an Einfühlungsvermögen, da gibt es zu viele Fehlinterpretationen – oder einfach auch Unwissenheit.
    Das Seelenleben eines Menschen – dies meine Erkenntnisse ans nahegerückte AHV-Alter – ist weit, weit komplexer als was Tanja von sich gibt, bzw. herauszulesen vermag. Ich bin da viel vorsichtiger geworden, ganz einfach durch Erfahrung.
    Ich kann dem Tagi nur empfehlen, sie einmal öffentlich einzuladen und sie zu bitten, 20 bis 30 ihr völlig unbekannte Leute zu analysieren. Diese Leute sollten aber – das ist ganz wichtig um ihre Kompetenz zu testen – keine auffallenden Merkmale haben, wie z.B. ein Christoph Blocher und ähnlliche.
    Da wäre es wohl empfehlenswert, diese potentiellen Kandidaten würden sich vorher bei der Redation melden, d.h. wären dem Moderator schon etwas bekannt. Ich wette, das könnte äusserst spannend werden!