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«Ich bin nicht rund um die Uhr eine Googlerin»

Mathias Morgenthaler am Samstag den 7. September 2013
Daniela Landherr, Managerin bei Google.

Daniela Landherr, Managerin bei Google.

Daniela Landherr verkörpert die Google-Kultur perfekt. Die 32-Jährige spricht acht Sprachen, darunter Indonesisch, Russisch und Arabisch, kennt die halbe Welt und legt in Beruf und Freizeit grossen Ehrgeiz an den Tag. Im Interview sagt die Google-Managerin, wie der Technologiekonzern die besten Nachwuchskräfte sucht und warum sie es ungern sieht, wenn Mitarbeiter nachts Mails verschicken.

Interview: Mathias Morgenthaler

Frau Landherr, mir scheint, Sie haben den einfachsten Job der Welt. Uniabsolventen und andere hoch Qualifizierte an Bord zu holen muss ein Kinderspiel sein, weil allgemein bekannt ist, wie Google die Mitarbeiter verwöhnt.

(Lacht) Sie haben recht, es ist ein toller Job, den ich leidenschaftlich gerne ausübe. Dass Google-Angestellte sich kostenlos in der hauseigenen Kantine verpflegen, Sport- und Gesundheitsangebote nutzen und in inspirierenden Räumlichkeiten arbeiten können, macht uns attraktiv auf dem Arbeitgebermarkt. Es ist aber kein Selbstläufer. Wir betreiben einen hohen Aufwand, um die richtigen Leute zu finden. Es reicht nicht, die besten Fachleute anzusprechen. Wer zu uns kommt, soll sich voll und ganz mit den Unternehmenswerten identifizieren.

Was heisst das konkret?

Google ist ein grosses Unternehmen, hat sich aber auf die Fahne geschrieben, die Stärken eines Startups zu pflegen. Jeder Mitarbeiter soll Eigenes einbringen und etwas bewegen können. Zudem haben wir nach wie vor den Anspruch, die Welt zu verbessern, etwa indem wir Menschen in Afrika Zugang zum Internet und somit zu Informationen verschaffen oder indem wir junge Frauen für die Möglichkeit sensibilisieren, sich zu Software-Ingenieurinnen ausbilden zu lassen. Wir sprechen junge Talente deshalb nicht erst dann an, wenn sie sich mit Uniabschluss in der Tasche auf dem Arbeitsmarkt umsehen.

Siemens ging so weit, Kinder schon im Vorschulalter anzusprechen durch Abgabe von Technik-Baukästen. Setzt Google auch so früh an?

Unsere Angestellten nehmen immer mal wieder ihre Kinder in die Google-Büros mit, um ihnen zu zeigen, wo und wie sie arbeiten. Das passiert allerdings ohne strategische Absichten. Ansonsten versuchen wir, über die Schulen Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren zu erreichen. In diesem Alter stellen sich die meisten erstmals die Frage nach den beruflichen Zielen. Wir unterstützen Projekte in den Schulen und bieten Besichtigungen an. Im Zentrum steht aber die enge Zusammenarbeit mit den technischen Hochschulen in Lausanne und Zürich. Im Rahmen solcher Projekte haben ETH-Studenten beispielsweise hier in einem Wettbewerb Roboter programmiert.

In welchen Bereichen suchen Sie Leute?

Gute Softwareentwickler und Kundenbetreuer sind immer gefragt, aber wir brauchen auch Anwälte, Personalfachleute und Kommunikationsprofis. Insgesamt arbeiten 1100 Googler aus 75 Ländern in Zürich. Zwar hat jeder dritte Angestellte am Sitz in Zürich einen Doktortitel, aber wir stellen nicht nur Akademiker ein. Entscheidend ist die Bereitschaft, sich leidenschaftlich mit Google-Problemen auseinanderzusetzen und das Unternehmen weiterzuentwickeln. Wichtige Produkte wie Gmail, Google Maps oder Google+ wären nicht entstanden ohne das Engagement einzelner Mitarbeiter.

Sie sind nicht nur für die Talentsuche, sondern auch fürs Employer Branding zuständig. Eines der Hauptziele müsste sein, Mitarbeiter durch eine höhere Identifikation und durch den Aufbau einer emotionalen Bindung langfristig ans Unternehmen zu binden. Das scheint Google nicht zu gelingen. Gemäss einer amerikanischen Studie verlässt die Hälfte der Angestellten das Unternehmen nach spätestens 1,1 Jahren wieder.

Ich kenne diese Studie nicht, aber ich bezweifle, dass die Verweildauer hier in Zürich so kurz ist. Ich bin seit sieben Jahren bei Google, viele Kolleginnen und Kollegen deutlich länger. Aber da wir Leute suchen, die viel Eigeninitiative haben und die Welt verändern wollen, ist es unvermeidlich, dass manche von ihnen nach einiger Zeit weiterziehen. Viele werden hier inspiriert und machen sich dann selbständig, andere gehen vielleicht zur Konkurrenz. Das ist auch nicht weiter schlimm, wenn sie dort sinnvolle Projekte realisieren.

Wie bitte? Sie betreiben all den Rekrutierungsaufwand doch nicht dafür, dass die Leute nach einem Jahr weiterziehen?

Nein, gerade im Engineering wäre das fatal. Wir haben keine Zahlen zur Fluktuation, aber Zürich ist ein sehr attraktiver Standort. Die Spezialisten laufen uns nicht davon, im Gegenteil. In diesem Frühjahr wurde Google Schweiz als bester Arbeitgeber der Schweiz ausgezeichnet mit dem Award durch das «Great Place to Work Institute».

Sie reden gerne von Leidenschaft, Inspiration und dergleichen. Kritiker monieren, Google schaffe zwar attraktive Arbeitsbedingungen, erwarte im Gegenzug aber von den Angestellten unbeschränkten Einsatz praktisch rund um die Uhr.

Ich erzähle Ihnen gerne eine persönliche Geschichte zu diesem Thema. Als ich vor sieben Jahren bei Google Zürich begann, war ich Single und wohnte in Luzern. Ich war damals sehr dankbar für die Möglichkeit, hier das Private mit dem Geschäftlichen verbinden zu können, bei Filmabenden und Sportaktivitäten Freundschaften zu schliessen und so in Zürich Fuss zu fassen. Seit ich verheiratet bin, ist das anders. Jetzt verbringe ich viel Freizeit mit meinem Mann und bin für Frühstück und Nachtessen praktisch nie bei Google.

Es ist also nicht so, dass man bei Google in einem eigenen Universum mit wenig Kontakt zur Restwelt lebt?

Es gibt Angestellte, die das so machen, aber ich gehöre nicht dazu. Beides wird akzeptiert. Ich bin nicht rund um die Uhr eine Googlerin, mein Privatleben ist mir wichtig. Aber es kommt auch vor, dass ich neue Mitarbeiter am Wochenende zum Wandern mitnehme.

Wie viel arbeiten Sie pro Woche?

Bei uns gilt der Grundsatz, dass die Arbeit in 40 Wochenstunden zu erledigen sein sollte. Ich arbeite acht Stunden pro Tag. Die Präsenzzeit ist höher, weil ich noch Kurse in Kickpower anbiete. Das ist eine Mischung aus Kickboxen und Aerobic.

Per Mail und Smartphone sind Sie aber 24 Stunden erreichbar?

Nein, auf keinen Fall. Wenn ein Mitarbeiter  aus meinem Team mir regelmässig am Wochenende oder spätabends Mails schickt, hat er relativ bald ein Problem mit mir. Es gehört zu meinen wichtigsten Führungsaufgaben, dafür zu sorgen, dass alle gesund bleiben. Deshalb haben Sport und Ernährung bei uns so einen hohen Stellenwert. Das bringt aber nicht viel, wenn wir nicht darauf achten, dass die Leute auch abschalten können. Ich halte nichts davon, den Mailzugang in der Nacht oder an Wochenenden zu sperren, denn Flexibilität ist eine tolle Sache. Wir müssen bloss lernen, sie richtig zu nutzen.

Bei Google galt mal der Grundsatz, dass alle Mitarbeiter 20 Prozent ihrer Zeit für innovative Projekte ausserhalb ihres Jobprofils einsetzen können. Funktioniert das in der Praxis?

Man darf das nicht als starre Vorgabe verstehen. Bei mir gab es in den sieben Jahren Phasen, in denen ich 100 Prozent und mehr mit dem Hauptjob beschäftigt war, in anderen Zeiten widmete ich mich 20 Prozent anderen Projekten wie der internen Weiterbildung. Durchschnittlich kam ich in den sieben Jahren auf rund 10 Prozent Arbeiten ausserhalb meines Jobprofils.

In Ihrem Curriculum ist nachzulesen, dass Sie acht Sprachen sprechen, 1589 Städte in 40 Ländern besucht haben, erfolgreiche Triathletin, Hundedresseurin und Tischfussballerin sind und nebenbei noch ein Fotobusiness betreiben. Haben Ihre Tage mehr als 24 Stunden oder kommen Sie ohne Schlaf aus?

Nein, ich gönne mir sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht. Das Flair für Sprachen ist angeboren: Meine Mutter ist halb Kroatin, halb Italienerin, mein Vater Engländer – dadurch redete ich als Fünfjährige schon in fünf Sprachen. Durch das viele Reisen kamen laufend neue Sprachen dazu, Indonesisch zum Beispiel. Und vor einiger Zeit habe ich mir vorgenommen, noch zwei Sprachen zu lernen, die nicht jedermann beherrscht: Russisch und Arabisch. So steigen die Chancen, dass ich im Falle einer bedrohlichen Situation im Ausland erfolgreich mit den Aggressoren in deren Muttersprache verhandeln könnte. (Lacht)

Und Triathlon machen Sie, um schneller fliehen zu können?

Ich habe schon immer nach Effizienz und Optimierung gestrebt, weil ich sehr viele Dinge sehr gerne tue. Als ich noch in Luzern wohnte und in Zürich arbeitete, fuhr ich oft mit dem Velo über den Albispass zur Arbeit, das war eine gute Basis für den Triathlon. Tischfussball spiele ich seit meinem 13. Lebensjahr. Bei Google fand ich perfekte Trainingsbedingungen vor; kürzlich gewann ich mit meinem Mann ein Turnier in Zürich.

Ursprünglich wollten Sie Ärztin werden, nun sind Sie Managerin in einem IT-Konzern. Haben Sie Pläne für die weitere Karriere?

Das mit dem Medizinstudium war mehr ein Irrtum, weil ich dachte, in die Fussstapfen meiner Mutter treten zu müssen. Meine Passion ist, andere dazu zu bringen, das Beste aus sich herauszuholen. Weiterbildung und persönliche Entwicklung liegen mir sehr am Herzen.

Tagung in Zürich:
Daniela Landherr referiert am 21. September an der Fachtagung «Inspiration goes to work» am Hub in Zürich über Employer Branding bei Google.

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30 Kommentare zu “«Ich bin nicht rund um die Uhr eine Googlerin»”

  1. P. Kellerhals sagt:

    Die Aussage “Wir haben keine Zahlen zur Fluktuation” ist mit Sicherheit eine Lüge. Eine grosse Niederlassung mit 1100 Mitarbeitern eines Weltkonzerns wertet sicher die Fluktuation aus, sonst macht die HR-Abteilung einen ganz seltsamen Job!

  2. Kerstin Frick sagt:

    Woher weiss sie, dass sie exakt 1589 Städte besucht hat? – Gehörte “Hintermümpflinsdorf” auch dazu? Eine kleine Rechnung für Googler: 1589 Städte dividiert durch 32 Lebensjahre (wobei sie die ersten ca. 10 Jahre wohl eher mitgeschleppt wurde als dass sie selbst aus eigenem Antrieb die Städte besucht hätte…) ergibt knapp 50 NEUE Städte pro Lebensjahr, also pro Woche mindestens eine NEUE Stadt. Daneben hat sie noch gearbeitet, musste wohl auch ein paar Jahre zur Schule, hat eventuell an einer Uni studiert (?), musste noch in diese z.T. entfernten Städte hin- und zurückreisen und dort vielleicht gar noch einen Tag verbringen, dann noch für den Triathlon trainieren und 6 Sprachen lernen (hoffentlich auch im Sprachgebiet…). – Alles irgendwie eher unwahrscheinlich, da der Tag bloss 24h und das Jahr bloss 52 Wochen hat. – Hype?

  3. Marlies Schucki sagt:

    Wenn Sie von St. Gallen mit dem Zug nach Genf fährt, dann besucht sie auf dem Weg dahin Flawil, Uzwil, Wil, Winterthur, Kloten, Zürich, Aarau, Olten, Bern, Fribourg, Lausanne, Genf. Also mindestens 12 Städte auf einen Schlag bzw. in einem Zug. – So hat sie wohl gerechnet… 🙂

  4. samuel scherrer sagt:

    Wieder mal so ein Heldenepos aus Morgenthalers Feder. Ich wäre als Leser nicht unglücklich, wenn gewisse Aussagen etwas kritischer hinterfragt würden. Es gibt sicher viele tolle Leute die bemerkenswertes schaffen, aber trotzdem hat der Tag für alle von uns nur 24 Stunden.

  5. Andy Mattmüller sagt:

    Sehe es auch als unwahrscheinlich an, dass die Dame all dies, was hier behauptet wird, wirklich erfolgreich tut. Oder sie definiert Erfolg anders als ich.
    Aber selbts wenn, ich sehe trotzdem nicht ein, was ihre Erfolge mit der Firma Google zu tun haben. Wenn schon verkappte Werbung, dann bitte ein wenig glaubwürdiger.
    Ich kenne übrigens auch mindestens einen IT-Experten, der bei Google sehr unglücklich war.

  6. Eddie Kre sagt:

    Stimme Ihnen voll zu, Kerstin Frick – was die gute Frau Landherr da von sich gibt ist völlig unglaubwürdig. Eine zweite Rechnung wäre da ebenfalls aufschlussreich: 1589 Städte in 40 Ländern ergibt im Durchschnitt mehr als 39 Städte pro Land. Sorry: das ist Angeberei pur, reiner Humbug. Bin tief beeindruckt, aber im negativen Sinn. Staune gleichzeitig über die naive Gutgläubigkeit des Interviewers, der ein solches Statement ohne Nachzubohren zur Kenntnis nimmt und protokolliert.

  7. Manuela Schulte sagt:

    Wie andere Sonntagsblätter präsentiert auch TA-Online Woche für Woche die Helden der Arbeit und erinnert uns an den erwerbsfreien Tagen an unsere Mittelmässigkeit und daran, dass wir uns in Zukunft mehr mit unserer Firma identifizieren sollten. Danke.

  8. Sandra Wälti sagt:

    Liebe Kritikerinnen und Kritiker von Daniela Landherr

    Woher der Unmut? Ist es Neid? Eifersucht? Weil Frau Landherr es mit ihren 32 Jahren bereits so weit gebracht hat, wie viele von euch wohl nicht mal bis an ihr Lebensende? Auf alle Fälle bedenkenswert, Ihre Argumentationen und öffentlichen Anzweiflungen. Ihr Verhalten ist es, welches mich zweifeln lässt. An Ihrer Charaktergrösse, liebe Kritikerinnen und Kritiker.

  9. Thomas S. sagt:

    @Sandra Wälti: Es geht hier nicht um Neid und Misgunst (hatte in ihrem Alter schon eine ganz andere, globale Position in einem bekannten Weltkonzern). – Leider habe ich in meiner Karriere auch viele (z.T. sehr charmante) Dampfplauderi gesehen, die irgendwie in Positionen rutschten. – Wenn mir jemand einen CV hingelegt hätte mit der Angabe, sie/er hätten schon 1589 unterschiedliche Städte in 40 Ländern besucht (bei Alter 32), dann hätte ich der Person auf den Zahn gefühlt. Gleiches gilt für die Sprachen (ich spreche auch deren vier auf Muttersprache bzw. Near-Native-Niveau): Von 8 Sprachen sprechen zu sprechen, wovon man 2 eben erst in Angriff genommen hat resp. man erst die Absicht hat, diese zu lernen, finde ich etwas gewagt. – Hätte schön dumm laufen können, wenn der Job-Interviewer das Interview unerwarteterweise auf Russisch oder Arabisch geführt hätte. – Etwas weniger Bluff stünde der ansonsten angenehm und frisch daherkommenden Frau Landherr gut an, aber wahrscheinlich ist sie zu sehr von der US-Google-Kultur geprägt. – Hayek Sen. meinte einmal zu mir, als ich AUSNAHMSWEISE (um es einem titelgeilen Blödmann auf der Kontrahentenseite zu zeigen) meinen ansonsten nirgends auftauchenden “Dr.” (Elite-Uni) unter meine Unterschrift bzw. dort vor meinen Namen setzte: “Hast Du das nötig?”. – Recht hatte er.

  10. Karl Mrak sagt:

    Russisch und Arabisch will sie lernen (kann sie also noch nicht). Mit 32 Jahren knapp 1600 Städte gesehen, das würde heissen wenn man 3 Tage pro Stadt rechnet wären es 13 Jahre ununterbrochen reisen. Und dann noch all der Sport. Hier scheinen mir Parallelen zu anderen CEO’s ohne Büro zu sein. Typische Überforderung (keine Leaderfigur) und Uneinsichtigkeit (erzählen man sei 24/7 erreichbar) am Arbeitsplatz.

  11. Peter Knecht sagt:

    Die Zeiten, als Google gute Leute einstellte, sind schon längst vorbei. Heute werden vor allem gute Selbstdarsteller eingestellt, welche den politisch korrekten Background mitbringen: Ausbildung an einer Uni, welche sich nur reiche Eltern für ihre Kinder leisten können. Humanitäre Einsätze für internationale Organisation im Ausland, welche sich ein Werkstudent schlicht nicht leisten kann, der sich mit Gelegenheitsjobs gerade knapp sein Studium finanzieren kann. Ausserdem darf man keinesfalls hinterfragen, weshalb Google in Zürich zwar gerne die öffentliche Infrastruktur beansprucht (Flughafen, Zürich), aber praktisch keine Steuern bezahlt. Oder weshalb sich Google zwar ein lokaler Arbeitgeber nennt, aber fast nur Leute direkt aus dem Ausland importiert und anstellt (wobei die Kosten dafür wiederum beim Staat hängen bleiben). Schöne, neue, neoliberale Elitewelt. Sollen die Armen doch Staub fressen!

  12. Juan Ramirez sagt:

    Spannend, der Herr Thomas S. kann nicht vermeiden, seine angeblich vier auf Muttersprache- oder zumindest Near-Native-Niveau gesprochenen Sprachen zu erwähnen, sowie seine globale Position in einem Weltkonzern und seinen Doktor-Titel einer Elite-Uni, welchen er ansonsten natürlich immer versteckt und nur in absoluten Ausnahme- und Notfallsituationen aufführt, aber derselbe Thomas regt sich auf über die vielen Dampfplauderi dieser Welt? Da ist mir zu viel offensichtliche Angeberei in der Nachricht enthalten, um den Autor nicht ebenso für einen Dampfplauderi halten zu müssen. Scheinbar hat sich der Thomas die Bemerkung von Herrn Hayek doch noch nicht richtig zu Herzen genommen, sonst müsste er nicht die Welt in einem Online-Kommentar von sich und seinem Erreichten beeindrucken.

  13. Super Beispiel für die Weiterentwicklung der Generation Y; die ist schon passé, jetzt reden wir wohl besser von der Generation P ( Potemkin). Dass solche Manager Frustrationen bei Ihren Angestellten direkt provozieren ist Stoff für weitere Artikel.

  14. Urs sagt:

    Jeder der sich intensiver mit den Strategien von Google beschäftigt wird bald feststellen das dieses Unternehmen inhärent Antidemokratisch und nicht im geringsten für die Freiheit und Selbstbestimmung der Zivilgesellschaften un des Individuums einsetzt. Gerade die Regulierung, das heisst die freiheiten des Internet, sollen gemäss Google und den anderen Social Netowrks rien privatrechtlich reguliert werden.
    .
    Dies bedeutet am Ende ohne weitere verbindliche Mitsprache oder Anhörung der Gesellschaft sondern rein auf die Bedürfnisse von Investoren ausgelegt. Heutige junge Menschen wachen bereits zu grossen Teilen im Google Universum auf und verbringen grosse Teile des LEbens in diesen künstlichen Lebensräumen die noch dazu permanent überwacht werden.

    Google ist ein Teil des US Basierten Ueberwachungsstaates der mit bürgerlichen Rechten schon lange nichts mehr anfangen kann.

  15. Felix Alter sagt:

    Essen, Sport, Freizeit von der Firma bestimmt, höhere Identität und emotionale Bindung, die totale Durchdringung des Privaten durch das Geschäftliche: Das klingt eher nach ner Sekte. Und ebenso unglaubwürdig sind viele der Aussagen, wie man es z.B. von Scientology kennt. Eines Tages wird Google genau so schnell verschwunden sein, wie die Firma aufgetaucht ist.

  16. Roman Meyer sagt:

    google wird mir von tag zu tag unsympatischer. wüsste nicht warum ich dort arbeiten sollte? was haben sie in den letzten jahren gross gebracht? ich suche über google, ja, habe ein gmail das ich bald löschen werde und schau auf youtube gratis musikvideos. wie jede firma in dieser grösse, die noch dazu so erfolgsverwöhnt ist, wird auch google fett und bürokratisch, nimmt sich zu wichtig und wird irgendwann von der konkurrenz platt gemacht. auch apple, dort hat der niedergang schon ganz offenkundig eingesetzt. yahoo ist ein halbtoter zombie.

  17. Sibylle sagt:

    Wow! Wirklich beeindruckend, mit wieviel Feingefühl die Kritiker/innen ihre gepflegte, wohlüberlegte, unwahrscheinlich (alt-)kluge und insbesonders elitäre Wortwahl treffen!

    Und sich dabei der Herausforderung stellen, sich der Kunst der hohen Mathematik zu bedienen, wieviele Städte Frau Landherr nun besucht haben mag. Ich bin fasziniert ob all dieses Engagements- vielleicht wäre es nicht soooo verkehrt, sich mit solchem Potential bei google zu bewerben? 😉

    Ein toller Bericht, der dich wiederspiegelt wie du bist! Und was du lebst!

  18. Michelle Neyer sagt:

    Ach kommt schon, dieses ewige “das kann ich nicht glauben” ist doch nur peinlich. Ich kann es auch nicht glauben, dass ein einzelner Mann jahrelang den Tennissport dermassen dominieren kann, ein Typ in 2,5 Stunden die Eiger Nordwand hoch rennt oder ein kleiner Junge einen Farbwürfel in 15 Sekunden löst. Für den Durchschnittsmenschen alles unglaublich, und trotzdem gibt es hin und wieder solche Ausnahmetalente. Zum Glück gibt es das. Weil sonst hätten wir noch immer keine Glühbirne und schon gar kein Atomstrom, der diese zum Glühen bringen kann. Warum also soll diese Frau nicht auch etwas mehr Talent besitzen, als wir alle hier? Und dann noch dieses “Google wird sowieso bald verschwinden” Geheule. Was glaubt Ihr, was mit UNS sein wird? In den Geschichtsbüchern wird unser Name sicherlich nicht stehen, oder welchen wichtigen Beitrag zur Menschheit haben wir denn so geleistet? Lassen wir also der Frau ihre Talente, Google die Errungenschaften und nehmen uns selbst dafür etwas weniger wichtig…

  19. Touché, Michelle Neyer…..well said!

  20. Diego Braun sagt:

    Ich schliesse mich allen – ALLEN – an, die sowohl die Aussagen von Daniela Landherr, wie auch den Artikel hinterfragen, und verzichte auf eigenen Kommentar…ausser einer Frage: Ist Google nicht eine der Internetfirmen, die an NSA Daten übermittelt hat ohne die entsprechenden Nutzer zuerst anzufragen?

  21. Der Übermensch, 8 Sprachen, 1589 Städte, Kickbox Aerobic. Und alles in 8 Stunden um den Kindern in Afrika das Internet zu bringen. Jede Medaille hat 2 Seiten. Meistens leidet der “emotionale” Teil des Gehirns bekannt auch als “EMotio”, welcher uns erlaubt zu erkennen, dass die Kinder eher Nahrung als das Internet brauchen. Die Ziele von Google sind keine Religion und werden von Interessengruppen bestimmt, welche sich unter anderem an Orwell 1984 verwandten Modellen orientieren mit dem Effekt die Leute in virtuelle Gruppen zu schachteln, zu registrieren und ihre Ideen, angereichert mit Adds zu verkaufen. Somit im realen Leben zu trennen (da die Interaktion mit sozialen Medien reale Zeit kostet). Dazu kommt noch die Ilusion einer freien Entfaltung, dessen Richtung logisch von den genannten Interessengruppen gesteuert wird. Als Beispiel wurde “Youtube” nach der Übernahme von Google vollkommen zerstört. Meinungsfreiheit und eben “evolutionären Freiheit” als Bonsai?
    Nichts gegen Sie persönlich Frau Landherr, aber ich spreche aus Erfahrung. Wenn ich mir die Welt von morgen mit Millionen von Google-Glass Trägern in meiner Stadt vorstelle ist das keine erwärmende Vorstellung. Nach über 10 Jahren schätze ich mich glücklich nicht mehr für Google zu arbeiten. Gezeichnet, Googlesuperstar auf Youtube.

  22. Mike Wunderli sagt:

    Ich sehe gerade von meinem Haus am Lake Michigan/USA den Super Sonnenaufgang. Super diese Farben, das Wasser spiegelt in der Sonne,die Stimmung ist fantastisch. Arme Menschen die so in einem Job involviert sind. Keine Freude,nur Erfolg Vortraege……..ich habes hinter mir gelassen. Ich wollte noch richtig leben,geniessen,kein Stress,nichts tun, und eben nicht mehr die Labels von Google bis BMW konsumieren. Allen die hier schreiben alles Gute, hoffe das eure Traeume in Erfuellung gehen am Arbeitstag. Vergisst nicht mit 65 sind schon viele Traeume vergangen………..

  23. andy sagt:

    Dieser Leistungswahn und übertriebene Ehrgeiz ist nicht erstrebenswert, sondern einfach nur für unsere Gesellschaft schädlich! Man denke an die kürzlich verstorbenen Manager, welche offenbar an dieser stets leistungsorientierten Lebensweise zerbrochen sind.

  24. Hansli sagt:

    Übersetzt heisst das: Ich spreche 3 bis 4 Sprachen fliessend und kann in weiteren Sprachen guten Tag sagen.
    Ich bin in 40 Ländern gewesen und bin durch 1589 Städte per Zug / Auto etc… gefahren. Spiel Tischfussball und habe einen Hund zuhause. Daneben habe ich an Triathlons teilgenommen.

    Bei solchen für die Rekrutierung verantwortliche ist der Niedergang des Unternehmens nicht weit.

  25. Nigba Staufeniak sagt:

    Schön geschrieben, Michelle Neyer. Schade, dass zur Zeit alles vom Durchschnitt abweichende derart verunglimpft wird. Man spürt den Zorn der Durchschnitts gut.

  26. Daniele Stadtfrauchen sagt:

    Nigba: Es weicht in der Tat stark vom Durchschnitt ab, wenn keine Flukationskennzahl bekannt ist. Da möchten wir überdurchschnittlichen bitte nichts mit zu tun haben. Wir haben die Zahlen nämlich parat – täglich auf Knopfdruck via Management-Informations-System.

    Kann ja sein, dass Frau Landherr das alles schon gemacht hat – als positive Menschen glauben wir ihr das auch und sind beeindruckt davon. Wie jedoch hier dargestellt, wirkt es stark übertrieben und damit unglaubwürdig – somit auch die Reaktion der meisten Menschen. Und dann noch die fehlende Fluktationsrate – Come on!!!
    Und dann ist da noch die wohl bekannte Kommunikations-Maxime: Nicht was A sagt, sondern was B versteht ist ausschlaggebend. Hier kommuniziert A nicht sonderlich smart…sonst würde B besser glauben können-wollen.

  27. Joel Isler sagt:

    Habe gerade die Triathlon-Resultate von Daniela Landherr gegoogelt. Bin beruhigt 😉

  28. Kommentar eigentlich unnötig, denn Michelle Neyer, Nigba Staufeniak, André Perret haben schon alles geschrieben. An Diego Braun möchte ich mich dennoch wenden:

    Googles DON’T BE EVIL ist nicht nur zwei- sondern multipel-deutig. Auch sollte man ein Verständnis/Wissen dafür aufbringen, wie IT/ITC funktioniert:

    – IT(ComputerScience)=Informations-Technologie, also Engineering+Technik
    – ICT/ITC=Informations-&Kommunikations-Technologie: Engineering/Technik, bedürfnisgerecht/zielorientiert eingesetzt

    Bei der ITC/ICT kommt also eine neue Komponente ins Spiel: der Mensch mit seinen Bedürfnissen (zu kommunizieren). Dabei wird der Mensch (das Individuum) als Ganzes angesprochen, denn er teilt sich als Ganzes mittels IT der Menschheit mit. Also mit seinen Gedanken, Gefühlen, Schmerzen, Freuden, Vorlieben, Schwächen, etc.

    Google als Firmenname basiert wohl auf der mathematischen Bezeichnung GOOGOL (10^100) und GOOGOLPLEX entspräche dann dem Wert 1/10^100. Andere Quellen sprechen von einer Begeisterung für den Mathematiker Gogol. Bei Interesse lesen Sie bitte die entsprechenden Angaben in Wikipedia.
    Nun, GOOGLEPLEX ist nicht nur ein Google-Komplex (Firmensitz), sondern wurde In Douglas Adams Roman ‘Per Anhalter durch die Galaxis’ (The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy) schon 1978 erwähnt (Wikipedia). Auf diesem äusserst unterhaltsamen und mehrschichtigen Roman basiert recht viel aus der IT/Internet-Szene (Babelfish, DeepThougt, die Zahl 42, etc.). Mit dem ‘unendlichen Unwahrscheinlichkeits-Drive’ hat Adams Googleplex ins Spiel gebracht als eine kaum zu gering einschätzbare Wahrscheinlichkeit (im Gegensatz zu GOOGOL(Google), welche eine Wahrscheinlichkeit repräsentieren, die kaum zu hoch eingeschätzt werden kann).

    Im Wissen, dass das Googleimperium auf hardwareseitiger IT liegt, also einer exakten Wissenschaft, welche definitionsgemäss ausserhalb von Gut oder Böse liegt, und wir die Bezeichnungen IT/ITC nun mit GOOGOL/GOOGOLPLEX (Google/Googleplex) miteinander verknüpfen, können ganz kurz dargestellt folgende Aussagen als gültig angesehen werden:

    – die Wahrscheinlichkeit, dass Google Weltpolizei spielt und uns um den Finger wickelt, liegt nahe dem Wert Googol
    – die Wahrscheinlichkeit, dass Google bei unlauteren Handlungen zur Verantwortung gezogen werden kann, sollte demnach beim Wert Googolplex liegen (soweit die Theorie und vermutlichen Absichten).

    Gegen Google spricht eindeutig, dass sie sich schon bei der illegalen Aufzeichnung von WLAN-Routerdaten haben erwischen lassen. Das ist an und für sich sehr ernst und müsste nach Google-Logik googolmässig geahndet werden, zumal Google sich brüstet, nur ausgewählte und bestzertifizierte Mitarbeiter einzustellen. Allerdings glaube ich nur an die Ideale der Gründer von solch bisweilen ‘systemrelevanten’ Unternehmen. Microsoft&Apple beweisen, dass es ein Riesenunterschied ist, ob in einer Firma das leidenschafltiche Feuer der Gründer brennt oder ob eine ‘Wollmilchsau’ einfach nach BestPractice-Regeln von Managern verwaltet wird.

    Nun zu Ihrer Frage: natürlich hat Google als Unternehmen Verpflichtungen gegenüber seinem Heimatland nachzukommen. Und da geben sich Google&Co natürlich sehr offen und zeigen sich empört. Das ist PR. Google können Sie mit Ihrer Frage nicht verunsichern oder damit gegen Google argumentieren. Was Google potentiell machen kann, wird es mit googolähnlicher Wahrscheinlichkeit auch machen. Das man sie für ihre ‘guten’ Taten googolmässig entlöhnt ist die eine Seite. Es ist sehr heikel, aber für das ‘unabsichtliche’ Sammeln von WLAN-Daten (‘schlechte’ Taten) müssten sie auch googolmässig bestraft werden.

    Wenn wir jetzt weiter denken und uns vor Augen halten, dass Google weltweit mit googolmässiger Wahrscheinlichkeit Einzug in jeden einzelnen Computer haben kann (hier als Betreiber einer wertfreien Wissenschaft), verbleibt dem gemeinen Bürger nicht viel anderes übrig, als einzugestehen, dass die Wahrscheinlichkeit, Google für ‘einfach so geschehende Unerklärlichkeiten’ am eigenen Computer zu Rechenschaft ziehen zu können, googolplexmässig klein ist – zumal sich Google als Firma oder Technologielieferant in wirtschaftliche, technische und je nach Staat auch in soziale und administrative Umfelder einbettet.

    So betrachtet erhebt sich Googles Leitspruch ‘DON’T BE EVIL’ zu einer selbstefüllenden Prophezeiung und hat beinahe schon philosophischen Wert. Der gegenseitig gelegene philosophische Wert kommt dann zum tragen, wenn man diesen Ausspruch in sein Gegenteil pervertiert, was angesichts der weltweiten Geschehnisse immer wieder geschehen kann/muss/soll. Somit wird Google definitiv zu einem Unternehmen mit philosophischen Charakter – so oder so. Das ist vermutlich auch der Grund, weshalb wohl ein jeder von uns Nicht-Googlern für dieses Unternehmen eine besondere Hassliebe entwickeln können.

    Als beinahe schon ein halbes Jahrhundert umher Irrender kann ich nur sagen: Don’t be evil – really!

    Alles andere – und seien es noch so tolle Kniffs aus der Kiste der Bauernschläue – tragen wenig zu einer tiefgründigen Befriedigung bei. Larry Page und Sergej Brin nehme ich eine solche Einstellung noch ab – alles was danach kommen wird, kann wohl kaum mehr so seiltänzerisch daherkommen…

  29. Observer sagt:

    Lieber phil baarbier
    was genau möchten Sie uns mit Ihrem Beitrag genau mitteilen, ausser sich selbst mit einem Versuch philosophischer Eloquenz darzustellen?

  30. phil barbier sagt:

    @Observer: Eingangs des Eintrages steht:

    “Kommentar eigentlich unnötig, denn Michelle Neyer, Nigba Staufeniak, André Perret haben schon alles geschrieben. An Diego Braun möchte ich mich dennoch wenden:”

    => es war also eine ausfuerhliche Antwort auf eine Frage, die meiner Ansicht nach nicht kurz ausfallen darf. Mit dem Link auf die Wikipedia/Google-Seite wollte ich dazu animieren, sich dafuer zu interessieren.

    Ich denke, dass die sehr ernsten Geschehnisse nicht nur um die NSA-Affaere uns alle dazu auffordern, einen kritischen Blick hinter die Glitzervorhaenge zu werfen – und allenfalls da ein bisschen zu verweilen.

    Gruess